<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
  <channel>
    <title>Erwachsenenbildung &amp;mdash; michael | gisiger</title>
    <link>https://paper.wf/gisiger/tag:Erwachsenenbildung</link>
    <description>Zufällige Fundstücke &amp; Gedanken aus dem Netz über das Netz. Und mehr.</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 02:55:09 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>Flipped Classroom: You&#39;re doing it wrong!</title>
      <link>https://paper.wf/gisiger/flipped-classroom-youre-doing-it-wrong</link>
      <description>&lt;![CDATA[Visual comparison between traditional classroom lecturing and flipped classroom / inverted classroom lecturing. Drawing in cartoon style.&#xA;&#xA;Spätestens seit #Corona ist das schon länger gehypte Modell des Flipped Classroom in aller Munde. Wahrscheinlich sind wir alle schon einmal damit konfrontiert worden. Offen blieb jedoch die Frage nach dem Nutzen und der Wirkung des Ganzen. Ein Review von 46 Metastudien zum Thema [1] gibt überraschende Antworten.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Die Methode Flipped Classroom&#xA;&#xA;Bergmann und Sams (2012:13) [2] beschreiben einen Flipped Classroom wie folgt:&#xA;&#xA;  «[…] that which is traditionally done in-class is now done at home and that which is traditionally done as homework is now completed in-class.»&#xA;&#xA;Es ist also eine klassische Zweiphasen-Sequenz bestehend aus (1) der Vermittlung der Grundlagen und (2) einer Vertiefung mit (praktischer) Anwendung. Allerdings findet die erste Phase individuell zu Hause statt und die Vertiefung dann im Klassenverband. Daher der Begriff Flipped Classroom, also „umgedrehtes Klassenzimmer“.&#xA;&#xA;Als Nachteil der klassischen Sequenz wird meist angeführt, dass die erste, passive Phase wertvolle Zeit im Klassenverband raubt, die dann für die Vertiefung, für das aktive Lernen fehlt. Verlagert man nun die Vermittlung (mehrheitlich verstanden als klassischer Frontalunterricht) in individuell zu bearbeitende Online-Formate vor dem eigentlichen Präsenzunterricht, bleibt wesentlich mehr Zeit für die aktive Phase.&#xA;&#xA;Erkenntnisse zur Wirksamkeit eines Flipped Classroom&#xA;&#xA;Der Review hält nun zur Wirksamkeit der Methode folgendes fest:&#xA;&#xA;  «[…] while there may be other reasons for advocating flipped learning as it is currently implemented, it is clear that robust scientific evidence in the quality of implementation or its effectiveness over traditional instruction is not among them. Indeed, it seems that implementations of flipped learning perpetuate the things they claim to reduce, that is, passive learning. It is passive learning as opposed to active learning that seems to have the greatest impact on the overall effects.»&#xA;&#xA;Auf der einen Seite ist Flipped Classroom keine etablierte Methode, so dass alle Umsetzungen sehr unterschiedlich sind, auf der anderen Seite hat der Review vier Schlüsselerkenntnisse herausgearbeitet:&#xA;&#xA;Die Qualität der Umsetzung entsprach nicht der Kernaussage, dass aktives Lernen entscheidend für den Erfolg ist: Die Wirkungen können nicht auf das Vorhandensein von aktivem Lernen zurückgeführt werden, da aktives Lernen in der Umsetzung weitgehend fehlte.&#xA;Die grösste Wirkung konnte beobachtet werden, wenn der Unterricht im Klassenverband weiterhin ein klassisches Lehrgespräch beinhaltete: Dies deutet darauf hin, dass der Hauptvorteil eines Flipped Classroom nicht unbedingt an der aktiven Beteiligung der Studierenden liegt, sondern in der doppelten oder erweiterten Vermittlung des Stoffs durch die Lehrperson.&#xA;Je mehr aktives Lernen in den traditionellen Unterricht integriert wurde, desto geringer wurde der Effekt des Flipped Classroom im Vergleich zum traditionellen Unterricht, und in einigen Fällen kehrte er sich sogar um: Es war also das aktive Lernen, das den Unterschied machte, und nicht die umgekehrte Reihenfolge.&#xA;Problemlösen als aktive Lernstrategie vor dem Unterricht hatte in beiden Methoden einen positiven Einfluss auf die Ergebnisse, wobei der Effekt im Flipped Classroom grösser war: Die Integration aktiver Elemente online oder im Unterricht ist also effektiv.&#xA;&#xA;Alternative Vierphasen-Sequenz: Fail, Flip, Fix, Feed&#xA;&#xA;Die Autorinnen und Autoren des Reviews schlagen daher ein alternatives Vorgehen in vier Phasen vor:&#xA;&#xA;Fail: der Lehrperson und den Studierenden die Möglichkeit geben, zu ermitteln, zu überprüfen und zu verstehen, was verstanden wurde und was nicht.&#xA;Flip: Einführung in die Grundlagen vor dem Unterricht (z.B. durch die Bereitstellung eines Videos zur Unterrichtsstunde).&#xA;Fix: Im Unterricht die Erkenntnisse aus der Fail-Phase aufarbeiten und kombiniert mit einem Lehrgespräch die Grundlagen erarbeiten.&#xA;Feed: Feedback an die Studierenden und die Lehrperson über den aktuellen Lernerfolg und die nächsten Schritte. Formative Bewertung (formative assessment) ist ein wesentlicher Bestandteil aktiven Lernens.&#xA;&#xA;fail, flip, fix, and feed, illustrated by Michael Gisiger&#xA;&#xA;Zusammengefasst bedeutet dies, dass (1) das Vorwissen der Studierenden durch eine Problemlösung aktiviert wird, so dass sie sich bewusst werden darüber, was sie wissen und was nicht, gefolgt von (2) einer Online-Lerneinheit, in der die Grundlagen vermittelt werden. Darauf folgt (3) eine Präsenzveranstaltung zur Festigung des Gelernten und zum Abgleich der erarbeiteten Lösungen mit dem zu vermittelnden Stoff. Abschliessend erfolgt (4) eine gezielte, kriteriengeleitete individuelle Beurteilung im Sinne eines formative assessments, die für den weiteren Lernprozess genutzt werden kann.&#xA;&#xA;Dieses Vorgehen erscheint mir auf den ersten Blick schlüssig, auch wenn ich mir im Moment noch keine konkrete Umsetzung vorstellen kann. Diese vier Phasen passen aber sehr gut zu einem agilen, iterativen Vorgehen, z.B. dem PDCA-Zyklus (Demingkreis). Die Autorinnen und Autoren warnen aber auch, dass „[f]uture research is needed to investigate the validity and reliability of its implementation.“&#xA;&#xA;---&#xA;Disclaimer&#xA;Teile dieses Texts entstanden mithilfe der beiden KI-Tools Deepl Übersetzer (Übersetzung einzelner Teile des Reviews) und Deepl Write (Korrektorat und Lektorat).&#xA;&#xA;Fussnote&#xA;[1] Kapur M, Hattie J, Grossman I and Sinha T (2022) Fail, flip, fix, and feed – Rethinking flipped learning: A review of meta-analyses and a subsequent meta-analysis. Front. Educ. 7:956416. doi: 10.3389/feduc.2022.956416.&#xA;[2] Bergmann, J., and Sams, A. (2012). Flip your classroom: Reach every student in every class every day. USA: International Society for Technology in Education. ITSE, ACDE.&#xA;&#xA;Bildquellen&#xA;Wey-Han Tan, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons&#xA;Michael Gisiger, CC BY-NC-SA 4.0, via PixelFed&#xA;&#xA;Topic&#xA;Erwachsenenbildung]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/be/FlippedClassroom_Drawing_WeyHanTan_CCBY2020.png/800px-FlippedClassroom_Drawing_WeyHanTan_CCBY2020.png" alt="Visual comparison between traditional classroom lecturing and flipped classroom / inverted classroom lecturing. Drawing in cartoon style."></p>

