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    <title>bürgerjournalismus &amp;mdash; michael | gisiger</title>
    <link>https://paper.wf/gisiger/tag:bürgerjournalismus</link>
    <description>Zufällige Fundstücke &amp; Gedanken aus dem Netz über das Netz. Und mehr.</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 04:05:04 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>TBT: Bürgerjournalismus - Versuch einer Begriffsbestimmung</title>
      <link>https://paper.wf/gisiger/tbt-burgerjournalismus-versuch-einer-begriffsbestimmung</link>
      <description>&lt;![CDATA[Citizen journalist&#xA;&#xA;Wer sich mit der Thematik &#34;Bürgerjournalismus&#34; befasst, stößt früher oder später auf eine beinahe schon babylonisch anmutende Begriffsverwirrung. Buzzwords wie zum Beispiel &#34;Citizen Journalism&#34; oder &#34;Pro-Am Journalism&#34; brechen über den geneigten Leser auf vornehmlich englischen Seiten herein. Hilfreich sind diese fast täglich neu geschaffenen Modewörter selten – sie werden kaum verstanden. Sind solche Worte einmal in die freie Wildbahn entlassen, wohnt ihnen eine Eigendynamik inne, die die Verwirrung nur noch weiter anwachsen lässt. Auf ihrer Reise durch die (elektronischen) Medien, von Sendern zu Empfängern, verändert sich zuweilen ihre Bedeutung. Ich will hier darum den Versuch einer kleinen Begriffsbestimmung unternehmen und so eine erste Orientierungshilfe für Interessierte leisten.&#xA;&#xA;| Throwback Thursday |&#xA;| :--- |&#xA;| Dieser Beitrag von mir erschien ursprünglich vor Jahren auf einem mittlerweile offline genommenen Portal. In loser Folge grabe ich tief in meinen archivierten SQL-Datenbanken und stosse manchmal auf sowas wie Gold. Enjoy! #TBT #Bürgerjournalismus |&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Citizen Journalism (Bürgerjournalismus)&#xA;&#xA;Dieser Sammelbegriff lässt sich am einfachsten beschreiben als journalistisches Handeln einer Person, die mit Journalismus nicht ihren Lebensunterhalt bestreitet. Eine einfache Definition für einen nicht ganz so einfachen Oberbegriff. Bürgerjournalismus in der einen oder anderen Form sind eben auch alle folgenden Begriffe.&#xA;&#xA;Participatory Journalism (Pro-Am Journalism)&#xA;&#xA;Dies ist die einfachste Form des Bürgerjournalismus, die von den professionellen Medien praktiziert wird. Die Konsumenten werden eingeladen, sich nach der Veröffentlichung eines Beitrags zum Beispiel in Form von Kommentaren zu beteiligen. Diese Beteiligung kann neue Fakten oder Facetten einer Story thematisieren, die dann ihrerseits wiederum in einen neuen Beitrag einfließen. Profis (Pro) kooperieren also mit Amateuren (Am), um ihre Arbeit weiterzuentwickeln.&#xA;&#xA;Network Journalism&#xA;&#xA;Diese Form des Bürgerjournalismus könnte man auch als kollaborativen Journalismus bezeichnen: Mehrere Individuen kommen auf einer Plattform zusammen, um gemeinsam an einer Story zu arbeiten. Dabei kommen die zwei Prinzipien &#34;Wisdom of Crowds&#34; (&#34;Weisheit der Vielen&#34;) und &#34;Crowdsourcing&#34; zur Anwendung. Ersteres besagt, dass das Wissen eines Netzwerks größer ist als die Summe des Einzelwissens der Mitglieder. Crowdsourcing in diesem Zusammenhang meint den Umstand, dass eine Gruppe eine Story effizienter bearbeiten kann als ein einzelner Journalist. Diese Form wird manchmal auch als Distributed Reporting bezeichnet.&#xA;&#xA;Open Source Journalism&#xA;&#xA;Hier wird es schwierig, ist doch Open Source ebenfalls ein Sammelbegriff außerhalb des Journalismus. Wie beim Network Journalism arbeiten auch hier mehrere Individuen kollaborativ zusammen. Allerdings unterscheidet sich die Form der Verüffentlichung. Während die Zusammenarbeit beim Netzwerkjournalismus in der Regel nach der Veröffentlichung endet, beginnt sie hier wieder von Neuem oder geht kontinuierlich weiter. Ganz im Sinne von Open Source ist nämlich der journalistische Prozess mit der Veröffentlichung nicht abgeschlossen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:&#xA;&#xA;Ständige Neuveröffentlichung: Ähnlich wie bei einem Wikipedia-Eintrag liegt der Beitrag nie in einer abgeschlossenen, finalen Version vor; er kann kontinuierlich verändert werden und wird damit gewissermaßen ständig neu veröffentlicht.&#xA;Informationsaustausch: So wie Open Source-Software geistiges Eigentum ablehnt, verweigert der Open Source-Journalismus das Prinzip des Scoops, der exklusiven Story. Indem man die Exklusivität aufgibt und mit anderen teilt, erhalten alle Zugang zu einem größeren Pool an Informationen, die sich dem Einzelnen nie eröffnet hätten.&#xA;&#xA;Open Source-Journalismus kann per definitionem nicht proprietär sein, sondern muss unter einer Creative-Commons-Lizenz oder anderen alternativen Formen des (Nicht-)Urheberrechts veröffentlicht werden - Public Domain, Copyleft etc.&#xA;&#xA;Crowdsourced Journalism&#xA;&#xA;Auch hier haben wir es wiederum mit einem Sammelbegriff zu tun, der außerhalb des Bürgerjournalismus existiert. Am einfachsten kann man Crowdsourcing so definieren: Freiwillige übernehmen eine Arbeit, die sonst von einem Profi gemacht wird. Als Beispiel kann hier der aktuelle Logo-Wettbewerb von Mister Wong genannt werden.&#xA;&#xA;Weil Crowdsourcing weniger eine Handlung sondern vielmehr ein Organisationsprinzip umschreibt, fällt eine Definition des Crowdsourced Journalism schwer. Vereinfacht gesagt, Crowdsourced Journalism ist nicht etwas, das man tut, sondern an dem man sich beteiligt. So gesehen sind alle oben beschriebenen kollaborativen Formen des Bürgerjournalismus auch Crowdsourced Journalism.&#xA;&#xA;(Erstveröffentlichung: 2007-09-18)&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquellen&#xA;Newfoundlandguy, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons&#xA;&#xA;Topic&#xA;ThrowbackThursday]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2b/Citizen_Journalist.jpg/712px-Citizen_Journalist.jpg" alt="Citizen journalist"></p>

