treequaternerd

B4

Es geht mir leicht von der Hand.

Ich entgehe Ansichten, die ich nicht nachvollziehen kann und möchte, muss mich keiner scheinheiligen Norm unterwerfen in der es eine unerträgliche Schieflage gibt zwischen dem was von mir erwartet wird und was ich dafür bekomme.

Keine herablassende Verachtung mehr, weil der Gesprächsaufhänger nicht kreativ genug war – ihr werdet keine Gespräch-Initiative ergreifen.

Keine Vorwürfe mehr über ungeschickte Annäherung – ihr werdet keine Initiative zu mehr Körperlichkeit übernehmen

Keine Vorwürfe mehr dafür, dass ich jemandem einen Gefallen tun wollte – Ja heißt es erst wenn man Verantwortung und folglich Initiative übernimmt

Keine Enttäuschungen mehr über fehlende Verbindung beim Sex über mangelnde Empathie und Aufmerksamkeit

Keine Differenzen mehr darüber, dass ihr auf Fesselspielchen steht

Keine Enttäuschungen mehr über Vorurteile

Keine Erpressung mehr mit dem Bedürfnis nach Nähe

Keine Verantwortung für Materielle Sicherheit, keine Überflüssige Arbeitszeit für bequeme Flugreisen

Kein Nachwuchs, der unter Faschismus und Klimawandel leidet

Das Allerbeste: ich kann trotzdem freundlich sein, denn ich bin mir sicher, wenn ich keine Verantwortung und Initiative ergreife, mein ach so emanzipiertes Gegenüber wird es nicht tun

ich hab keine Bedenken, ihr werdet euch umsorgen lassen von den Männern, über die ihr euch beschwert, es sind genug für euch da

Geblendet vom lauten Treiben werdet ihr nicht sehen, dass ich leise bin

und so herrscht süßer frei gewählter Frieden.

Earthship

Wir sind gelandet. Laut schnaufend lass ich mich auf den bunten Teppich fallen – blinsle durch die Fensterfront der Abendsonne entgegen. Im Becken hinter mir blubbert es leise. Die Maschinen surren in ihrem gewohnten, gleichmäßigen Kreislauf. Das Buntglas der Flaschen, lässt warme Farbkleckse auf den Boden sickern. Ein wenig kommt man sich schon vor wie auf einem betagten Schiff, das behäbig seinen Weg durch die Zeit bahnt. Aber ich komme hier zur Ruhe, nicht vom Fleck. Die Ideen, die ich hier ausbrüte kommen erst an der frischen Luft ans Tageslicht.

Wassertropfen, Heurschecke (Maiskolben), Hängematte, Kochtop (Eimer), Schaukelstuhl

Blibb, Blibb.. Seufz. Man sollte doch mal sehen wo das Wasser hier reinkommt – raunt Machmut aus seiner Hängematte. Genervt rücke ich den Topf so, dass er das Wasser auffängt. Andere Lücken in dieser Bruchbude sind aber eigentlich ganz sympathisch.. so hat man einen guten Blick auf die Gegend. Ich nehme mir eine krosse Heuschrecke vom Teller und lass mich zurück in meinen Schaukelstuhl gleiten. Das Blätterdach, über den maroden Ziegeln ist wohl doch noch nicht ganz dicht, aber wer ist das schon? Mein Blick schweift kurz zu Machmut, der gerade einen Grashalm von der Wand gezupft hat und nun genüßlich darauf rumkaut. Der Mais vor dem Fenster sieht auch schon saftig aus – der freut sich über den Regen. Ohne das Blibb, blibb würde ich das auch tun..

Elfenlegion

Drausen duscht es. Unter dem grauen Dämmerlicht peitscht der Regen. Doch hier drinnen gibt es Tee, sanft warmes LED Licht und ich schmeisse feierlich meinen Computer an. Klar, bei dem Sauwetter hat die Elfenlegion hochbetrieb. Ich checke die hitzig debattierte Begriffe und werfe ein Werkzeug der Gemeinschaft für konstruktive digitale Kommunikation an. Das Wir aus Beiträgen entwirrt sich in Gesprächsfäden Farbig hervorgehoben sehe ich wo die Elfen sich tummeln und suche mir ein noch dunkles Eck. Mit ein wenig Humor entspane ich die Lage. Glücklicherweise ist Desinformation schon lang kein Problem mehr.

Hängematte, Schneckenhaus, Vogel, Topf, Schneckenhaus

Ein Vogel zwitschert aufgebracht. Widerwillig wuchte ich mich aus meiner Hängematte und mach mich mit dem Kinderwagen auf. Der Weg windet sich im Schatten von hochgewachsenem Gesträuch, durch eine Wiese dichten Unkrauts. Es summt und duftet. Die kleine Liese schläft glücklicherweise seelig, während die Räder des Kinderwagens über Wurzeln und Steine hoppeln. Einen kurzen Moment sieht man das Scheckenförmige Haus, das sich aus Solarzellen geschichtet in die Welt kringelt. Knarzend offnet sich die Tür. im inneren ist es unerwartet kühl. Gleich die zweite Türe rechts unter dem sich verengenden Punkt des Schneckenhaus ist die Küche. Spiegel haben hier Sonnenlicht gefangen und der Inhalt des Topfs brodelt. Es duftet nach Thymian, Rosmarin und Kartoffeln.

Crowdsourcing

— nicht zu verwechseln Crowdsurfing, Crowdfunding

Der Klapperatismus schnaubt motiviert vor sich hin. Zwischendurch faucht er wie ein Drächelein.

Ophelia rückte die Brille auf der Nase zurecht,stoppte die Aufzecihnung. Leute, ich bin mir nicht sicher ob das so praktikabel ist, wie ihrs beschrieben habt. wenn ich mir überlege, dass ich mit dieser Drohne was transportieren möchte, das eventuell auch ankommen soll???

Der Bauplan an ihrer Wand leuchtete an fünf stellen auf. Sie verzwirbelte ein paar Würzeln zu einem dichteren Strang. Vielleicht musste die Drohne auch einfach noch ein paar Monate zusammenwachsen.