<p>Spätestens seit <a href="/gisiger/tag:Corona" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Corona</span></a> ist das schon länger gehypte Modell des <a href="https://wb-web.de/wissen/methoden/flipped-classroom.html" rel="nofollow">Flipped Classroom</a> in aller Munde. Wahrscheinlich sind wir alle schon einmal damit konfrontiert worden. Offen blieb jedoch die Frage nach dem Nutzen und der Wirkung des Ganzen. Ein <a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/feduc.2022.956416/full" rel="nofollow">Review von 46 Metastudien zum Thema</a> [1] gibt überraschende Antworten.</p>



<h2 id="die-methode-flipped-classroom" id="die-methode-flipped-classroom">Die Methode Flipped Classroom</h2>

<p>Bergmann und Sams (2012:13) [2] beschreiben einen Flipped Classroom wie folgt:</p>

<blockquote><p><em>«[…] that which is traditionally done in-class is now done at home and that which is traditionally done as homework is now completed in-class.»</em></p></blockquote>

<p>Es ist also eine klassische Zweiphasen-Sequenz bestehend aus (1) der Vermittlung der Grundlagen und (2) einer Vertiefung mit (praktischer) Anwendung. Allerdings findet die erste Phase individuell zu Hause statt und die Vertiefung dann im Klassenverband. Daher der Begriff Flipped Classroom, also „umgedrehtes Klassenzimmer“.</p>

<p>Als Nachteil der klassischen Sequenz wird meist angeführt, dass die erste, passive Phase wertvolle Zeit im Klassenverband raubt, die dann für die Vertiefung, für das aktive Lernen fehlt. Verlagert man nun die Vermittlung (mehrheitlich verstanden als klassischer Frontalunterricht) in individuell zu bearbeitende Online-Formate vor dem eigentlichen Präsenzunterricht, bleibt wesentlich mehr Zeit für die aktive Phase.</p>

<h2 id="erkenntnisse-zur-wirksamkeit-eines-flipped-classroom" id="erkenntnisse-zur-wirksamkeit-eines-flipped-classroom">Erkenntnisse zur Wirksamkeit eines Flipped Classroom</h2>

<p>Der Review hält nun zur Wirksamkeit der Methode folgendes fest:</p>

<blockquote><p><em>«[…] while there may be other reasons for advocating flipped learning as it is currently implemented, it is clear that robust scientific evidence in the quality of implementation or its effectiveness over traditional instruction is not among them. Indeed, it seems that implementations of flipped learning perpetuate the things they claim to reduce, that is, passive learning. It is passive learning as opposed to active learning that seems to have the greatest impact on the overall effects.»</em></p></blockquote>

<p>Auf der einen Seite ist Flipped Classroom keine etablierte Methode, so dass alle Umsetzungen sehr unterschiedlich sind, auf der anderen Seite hat der Review vier Schlüsselerkenntnisse herausgearbeitet:</p>
<ol><li>Die Qualität der Umsetzung entsprach nicht der Kernaussage, dass <a href="https://www.betzold.ch/blog/aktives-lernen/" rel="nofollow">aktives Lernen</a> entscheidend für den Erfolg ist: Die Wirkungen können nicht auf das Vorhandensein von aktivem Lernen zurückgeführt werden, da aktives Lernen in der Umsetzung weitgehend fehlte.</li>
<li>Die grösste Wirkung konnte beobachtet werden, wenn der Unterricht im Klassenverband weiterhin ein klassisches Lehrgespräch beinhaltete: Dies deutet darauf hin, dass der Hauptvorteil eines Flipped Classroom nicht unbedingt an der aktiven Beteiligung der Studierenden liegt, sondern in der doppelten oder erweiterten Vermittlung des Stoffs durch die Lehrperson.</li>
<li>Je mehr aktives Lernen in den traditionellen Unterricht integriert wurde, desto geringer wurde der Effekt des Flipped Classroom im Vergleich zum traditionellen Unterricht, und in einigen Fällen kehrte er sich sogar um: Es war also das aktive Lernen, das den Unterschied machte, und nicht die umgekehrte Reihenfolge.</li>
<li>Problemlösen als aktive Lernstrategie vor dem Unterricht hatte in beiden Methoden einen positiven Einfluss auf die Ergebnisse, wobei der Effekt im Flipped Classroom grösser war: Die Integration aktiver Elemente online oder im Unterricht ist also effektiv.</li></ol>

<h2 id="alternative-vierphasen-sequenz-fail-flip-fix-feed" id="alternative-vierphasen-sequenz-fail-flip-fix-feed">Alternative Vierphasen-Sequenz: Fail, Flip, Fix, Feed</h2>

<p>Die Autorinnen und Autoren des Reviews schlagen daher ein alternatives Vorgehen in vier Phasen vor:</p>
<ol><li>Fail: der Lehrperson und den Studierenden die Möglichkeit geben, zu ermitteln, zu überprüfen und zu verstehen, was verstanden wurde und was nicht.</li>
<li>Flip: Einführung in die Grundlagen vor dem Unterricht (z.B. durch die Bereitstellung eines Videos zur Unterrichtsstunde).</li>
<li>Fix: Im Unterricht die Erkenntnisse aus der Fail-Phase aufarbeiten und kombiniert mit einem Lehrgespräch die Grundlagen erarbeiten.</li>
<li>Feed: Feedback an die Studierenden und die Lehrperson über den aktuellen Lernerfolg und die nächsten Schritte. <a href="https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/255718/formative-assessment-bewerten-um-des-lernens-willen/" rel="nofollow">Formative Bewertung (formative assessment)</a> ist ein wesentlicher Bestandteil aktiven Lernens.</li></ol>