<p>Wer sich mit der Thematik “Bürgerjournalismus” befasst, stößt früher oder später auf eine beinahe schon babylonisch anmutende Begriffsverwirrung. Buzzwords wie zum Beispiel “Citizen Journalism” oder “Pro-Am Journalism” brechen über den geneigten Leser auf vornehmlich englischen Seiten herein. Hilfreich sind diese fast täglich neu geschaffenen Modewörter selten – sie werden kaum verstanden. Sind solche Worte einmal in die freie Wildbahn entlassen, wohnt ihnen eine Eigendynamik inne, die die Verwirrung nur noch weiter anwachsen lässt. Auf ihrer Reise durch die (elektronischen) Medien, von Sendern zu Empfängern, verändert sich zuweilen ihre Bedeutung. Ich will hier darum den Versuch einer kleinen Begriffsbestimmung unternehmen und so eine erste Orientierungshilfe für Interessierte leisten.</p>

<table>
<thead>
<tr>
<th align="left">Throwback Thursday</th>
</tr>
</thead>

<tbody>
<tr>
<td align="left">Dieser Beitrag von mir erschien ursprünglich vor Jahren auf einem mittlerweile offline genommenen Portal. In loser Folge grabe ich tief in meinen archivierten SQL-Datenbanken und stosse manchmal auf sowas wie Gold. Enjoy! <a href="/gisiger/tag:TBT" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">TBT</span></a> <a href="/gisiger/tag:B%C3%BCrgerjournalismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Bürgerjournalismus</span></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>



<h2 id="citizen-journalism-bürgerjournalismus" id="citizen-journalism-bürgerjournalismus">Citizen Journalism (Bürgerjournalismus)</h2>

<p>Dieser Sammelbegriff lässt sich am einfachsten beschreiben als journalistisches Handeln einer Person, die mit Journalismus nicht ihren Lebensunterhalt bestreitet. Eine einfache Definition für einen nicht ganz so einfachen Oberbegriff. Bürgerjournalismus in der einen oder anderen Form sind eben auch alle folgenden Begriffe.</p>

<h2 id="participatory-journalism-pro-am-journalism" id="participatory-journalism-pro-am-journalism">Participatory Journalism (Pro-Am Journalism)</h2>

<p>Dies ist die einfachste Form des Bürgerjournalismus, die von den professionellen Medien praktiziert wird. Die Konsumenten werden eingeladen, sich nach der Veröffentlichung eines Beitrags zum Beispiel in Form von Kommentaren zu beteiligen. Diese Beteiligung kann neue Fakten oder Facetten einer Story thematisieren, die dann ihrerseits wiederum in einen neuen Beitrag einfließen. Profis (Pro) kooperieren also mit Amateuren (Am), um ihre Arbeit weiterzuentwickeln.</p>

<h2 id="network-journalism" id="network-journalism">Network Journalism</h2>

<p>Diese Form des Bürgerjournalismus könnte man auch als kollaborativen Journalismus bezeichnen: Mehrere Individuen kommen auf einer Plattform zusammen, um gemeinsam an einer Story zu arbeiten. Dabei kommen die zwei Prinzipien “Wisdom of Crowds” (“Weisheit der Vielen”) und “Crowdsourcing” zur Anwendung. Ersteres besagt, dass das Wissen eines Netzwerks größer ist als die Summe des Einzelwissens der Mitglieder. Crowdsourcing in diesem Zusammenhang meint den Umstand, dass eine Gruppe eine Story effizienter bearbeiten kann als ein einzelner Journalist. Diese Form wird manchmal auch als <strong>Distributed Reporting</strong> bezeichnet.</p>

