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    <title>macht &amp;mdash; Janus Newstrujew</title>
    <link>https://paper.wf/newstrujew/tag:macht</link>
    <description>Gedanken, die nicht in einen Mastodon-Tröt passen&lt;a href=&#34;https://autistics.life/@Newstrujew/&#34; rel=&#34;me&#34;&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 17:27:52 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>&#34;Also wenn X selber ein paar Monate von Hartz IV leben müsste, dann...&#34;</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/also-wenn-x-selber-ein-paar-monate-von-hartz-iv-leben-musste-dann</link>
      <description>&lt;![CDATA[#armut #macht&#xA;&#xA;Dann würde sich genau gar nichts ändern. Oder X wäre sogar noch mehr davon überzeugt, dass es alle aus Hartz IV schaffen können, wenn sie sich nur mehr anstrengen.&#xA;&#xA;Das Problem mit der Armut ist nicht bloß das fehlende Geld. Es ist auch das Fehlen der Hoffnung, dass sich in absehbarer Zeit etwas zum Besseren ändern kann. Es ist die Abhängigkeit vom guten Willen des Staates und seiner Bediensteten. Es ist die Verurteilung der Umgebung.&#xA;&#xA;!--more--Davon merkt man nichts, wenn man bloß paar Monate aufs Geld verzichtet. Man weiß ja: es geht wieder vorbei. Man ist weiterhin ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, kein &#34;Schmarotzer&#34;, kein Taugenichts. Man grenzt sich weiterhin von &#34;denen da&#34; ab, fühlt sich überlegen.&#xA;&#xA;Davon abgesehen sind ähnliche Erfahrungen keine Garantie für Empathie. Hat sich jemand hochgearbeitet, hat die Person die Tendenz, es als eigenen Verdienst und nicht lediglich als Glück anzusehen. Und dann tritt man sogar noch eher nach unten, gegen die &#34;weniger würdigen&#34;.&#xA;&#xA;Komplizierte Probleme erfordern leider komplizierte Lösungen. Empathie muss man lernen, die kommt so einfach nicht. Machtstrukturen muss man bewusst wahrnehmen. Machtmissbrauch muss aktiv bekämpft werden. Kontrollinstanzen sind nicht optional.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:armut" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">armut</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a></p>

<p>Dann würde sich genau gar nichts ändern. Oder X wäre sogar noch mehr davon überzeugt, dass es alle aus Hartz IV schaffen können, wenn sie sich nur mehr anstrengen.</p>

<p>Das Problem mit der Armut ist nicht bloß das fehlende Geld. Es ist auch das Fehlen der Hoffnung, dass sich in absehbarer Zeit etwas zum Besseren ändern kann. Es ist die Abhängigkeit vom guten Willen des Staates und seiner Bediensteten. Es ist die Verurteilung der Umgebung.</p>

<p>Davon merkt man nichts, wenn man bloß paar Monate aufs Geld verzichtet. Man weiß ja: es geht wieder vorbei. Man ist weiterhin ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, kein “Schmarotzer”, kein Taugenichts. Man grenzt sich weiterhin von “denen da” ab, fühlt sich überlegen.</p>

<p>Davon abgesehen sind ähnliche Erfahrungen keine Garantie für Empathie. Hat sich jemand hochgearbeitet, hat die Person die Tendenz, es als eigenen Verdienst und nicht lediglich als Glück anzusehen. Und dann tritt man sogar noch eher nach unten, gegen die “weniger würdigen”.</p>