<p><img src="https://pixelfed-prod.nyc3.digitaloceanspaces.com/public/m/_v2/498590252182833335/0fca8ea69-e1c06b/Cl6NCyRdzAxi/unPKXLUd03p2gtR5jojCE18URewnWhXyADHcpnb1.png" alt="fail, flip, fix, and feed, illustrated by Michael Gisiger"></p>

<p>Zusammengefasst bedeutet dies, dass (1) das Vorwissen der Studierenden durch eine Problemlösung aktiviert wird, so dass sie sich bewusst werden darüber, was sie wissen und was nicht, gefolgt von (2) einer Online-Lerneinheit, in der die Grundlagen vermittelt werden. Darauf folgt (3) eine Präsenzveranstaltung zur Festigung des Gelernten und zum Abgleich der erarbeiteten Lösungen mit dem zu vermittelnden Stoff. Abschliessend erfolgt (4) eine gezielte, kriteriengeleitete individuelle Beurteilung im Sinne eines formative assessments, die für den weiteren Lernprozess genutzt werden kann.</p>

<p>Dieses Vorgehen erscheint mir auf den ersten Blick schlüssig, auch wenn ich mir im Moment noch keine konkrete Umsetzung vorstellen kann. Diese vier Phasen passen aber sehr gut zu einem agilen, iterativen Vorgehen, z.B. dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Demingkreis" rel="nofollow">PDCA-Zyklus (Demingkreis)</a>. Die Autorinnen und Autoren warnen aber auch, dass <em>„[f]uture research is needed to investigate the validity and reliability of its implementation.“</em></p>

<hr>

<p><strong>Disclaimer</strong>
Teile dieses Texts entstanden mithilfe der beiden KI-Tools <em>Deepl Übersetzer</em> (Übersetzung einzelner Teile des Reviews) und <em>Deepl Write</em> (Korrektorat und Lektorat).</p>

<p><strong>Fussnote</strong>
[1] Kapur M, Hattie J, Grossman I and Sinha T (2022) Fail, flip, fix, and feed – Rethinking flipped learning: A review of meta-analyses and a subsequent meta-analysis. Front. Educ. 7:956416. doi: 10.3389/feduc.2022.956416.
[2] Bergmann, J., and Sams, A. (2012). Flip your classroom: Reach every student in every class every day. USA: International Society for Technology in Education. ITSE, ACDE.</p>

<p><strong>Bildquellen</strong>
1. Wey-Han Tan, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0" rel="nofollow">CC BY 4.0</a>, via Wikimedia Commons
2. Michael Gisiger, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" rel="nofollow">CC BY-NC-SA 4.0</a>, via <a href="https://pixelfed.social/gisiger" rel="nofollow">PixelFed</a></p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="/gisiger/tag:Erwachsenenbildung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Erwachsenenbildung</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/gisiger/flipped-classroom-youre-doing-it-wrong</guid>
      <pubDate>Tue, 07 Feb 2023 14:51:28 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ziele und Vorgehen – Lernreise #MeinZiel23</title>
      <link>https://paper.wf/gisiger/ziele-und-vorgehen-lernreise-meinziel23</link>
      <description>&lt;![CDATA[Offizielle Roadmap der Lernreise&#xA;&#xA;Die Corporate Learning Community (CLC) organisiert auch dieses Jahr unter #MeinZiel23 eine selbstorganisierte Lernreise durch. Im Zentrum soll dieses Mal ein Peer-to-Peer-Format stehen, in dem nicht nur die selbstgesteuerte Lernerfahrung im Mittelpunkt steht, sondern auch das Lernen im Netzwerk. Dieses Jahr möchte ich mich beteiligen und fasse hier in diesem Beitrag meine Ziele und mein geplantes Vorgehen vor.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;In meiner Dozententätigkeit darf ich meinen Studierenden immer wieder #Scrum und andere #Agile Methoden vermitteln. In diesem Zusammenhang bin ich immer wieder dem Rahmenwerk #eduScrum begegnet, welches Scrum als Methodik in die Schule, in den Unterricht bringt. Ich habe mich bisher noch nicht näher mit diesem Ansatz beschäftigt, was ich jetzt während dieser Lernreise in Angriff nehmen will.&#xA;&#xA;Meine Ziele&#xA;&#xA;Ich habe mir meine Ziele für #MeinZiel23 mithilfe der OKR-Methode gesteckt. Da die Roadmap für die Lernreise im Abstand von drei Wochen drei „Boxenstopps“ und eine Abschlussveranstaltung vorsieht, habe ich mir vier Key Results gesetzt, die ich jeweils in einem „Sprint“ von drei Wochen abarbeiten will (vgl. dazu mein Vorgehen unten):&#xA;&#xA;Meine Ziele nach OKR&#xA;&#xA;OBJECTIVE&#xA;Ich möchte die verschiedenen Ansätze von Scrum im Unterricht besser verstehen und darauf aufbauend ein Konzept für eine konkrete Lehrveranstaltung mit Scrum erarbeiten.&#xA;&#xA;KEY RESULTS&#xA;&#xA;KR 1: Ich habe den eduScrum Guide [1] und begleitendes Material durchgearbeitet und in einem Blogbeitrag zusammengefasst.&#xA;KR 2: Ich habe Kantereit (2021) [2] und Mittelbach (2020) [3] durchgearbeitet und in einem Blogbeitrag zusammengefasst.&#xA;KR 3: Ich habe mit mind. einer Person, die eduScrum einsetzt, einen Erfahrungsaustausch/ein Job Shadowing durchgeführt und dazu einen Erfahrungsbericht gebloggt.&#xA;KR 4: Ich habe eine bestehende Lehrveranstaltung ausgewählt, die sich für Scrum eignet, und dazu ein fertiges Konzept erstellt.&#xA;&#xA;Die Kurzfassung meines Ziels habe ich auf Mastodon und in den Kommentaren zur Lernreise veröffentlicht.&#xA;&#xA;Mein Vorgehen&#xA;&#xA;Ich habe mir für meine Reise eine eigene kleine Roadmap erstellt, wobei ich jedes der vier Key Results als Sprint abarbeiten will. Die in den KR definierten Inkremente sollen jeweils zu den festgelegten Begleitveranstaltungen erstellt und hier im Blog dokumentiert sein.&#xA;&#xA;Meine Roadmap für die Lernreise&#xA;&#xA;Und der Austausch im Netzwerk?&#xA;&#xA;Da ich einen unmittelbaren Nutzen aus meinen Zielen ziehe, werde ich meine Lernreise sicher so durchziehen. Aber wie das Online-Kennenlernen letzten Montag ergeben hat, interessieren sich noch weitere Teilgebende für die Themen (edu)Scrum, agile Methoden und agiles Lernen. Gerne schliesse ich mich diesen für einen Austausch an. Wer macht mit? Kontaktmöglichkeiten findet ihr hier unter „über mich“.&#xA;&#xA;---&#xA;Fussnoten&#xA;1] Der eduScrum Guide 2.0 kann [hier in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden.&#xA;2] Kantereit, Tim et al. (Hrsg.) (2021): Agilität und Bildung. Ein Reiseführer durch die Welt der Agilität, Visual Ink Publishing. [Open Access (CC BY-SA 4.0).&#xA;3] Mittelbach, Tom (Hrsg.) (2020): Scrum in die Schule! Zeit für mehr Agilität im Unterricht, Visual Ink Publishing. [Open Access (CC BY-SA 4.0).&#xA;&#xA;Bildquellen&#xA;aus einem Mastodon-Post des offiziellen Accounts @MeinZiel23@colearn.social&#xA;&amp; 3. Michael Gisiger, CC BY-NC-SA 4.0, via PixelFed&#xA;&#xA;Topic&#xA;Erwachsenenbildung]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://pixelfed-prod.nyc3.digitaloceanspaces.com/public/m/_v2/498590252182833335/0fca8ea69-e1c06b/6xhkAWSpdwRF/ndjraQQsvpoaI71jqZVKWRGk0OpLT3SdX4CQsZ0X.png" alt="Offizielle Roadmap der Lernreise"></p>