<h2 id="open-source-journalism" id="open-source-journalism">Open Source Journalism</h2>

<p>Hier wird es schwierig, ist doch Open Source ebenfalls ein Sammelbegriff außerhalb des Journalismus. Wie beim Network Journalism arbeiten auch hier mehrere Individuen kollaborativ zusammen. Allerdings unterscheidet sich die Form der Verüffentlichung. Während die Zusammenarbeit beim Netzwerkjournalismus in der Regel nach der Veröffentlichung endet, beginnt sie hier wieder von Neuem oder geht kontinuierlich weiter. Ganz im Sinne von Open Source ist nämlich der journalistische Prozess mit der Veröffentlichung nicht abgeschlossen. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:</p>
<ul><li><em>Ständige Neuveröffentlichung:</em> Ähnlich wie bei einem Wikipedia-Eintrag liegt der Beitrag nie in einer abgeschlossenen, finalen Version vor; er kann kontinuierlich verändert werden und wird damit gewissermaßen ständig neu veröffentlicht.</li>
<li><em>Informationsaustausch:</em> So wie Open Source-Software geistiges Eigentum ablehnt, verweigert der Open Source-Journalismus das Prinzip des Scoops, der exklusiven Story. Indem man die Exklusivität aufgibt und mit anderen teilt, erhalten alle Zugang zu einem größeren Pool an Informationen, die sich dem Einzelnen nie eröffnet hätten.</li></ul>

<p>Open Source-Journalismus kann per definitionem nicht proprietär sein, sondern muss unter einer Creative-Commons-Lizenz oder anderen alternativen Formen des (Nicht-)Urheberrechts veröffentlicht werden – Public Domain, Copyleft etc.</p>

<h2 id="crowdsourced-journalism" id="crowdsourced-journalism">Crowdsourced Journalism</h2>

<p>Auch hier haben wir es wiederum mit einem Sammelbegriff zu tun, der außerhalb des Bürgerjournalismus existiert. Am einfachsten kann man Crowdsourcing so definieren: Freiwillige übernehmen eine Arbeit, die sonst von einem Profi gemacht wird. Als Beispiel kann hier der aktuelle Logo-Wettbewerb von Mister Wong genannt werden.</p>

<p>Weil Crowdsourcing weniger eine Handlung sondern vielmehr ein Organisationsprinzip umschreibt, fällt eine Definition des Crowdsourced Journalism schwer. Vereinfacht gesagt, Crowdsourced Journalism ist nicht etwas, das man tut, sondern an dem man sich beteiligt. So gesehen sind alle oben beschriebenen kollaborativen Formen des Bürgerjournalismus auch Crowdsourced Journalism.</p>