<p>Komplizierte Probleme erfordern leider komplizierte Lösungen. Empathie muss man lernen, die kommt so einfach nicht. Machtstrukturen muss man bewusst wahrnehmen. Machtmissbrauch muss aktiv bekämpft werden. Kontrollinstanzen sind nicht optional.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/also-wenn-x-selber-ein-paar-monate-von-hartz-iv-leben-musste-dann</guid>
      <pubDate>Fri, 19 Aug 2022 12:57:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nein, wir sind nicht alle im selben Boot</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/nein-wir-sind-nicht-alle-im-selben-boot</link>
      <description>&lt;![CDATA[#armut #macht #rassismus #mythen&#xA;&#xA;Die Boot-Metapher wird gerne bemüht, um zu betonen, dass wir alle mit denselben Problemen zu kämpfen hätten. Aber es stimmt nicht. Wir können uns die Lebensrealität anderer Menschen oft nicht einmal vorstellen.&#xA;&#xA;Ich will nur zwei Beispiele nennen, aber es gibt natürlich sehr viele mehr.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;1. Behörden&#xA;&#xA;Mit der deutschen Staatsbürgerschaft konnte ich so Sachen wie Pass beantragen erstmals im Bürgeramt erledigen. Es war für mich völlig neu und erstaunlich, dass deutsche Behörden derart effizient und zuvorkommend sein können. Krasser Gegensatz zu Ausländerbehörden.&#xA;&#xA;Wer schon einmal als Bittsteller im Ausländeramt, Sozialamt oder Jobcenter war, kennt es meist. Das Machtungleichgewicht führt hier oft zu massivem Machtmissbrauch. Systematische Schikane, Vorenthalten wichtiger Informationen und bewusste Fehlentscheidungen.&#xA;&#xA;Diese Seite der deutschen Bürokratie bekommen viele Menschen nie zu Gesicht und glauben dann, mit dem richtigen Ausfüllen der Formulare käme man hierzulande stets weiter. Das ist aber nicht die Realität, in der Ausländer oder Hartz IV Empfänger leben.&#xA;&#xA;2. Polizei&#xA;&#xA;Ich bin weiß genug, dass die Polizei zu mir stets freundlich und hilfsbereit ist. In meinem Leben wurde ich ein einziges Mal von der Polizei kontrolliert. Ich bin sogar vor einer Polizeistreife bei Rot über eine Ampel gelaufen und bekam nur eine mündliche Verwarnung.&#xA;&#xA;Dennoch habe ich keinen Grund daran zu zweifeln, dass es nicht für alle Menschen in Deutschland so ist. Menschen werden je nach Aussehen ständig und willkürlich von der Polizei kontrolliert und schikaniert. Eine Lebensrealität, die vor mir größtenteils versteckt bleibt.&#xA;&#xA;Deswegen mag ich Twitter so sehr. Hier lerne ich Perspektiven kennen, die ich andernfalls nie wahrnehme. Es existieren in diesem Land sehr viele Lebensrealitäten parallel. Und bei einigen wünschte ich mir zwar, dass es sie nicht gäbe, aber ich will trotzdem darüber wissen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:armut" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">armut</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:mythen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">mythen</span></a></p>

<p>Die Boot-Metapher wird gerne bemüht, um zu betonen, dass wir alle mit denselben Problemen zu kämpfen hätten. Aber es stimmt nicht. Wir können uns die Lebensrealität anderer Menschen oft nicht einmal vorstellen.</p>

<p>Ich will nur zwei Beispiele nennen, aber es gibt natürlich sehr viele mehr.</p>



<h2 id="1-behörden" id="1-behörden">1. Behörden</h2>

<p>Mit der deutschen Staatsbürgerschaft konnte ich so Sachen wie Pass beantragen erstmals im Bürgeramt erledigen. Es war für mich völlig neu und erstaunlich, dass deutsche Behörden derart effizient und zuvorkommend sein können. Krasser Gegensatz zu Ausländerbehörden.</p>

<p>Wer schon einmal als Bittsteller im Ausländeramt, Sozialamt oder Jobcenter war, kennt es meist. Das Machtungleichgewicht führt hier oft zu massivem Machtmissbrauch. Systematische Schikane, Vorenthalten wichtiger Informationen und bewusste Fehlentscheidungen.</p>

<p>Diese Seite der deutschen Bürokratie bekommen viele Menschen nie zu Gesicht und glauben dann, mit dem richtigen Ausfüllen der Formulare käme man hierzulande stets weiter. Das ist aber nicht die Realität, in der Ausländer oder Hartz IV Empfänger leben.</p>

<h2 id="2-polizei" id="2-polizei">2. Polizei</h2>

<p>Ich bin weiß genug, dass die Polizei zu mir stets freundlich und hilfsbereit ist. In meinem Leben wurde ich ein einziges Mal von der Polizei kontrolliert. Ich bin sogar vor einer Polizeistreife bei Rot über eine Ampel gelaufen und bekam nur eine mündliche Verwarnung.</p>

<p>Dennoch habe ich keinen Grund daran zu zweifeln, dass es nicht für alle Menschen in Deutschland so ist. Menschen werden je nach Aussehen ständig und willkürlich von der Polizei kontrolliert und schikaniert. Eine Lebensrealität, die vor mir größtenteils versteckt bleibt.</p>