<p>Die <a href="https://colearn.de/" rel="nofollow">Corporate Learning Community (CLC)</a> organisiert auch dieses Jahr unter <a href="/gisiger/tag:MeinZiel23" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">MeinZiel23</span></a> eine <a href="https://colearn.de/meinziel23/" rel="nofollow">selbstorganisierte Lernreise</a> durch. Im Zentrum soll dieses Mal ein Peer-to-Peer-Format stehen, in dem nicht nur die selbstgesteuerte Lernerfahrung im Mittelpunkt steht, sondern auch das Lernen im Netzwerk. Dieses Jahr möchte ich mich beteiligen und fasse hier in diesem Beitrag meine Ziele und mein geplantes Vorgehen vor.</p>



<p>In meiner Dozententätigkeit darf ich meinen Studierenden immer wieder <a href="/gisiger/tag:Scrum" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Scrum</span></a> und andere <a href="/gisiger/tag:Agile" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Agile</span></a> Methoden vermitteln. In diesem Zusammenhang bin ich immer wieder dem Rahmenwerk <a href="/gisiger/tag:eduScrum" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">eduScrum</span></a> begegnet, welches Scrum als Methodik in die Schule, in den Unterricht bringt. Ich habe mich bisher noch nicht näher mit diesem Ansatz beschäftigt, was ich jetzt während dieser Lernreise in Angriff nehmen will.</p>

<h2 id="meine-ziele" id="meine-ziele">Meine Ziele</h2>

<p>Ich habe mir meine Ziele für <a href="/gisiger/tag:MeinZiel23" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">MeinZiel23</span></a> mithilfe der OKR-Methode gesteckt. Da die Roadmap für die Lernreise im Abstand von drei Wochen drei „Boxenstopps“ und eine Abschlussveranstaltung vorsieht, habe ich mir vier Key Results gesetzt, die ich jeweils in einem „Sprint“ von drei Wochen abarbeiten will (vgl. dazu mein Vorgehen unten):</p>

<p><img src="https://pixelfed-prod.nyc3.digitaloceanspaces.com/public/m/_v2/498590252182833335/0fca8ea69-e1c06b/e1YZPAS3CdJA/W7phc3V4mbYWrclIyIEEjNyWawpx9tryEtpKn0kr.png" alt="Meine Ziele nach OKR"></p>

<p><strong>OBJECTIVE</strong>
Ich möchte die verschiedenen Ansätze von Scrum im Unterricht besser verstehen und darauf aufbauend ein Konzept für eine konkrete Lehrveranstaltung mit Scrum erarbeiten.</p>

<p><strong>KEY RESULTS</strong></p>
<ul><li><strong>KR 1:</strong> Ich habe den eduScrum Guide [1] und begleitendes Material durchgearbeitet und in einem Blogbeitrag zusammengefasst.</li>
<li><strong>KR 2:</strong> Ich habe Kantereit (2021) [2] und Mittelbach (2020) [3] durchgearbeitet und in einem Blogbeitrag zusammengefasst.</li>
<li><strong>KR 3:</strong> Ich habe mit mind. einer Person, die eduScrum einsetzt, einen Erfahrungsaustausch/ein Job Shadowing durchgeführt und dazu einen Erfahrungsbericht gebloggt.</li>
<li><strong>KR 4:</strong> Ich habe eine bestehende Lehrveranstaltung ausgewählt, die sich für Scrum eignet, und dazu ein fertiges Konzept erstellt.</li></ul>

<p>Die Kurzfassung meines Ziels habe ich auf Mastodon und in den Kommentaren zur Lernreise veröffentlicht.</p>

<h2 id="mein-vorgehen" id="mein-vorgehen">Mein Vorgehen</h2>

<p>Ich habe mir für meine Reise eine eigene kleine Roadmap erstellt, wobei ich jedes der vier Key Results als Sprint abarbeiten will. Die in den KR definierten Inkremente sollen jeweils zu den festgelegten Begleitveranstaltungen erstellt und hier im Blog dokumentiert sein.</p>

<p><img src="https://pixelfed-prod.nyc3.digitaloceanspaces.com/public/m/_v2/498590252182833335/0fca8ea69-e1c06b/MMlSzvSXEEz0/jsBJbLJJUfjpHanyicmollnb1HWog17k46UxjwN6.png" alt="Meine Roadmap für die Lernreise"></p>

<h2 id="und-der-austausch-im-netzwerk" id="und-der-austausch-im-netzwerk">Und der Austausch im Netzwerk?</h2>

