Ruhig
NUR GOTT (SCHÖPFER) ALLEINE HAT DIE MACHT, UNS, MENSCHLICHE WESEN ZU BEURTEILEN ODER UNS ZU VERGEBEN.
WIR MENSCHEN GLAUBEN AN DIE ILLUSION, DASS WIR GOTT BEI DER BEURTEILUNG DES MOTIVS UND VERHALTENS ANDERER ERSETZEN KÖNNEN.
Ruhig
DER EINZIGE MENSCH, DEN ICH BEURTEILEN ODER IHM VERZEIHEN KANN, BIN ICH SELBST.
DAS BESTE, WAS ICH IN BEZUG AUF ANDERE MENSCHEN MACHEN KANN, IST, SIE GENAUSO ZU AKZEPTIEREN, WIE SIE SIND.
SIE TUN NÄMLICH NUR, WAS SIE KÖNNEN.
In den psychologischen, religiösen und metaphysischen Kreisen ist die „Vergebung“ zu einem heiklen Thema geworden. Oder anders gesagt: „Es ist einfacher zu verzeihen als sich jemandem von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stellen.“
Viele Menschen sind von der Möglichkeit begeistert, dass sie durch die Vergebung ihre Last des früheren Missbrauchs und Schmerzes loswerden könnten. Vom ganzen Herzen versuchen sie sich selbst zu beweisen, dass sie vollkommener sind als diejenigen, die sich mehr irren als sie selbst. Sie nehmen ihren ganzen Mut zusammen, um bei einer Zeremonie denjenigen zu vergeben, von denen sie überzeugt sind, dass sie sie verletzt haben.
Kann das funktionieren ? Endet der Zyklus dadurch ? Hält diese Methode des sich selbst Entschuldigens die Flut des früheren Missbrauchs und Schmerzes ab ?
Bei den meisten Menschen, die sich diesem „Pflasteranbringen“ hingeben, um ihre Lebensverletzungen zu heilen, funktioniert dieses Vorgehen … sagen wir mal, vielleicht, zumindest für einen Augenblick.
Aber beseitigt dies auch die emotionale Wirkung der Erinnerungen an die Stresssituationen, die das ”Bedürfnis” nach Vergebung unterschätzen ? Nein, tut es nicht. Die lodernde Glut ist jederzeit bereit die Flammen der Einschüchterung und Schuldzuweisung an sich selbst und Andere zu entfachen.
Was passiert denn in der Zeit, so lange uns die Vergebung in einem bestimmten Moment eine Erleichterung zu bringen scheint, wenn dieser Zorn, die Angst und das Gefühl der Abgeschiedenheit zurückkehren, um uns mit denselben Fragen zu verfolgen ?
Warum hat ”es” funktioniert ? Warum kämpfen wir weiterhin mit den immer wiederkehrenden Gefühlen ? Und falls die Vergebung nicht funktioniert, was hilft dann ?
Bei der Vergebung könnte es den Anschein machen, dass irgendetwas in einem bestimmten Moment endete, aber solange wir die Erinnerungen, die bei uns die erwähnten negativen Gefühle verursachen, nicht entblocken, werden wir ihnen auch weiterhin ausgeliefert sein.
Und … existiert eine andere Alternative, den Anderen ihre Sünden zu vergeben, die sie uns angetan haben ?
VERGIB DIR SELBST
Die erste Möglichkeit beginnt mit der eigenen Heilung – vergib dir selbst. Was genau und warum denn ? Die Antwort ist sehr einfach und außerordentlich verlässlich. Für viele kann das allerdings etwas vollständig Neues bedeuten.
Du bist derjenige, der einen Schmerz spürt und/oder sich schämt. Du bist derjenige, der mit seinen unerwünschten (negativen) Emotionen und Reaktionen weitermacht.
Bist du wegen deines Leidens noch nicht krank geworden ? Es ist deines, oder ? Du bist ein Mensch mit einem „Problem“, weil du es als ein Problem empfindest. Und nur du kannst daraus etwas machen.
Vergib dir, dass du das Fortschreiten dieser negativen Wirkung zugelassen hast.
Vergib dir, dass du dich selbst bestraft sowie dich an dir selbst gerächt hast und dass du dich analog auch an den Anderen, die dich missbrauchten, gerächt, sie eingeschüchtert, beschuldigt und bestraft hast.
Vergib dir, dass du den Missbrauch als eine Entschuldigung benutzt hast, um die Vergeudung zum Großteil deines Lebens mit Misserfolg und Zweifeln an dir selbst zu rechtfertigen.
Vergib dir das mangelnde Bewusstsein und die Bereitschaft dich selbst zu belügen, die beide deinen Zugang zum Missbrauch, aufgrund dessen du gelitten hast, verursachten.
Vergib dir, dass du dir selbst den Heiligenstatus für die Tugend des Leidens erteilt hast.
Vergib dir, dass du deine eigene Macht vergessen hast.
Vergib dir, dass du auf deine eigene Macht verzichtet und sie Anderen überlassen hast !
Vergib dir die Annahme, dass die Vergebung jeden zum Besseren hin verändert, nur dich nicht.
Vergib dir, dass du die Leben Anderer beurteilst, aber nicht dein eigenes.
Vergib dir, dass du dir den Status eines Opfers erteilt hast.