<p><em>(Erstveröffentlichung: 2007-09-18)</em></p>

<hr>

<p><strong>Bildquellen</strong>
1. Newfoundlandguy, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0" rel="nofollow">CC BY-SA 4.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="/gisiger/tag:ThrowbackThursday" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ThrowbackThursday</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/gisiger/tbt-burgerjournalismus-versuch-einer-begriffsbestimmung</guid>
      <pubDate>Thu, 22 Dec 2022 11:18:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>TBT: Medienwelt im Umbruch</title>
      <link>https://paper.wf/gisiger/tbt-medienwelt-im-umbruch</link>
      <description>&lt;![CDATA[Visiting OhmyNews&#xA;&#xA;Die etablierten Medien, allen voran die Tageszeitungen, haben seit Jahren mit existenzbedrohenden Problemen zu kämpfen. Die Werbeeinnahmen brechen kontinuierlich ein und die Leser bleiben aus. Dieser Trend ist aber nicht unumkehrbar. Die neuen Technologien erlauben es, das Publikum systematischer in den Kommunikationsprozess einzubinden. Ein möglicher Lösungsansatz.&#xA;&#xA;| Throwback Thursday |&#xA;| :--- |&#xA;| Dieser Beitrag von mir erschien ursprünglich vor Jahren auf einem mittlerweile offline genommenen Portal. In loser Folge grabe ich tief in meinen Archiv und stosse manchmal auf sowas wie Gold. Enjoy! #TBT #Bürgerjournalismus |&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Der Buchhandel hat es vorgemacht: Während noch in den Achtzigern die Verlage diktieren konnten, was gelesen wird, verlagerte sich die Meinungsbildung in den Neunzigern hin zum Handel und zu den Medien. Heute jedoch hat sich soetwas wie ein Endkundenmarkt etabliert. Allein Amazon bietet 2,2 Millionen Titel in seinen Katalogen an. Vergriffene, gebrauchte, neue, fast neue Bücher, alle sind sie abrufbar auf einen Klick. Dabei handelt es sich - und das ist die wahre Revolution - nicht um Karteileichen. Amazon macht zwischen 40 und 57 Prozent Umsatz mit den Titeln aus diesem sogenannten Long Tail. Auch buch.de weist für grosse Buchverlage mit einer entsprechend umfangreichen Backlist (also vielen alten Titeln) einen Umsatzanteil von rund 50 Prozent aus, und selbst bei kleineren Verlagen liegt der Backlist Anteil bei einem Viertel. Der Endkunde, der Leser also, bestimmt den Markt.&#xA;&#xA;Was können die Printmedien daraus lernen?&#xA;&#xA;Bevor wir uns möglichen Lösungen zuwenden, müssen wir die Krise genauer analysieren. Es ist eine hausgemachte Krise. Die Printmedien verlieren immer mehr Marktanteile an das Fernsehen, das Radio und vor allem an das Internet. Immer mehr Leser informieren sich entlang ihren Präferenzen und wollen sich nicht mehr der Meinungsdiktatur der Medien aussetzen. Fündig werden sie dabei hauptsächlich im Internet. Ohne an einen regulierten Redaktionsalltag gebunden zu sein, berichten Blogs (web logs oder Internet-Tagebücher) und andere Onlineportale dezidiert subjektiv über tagesaktuelles Geschehen.&#xA;&#xA;Der selbst herbei geschriebene angebliche Niedergang ist also ein klassisches &#34;den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen&#34;-Phänomen. Eine Rückbesinnung auf einen vielleicht altmodischen, aber lebhaften Journalismus tut Not. Dieser konzentriert sich auf eine lokale Berichterstattung und auf das Finden und Schreiben von heissen Storys. Kurz, ein Journalismus, der den offiziellen Stellen Kopfschmerzen bereitet und seine Kontrollfunktion im öffentlichen Diskurs wieder wahrnimmt. Soviel zur inhaltlichen Veränderung.&#xA;&#xA;Überleben wird nur, wer Rücksicht nimmt auf die Wünsche der Leser. Interaktion lautet die Devise. Blogs und andere Online-Angebote leben von der Auseinandersetzung mit den Lesern. Hier hinken die Printmedien der Zeit hinterher. Ausser den regelmässigen Leserbrief-Spalten hat sich nichts getan. Erste Versuche wie z.B. das Weblog der Los Angeles Times scheiterten kläglich – wegen angeblichen Pöbeleien wurde die Kommentarfunktion ausgeschaltet.&#xA;&#xA;Avantgarde in den USA&#xA;&#xA;In den USA sind die etablierten Medien in ihrer Auseinandersetzung mit den neuen Realitäten etwas weiter als in unseren Breitengraden. Ein möglicher Lösungsansatz bietet der sogenannte participatory journalism: der Leserschaft wird die Möglichkeit geboten, Artikel nach Wikipedia-Art zu bearbeiten und zu kommentieren. Besonders darin hervorgetan haben sich Online-Projekte im dünn besiedelten Westen, wo die Portale den verstreut lebenden Usern mehr als nur abrufbare Nachrichten bieten müssen. Einer dieser Avantgardisten, der New West aus Missoula, Montana, will in diesem Jahr auch ein monatliches Magazin, ganz altmodisch auf Papier, veröffentlichen.&#xA;&#xA;Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt das Wisconsin State Journal. Warum sollte man neue Leser nicht locken und für die Zeitung interessieren, indem man die interaktiven Möglichkeiten des Internet nutzt? Ab sofort können beim Wisconsin State Journal die Leser zwischen 11 und 16 Uhr mitentscheiden, was am nächsten Tag auf der Titelseite der Zeitung landet. Natürlich stellt die Leserschaft dabei nicht die ganze Seite zusammen. Nur die populärste Online-Story schafft es auf den Titel. Die Aktion wird gut angenommen. Auch die Redakteure lernen nun etwas über die Präferenzen ihrer Leserschaft. In Zukunft würden es wohl mehr Meinungsformate und Berichte aus subjektiven Perspektiven auf die Titelseite schaffen, glaubt man bei der Zeitung.&#xA;&#xA;Ohmy-News aus Südkorea: Bürger-Reporter&#xA;&#xA;Bürger-Reporter nennen sie sich, die über 40.000 Journalisten, die Koreas aufregendstes Zeitungsprojekt machen, die Ohmy-News, eine professionell gestaltete Website, in der jeder schreiben darf, der sich als Mitglied registriert hat. Im Land mit der höchsten Dichte an Internet-Nutzern - 70 Prozent der Haushalte haben Breitbandanschluss - führen journalistische Laien die etablierte Presse vor. Ohmy-News ist kein Printorgan, das im Internet nur einen zusätzlichen Vertriebsweg sieht, sondern ein Web-Projekt, das nebenbei jeden Samstag seine besten Beiträge als Zeitung druckt. Ohmy gehört in Korea bereits zu den führenden Stimmen des Landes. Seit etwas mehr als einem Jahr publiziert sie auch eine englischsprachige, internationale Internet-Zeitung; eine japanische und eine chinesische sind geplant.&#xA;&#xA;Natürlich wird auch hier noch durch eine Redaktion eine Auswahl getroffen. Diese Redaktion sichtet die Beiträge, weist rund ein Drittel zurück, prüft Fakten, redigiert und besorgt das Layout. Ist ein Text einmal aufgeschaltet, können die meist jungen Autoren ihre Leser zählen. Und diese kommentieren, was sie lesen - und können, falls ihnen ein Text gefällt, im sogenannten Trinkgeldtopf ein kleines Honorar zahlen.&#xA;&#xA;Ohmy-News hat Koreas Medien nicht nur zur Öffnung gezwungen, der Open-Source-Journalismus gräbt ihnen auch Einnahmen ab. In den Anfängen begeisterte das Internet als Technologie, dann erkannte man, dass das Geschäft jene machten, die über Inhalte verfügten, die Leser anziehen, also Medien- und Musikfirmen. Das Internet ist interaktiv. 40 Prozent der zwei Millionen Augenpaare, die täglich Ohmy anklicken, schauen sich auch Leser-Kommentare an und äussern sich selber. Sie sind zudem jung und überdurchschnittlich gebildet. Genau, was die Werbung wünscht.&#xA;&#xA;Mischformen als nachhaltiger Erfolgsfaktor&#xA;&#xA;Eine verstärkte Integration von kommunikationswilligen Laien in die arbeitsteiligen Medienorganisationen bietet sich also also Lösung an. In Europa macht derzeit das Beispiel der norwegischen Zeitung VG Schule, die ihre Leserschaft dazu auffordert, via SMS, E-Mail, Fax oder Telefon Beiträge anzubieten. Für Verwertbares gibt es Geld. Die Redaktion behält allerdings die Oberhoheit. Den Bloggern bleibt die Nische des Meinungsjournalismus, während die etablierten Medien dank klarem Investigativjournalismus mit verstärkter Interaktion wieder die Nähe zum Leser, zum Kunden finden können. Damit werden sie automatisch wieder interessanter für die Werbekunden und können sich nachhaltig ihren Anteil an den Werbeetats sichern.&#xA;&#xA;Die neuen Technologien erlauben es, das Publikum systematischer in den Kommunikationsprozess einzubinden. Fast, so scheint es, wird Brechts Forderung nach einem „emanzipatorischen Medienapparat“ doch noch Wirklichkeit. In der neuen Medienwelt ist Platz für alle: für einen boomenden Zeitungsmarkt, der Hintergrund- und lokale Berichterstattung bietet, lokale, nationale und internationale TV- und Radiostationen, Magazine und Zeitschriften und eben auch für eine florierende Blogosphäre. Bestimmend ist nicht das Medium, sondern der Inhalt, der transportiert wird. Wer immer die Inhalte bietet, die der Konsument wünscht, wird prosperieren. Die anderen verschwinden vom Markt.&#xA;&#xA;(Erstveröffentlichung: 2006-01-30)&#xA;&#xA;---&#xA;Bildquelle&#xA;Jerry Michalski, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons&#xA;&#xA;Topic&#xA;ThrowbackThursday]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/94/Visiting_OhmyNews_%28525702723%29.jpg/800px-Visiting_OhmyNews_%28525702723%29.jpg" alt="Visiting OhmyNews"></p>