<p>Da ich einen unmittelbaren Nutzen aus meinen Zielen ziehe, werde ich meine Lernreise sicher so durchziehen. Aber wie das Online-Kennenlernen letzten Montag ergeben hat, interessieren sich noch weitere Teilgebende für die Themen (edu)Scrum, agile Methoden und agiles Lernen. Gerne schliesse ich mich diesen für einen Austausch an. Wer macht mit? Kontaktmöglichkeiten findet ihr hier unter <a href="https://paper.wf/gisiger/uber-mich" rel="nofollow">„über mich“</a>.</p>

<hr>

<p><strong>Fussnoten</strong>
[1] Der eduScrum Guide 2.0 kann <a href="https://art2beagile.slab.com/public/posts/edu-scrum-guides-2-0-fk6r8ill" rel="nofollow">hier</a> in verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden.
[2] Kantereit, Tim et al. (Hrsg.) (2021): Agilität und Bildung. Ein Reiseführer durch die Welt der Agilität, Visual Ink Publishing. <a href="https://visual-books.com/agilitaet-und-bildung/" rel="nofollow">Open Access</a> (CC BY-SA 4.0).
[3] Mittelbach, Tom (Hrsg.) (2020): Scrum in die Schule! Zeit für mehr Agilität im Unterricht, Visual Ink Publishing. <a href="https://visual-books.com/scrum-in-die-schule/" rel="nofollow">Open Access</a> (CC BY-SA 4.0).</p>

<p><strong>Bildquellen</strong>
1. aus einem Mastodon-Post des offiziellen Accounts <a href="https://colearn.social/@MeinZiel23" rel="nofollow"><a href="https://paper.wf/@/MeinZiel23@colearn.social" class="u-url mention" rel="nofollow">@<span>MeinZiel23@colearn.social</span></a></a>
2. &amp; 3. Michael Gisiger, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/" rel="nofollow">CC BY-NC-SA 4.0</a>, via <a href="https://pixelfed.social/gisiger" rel="nofollow">PixelFed</a></p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="/gisiger/tag:Erwachsenenbildung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Erwachsenenbildung</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/gisiger/ziele-und-vorgehen-lernreise-meinziel23</guid>
      <pubDate>Wed, 01 Feb 2023 17:25:17 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Going to class</title>
      <link>https://paper.wf/gisiger/going-to-class</link>
      <description>&lt;![CDATA[  &#34;There&#39;s one more thing that students have a problem with lately—going to class.&#34;&#xA;&#xA;Quelle&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Und weiter:&#xA;&#xA;  &#34;But there&#39;s something about in-person classes that I&#39;ve found difficult to replicate in an online environment. I like to think of a physics class as a community of learners. Students can play the role of educator and learner at the same time when they interact with their peers. (And don&#39;t forget the other learner in the course—the instructor. [...])&#34;&#xA;&#xA;Abschliessend:&#xA;&#xA;  &#34;If you are a student, try to attend class as much as possible. Don&#39;t think of it as though you are in a movie theater watching a bunch of answers. Instead, use that time to engage in all the learning opportunities.&#34;&#xA;&#xA;Das deckt sich bestens mit meinen persönlichen Beobachtungen zum Thema hier.&#xA;---&#xA;Topics&#xA;Zettelkasten&#xA;Erwachsenenbildung]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>“There&#39;s one more thing that students have a problem with lately—going to class.”</em></p></blockquote>

<p><a href="https://www.wired.com/story/its-time-to-break-bad-pandemic-learning-habits/" rel="nofollow">Quelle</a></p>



<p>Und weiter:</p>

<blockquote><p><em>“But there&#39;s something about in-person classes that I&#39;ve found difficult to replicate in an online environment. I like to think of a physics class as a community of learners. Students can play the role of educator and learner at the same time when they interact with their peers. (And don&#39;t forget the other learner in the course—the instructor. [...])”</em></p></blockquote>

<p>Abschliessend:</p>

<blockquote><p><em>“If you are a student, try to attend class as much as possible. Don&#39;t think of it as though you are in a movie theater watching a bunch of answers. Instead, use that time to engage in all the learning opportunities.”</em></p></blockquote>

<p>Das deckt sich bestens mit meinen persönlichen Beobachtungen zum Thema <a href="https://paper.wf/gisiger/prasenz-vs-online-unterricht-ein-erfahrungsbericht-nach-zwei-jahren-covid-19" rel="nofollow">hier</a>.</p>

