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    <title>ukraine &amp;mdash; Janus Newstrujew</title>
    <link>https://paper.wf/newstrujew/tag:ukraine</link>
    <description>Gedanken, die nicht in einen Mastodon-Tröt passen&lt;a href=&#34;https://autistics.life/@Newstrujew/&#34; rel=&#34;me&#34;&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 17:27:52 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>Der Rassismus der EU-Flüchtlingspolitik</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/der-rassismus-der-eu-fluchtlingspolitik</link>
      <description>&lt;![CDATA[#ukraine #russland #eu #krieg #flucht #politik&#xA;&#xA;Am 22. Februar schrieb ich auf Twitter:&#xA;&#xA;  Der Optimismus der deutschen Nachrichten, die von Putin immer noch ein Einlenken erwarten, ist ja so bewundernswert...&#xA;&#xA;Ich habe genug über den 2. Weltkrieg gelesen, um kaum noch daran zu zweifeln, dass ein Krieg unmittelbar bevorsteht. Worüber ich mich getäuscht habe, war aber der Ablauf.&#xA;&#xA;!--more--Meine Erwartung war: Angriff auf die Ukraine nach einer angeblichen ukrainischen Provokation. Dann würde Russland die ukrainischen Ostgebiete besetzen, weil sie ja angeblich zu Luhansk und Donezk gehören. Dann weiter vorrücken, weil sie eine &#34;Pufferzone&#34; brauchen. Nur zum Schutz der Zivilisten, versteht sich. Und irgendwann würde diese &#34;Pufferzone&#34; zur gesamten Ukraine.&#xA;&#xA;Das wäre das logische Vorgehen gewesen. Denn solange Russland nicht zugibt, die ganze Ukraine erobern zu wollen, würde sich die internationale Community nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.&#xA;&#xA;Dass Russland anders vorgegangen ist, kann nur durch maßlose Selbstüberschätzung erklärt werden. Man hatte tatsächlich die Erwartung, die Ukraine innerhalb weniger Tage erobern zu können. Man hätte die Welt vor vollendete Tatsachen gestellt, wie man es bereits 2014 mit der Annexion Krims erfolgreich durchgespielt hat. Damals war die internationale Reaktion bestenfalls inkonsequent, und nur deswegen haben wir nun diesen Krieg.&#xA;&#xA;Am 22. Februar haben wir eine ukrainische Freundin meiner Frau angerufen und sie überzeugt, ihre Kinder nach Deutschland zu bringen. Das Problem: sie konnte die Einreisebestimmungen der EU nicht erfüllen, insbesondere würde ihre Covid-Impfung nicht anerkannt. Während die EU die Pandemie bereits größtenteils laufen ließ, wurde sie weiterhin als Ausrede benutzt, um Einreisen aus ärmeren Ländern zu beschränken.&#xA;&#xA;Dass diese Freundin dennoch schon am 27. Februar bei uns war, hat mit einer anderen Fehleinschätzung von mir zu tun. Ich habe damit gerechnet, dass die EU die Einreise aus der Ukraine unmöglich machen würde, sobald absehbar war, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. Das hat man ja in der Vergangenheit bereits mehrmals gesehen.&#xA;&#xA;Ich habe unterschätzt, welche zentrale Rolle Rassismus dabei spielt. Solche Behandlung war nur für Syrer und Afghanen reserviert, nicht für Ukrainer. Tatsächlich hat man gesehen, dass man Menschen mit ukrainischer Staatbürgerschaft mit offenen Armen willkommen hieß. Menschen mit anderen Staatsbürgerschaften, die auch aus der Ukraine fliehen mussten, hatten weniger Glück. Insbesondere schwarze Menschen, die beispielsweise in der Ukraine studiert haben, sahen sich rassistischen Übergriffen ausgesetzt. Ihr Schicksal interessierte niemanden.&#xA;&#xA;Aber mit den Ukrainer*innen war die Solidarität groß. Das sonst so fremdenfeindliche Polen hat noch am Tag des russischen Angriffs die Grenzen uneingeschränkt für Geflüchtete geöffnet. Es wurde sehr schnell enorm viel Hilfe organisiert, nicht zuletzt von Freiwilligen. Sogar die deutsche Bürokratie zeigte, dass man auf Hilfe angewiesene Menschen etwas besser behandeln kann, als man es sonst so tut.&#xA;&#xA;Ich will mich ganz sicher nicht beklagen, ich bin dankbar. Der Familie geht es gut, und ich bin froh darüber.&#xA;&#xA;Mich macht allerdings auch traurig, dass es überhaupt zu diesem Krieg kommen musste. Denn hier ist auch ein massives Versagen der EU-Politik ursächlich, spätestens seit 2014.&#xA;&#xA;Und es macht mich traurig, dass wir anderswo in der Welt weiterhin wegsehen und Menschen im Stich lassen. Daran hat auch dieser Krieg nichts geändert.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:eu" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">eu</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:flucht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">flucht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:politik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">politik</span></a></p>

<p>Am 22. Februar <a href="https://twitter.com/Newstrujew/status/1496026584180051970" rel="nofollow">schrieb ich auf Twitter</a>:</p>

<blockquote><p>Der Optimismus der deutschen Nachrichten, die von Putin immer noch ein Einlenken erwarten, ist ja so bewundernswert...</p></blockquote>

<p>Ich habe genug über den 2. Weltkrieg gelesen, um kaum noch daran zu zweifeln, dass ein Krieg unmittelbar bevorsteht. Worüber ich mich getäuscht habe, war aber der Ablauf.</p>

<p>Meine Erwartung war: Angriff auf die Ukraine nach einer angeblichen ukrainischen Provokation. Dann würde Russland die ukrainischen Ostgebiete besetzen, weil sie ja angeblich zu Luhansk und Donezk gehören. Dann weiter vorrücken, weil sie eine “Pufferzone” brauchen. Nur zum Schutz der Zivilisten, versteht sich. Und irgendwann würde diese “Pufferzone” zur gesamten Ukraine.</p>