<p>Die etablierten Medien, allen voran die Tageszeitungen, haben seit Jahren mit existenzbedrohenden Problemen zu kämpfen. Die Werbeeinnahmen brechen kontinuierlich ein und die Leser bleiben aus. Dieser Trend ist aber nicht unumkehrbar. Die neuen Technologien erlauben es, das Publikum systematischer in den Kommunikationsprozess einzubinden. Ein möglicher Lösungsansatz.</p>

<table>
<thead>
<tr>
<th align="left">Throwback Thursday</th>
</tr>
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<tbody>
<tr>
<td align="left">Dieser Beitrag von mir erschien ursprünglich vor Jahren auf einem mittlerweile offline genommenen Portal. In loser Folge grabe ich tief in meinen Archiv und stosse manchmal auf sowas wie Gold. Enjoy! <a href="/gisiger/tag:TBT" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">TBT</span></a> <a href="/gisiger/tag:B%C3%BCrgerjournalismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Bürgerjournalismus</span></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>



<p>Der Buchhandel hat es vorgemacht: Während noch in den Achtzigern die Verlage diktieren konnten, was gelesen wird, verlagerte sich die Meinungsbildung in den Neunzigern hin zum Handel und zu den Medien. Heute jedoch hat sich soetwas wie ein Endkundenmarkt etabliert. Allein Amazon bietet 2,2 Millionen Titel in seinen Katalogen an. Vergriffene, gebrauchte, neue, fast neue Bücher, alle sind sie abrufbar auf einen Klick. Dabei handelt es sich – und das ist die wahre Revolution – nicht um Karteileichen. Amazon macht zwischen 40 und 57 Prozent Umsatz mit den Titeln aus diesem sogenannten Long Tail. Auch buch.de weist für grosse Buchverlage mit einer entsprechend umfangreichen Backlist (also vielen alten Titeln) einen Umsatzanteil von rund 50 Prozent aus, und selbst bei kleineren Verlagen liegt der Backlist Anteil bei einem Viertel. Der Endkunde, der Leser also, bestimmt den Markt.</p>