<hr>

<p><strong>Topics</strong>
<a href="/gisiger/tag:Zettelkasten" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Zettelkasten</span></a>
<a href="/gisiger/tag:Erwachsenenbildung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Erwachsenenbildung</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/gisiger/going-to-class</guid>
      <pubDate>Sun, 01 Jan 2023 23:23:08 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Präsenz- vs. Online-Unterricht: Ein Erfahrungsbericht nach zwei Jahren COVID-19</title>
      <link>https://paper.wf/gisiger/prasenz-vs-online-unterricht-ein-erfahrungsbericht-nach-zwei-jahren-covid-19</link>
      <description>&lt;![CDATA[Classroom&#xA;&#xA;Die Altjahreswoche ist bekanntlich eine Zeit der Rück- und Ausblicke. Ich möchte diese Zeit dazu nutzen, meine persönlichen, subjektiven Gedanken zum Thema Präsenz- vs. Online-Unterricht festzuhalten. Diese betreffen zudem ausschliesslich die Erwachsenenbildung auf der Tertiärstufe in der beruflichen Weiterbildung, auf der ich hauptsächlich tätig bin. Nach zwei Jahren wechselnder Unterrichtsmodelle dank #Corona ist es wohl der richtige Zeitpunkt dazu. Besonders erstaunt hat mich beim Nachdenken über dieses Thema, wie verschieden meine Präferenzen hierbei sind, je nachdem, ob ich die Rolle des Dozenten oder des Teilnehmers innehabe.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie am Freitag, 13. März 2020 bekannt wurde, dass ab dem 16. März die “ausserordentliche Lage” gelte und damit faktisch der erste Lockdown ausgerufen wurde. Am Donnerstag führte ich noch ganz klassischen Unterricht durch, am Samstag landeten dann die ersten Mails der verschiedenen Bildungsinstitutionen in meiner Inbox, die darüber informierten, wie der Unterricht ab dem 16. März durchzuführen sei. Meine Erfahrung damals war, dass nicht alle Anbieter gleich gut vorbereitet waren. Während an der einen Schule, an der ich mein grösstes Pensum habe, am Montag nahtlos online Unterrichtet werden konnte - man hatte bereits vorher mit #Moodle und #BigBlueButton zwei Systeme in Betrieb, die dafür genutzt werden konnten; sie mussten über das Wochenende nur noch entsprechend skaliert werden -, waren andere schlicht nicht in der Lage dazu. Dort herrschte anfangs ein wahres Chaos, alle Dozierenden mussten selber schauen, wie sie sich organisieren wollten. Aber die digitale Reife von Bildungsinstitutionen ist heute nicht das Thema, deswegen konzentriere ich mich ausschliesslich auf meine Erfahrungen bei der erstgenannten Schule.&#xA;&#xA;Phase 1: Reiner Online-Unterricht&#xA;&#xA;Am Montag sassen wir also da, in BigBlueButton, und es war für praktisch alle eine neue Erfahrung: Es dauerte wohl gut zwei Wochen bis alle auch technisch versiert genug waren, um einen einigermassen sinnvollen Unterricht durchführen zu können. Neben den technischen gab es auch organisatorisch-kulturelle Hürden. Müssen alle immer die Kamera an haben? Wie kann man sich zu Wort melden? Und vieles mehr. Das kennen wahrscheinlich alle aus ihren Online-Meetings, die damals gezwungenermassen von zu Hause aus arbeiten mussten.&#xA;&#xA;Mein Fazit damals lautete: Gute Studierende konnten in der Regel weiterhin vom Unterricht - der anfänglich auch nicht auf online ausgerichtet war - profitieren, andere jedoch wurden praktisch komplett unsichtbar. Die Beteiligung und v.a. der Austausch mit dem Dozenten und untereinander (die soziale Interaktion) kam praktisch zum Erliegen.&#xA;&#xA;Phase 2: Erstmalige Lockerungen mit Präsenzunterricht vor Ort und online&#xA;&#xA;Als der Unterricht das erste Mal wieder physisch möglich wurde, war die Schule, war ich überrascht, dass kaum jemand wieder vor Ort den Unterricht besuchen wollte. Mittlerweile hatte auch ein neues Semester, hatten neue Module angefangen. Wenige Wochen nach Beginn war aber alles wieder wie während des Lockdowns: Da keine Studierenden vor Ort waren, fand auch der Unterricht weiterhin nur online statt. Immerhin hatten wir alle dazugelernt, so dass die Unterrichtsgestaltung dem Format einigermassen angepasst war. Die oben beschriebenen Probleme blieben aber bestehen.&#xA;&#xA;Anfangs dachte ich, dass wegen der Corona-Situation kaum jemand den Unterricht vor Ort besuchen wollte, bis es mir dann dämmerte, nein, es war ein ganz anderer Faktor: die Bequemlichkeit. Wozu sich ein, zwei Tage pro Woche an eine Schule begeben, wenn man den Unterricht auch bequem von zu Hause aus absolvieren kann? Einen positiven Effekt, zumindest für die Schule, gab es dadurch jedoch. Das Einzugsgebiet hatte sich deutlich vergrössert, plötzlich hatten wir Teilnehmende aus Ecken der Schweiz, die vorher nie ein Institut in Zürich in Betracht gezogen hätten.&#xA;&#xA;Phase 3: Zweiter Lockdown&#xA;&#xA;Es kam wie es kommen musste, alle mussten wieder zu Hause bleiben. Mittlerweile fanden sich aber alle gut mit dem Setting zurecht, ich persönlich denke auch, dass sich mein Unterricht ganz gut den Anforderungen angepasst hat. Was mir wirklich fehlte, war die soziale Interaktion, mittlerweile hatte ich Teilnehmende, die ich in Prüfungssituationen, wenn die Kamera zwingend eingeschaltet sein musste, zum ersten Mal zu Gesicht bekam.&#xA;&#xA;Hier fasste die Schule auch den Entscheid, dass künftig die Studierenden selbst bestimmen konnten, ob sie dem Unterricht vor Ort oder online folgen, wobei eine Online-Teilnahme live auch als Präsenz gilt. Sie sollten zudem die volle Freiheit haben, auch beliebig zwischen einer Teilnahme online oder vor Ort hin und her zu wechseln. Da zudem alle Unterrichtseinheiten aufgezeichnet werden, können sie diese auch zeitversetzt selbständig bearbeiten. Das Experiment, dass man gewisse Veranstaltungen nur so absolvieren konnte, wurde jedoch schnell wieder aufgegeben. Es hat sich nicht bewährt und ist rein von den Vorgaben her auch bei vielen Lehrgängen gar nicht möglich.&#xA;&#xA;Zoom Meeting&#xA;&#xA;Phase 4: Normalisierung, sort of&#xA;&#xA;Und heute? Das zweigleisige Angebot vor Ort und/oder online wurde beibehalten (was natürlich wiederum neue Herausforderungen an die Unterrichtsplanung und -gestaltung stellt, wenn die Klasse immer gemischt anwesend ist) und ist heute das neue Normal. Ich persönlich finde das gut, allen Herausforderungen zum Trotz. Interessant ist jedoch der Unterschied (1) zwischen bestehenden und neuen Studierenden (im Herbst begannen wiederum neue Lehrgänge und Semester) und (2) zwischen den Geschlechtern (ja, ich weiss, heikel, aber das ist meine subjektive Wahrnehmung, die so wahrscheinlich nicht allgemein gültig ist).&#xA;&#xA;Jene Teilnehmenden, die ausschliesslich oder praktisch nur online gestartet sind, bleiben weiterhin zu Hause. In diesen Lehrgängen sind es oft deutlich mehr als 90 Prozent, die nie vor Ort den Unterricht besuchen. Bei den neuen Klassen sieht es anders aus, hier sind wieder gut 80 Prozent immer da, die restlichen nutzen das Angebot des bedarfsabhängigen Wechsels zwischen Online und Präsenz und nur ganz wenige kommen nie. Dies sind in den meisten Fällen auch jene, die zu weit weg wohnen. Was mich erstaunt, ist jedoch die Tendenz, dass Teilnehmer sehr häufig immer da sind, während es hauptsächlich die Teilnehmerinnen sind, die nur sporadisch oder gar nie vor Ort sind. Aber wie gesagt, das ist meine Beobachtung, die nicht verallgemeinert werden kann. Vielleicht liegt es an den thematischen Schwerpunkten der Lehrgänge oder an vielen weiteren Faktoren.&#xA;&#xA;Mein Fazit&#xA;&#xA;Seit dem letzten Herbst findet der Unterricht nun wieder vor Ort statt. Erst da habe ich bemerkt, wie viel mehr Spass mir das macht, so zu unterrichten. Ich stelle fest, dass ich wieder motivierter bin und mit mehr Freude den Unterricht in Angriff nehme. Auch die Herausforderung, immer mit einem Klassenteil konfrontiert zu sein, der online dabei ist, begreife ich als Chance, mich und meinen Unterricht weiterzuentwickeln. Im Endeffekt ist es wohl der persönliche Austausch, den ich am meisten vermisst habe - (berufliche) Erwachsenenbildung ist in meinem Verständnis noch viel mehr ein gegenseitiges Geben und Nehmen zwischen Lehrperson und Teilnehmenden als das andernorts der Fall ist.&#xA;&#xA;Bemerkenswert finde ich zudem, dass ich selber, wenn ich mich in der Rolle des Lernenden wiederfinde, genau anders ticke. Schon vor Corona habe ich die vielfältigen Online-Angebote wahrgenommen, die individuelles Lernen zeit- und ortsabhängig ermöglichen. Das hat sich in letzter Zeit sogar noch verstärkt. Ich lerne gerne in meinem eigenen Setting, ganz individuell und in meinem Tempo. Wenn ich eine Präsenzveranstaltung besuche, dann tue ich das primär, um neue Leute kennenzulernen, nicht zwingend wegen den Inhalten (höchstens wegen dem “offiziellen Papier”, das es noch dazu gibt). Ich für mich bevorzuge informelles Lernen. Aber zum Glück sind wir da alle unterschiedlich.&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquellen&#xA;Photo by Felicia Buitenwerf on Unsplash&#xA;Photo by Sigmund on Unsplash&#xA;&#xA;Topic&#xA;Erwachsenenbildung]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://images.unsplash.com/photo-1565689157206-0fddef7589a2?ixlib=rb-4.0.3&amp;ixid=MnwxMjA3fDB8MHxwaG90by1wYWdlfHx8fGVufDB8fHx8&amp;auto=format&amp;fit=crop&amp;w=1470&amp;q=80" alt="Classroom"></p>