<p>Das wäre das logische Vorgehen gewesen. Denn solange Russland nicht zugibt, die ganze Ukraine erobern zu wollen, würde sich die internationale Community nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.</p>

<p>Dass Russland anders vorgegangen ist, kann nur durch maßlose Selbstüberschätzung erklärt werden. Man hatte tatsächlich die Erwartung, die Ukraine innerhalb weniger Tage erobern zu können. Man hätte die Welt vor vollendete Tatsachen gestellt, wie man es bereits 2014 mit der Annexion Krims erfolgreich durchgespielt hat. Damals war die internationale Reaktion bestenfalls inkonsequent, und nur deswegen haben wir nun diesen Krieg.</p>

<p>Am 22. Februar haben wir eine ukrainische Freundin meiner Frau angerufen und sie überzeugt, ihre Kinder nach Deutschland zu bringen. Das Problem: sie konnte die Einreisebestimmungen der EU nicht erfüllen, insbesondere würde <a href="https://paper.wf/newstrujew/pandemiebekampfung-als-vorwand-fur-eu-einreisebeschrankungen" rel="nofollow">ihre Covid-Impfung nicht anerkannt</a>. Während die EU die Pandemie bereits größtenteils laufen ließ, wurde sie weiterhin als Ausrede benutzt, um Einreisen aus ärmeren Ländern zu beschränken.</p>

<p>Dass diese Freundin dennoch schon am 27. Februar bei uns war, hat mit einer anderen Fehleinschätzung von mir zu tun. Ich habe damit gerechnet, dass die EU die Einreise aus der Ukraine unmöglich machen würde, sobald absehbar war, dass Millionen Menschen auf der Flucht sind. Das hat man ja in der Vergangenheit bereits mehrmals gesehen.</p>

<p>Ich habe unterschätzt, welche zentrale Rolle Rassismus dabei spielt. Solche Behandlung war nur für Syrer und Afghanen reserviert, nicht für Ukrainer. Tatsächlich hat man gesehen, dass man Menschen mit ukrainischer Staatbürgerschaft mit offenen Armen willkommen hieß. Menschen mit anderen Staatsbürgerschaften, die auch aus der Ukraine fliehen mussten, hatten weniger Glück. Insbesondere schwarze Menschen, die beispielsweise in der Ukraine studiert haben, sahen sich rassistischen Übergriffen ausgesetzt. Ihr Schicksal interessierte niemanden.</p>

<p>Aber mit den Ukrainer*innen war die Solidarität groß. Das sonst so fremdenfeindliche Polen hat noch am Tag des russischen Angriffs die Grenzen uneingeschränkt für Geflüchtete geöffnet. Es wurde sehr schnell enorm viel Hilfe organisiert, nicht zuletzt von Freiwilligen. Sogar die deutsche Bürokratie zeigte, dass man auf Hilfe angewiesene Menschen etwas besser behandeln kann, als man es sonst so tut.</p>

<p>Ich will mich ganz sicher nicht beklagen, ich bin dankbar. Der Familie geht es gut, und ich bin froh darüber.</p>

<p>Mich macht allerdings auch traurig, dass es überhaupt zu diesem Krieg kommen musste. Denn hier ist auch ein massives Versagen der EU-Politik ursächlich, spätestens seit 2014.</p>

<p>Und es macht mich traurig, dass wir anderswo in der Welt weiterhin wegsehen und Menschen im Stich lassen. Daran hat auch dieser Krieg nichts geändert.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/der-rassismus-der-eu-fluchtlingspolitik</guid>
      <pubDate>Mon, 31 Oct 2022 10:38:02 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Das seltsame Nazi-Verständnis der russischen Desinformation</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/das-seltsame-nazi-verstandnis-der-russischen-desinformation</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #ukraine #krieg #desinformation&#xA;&#xA;Die russische Propaganda hat das ukrainische Asow-Regiment zum &#34;puren Bösen&#34; stilisiert, zu den Nazis schlechthin. Immer, wenn es einen Beweis für die Existenz von Nazis in der Ukraine braucht, wird dasselbe Foto gezeigt: Soldaten des Asow-Regiments posieren vor einer Fahne mit Swastika.&#xA;&#xA;Daran merkt man, was in Russland mit &#34;Nazi&#34; gemeint ist: Swastika und Stahlhelme. So, wie in Spielfilmen über den zweiten Weltkrieg eben.&#xA;&#xA;!--more--Der Großteil der russischen Bevölkerung weiß tatsächlich nicht mehr über Nazis, als dass sie böse sind und sich mit Swastikas markieren. Eine echte Auseinandersetzung mit der Ideologie fand schon in der Sowjetunion nicht statt, und das hat sich bis heute nicht geändert.&#xA;&#xA;Würde man dagegen die menschenfeindliche Ideologie der (tatsächlich zahlreich existierenden) ukrainischen Nazis diskutieren, würde man unweigerlich zu dem Schluss kommen: auch in Russland gibt es Nazis, auf allen Ebenen. Und sie haben derzeit nichts zu befürchten.&#xA;&#xA;Genau das will die russische Desinformation natürlich nicht. Deswegen zeigt man immer mit dem Finger auf das Asow-Regiment: &#34;Schaut hin, Swastika! Das sind echte Nazis!&#34;]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:desinformation" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">desinformation</span></a></p>

<p>Die russische Propaganda hat das ukrainische Asow-Regiment zum “puren Bösen” stilisiert, zu den Nazis schlechthin. Immer, wenn es einen Beweis für die Existenz von Nazis in der Ukraine braucht, wird dasselbe Foto gezeigt: Soldaten des Asow-Regiments posieren vor einer Fahne mit Swastika.</p>

<p>Daran merkt man, was in Russland mit “Nazi” gemeint ist: Swastika und Stahlhelme. So, wie in Spielfilmen über den zweiten Weltkrieg eben.</p>

<p>Der Großteil der russischen Bevölkerung weiß tatsächlich nicht mehr über Nazis, als dass sie böse sind und sich mit Swastikas markieren. Eine echte Auseinandersetzung mit der Ideologie fand schon in der Sowjetunion nicht statt, und das hat sich bis heute nicht geändert.</p>