<h2 id="was-können-die-printmedien-daraus-lernen" id="was-können-die-printmedien-daraus-lernen">Was können die Printmedien daraus lernen?</h2>

<p>Bevor wir uns möglichen Lösungen zuwenden, müssen wir die Krise genauer analysieren. Es ist eine hausgemachte Krise. Die Printmedien verlieren immer mehr Marktanteile an das Fernsehen, das Radio und vor allem an das Internet. Immer mehr Leser informieren sich entlang ihren Präferenzen und wollen sich nicht mehr der Meinungsdiktatur der Medien aussetzen. Fündig werden sie dabei hauptsächlich im Internet. Ohne an einen regulierten Redaktionsalltag gebunden zu sein, berichten Blogs (web logs oder Internet-Tagebücher) und andere Onlineportale dezidiert subjektiv über tagesaktuelles Geschehen.</p>

<p>Der selbst herbei geschriebene angebliche Niedergang ist also ein klassisches “den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen”-Phänomen. Eine Rückbesinnung auf einen vielleicht altmodischen, aber lebhaften Journalismus tut Not. Dieser konzentriert sich auf eine lokale Berichterstattung und auf das Finden und Schreiben von heissen Storys. Kurz, ein Journalismus, der den offiziellen Stellen Kopfschmerzen bereitet und seine Kontrollfunktion im öffentlichen Diskurs wieder wahrnimmt. Soviel zur inhaltlichen Veränderung.</p>

<p>Überleben wird nur, wer Rücksicht nimmt auf die Wünsche der Leser. Interaktion lautet die Devise. Blogs und andere Online-Angebote leben von der Auseinandersetzung mit den Lesern. Hier hinken die Printmedien der Zeit hinterher. Ausser den regelmässigen Leserbrief-Spalten hat sich nichts getan. Erste Versuche wie z.B. das Weblog der <em>Los Angeles Times</em> scheiterten kläglich – wegen angeblichen Pöbeleien wurde die Kommentarfunktion ausgeschaltet.</p>

<h2 id="avantgarde-in-den-usa" id="avantgarde-in-den-usa">Avantgarde in den USA</h2>

<p>In den USA sind die etablierten Medien in ihrer Auseinandersetzung mit den neuen Realitäten etwas weiter als in unseren Breitengraden. Ein möglicher Lösungsansatz bietet der sogenannte <em>participatory journalism</em>: der Leserschaft wird die Möglichkeit geboten, Artikel nach Wikipedia-Art zu bearbeiten und zu kommentieren. Besonders darin hervorgetan haben sich Online-Projekte im dünn besiedelten Westen, wo die Portale den verstreut lebenden Usern mehr als nur abrufbare Nachrichten bieten müssen. Einer dieser Avantgardisten, der <em>New West</em> aus Missoula, Montana, will in diesem Jahr auch ein monatliches Magazin, ganz altmodisch auf Papier, veröffentlichen.</p>

<p>Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt das <em>Wisconsin State Journal</em>. Warum sollte man neue Leser nicht locken und für die Zeitung interessieren, indem man die interaktiven Möglichkeiten des Internet nutzt? Ab sofort können beim <em>Wisconsin State Journal</em> die Leser zwischen 11 und 16 Uhr mitentscheiden, was am nächsten Tag auf der Titelseite der Zeitung landet. Natürlich stellt die Leserschaft dabei nicht die ganze Seite zusammen. Nur die populärste Online-Story schafft es auf den Titel. Die Aktion wird gut angenommen. Auch die Redakteure lernen nun etwas über die Präferenzen ihrer Leserschaft. In Zukunft würden es wohl mehr Meinungsformate und Berichte aus subjektiven Perspektiven auf die Titelseite schaffen, glaubt man bei der Zeitung.</p>

<h2 id="ohmy-news-aus-südkorea-bürger-reporter" id="ohmy-news-aus-südkorea-bürger-reporter">Ohmy-News aus Südkorea: Bürger-Reporter</h2>

<p>Bürger-Reporter nennen sie sich, die über 40.000 Journalisten, die Koreas aufregendstes Zeitungsprojekt machen, die <em>Ohmy-News</em>, eine professionell gestaltete Website, in der jeder schreiben darf, der sich als Mitglied registriert hat. Im Land mit der höchsten Dichte an Internet-Nutzern – 70 Prozent der Haushalte haben Breitbandanschluss – führen journalistische Laien die etablierte Presse vor. <em>Ohmy-News</em> ist kein Printorgan, das im Internet nur einen zusätzlichen Vertriebsweg sieht, sondern ein Web-Projekt, das nebenbei jeden Samstag seine besten Beiträge als Zeitung druckt. <em>Ohmy</em> gehört in Korea bereits zu den führenden Stimmen des Landes. Seit etwas mehr als einem Jahr publiziert sie auch eine englischsprachige, internationale Internet-Zeitung; eine japanische und eine chinesische sind geplant.</p>