<p>Die Altjahreswoche ist bekanntlich eine Zeit der Rück- und Ausblicke. Ich möchte diese Zeit dazu nutzen, meine persönlichen, subjektiven Gedanken zum Thema Präsenz- vs. Online-Unterricht festzuhalten. Diese betreffen zudem ausschliesslich die Erwachsenenbildung auf der Tertiärstufe in der beruflichen Weiterbildung, auf der ich hauptsächlich tätig bin. Nach zwei Jahren wechselnder Unterrichtsmodelle dank <a href="/gisiger/tag:Corona" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Corona</span></a> ist es wohl der richtige Zeitpunkt dazu. Besonders erstaunt hat mich beim Nachdenken über dieses Thema, wie verschieden meine Präferenzen hierbei sind, je nachdem, ob ich die Rolle des Dozenten oder des Teilnehmers innehabe.</p>



<p>Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie am Freitag, 13. März 2020 bekannt wurde, dass ab dem 16. März die “ausserordentliche Lage” gelte und damit faktisch der erste Lockdown ausgerufen wurde. Am Donnerstag führte ich noch ganz klassischen Unterricht durch, am Samstag landeten dann die ersten Mails der verschiedenen Bildungsinstitutionen in meiner Inbox, die darüber informierten, wie der Unterricht ab dem 16. März durchzuführen sei. Meine Erfahrung damals war, dass nicht alle Anbieter gleich gut vorbereitet waren. Während an der einen Schule, an der ich mein grösstes Pensum habe, am Montag nahtlos online Unterrichtet werden konnte – man hatte bereits vorher mit <a href="/gisiger/tag:Moodle" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Moodle</span></a> und <a href="/gisiger/tag:BigBlueButton" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">BigBlueButton</span></a> zwei Systeme in Betrieb, die dafür genutzt werden konnten; sie mussten über das Wochenende nur noch entsprechend skaliert werden –, waren andere schlicht nicht in der Lage dazu. Dort herrschte anfangs ein wahres Chaos, alle Dozierenden mussten selber schauen, wie sie sich organisieren wollten. Aber die digitale Reife von Bildungsinstitutionen ist heute nicht das Thema, deswegen konzentriere ich mich ausschliesslich auf meine Erfahrungen bei der erstgenannten Schule.</p>

<h2 id="phase-1-reiner-online-unterricht" id="phase-1-reiner-online-unterricht">Phase 1: Reiner Online-Unterricht</h2>

<p>Am Montag sassen wir also da, in BigBlueButton, und es war für praktisch alle eine neue Erfahrung: Es dauerte wohl gut zwei Wochen bis alle auch technisch versiert genug waren, um einen einigermassen sinnvollen Unterricht durchführen zu können. Neben den technischen gab es auch organisatorisch-kulturelle Hürden. Müssen alle immer die Kamera an haben? Wie kann man sich zu Wort melden? Und vieles mehr. Das kennen wahrscheinlich alle aus ihren Online-Meetings, die damals gezwungenermassen von zu Hause aus arbeiten mussten.</p>

<p>Mein Fazit damals lautete: Gute Studierende konnten in der Regel weiterhin vom Unterricht – der anfänglich auch nicht auf online ausgerichtet war – profitieren, andere jedoch wurden praktisch komplett unsichtbar. Die Beteiligung und v.a. der Austausch mit dem Dozenten und untereinander (die soziale Interaktion) kam praktisch zum Erliegen.</p>

<h2 id="phase-2-erstmalige-lockerungen-mit-präsenzunterricht-vor-ort-und-online" id="phase-2-erstmalige-lockerungen-mit-präsenzunterricht-vor-ort-und-online">Phase 2: Erstmalige Lockerungen mit Präsenzunterricht vor Ort und online</h2>

<p>Als der Unterricht das erste Mal wieder physisch möglich wurde, war die Schule, war ich überrascht, dass kaum jemand wieder vor Ort den Unterricht besuchen wollte. Mittlerweile hatte auch ein neues Semester, hatten neue Module angefangen. Wenige Wochen nach Beginn war aber alles wieder wie während des Lockdowns: Da keine Studierenden vor Ort waren, fand auch der Unterricht weiterhin nur online statt. Immerhin hatten wir alle dazugelernt, so dass die Unterrichtsgestaltung dem Format einigermassen angepasst war. Die oben beschriebenen Probleme blieben aber bestehen.</p>