<p>Würde man dagegen die menschenfeindliche Ideologie der (tatsächlich zahlreich existierenden) ukrainischen Nazis diskutieren, würde man unweigerlich zu dem Schluss kommen: auch in Russland gibt es Nazis, auf allen Ebenen. Und sie haben derzeit nichts zu befürchten.</p>

<p>Genau das will die russische Desinformation natürlich nicht. Deswegen zeigt man immer mit dem Finger auf das Asow-Regiment: “Schaut hin, Swastika! Das sind echte Nazis!”</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/das-seltsame-nazi-verstandnis-der-russischen-desinformation</guid>
      <pubDate>Wed, 24 Aug 2022 07:18:48 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nein, Russland geht es nicht um die Interessen von Russen</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/nein-russland-geht-es-nicht-um-die-interessen-von-russen</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #ukraine #krieg #imperialismus&#xA;&#xA;Wir waren vor den Ferien kurz in der Vorbereitungsklasse zu Besuch. Außer den Kindern unserer Gastfamilie waren noch vier ukrainische Kinder dort. Die Lehrerin war natürlich hocherfreut, Übersetzer dabei zu haben, und hat die Möglichkeit auch genutzt.&#xA;&#xA;Auf die Frage, in welche Sprache wir übersetzen sollen, Russisch oder Ukrainisch, haben alle Kinder gesagt: ist uns völlig egal, wir können beides.&#xA;&#xA;!--more--Das ist also eure Erinnerung: bei der russischen Invasion in die Ukraine geht es und ging es nie um Sprachen. Es ging nie um Völker.&#xA;&#xA;Russisch ist in der Ukraine weder unterdrückt, noch assoziieren sich russischsprachige Menschen automatisch mit Russland. Mit allen fünf Flüchtlingsfamilien, denen wir hier helfen, reden wir Russisch, obwohl diese aus dem &#34;erzukrainischen&#34; Lwiw kommen.&#xA;&#xA;Es geht in diesem Krieg einzig und alleinig um territoriale Ansprüche. Russland will sich die Ukraine einverleiben. Ohne Rücksicht auf die Russen und andere russischsprachige Menschen, die dort leben.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:imperialismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">imperialismus</span></a></p>

<p>Wir waren vor den Ferien kurz in der Vorbereitungsklasse zu Besuch. Außer den Kindern unserer Gastfamilie waren noch vier ukrainische Kinder dort. Die Lehrerin war natürlich hocherfreut, Übersetzer dabei zu haben, und hat die Möglichkeit auch genutzt.</p>

<p>Auf die Frage, in welche Sprache wir übersetzen sollen, Russisch oder Ukrainisch, haben <em>alle</em> Kinder gesagt: ist uns völlig egal, wir können beides.</p>

<p>Das ist also eure Erinnerung: bei der russischen Invasion in die Ukraine geht es und ging es nie um Sprachen. Es ging nie um Völker.</p>

<p>Russisch ist in der Ukraine weder unterdrückt, noch assoziieren sich russischsprachige Menschen automatisch mit Russland. Mit allen fünf Flüchtlingsfamilien, denen wir hier helfen, reden wir Russisch, obwohl diese aus dem “erzukrainischen” Lwiw kommen.</p>

<p>Es geht in diesem Krieg einzig und alleinig um territoriale Ansprüche. Russland will sich die Ukraine einverleiben. Ohne Rücksicht auf die Russen und andere russischsprachige Menschen, die dort leben.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/nein-russland-geht-es-nicht-um-die-interessen-von-russen</guid>
      <pubDate>Fri, 29 Apr 2022 07:15:18 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Von den russischen &#34;Erfolgsmeldungen&#34;</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/von-den-russischen-erfolgsmeldungen</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #ukraine #krieg #desinformation&#xA;&#xA;Diese russische TASS-Meldung spricht hochoffiziell von 357 zerstörten ukrainischen Drohnen im Verlauf des Krieges, obwohl die Ukraine nur ca. 50 davon hatte und diese während des Krieges sicherlich nicht (viel) mehr wurden. Die Zahl ist absurd, aber auch symptomatisch.&#xA;&#xA;Zum Kontext: die Ukraine setzt türkische Bayraktar TB2 Drohnen ein. Dass diese Drohnen in diesem Krieg überhaupt Erfolge erzielen konnten, ist ein Armutszeugnis für die russische Armee.&#xA;&#xA;!--more--Zunächst einmal hat man es nicht geschafft, die dazugehörige Infrastruktur zu zerstören. Aber auch die Drohne selbst ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h eine eher leichte Beute für die Luftabwehr.&#xA;&#xA;Zu Beginn des Krieges gab es ca. 50 davon. Vielleicht hat die Türkei seitdem mehr geliefert, aber allzu viele können es nicht gewesen sein.&#xA;&#xA;Wo kommt also die völlig unrealistische Zahl 357 her? Von Erfolgsmeldungen natürlich. Denn die russische Propagandamaschinerie braucht Erfolgsmeldungen, möglichst viele. Der Druck, solche Meldungen zu generieren, wird ganz oben erzeugt und pflanzt sich nach unten fort.&#xA;&#xA;Wahrscheinlich erfinden nicht wenige russische Kommandeure einfach Erfolgsmeldungen. Andernorts wird maßlos übertrieben. Und dann wird aus einem Schuss ins Blaue gleich eine abgeschossene ukrainische Drohne. Eine Verifizierung findet nicht statt, da nicht gewollt.&#xA;&#xA;Und dann wird summiert, um Zwischenstände des Krieges zu veröffentlichen. Mindestens 300 Meldungen von herbeifantasierten Drohnenabschüssen fließen ein (  85%). Bei den anderen Punkten dürfte es ähnlich aussehen. Hauptsache, das Volk hat etwas zu feiern.&#xA;&#xA;Die wichtige Frage ist: glaubt auch Putin diesen Zahlen? Er hat diesen Krieg angezettelt, weil seine Geheimdienste ihm nach dem Mund geredet haben, anstatt ihm die Wahrheit zu sagen. Auch jetzt will ihm niemand die schlechten Nachrichten überbringen. Aber weiß er das?]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:desinformation" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">desinformation</span></a></p>