<p>Natürlich wird auch hier noch durch eine Redaktion eine Auswahl getroffen. Diese Redaktion sichtet die Beiträge, weist rund ein Drittel zurück, prüft Fakten, redigiert und besorgt das Layout. Ist ein Text einmal aufgeschaltet, können die meist jungen Autoren ihre Leser zählen. Und diese kommentieren, was sie lesen – und können, falls ihnen ein Text gefällt, im sogenannten Trinkgeldtopf ein kleines Honorar zahlen.</p>

<p><em>Ohmy-News</em> hat Koreas Medien nicht nur zur Öffnung gezwungen, der Open-Source-Journalismus gräbt ihnen auch Einnahmen ab. In den Anfängen begeisterte das Internet als Technologie, dann erkannte man, dass das Geschäft jene machten, die über Inhalte verfügten, die Leser anziehen, also Medien- und Musikfirmen. Das Internet ist interaktiv. 40 Prozent der zwei Millionen Augenpaare, die täglich <em>Ohmy</em> anklicken, schauen sich auch Leser-Kommentare an und äussern sich selber. Sie sind zudem jung und überdurchschnittlich gebildet. Genau, was die Werbung wünscht.</p>

<h2 id="mischformen-als-nachhaltiger-erfolgsfaktor" id="mischformen-als-nachhaltiger-erfolgsfaktor">Mischformen als nachhaltiger Erfolgsfaktor</h2>

<p>Eine verstärkte Integration von kommunikationswilligen Laien in die arbeitsteiligen Medienorganisationen bietet sich also also Lösung an. In Europa macht derzeit das Beispiel der norwegischen Zeitung <em>VG</em> Schule, die ihre Leserschaft dazu auffordert, via SMS, E-Mail, Fax oder Telefon Beiträge anzubieten. Für Verwertbares gibt es Geld. Die Redaktion behält allerdings die Oberhoheit. Den Bloggern bleibt die Nische des Meinungsjournalismus, während die etablierten Medien dank klarem Investigativjournalismus mit verstärkter Interaktion wieder die Nähe zum Leser, zum Kunden finden können. Damit werden sie automatisch wieder interessanter für die Werbekunden und können sich nachhaltig ihren Anteil an den Werbeetats sichern.</p>

<p>Die neuen Technologien erlauben es, das Publikum systematischer in den Kommunikationsprozess einzubinden. Fast, so scheint es, wird Brechts Forderung nach einem „emanzipatorischen Medienapparat“ doch noch Wirklichkeit. In der neuen Medienwelt ist Platz für alle: für einen boomenden Zeitungsmarkt, der Hintergrund- und lokale Berichterstattung bietet, lokale, nationale und internationale TV- und Radiostationen, Magazine und Zeitschriften und eben auch für eine florierende Blogosphäre. Bestimmend ist nicht das Medium, sondern der Inhalt, der transportiert wird. Wer immer die Inhalte bietet, die der Konsument wünscht, wird prosperieren. Die anderen verschwinden vom Markt.</p>