<p>Anfangs dachte ich, dass wegen der Corona-Situation kaum jemand den Unterricht vor Ort besuchen wollte, bis es mir dann dämmerte, nein, es war ein ganz anderer Faktor: die Bequemlichkeit. Wozu sich ein, zwei Tage pro Woche an eine Schule begeben, wenn man den Unterricht auch bequem von zu Hause aus absolvieren kann? Einen positiven Effekt, zumindest für die Schule, gab es dadurch jedoch. Das Einzugsgebiet hatte sich deutlich vergrössert, plötzlich hatten wir Teilnehmende aus Ecken der Schweiz, die vorher nie ein Institut in Zürich in Betracht gezogen hätten.</p>

<h2 id="phase-3-zweiter-lockdown" id="phase-3-zweiter-lockdown">Phase 3: Zweiter Lockdown</h2>

<p>Es kam wie es kommen musste, alle mussten wieder zu Hause bleiben. Mittlerweile fanden sich aber alle gut mit dem Setting zurecht, ich persönlich denke auch, dass sich mein Unterricht ganz gut den Anforderungen angepasst hat. Was mir wirklich fehlte, war die soziale Interaktion, mittlerweile hatte ich Teilnehmende, die ich in Prüfungssituationen, wenn die Kamera zwingend eingeschaltet sein musste, zum ersten Mal zu Gesicht bekam.</p>

<p>Hier fasste die Schule auch den Entscheid, dass künftig die Studierenden selbst bestimmen konnten, ob sie dem Unterricht vor Ort oder online folgen, wobei eine Online-Teilnahme live auch als Präsenz gilt. Sie sollten zudem die volle Freiheit haben, auch beliebig zwischen einer Teilnahme online oder vor Ort hin und her zu wechseln. Da zudem alle Unterrichtseinheiten aufgezeichnet werden, können sie diese auch zeitversetzt selbständig bearbeiten. Das Experiment, dass man gewisse Veranstaltungen nur so absolvieren konnte, wurde jedoch schnell wieder aufgegeben. Es hat sich nicht bewährt und ist rein von den Vorgaben her auch bei vielen Lehrgängen gar nicht möglich.</p>

<p><img src="https://images.unsplash.com/photo-1616531770192-6eaea74c2456?ixlib=rb-4.0.3&amp;ixid=MnwxMjA3fDB8MHxwaG90by1wYWdlfHx8fGVufDB8fHx8&amp;auto=format&amp;fit=crop&amp;w=1470&amp;q=80" alt="Zoom Meeting"></p>

<h2 id="phase-4-normalisierung-sort-of" id="phase-4-normalisierung-sort-of">Phase 4: Normalisierung, sort of</h2>

<p>Und heute? Das zweigleisige Angebot vor Ort und/oder online wurde beibehalten (was natürlich wiederum neue Herausforderungen an die Unterrichtsplanung und -gestaltung stellt, wenn die Klasse immer gemischt anwesend ist) und ist heute das neue Normal. Ich persönlich finde das gut, allen Herausforderungen zum Trotz. Interessant ist jedoch der Unterschied (1) zwischen bestehenden und neuen Studierenden (im Herbst begannen wiederum neue Lehrgänge und Semester) und (2) zwischen den Geschlechtern (ja, ich weiss, heikel, aber das ist meine subjektive Wahrnehmung, die so wahrscheinlich nicht allgemein gültig ist).</p>

<p>Jene Teilnehmenden, die ausschliesslich oder praktisch nur online gestartet sind, bleiben weiterhin zu Hause. In diesen Lehrgängen sind es oft deutlich mehr als 90 Prozent, die nie vor Ort den Unterricht besuchen. Bei den neuen Klassen sieht es anders aus, hier sind wieder gut 80 Prozent immer da, die restlichen nutzen das Angebot des bedarfsabhängigen Wechsels zwischen Online und Präsenz und nur ganz wenige kommen nie. Dies sind in den meisten Fällen auch jene, die zu weit weg wohnen. Was mich erstaunt, ist jedoch die Tendenz, dass Teilnehmer sehr häufig immer da sind, während es hauptsächlich die Teilnehmerinnen sind, die nur sporadisch oder gar nie vor Ort sind. Aber wie gesagt, das ist meine Beobachtung, die nicht verallgemeinert werden kann. Vielleicht liegt es an den thematischen Schwerpunkten der Lehrgänge oder an vielen weiteren Faktoren.</p>

<h2 id="mein-fazit" id="mein-fazit">Mein Fazit</h2>

<p>Seit dem letzten Herbst findet der Unterricht nun wieder vor Ort statt. Erst da habe ich bemerkt, wie viel mehr Spass mir das macht, so zu unterrichten. Ich stelle fest, dass ich wieder motivierter bin und mit mehr Freude den Unterricht in Angriff nehme. Auch die Herausforderung, immer mit einem Klassenteil konfrontiert zu sein, der online dabei ist, begreife ich als Chance, mich und meinen Unterricht weiterzuentwickeln. Im Endeffekt ist es wohl der persönliche Austausch, den ich am meisten vermisst habe – (berufliche) Erwachsenenbildung ist in meinem Verständnis noch viel mehr ein gegenseitiges Geben und Nehmen zwischen Lehrperson und Teilnehmenden als das andernorts der Fall ist.</p>

<p>Bemerkenswert finde ich zudem, dass ich selber, wenn ich mich in der Rolle des Lernenden wiederfinde, genau anders ticke. Schon vor Corona habe ich die vielfältigen Online-Angebote wahrgenommen, die individuelles Lernen zeit- und ortsabhängig ermöglichen. Das hat sich in letzter Zeit sogar noch verstärkt. Ich lerne gerne in meinem eigenen Setting, ganz individuell und in meinem Tempo. Wenn ich eine Präsenzveranstaltung besuche, dann tue ich das primär, um neue Leute kennenzulernen, nicht zwingend wegen den Inhalten (höchstens wegen dem “offiziellen Papier”, das es noch dazu gibt). Ich für mich bevorzuge informelles Lernen. Aber zum Glück sind wir da alle unterschiedlich.</p>

<hr>

<p><strong>Bildquellen</strong>
1. Photo by <a href="https://unsplash.com/@iamfelicia" rel="nofollow">Felicia Buitenwerf</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/shouting?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText" rel="nofollow">Unsplash</a>
2. Photo by <a href="https://unsplash.com/@sigmund" rel="nofollow">Sigmund</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/shouting?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText" rel="nofollow">Unsplash</a></p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="/gisiger/tag:Erwachsenenbildung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Erwachsenenbildung</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/gisiger/prasenz-vs-online-unterricht-ein-erfahrungsbericht-nach-zwei-jahren-covid-19</guid>
      <pubDate>Tue, 27 Dec 2022 15:47:05 +0000</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>