<p><a href="https://t.me/tass_agency/124139" rel="nofollow">Diese russische TASS-Meldung</a> spricht hochoffiziell von 357 zerstörten ukrainischen Drohnen im Verlauf des Krieges, obwohl die Ukraine nur ca. 50 davon hatte und diese während des Krieges sicherlich nicht (viel) mehr wurden. Die Zahl ist absurd, aber auch symptomatisch.</p>

<p>Zum Kontext: die Ukraine setzt türkische Bayraktar TB2 Drohnen ein. Dass diese Drohnen in diesem Krieg überhaupt Erfolge erzielen konnten, ist ein Armutszeugnis für die russische Armee.</p>

<p>Zunächst einmal hat man es nicht geschafft, die dazugehörige Infrastruktur zu zerstören. Aber auch die Drohne selbst ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h eine eher leichte Beute für die Luftabwehr.</p>

<p>Zu Beginn des Krieges gab es ca. 50 davon. Vielleicht hat die Türkei seitdem mehr geliefert, aber allzu viele können es nicht gewesen sein.</p>

<p>Wo kommt also die völlig unrealistische Zahl 357 her? Von Erfolgsmeldungen natürlich. Denn die russische Propagandamaschinerie braucht Erfolgsmeldungen, möglichst viele. Der Druck, solche Meldungen zu generieren, wird ganz oben erzeugt und pflanzt sich nach unten fort.</p>

<p>Wahrscheinlich erfinden nicht wenige russische Kommandeure einfach Erfolgsmeldungen. Andernorts wird maßlos übertrieben. Und dann wird aus einem Schuss ins Blaue gleich eine abgeschossene ukrainische Drohne. Eine Verifizierung findet nicht statt, da nicht gewollt.</p>

<p>Und dann wird summiert, um Zwischenstände des Krieges zu veröffentlichen. Mindestens 300 Meldungen von herbeifantasierten Drohnenabschüssen fließen ein (&gt;85%). Bei den anderen Punkten dürfte es ähnlich aussehen. Hauptsache, das Volk hat etwas zu feiern.</p>

<p>Die wichtige Frage ist: glaubt auch Putin diesen Zahlen? Er hat diesen Krieg angezettelt, weil seine Geheimdienste ihm nach dem Mund geredet haben, anstatt ihm die Wahrheit zu sagen. Auch jetzt will ihm niemand die schlechten Nachrichten überbringen. Aber weiß er das?</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/von-den-russischen-erfolgsmeldungen</guid>
      <pubDate>Tue, 05 Apr 2022 17:27:16 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Schulfach &#34;Arbeit&#34; in post-sowjetischen Ländern</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/schulfach-arbeit-in-post-sowjetischen-landern</link>
      <description>&lt;![CDATA[#bildung #russland #ukraine #sowjetunion #geschichte&#xA;&#xA;Ich bin immer wieder fasziniert, wie wenig sich der ukrainische (und russische) Schulunterricht in der 30 Jahren seit dem Ende der Sowjetunion weiterentwickelt hat. Da erzählt man mir beispielsweise über das Fach Werken. Wobei es aber wörtlich weiterhin &#34;Arbeit&#34; heißt.&#xA;&#xA;Und das ergibt eigentlich nur im sowjetischen Kontext einen Sinn. Hier galt ideologisch bedingt nur das manuelle Erzeugen von etwas als Arbeit, im Gegensatz zur intellektueller Arbeit oder Dienstleistungen zum Beispiel.&#xA;&#xA;In dem Fach wird auch weiter in feinster sowjetischer Manier nach Geschlecht getrennt: Jungs an die Werkbank, Mädchen an den Herd. Die beiden Mädchen meinen übereinstimmend, dass sie das Fach sogar mögen würden, wenn sie zu den Jungs dürften. Dürfen sie aber nicht.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:bildung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">bildung</span></a> <a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:sowjetunion" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">sowjetunion</span></a> <a href="/newstrujew/tag:geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">geschichte</span></a></p>

<p>Ich bin immer wieder fasziniert, wie wenig sich der ukrainische (und russische) Schulunterricht in der 30 Jahren seit dem Ende der Sowjetunion weiterentwickelt hat. Da erzählt man mir beispielsweise über das Fach Werken. Wobei es aber wörtlich weiterhin “Arbeit” heißt.</p>

<p>Und das ergibt eigentlich nur im sowjetischen Kontext einen Sinn. Hier galt ideologisch bedingt nur das manuelle Erzeugen von etwas als Arbeit, im Gegensatz zur intellektueller Arbeit oder Dienstleistungen zum Beispiel.</p>

<p>In dem Fach wird auch weiter in feinster sowjetischer Manier nach Geschlecht getrennt: Jungs an die Werkbank, Mädchen an den Herd. Die beiden Mädchen meinen übereinstimmend, dass sie das Fach sogar mögen würden, wenn sie zu den Jungs dürften. Dürfen sie aber nicht.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/schulfach-arbeit-in-post-sowjetischen-landern</guid>
      <pubDate>Sat, 12 Mar 2022 18:11:44 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Repressionen im russischen Inland als Kriegsvorbereitung</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/repressionen-im-russischen-inland-als-kriegsvorbereitung</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #ukraine #medien #krieg #desinformation&#xA;&#xA;Endlich wird klar, warum Russland seit ca. April 2021 einen maximal repressiven Kurs gegen die freie Presse und die Zivilgesellschaft fährt.&#xA;&#xA;Da wurde beispielsweise die Navalny-Organisation wegen angebliches Extremismus verurteilt und liquidiert.&#xA;&#xA;Sämtliche unabhängige Pressepublikationen wurden zu &#34;ausländischen Agenten&#34; erklärt. Das erschwerte ihre Arbeit enorm, viele mussten anschließend den Betrieb komplett einstellen. Zahlreiche Journalist*innen hatten keine andere Wahl, als Russland zu verlassen.&#xA;&#xA;!--more--Dann wurde die Gesellschaft Memorial wegen angeblicher Verstoße gegen das Gesetz über &#34;ausländische Agenten&#34; verurteilt und liquidiert. An die schwarzen Seiten in der Geschichte der Sowjetunion und Russlands will man nicht erinnert werden.&#xA;&#xA;Und schließlich hat man einen Skandal inszeniert, um diesen als Vorwand zu benutzen und Deutsche Welle aus dem Land zu verbannen.&#xA;&#xA;Es gab die Vermutung, dass es dabei um Wahlen ging. Die Wahlen sind längst vorbei, die Repressionen wurden aber fortgesetzt.&#xA;&#xA;Heute nun die Nachricht, die alles erklärt: RosKomNadzor (die Behörde, die in Russland für Internetsperren verantwortlich ist) mahnt, sich bei der Kriegsberichterstattung nur auf offizielle russische Quellen zu beziehen. Sonst werde die Seite in Russland gesperrt.&#xA;&#xA;Und darum ging es wohl von Anfang an: jegliche Widerrede im Inland im Keim zu ersticken, wenn dieser Krieg anfängt. Nur die &#34;offizielle&#34; Version der Fakten soll gehört werden. Niemand soll Widerstand gegen den Regierungskurs organisieren können.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:medien" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">medien</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:desinformation" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">desinformation</span></a></p>