<p><em>(Erstveröffentlichung: 2006-01-30)</em></p>

<hr>

<p><strong>Bildquelle</strong>
Jerry Michalski, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0" rel="nofollow">CC BY-SA 2.0</a>, via Wikimedia Commons</p>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="/gisiger/tag:ThrowbackThursday" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ThrowbackThursday</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/gisiger/tbt-medienwelt-im-umbruch</guid>
      <pubDate>Thu, 15 Dec 2022 19:41:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Formen des Bürgerjournalismus (2007; 2015)</title>
      <link>https://paper.wf/gisiger/formen-des-burgerjournalismus-2007-2015</link>
      <description>&lt;![CDATA[  &#34;Unter dem Stichwort #Bürgerjournalismus finden sich diverse Begriffe, die oftmals ähnliche, aber im Detail dann doch wieder unterschiedliche Facetten der Spielarten des Bürgerjournalismus beschreiben. Michael Gisiger gibt in der Readers Edition der Netzeitung eine Übersicht (Gisiger 2007):&#xA;&#xA;  - Citizen Journalism (Bürgerjournalismus, Grassroot-Journalismus): Sammelbegriff für journalistisches Handeln einer Person, die mit Journalismus nicht ihren Lebensunterhalt bestreitet (vgl. Abb. 3.9).&#xA;  - Participatory Journalism (Pro-Am-Journalism): Form des Bürgerjournalismus, die professionelle Medien praktizieren. Sie laden Leser ein, sich nach der Veröffentlichung eines Beitrags zum Beispiel in Form von Kommentaren zu beteiligen. Profis (Pro) kooperieren also mit Amateuren (Am), um ihre Arbeit weiterzuentwickeln.&#xA;  - Network Journalism (kollaborativer Journalismus, Netzwerkjournalismus): Mehrere Individuen kommen auf einer Plattform zusammen, um gemeinsam an einer Story zu arbeiten.&#xA;  - Open Source Journalism: Wie beim Network Journalism arbeiten auch hier mehrere Akteure zusammen. Allerdings unterscheidet sich die Form der Veröffentlichung. Während die Zusammenarbeit beim Netzwerkjournalismus in der Regel nach der Veröffentlichung endet, beginnt sie hier wieder von Neuem oder geht kontinuierlich weiter. Open Source kennzeichnet journalistische Prozesse, die mit der Veröffentlichung nicht abgeschlossen sind. Dazu gehören prominente Beispiele wie Wikipedia: offene, ständig weiter qualitativ und quantitativ wachsende Onlinelexika.&#34;&#xA;&#xA;  Screenshot aus der Readers Edition&#xA;&#xA;aus: Kleinjohann, Michael &amp; Lies, Jan (2015): Onlinekommunikation – Bürgerjournalismus, in: Lies, Jan (Hrsg.): Praxis des PR-Managements, Wiesbaden: Springer Gabler, S. 83f.&#xA;&#xA;Mein ursprünglicher Beitrag vom 18.09.2007 in der &#34;Readers Edition&#34; der Netzeitung, die leider schon lange nicht mehr online und auch in der Wayback Machine nicht archiviert ist, wurde auch von weiteren Publikationen zitiert.&#xA;&#xA;---&#xA;Topic&#xA;Egosurfing]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>“Unter dem Stichwort <a href="/gisiger/tag:B%C3%BCrgerjournalismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Bürgerjournalismus</span></a> finden sich diverse Begriffe, die oftmals ähnliche, aber im Detail dann doch wieder unterschiedliche Facetten der Spielarten des Bürgerjournalismus beschreiben. Michael Gisiger gibt in der Readers Edition der Netzeitung eine Übersicht (Gisiger 2007):</em></p>
<ul><li><strong><em>Citizen Journalism (Bürgerjournalismus, Grassroot-Journalismus):</em></strong> <em>Sammelbegriff für journalistisches Handeln einer Person, die mit Journalismus nicht ihren Lebensunterhalt bestreitet (vgl. Abb. 3.9).</em></li>
<li><strong><em>Participatory Journalism (Pro-Am-Journalism):</em></strong> <em>Form des Bürgerjournalismus, die professionelle Medien praktizieren. Sie laden Leser ein, sich nach der Veröffentlichung eines Beitrags zum Beispiel in Form von Kommentaren zu beteiligen. Profis (Pro) kooperieren also mit Amateuren (Am), um ihre Arbeit weiterzuentwickeln.</em></li>
<li><strong><em>Network Journalism (kollaborativer Journalismus, Netzwerkjournalismus):</em></strong> <em>Mehrere Individuen kommen auf einer Plattform zusammen, um gemeinsam an einer Story zu arbeiten.</em></li>
<li><strong><em>Open Source Journalism:</em></strong> <em>Wie beim Network Journalism arbeiten auch hier mehrere Akteure zusammen. Allerdings unterscheidet sich die Form der Veröffentlichung. Während die Zusammenarbeit beim Netzwerkjournalismus in der Regel nach der Veröffentlichung endet, beginnt sie hier wieder von Neuem oder geht kontinuierlich weiter. Open Source kennzeichnet journalistische Prozesse, die mit der Veröffentlichung nicht abgeschlossen sind. Dazu gehören prominente Beispiele wie Wikipedia: offene, ständig weiter qualitativ und quantitativ wachsende Onlinelexika.”</em></li></ul>

<p><img src="https://pixelfed-prod.nyc3.digitaloceanspaces.com//public/m/_v2/498590252182833335/a48ad3dc0-89cf68/vjqrlKOgMJxr/I0yBGJnMpJkr504Dpr9ugBJKX0L4pj8GIhwagwSc.png" alt="Screenshot aus der Readers Edition"></p></blockquote>

<p>aus: Kleinjohann, Michael &amp; Lies, Jan (2015): Onlinekommunikation – Bürgerjournalismus, in: Lies, Jan (Hrsg.): Praxis des PR-Managements, Wiesbaden: Springer Gabler, S. 83f.</p>

<p>Mein ursprünglicher Beitrag vom 18.09.2007 in der “Readers Edition” der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Netzeitung" rel="nofollow">Netzeitung</a>, die leider schon lange nicht mehr online und auch in der Wayback Machine nicht archiviert ist, wurde auch von weiteren Publikationen zitiert.</p>

<hr>

<p><strong>Topic</strong>
<a href="/gisiger/tag:Egosurfing" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Egosurfing</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/gisiger/formen-des-burgerjournalismus-2007-2015</guid>
      <pubDate>Sun, 11 Dec 2022 00:33:43 +0000</pubDate>
    </item>
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