<p>Endlich wird klar, warum Russland seit ca. April 2021 einen maximal repressiven Kurs gegen die freie Presse und die Zivilgesellschaft fährt.</p>

<p>Da wurde beispielsweise die Navalny-Organisation wegen angebliches Extremismus verurteilt und liquidiert.</p>

<p>Sämtliche unabhängige Pressepublikationen wurden zu “ausländischen Agenten” erklärt. Das erschwerte ihre Arbeit enorm, viele mussten anschließend den Betrieb komplett einstellen. Zahlreiche Journalist*innen hatten keine andere Wahl, als Russland zu verlassen.</p>

<p>Dann wurde die Gesellschaft Memorial wegen angeblicher Verstoße gegen das Gesetz über “ausländische Agenten” verurteilt und liquidiert. An die schwarzen Seiten in der Geschichte der Sowjetunion und Russlands will man nicht erinnert werden.</p>

<p>Und schließlich hat man einen Skandal inszeniert, um diesen als Vorwand zu benutzen und Deutsche Welle aus dem Land zu verbannen.</p>

<p>Es gab die Vermutung, dass es dabei um Wahlen ging. Die Wahlen sind längst vorbei, die Repressionen wurden aber fortgesetzt.</p>

<p>Heute nun die Nachricht, die alles erklärt: RosKomNadzor (die Behörde, die in Russland für Internetsperren verantwortlich ist) mahnt, sich bei der Kriegsberichterstattung nur auf offizielle russische Quellen zu beziehen. Sonst werde die Seite in Russland gesperrt.</p>

<p>Und darum ging es wohl von Anfang an: jegliche Widerrede im Inland im Keim zu ersticken, wenn dieser Krieg anfängt. Nur die “offizielle” Version der Fakten soll gehört werden. Niemand soll Widerstand gegen den Regierungskurs organisieren können.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/repressionen-im-russischen-inland-als-kriegsvorbereitung</guid>
      <pubDate>Thu, 24 Feb 2022 21:10:04 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Pandemiebekämpfung als Vorwand für EU-Einreisebeschränkungen</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/pandemiebekampfung-als-vorwand-fur-eu-einreisebeschrankungen</link>
      <description>&lt;![CDATA[#eu #covid #pandemie #ukraine #politik&#xA;&#xA;Wir haben einer ukrainischen Freundin angeboten, zusammen mit Kindern wenigstens vorübergehend zu uns zu kommen, solange das noch geht. Diesmal hat sie genug Angst, dass sie es tatsächlich machen würde.&#xA;&#xA;Dummerweise darf sie mit CoronaVac-Impfung aber nicht einreisen.&#xA;&#xA;Um das mal etwas einzuordnen: die EU benutzt die Pandemie systematisch als Vorwand, um Reisen aus &#34;unerwünschten&#34; Ländern einzuschränken.&#xA;&#xA;!--more--Die Freizügigkeit innerhalb der EU wurde in diesen zwei Jahren kaum angetastet, durchaus zu Lasten der Pandemiebekämpfung.&#xA;&#xA;Andere Länder dagegen? Das Einreiseverbot war schnell erlassen und selbst dann aufrechterhalten, als hier sämtliche Maßnahmen fielen. Und nun will man nur &#34;vollständig geimpfte&#34; Reisende, wohl wissend, dass &#34;anerkannte&#34; Impfungen außerhalb der EU kaum verbreitet sind.&#xA;&#xA;Für Pandemiebekämpfung ergibt es keinerlei Sinn: bei der der Vielzahl einheimischer Ungeimpfter und den aktuellen Zahlen machen ein Paar &#34;importierte&#34; Fälle nichts aus. Es sind wohl eher die Bedenken, jemand könnte hier bleiben wollen...]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:eu" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">eu</span></a> <a href="/newstrujew/tag:covid" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">covid</span></a> <a href="/newstrujew/tag:pandemie" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">pandemie</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:politik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">politik</span></a></p>

<p>Wir haben einer ukrainischen Freundin angeboten, zusammen mit Kindern wenigstens vorübergehend zu uns zu kommen, solange das noch geht. Diesmal hat sie genug Angst, dass sie es tatsächlich machen würde.</p>

<p>Dummerweise darf sie mit CoronaVac-Impfung aber nicht einreisen.</p>

<p>Um das mal etwas einzuordnen: die EU benutzt die Pandemie systematisch als Vorwand, um Reisen aus “unerwünschten” Ländern einzuschränken.</p>

<p>Die Freizügigkeit innerhalb der EU wurde in diesen zwei Jahren kaum angetastet, durchaus zu Lasten der Pandemiebekämpfung.</p>

<p>Andere Länder dagegen? Das Einreiseverbot war schnell erlassen und selbst dann aufrechterhalten, als hier sämtliche Maßnahmen fielen. Und nun will man nur “vollständig geimpfte” Reisende, wohl wissend, dass “anerkannte” Impfungen außerhalb der EU kaum verbreitet sind.</p>

<p>Für Pandemiebekämpfung ergibt es keinerlei Sinn: bei der der Vielzahl einheimischer Ungeimpfter und den aktuellen Zahlen machen ein Paar “importierte” Fälle nichts aus. Es sind wohl eher die Bedenken, jemand könnte hier bleiben wollen...</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/pandemiebekampfung-als-vorwand-fur-eu-einreisebeschrankungen</guid>
      <pubDate>Tue, 22 Feb 2022 19:48:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der russische Imperialismus als Nachwirkung der Sowjetunion</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/der-russische-imperialismus-als-nachwirkung-der-sowjetunion</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #ukraine #sowjetunion #geschichte #imperialismus&#xA;&#xA;Wenn ihr euch beim Lesen der Nachrichten fragt, was Russland mit der Ukraine will, wenn es schon die eigenen Territorien kaum versorgen kann: es hat auch damit zu tun, dass das kollektive Trauma Russlands, der Zerfall der Sowjetunion, nie verarbeitet wurde.&#xA;&#xA;Die Propaganda der Sowjetunion war plump. Man wusste, dass ihr nicht zu trauen war. Und doch ist bei vielen Menschen etwas hängengeblieben: wir sind stark, wir werden gefürchtet und beneidet, ohne uns geht keine Rechnung auf.&#xA;&#xA;!--more--Und plötzlich fanden sich die Menschen im postsowjetischen Russland wieder. Immer noch ein großes Land, aber viel kleiner. Immer noch bedeutend, aber keine Weltmacht mehr. Und mit einem Präsidenten, der sich gerne national wie international zum Clown machte.&#xA;&#xA;In dieser Situation kam Putin als &#34;der starke Mann&#34; an die Macht. Und damit war die kurze Phase der kritischen Auseinandersetzung mit dem Erbe der Sowjetunion schon wieder vorbei. Putin versprach ein Wiedererstarken Russlands und knüpfte nahtlos an sowjetische Propaganda an.&#xA;&#xA;Die Heldengeschichten wurden wieder populär. Insbesondere der Sieg über den deutschen Faschismus wurde wieder glorifiziert. Dass an der enormen Zahl sowjetischer Opfer die Entscheidungen der sowjetischen Führung mitverantwortlich waren: wieder ausgeblendet.&#xA;&#xA;Erst kürzlich wurde die russische Menschenrechtsorganisation Memorial zwangsaufgelöst, die den Opfern der Sowjetunion bedachte. Vor Gericht wird Klartext gesprochen: &#34;Warum wird uns vorgeschlagen, statt stolz auf unser Land zu sein, das die Welt vor dem Faschismus befreit hat, sich stattdessen für unsere, wie sich herausstellt, finstere Vergangenheit schämen? Weil jemand dafür bezahlt.&#34;&#xA;&#xA;Während man sich für die Auflösung juristischer Vorwände bedient, gibt man den wahren Grund offen zu: Memorial würde ein falsches Bild der Sowjetunion zeichnen. Sprich: nichts soll dem Geschichtsrevisionismus offizieller Stellen entgegenstehen. Kritik ist unerwünscht.&#xA;&#xA;Was hat das mit der Ukraine zu tun? Während in der Sowjetunion theoretisch alle Völker gleichgestellt waren, stellte die sowjetische Propaganda die Führung durch etnische Russen als naturgegeben dar. Der Panslawismus des Russischen Reiches wurde in Wirklichkeit nie aufgegeben.&#xA;&#xA;Entsprechend wenig Verständnis hatte man für die Unabhängigkeitsbestreben Ukraines, die in der Sowjetunion mit extremer Gewalt und Zwangsrussifizierung bekämpft wurden. Gleichzeitig wurde die gemeinsame Geschichte betont: beide Länder beanspruchen Kiew als ihren Ursprung.&#xA;&#xA;Seit dem 2. Weltkrieg kommt hinzu: die Ukrainer sollten Russland dankbar sein, dass sie befreit wurden. Dass für die Ukraine eine Besatzung durch eine andere ersetzt wurde, ist in der russischen Wahrnehmung nicht präsent.&#xA;&#xA;Und so gibt es auch im heutigen Russland sehr viele Menschen, die die Ukraine als rechtmäßig russisches Territorium ansehen. Auch dieser Tendenz hat Putin nie entgegengewirkt, sondern sie sogar noch gezielt verstärkt.&#xA;&#xA;Will Putin also von Problemen im eigenen Land ablenken, kann er immer die Ukraine in die Mangel nehmen. Die Zustimmung im eigenen Land ist ihm gewiss. Als Russland 2014 die Krim eroberte, war der Jubel groß. Und es hat ihn nichts gekostet, Konsequenzen sind ausgeblieben.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:sowjetunion" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">sowjetunion</span></a> <a href="/newstrujew/tag:geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">geschichte</span></a> <a href="/newstrujew/tag:imperialismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">imperialismus</span></a></p>

<p>Wenn ihr euch beim Lesen der Nachrichten fragt, was Russland mit der Ukraine will, wenn es schon die eigenen Territorien kaum versorgen kann: es hat auch damit zu tun, dass das kollektive Trauma Russlands, der Zerfall der Sowjetunion, nie verarbeitet wurde.</p>

<p>Die Propaganda der Sowjetunion war plump. Man wusste, dass ihr nicht zu trauen war. Und doch ist bei vielen Menschen etwas hängengeblieben: wir sind stark, wir werden gefürchtet und beneidet, ohne uns geht keine Rechnung auf.</p>

<p>Und plötzlich fanden sich die Menschen im postsowjetischen Russland wieder. Immer noch ein großes Land, aber viel kleiner. Immer noch bedeutend, aber keine Weltmacht mehr. Und mit einem Präsidenten, der sich gerne national wie international zum Clown machte.</p>

<p>In dieser Situation kam Putin als “der starke Mann” an die Macht. Und damit war die kurze Phase der kritischen Auseinandersetzung mit dem Erbe der Sowjetunion schon wieder vorbei. Putin versprach ein Wiedererstarken Russlands und knüpfte nahtlos an sowjetische Propaganda an.</p>

<p>Die Heldengeschichten wurden wieder populär. Insbesondere der Sieg über den deutschen Faschismus wurde wieder glorifiziert. Dass an der enormen Zahl sowjetischer Opfer die Entscheidungen der sowjetischen Führung mitverantwortlich waren: wieder ausgeblendet.</p>

<p>Erst kürzlich wurde die russische Menschenrechtsorganisation Memorial zwangsaufgelöst, die den Opfern der Sowjetunion bedachte. Vor Gericht <a href="https://www.bbc.com/russian/features-59817247" rel="nofollow">wird Klartext gesprochen</a>: “Warum wird uns vorgeschlagen, statt stolz auf unser Land zu sein, das die Welt vor dem Faschismus befreit hat, sich stattdessen für unsere, wie sich herausstellt, finstere Vergangenheit schämen? Weil jemand dafür bezahlt.”</p>

<p>Während man sich für die Auflösung juristischer Vorwände bedient, gibt man den wahren Grund offen zu: Memorial würde ein falsches Bild der Sowjetunion zeichnen. Sprich: nichts soll dem Geschichtsrevisionismus offizieller Stellen entgegenstehen. Kritik ist unerwünscht.</p>

<p>Was hat das mit der Ukraine zu tun? Während in der Sowjetunion theoretisch alle Völker gleichgestellt waren, stellte die sowjetische Propaganda die Führung durch etnische Russen als naturgegeben dar. Der Panslawismus des Russischen Reiches wurde in Wirklichkeit nie aufgegeben.</p>

<p>Entsprechend wenig Verständnis hatte man für die Unabhängigkeitsbestreben Ukraines, die in der Sowjetunion mit extremer Gewalt und Zwangsrussifizierung bekämpft wurden. Gleichzeitig wurde die gemeinsame Geschichte betont: beide Länder beanspruchen Kiew als ihren Ursprung.</p>

<p>Seit dem 2. Weltkrieg kommt hinzu: die Ukrainer sollten Russland dankbar sein, dass sie befreit wurden. Dass für die Ukraine eine Besatzung durch eine andere ersetzt wurde, ist in der russischen Wahrnehmung nicht präsent.</p>

<p>Und so gibt es auch im heutigen Russland sehr viele Menschen, die die Ukraine als rechtmäßig russisches Territorium ansehen. Auch dieser Tendenz hat Putin nie entgegengewirkt, sondern sie sogar noch gezielt verstärkt.</p>

<p>Will Putin also von Problemen im eigenen Land ablenken, kann er immer die Ukraine in die Mangel nehmen. Die Zustimmung im eigenen Land ist ihm gewiss. Als Russland 2014 die Krim eroberte, war der Jubel groß. Und es hat ihn nichts gekostet, Konsequenzen sind ausgeblieben.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/der-russische-imperialismus-als-nachwirkung-der-sowjetunion</guid>
      <pubDate>Tue, 15 Feb 2022 08:52:04 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ukraine-Konflikt und Parallelen zum Münchener Abkommen</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/ukraine-konflikt-und-parallelen-zum-munchener-abkommen</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #ukraine #imperialismus #geschichte #politik&#xA;&#xA;Ich weiß nicht, inwiefern ihr die Nachrichten um Russland und Ukraine verfolgt, aber es gibt hier klare historische Parallelen.&#xA;&#xA;1938 standen Großbritannien und Frankreich vor einer Entscheidung: Tschechoslowakei beistehen oder Forderungen des Nazi-Deutschlands erfüllen.&#xA;&#xA;Ähnlich, wie Russland sich immer wieder zum Retter der russischsprachigen Bevölkerung der Ukraine aufschwingt, hat Hitler die Situation der Sudetendeutschen als Vorwand benutzt, um einen internationalen Konflikt zu inszenieren. Und das wurde für ihn ein voller Erfolg.&#xA;&#xA;!--more--Großbritannien und Frankreich haben beschlossen, um jeden Preis einen Krieg vermeiden zu wollen. Also haben sie alle deutschen Forderungen akzeptiert. Das Münchener Abkommen erlaubte Deutschland, das Sudetenland zu annektieren. Tschechoslowakei wurde nicht gefragt.&#xA;&#xA;Aus heutiger Sicht ist klar, dass Großbritannien und Frankreich naiv waren, als sie hofften, dass Hitler sich damit zufrieden geben würde. Anfang 1939 wurde die &#34;Rest-Tschechei&#34; besetzt. Als immer noch kein Widerstand folgte, griff Deutschland Polen an.&#xA;&#xA;Es ist schwer zu sagen, ob diese Entwicklung damals ebenfalls absehbar war. Mit diesem historischen Beispiel vor Augen ist sie es heute aber definitiv: jede erfüllte russische &#34;Forderung&#34; im aktuellen Konflikt wird nur noch weitere Begehren provozieren.&#xA;&#xA;Dass wir heute diese Situation überhaupt haben, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die internationale Gemeinschaft bei der Besetzung Krims nur zugesehen hat, genau wie als Russland ihre Marionettenregierungen in Donezk und Lugansk etabliert hat.&#xA;&#xA;Ich weiß nicht, ob Russland wirklich eine Invasion der Ukraine plant. Ich hoffe sehr, dass es nur Drohgebärde sind. Dieser Konflikt kann aber nur gelöst werden, wenn die Staatengemeinschaft aktiv der Ukraine beisteht. Nicht nur mit Worten, sonder mit Taten.&#xA;&#xA;Nachträgliche Klarstellung: Putin ist kein Hitler, an dieser Stelle enden die Parallelen. Ein Krieg mit Hitler war unvermeidbar. Bei Putin gehe ich davon aus, dass ein offener Konflikt nicht in seinem Sinne ist. Er will nur das, was billig zu bekommen ist.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:imperialismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">imperialismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:geschichte" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">geschichte</span></a> <a href="/newstrujew/tag:politik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">politik</span></a></p>

<p>Ich weiß nicht, inwiefern ihr die Nachrichten um Russland und Ukraine verfolgt, aber es gibt hier klare historische Parallelen.</p>

<p>1938 standen Großbritannien und Frankreich vor einer Entscheidung: Tschechoslowakei beistehen oder Forderungen des Nazi-Deutschlands erfüllen.</p>

<p>Ähnlich, wie Russland sich immer wieder zum Retter der russischsprachigen Bevölkerung der Ukraine aufschwingt, hat Hitler die Situation der Sudetendeutschen als Vorwand benutzt, um einen internationalen Konflikt zu inszenieren. Und das wurde für ihn ein voller Erfolg.</p>

<p>Großbritannien und Frankreich haben beschlossen, um jeden Preis einen Krieg vermeiden zu wollen. Also haben sie alle deutschen Forderungen akzeptiert. Das Münchener Abkommen erlaubte Deutschland, das Sudetenland zu annektieren. Tschechoslowakei wurde nicht gefragt.</p>

<p>Aus heutiger Sicht ist klar, dass Großbritannien und Frankreich naiv waren, als sie hofften, dass Hitler sich damit zufrieden geben würde. Anfang 1939 wurde die “Rest-Tschechei” besetzt. Als immer noch kein Widerstand folgte, griff Deutschland Polen an.</p>

<p>Es ist schwer zu sagen, ob diese Entwicklung damals ebenfalls absehbar war. Mit diesem historischen Beispiel vor Augen ist sie es heute aber definitiv: jede erfüllte russische “Forderung” im aktuellen Konflikt wird nur noch weitere Begehren provozieren.</p>

<p>Dass wir heute diese Situation überhaupt haben, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass die internationale Gemeinschaft bei der Besetzung Krims nur zugesehen hat, genau wie als Russland ihre Marionettenregierungen in Donezk und Lugansk etabliert hat.</p>

<p>Ich weiß nicht, ob Russland wirklich eine Invasion der Ukraine plant. Ich hoffe sehr, dass es nur Drohgebärde sind. Dieser Konflikt kann aber nur gelöst werden, wenn die Staatengemeinschaft aktiv der Ukraine beisteht. Nicht nur mit Worten, sonder mit Taten.</p>

<p>Nachträgliche Klarstellung: Putin ist kein Hitler, an dieser Stelle enden die Parallelen. Ein Krieg mit Hitler war unvermeidbar. Bei Putin gehe ich davon aus, dass ein offener Konflikt nicht in seinem Sinne ist. Er will nur das, was billig zu bekommen ist.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/ukraine-konflikt-und-parallelen-zum-munchener-abkommen</guid>
      <pubDate>Mon, 17 Jan 2022 20:55:18 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Russland gibt versehentlich indirekt die Beteiligung am Donbass-Konflikt zu</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/russland-gibt-versehentlich-indirekt-die-beteiligung-am-donbass-konflikt-zu</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #ukraine #krieg #desinformation&#xA;&#xA;Ich weiß nicht, ob ihr das mitbekommen habt, aber Volksrepublik Donezk und Volksrepublik Lugansk haben sich 2014 für unabhängig von der Ukraine erklärt - angeblich ohne jegliche russische Einmischung. Lustigerweise gibt ein russischer Gerichtsbeschluss das Gegenteil zu.&#xA;&#xA;Das Gericht hat einen Mann wegen Korruption verurteilt. Kontext: Lebensmittellieferungen an russische Truppen, die in Donezk und Lugansk stationiert waren. Im Beschluss werden Details der Operation erläutert, u.a. das Abgeben der Nummernschilder und Ausweise an der Grenze.&#xA;&#xA;!--more--Offiziell waren keine russische Truppen am Konflikt beteiligt, obwohl der Verdacht immer im Raum stand. Anhand der Angaben im Gerichtsbeschluss lässt sich auch die Größenordnung schätzen: ca. 26.000 Menschen.&#xA;&#xA;Der russischsprachige Bericht lässt sich leicht überprüfen. Während der Beschluss von der Webseite des Gerichts verschwunden ist, findet er sich an zahlreichen anderen Stellen immer noch wieder. Beispielsweise im Web Archive.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:ukraine" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ukraine</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:desinformation" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">desinformation</span></a></p>

<p>Ich weiß nicht, ob ihr das mitbekommen habt, aber Volksrepublik Donezk und Volksrepublik Lugansk haben sich 2014 für unabhängig von der Ukraine erklärt – angeblich ohne jegliche russische Einmischung. Lustigerweise gibt ein russischer Gerichtsbeschluss das Gegenteil zu.</p>

<p>Das Gericht hat einen Mann wegen Korruption verurteilt. Kontext: Lebensmittellieferungen an russische Truppen, die in Donezk und Lugansk stationiert waren. Im Beschluss werden Details der Operation erläutert, u.a. das Abgeben der Nummernschilder und Ausweise an der Grenze.</p>

<p>Offiziell waren keine russische Truppen am Konflikt beteiligt, obwohl der Verdacht immer im Raum stand. Anhand der Angaben im Gerichtsbeschluss lässt sich auch die Größenordnung schätzen: ca. 26.000 Menschen.</p>

<p>Der <a href="https://www.svoboda.org/a/rossiyskiy-sud-raskryl-informatsiyu-o-postavke-prodovoljstviya-rossiyskoy-armii-na-vostoke-ukrainy/31611081.html" rel="nofollow">russischsprachige Bericht</a> lässt sich leicht überprüfen. Während der Beschluss von der Webseite des Gerichts verschwunden ist, findet er sich an zahlreichen anderen Stellen immer noch wieder. Beispielsweise <a href="https://web.archive.org/web/20211215174957/https://kirovsky--ros.sudrf.ru/modules.php?name=sud_delo&amp;srv_num=1&amp;name_op=doc&amp;number=213117823&amp;delo_id=1540006&amp;new=0&amp;text_number=1" rel="nofollow">im Web Archive</a>.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/russland-gibt-versehentlich-indirekt-die-beteiligung-am-donbass-konflikt-zu</guid>
      <pubDate>Thu, 16 Dec 2021 13:42:25 +0000</pubDate>
    </item>
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