<p>Deswegen mag ich Twitter so sehr. Hier lerne ich Perspektiven kennen, die ich andernfalls nie wahrnehme. Es existieren in diesem Land sehr viele Lebensrealitäten parallel. Und bei einigen wünschte ich mir zwar, dass es sie nicht gäbe, aber ich will trotzdem darüber wissen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/nein-wir-sind-nicht-alle-im-selben-boot</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Aug 2022 13:01:41 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Kann Russland sich von innen reformieren?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/kann-russland-sich-von-innen-reformieren</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #imperialismus #rassismus #krieg #macht&#xA;&#xA;Um die Frage in der Überschrift gleich zu beantworten: leider sehe ich schwarz dafür. Die drakonischen Strafen für jegliche Kriegsopposition machen eine Auflehnung des Volkes (wenn denn jemand eine erwartet hat) sehr unwahrscheinlich.&#xA;&#xA;Aber es ist nicht nur das, da ist mehr.&#xA;&#xA;!--more--Ja, viele in Russland sind gegen diesen Krieg, auch wenn sie nicht offen protestieren. Aber ein großer Teil der Bevölkerung ist dafür, und das wird sich so bald nicht ändern. Der russische Imperialismus hat tiefe Wurzeln geschlagen.&#xA;&#xA;Und dann ist da noch das politische System, in dem alles auf den Präsidenten ausgerichtet ist. Deutschland hat bereits die Erfahrung gemacht, wohin das führen kann, weswegen man die Macht des Staatsoberhaupts beschränkt hat. Das hat Russland nicht getan.&#xA;&#xA;Schon unter Jelzin war die Machtfülle des Präsidenten problematisch. Diese wurde unter Putin jedoch noch deutlich ausgebaut. Diese Entwicklung wieder zurückzudrehen wird ohne eine radikale gesellschaftliche Veränderung kaum noch möglich sein.&#xA;&#xA;Es dürfte aber schon daran scheitern, jemanden zu finden, der es auch tun will. Navalny, der Hoffnungsträger des Westens, wird es ganz bestimmt nicht tun.&#xA;&#xA;Vor vielen Jahren, noch bevor sich Navalny für den Westen aufgehübscht hat, folgte ich seinem Blog. Und ich kann mit Gewissheit sagen: Navalny und Putin sind in den meisten Punkten einer Meinung. Da, wo sie es nicht sind, zieht man womöglich Putin sogar noch vor.&#xA;&#xA;Falls ihr gehört habt, dass Navalny ein russischer Nationalist sei: es stimmt. Auf Anhieb habe ich beispielsweise diesen Post (weiterhin online) gefunden, wo er die nebenan arbeitenden Tadschiken mit dem Äquivalent des N-Wortes belegt. Dabei &#34;scherzt&#34; er hier noch, die dem Angriff der Skinheads zugeschriebenen Leichen könnten womöglich Arbeitsunfälle gewesen sein.&#xA;&#xA;Das ist wirklich nur eines der harmloseren Beispiele. Wenn es um Tschetschenen geht, dann setzt Navalny in seinem Blog voll auf das Narrativ der wilden unzivilisierten Moslems. Die Cringe-Points dieses Posts kann ich gar nicht alle aufzählen.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt kann man durchaus die tschetschenische Korruption kritisieren, ohne die dort lebenden Menschen abzuwerten. Aber bei Navalnys Korruptionskampf scheint immer wieder durch, dass für ihn nur Russen zählen.&#xA;&#xA;An keiner Stelle stellt sich Navalny gegen den russischen Imperialismus, er steht vielmehr voll dahinter. Er kritisiert auch nicht die Ausrichtung der gesamten Gesellschaft auf den Präsidenten. Vielmehr macht es den Anschein, dass er lieber selber dieser Präsident wäre.&#xA;&#xA;Das alles heißt nicht, dass ich das Unrecht, das Navalny angetan wurde, gut finde. Es heißt lediglich, dass ich keine Verbesserung erwarte, sollte er Putins Platz einnehmen. Ganz im Gegenteil.&#xA;&#xA;Und ich habe leider der Eindruck, bei dem Großteil der Moskauer Elite (also bei den Leuten, die realistisch in Machtpositionen kommen könnten) sieht es ähnlich aus. Auch ein Machtwechsel würde also nicht viel verändern.&#xA;&#xA;Dementsprechend sehe ich die einzige Chance dafür, dass uns in Zukunft von Russland angestiftete Kriege erspart bleiben, tatsächlich darin, dass sich russische Regionen von Moskau lossagen. Diese haben im Moment nichts zu sagen, sie haben dabei also viel zu gewinnen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:imperialismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">imperialismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a></p>

<p>Um die Frage in der Überschrift gleich zu beantworten: leider sehe ich schwarz dafür. Die drakonischen Strafen für jegliche Kriegsopposition machen eine Auflehnung des Volkes (wenn denn jemand eine erwartet hat) sehr unwahrscheinlich.</p>

<p>Aber es ist nicht nur das, da ist mehr.</p>

<p>Ja, viele in Russland sind gegen diesen Krieg, auch wenn sie nicht offen protestieren. Aber ein großer Teil der Bevölkerung ist dafür, und das wird sich so bald nicht ändern. Der russische Imperialismus hat <a href="https://paper.wf/newstrujew/sowjetische-geschichtsnarrative-und-russisches-selbstverstandnis" rel="nofollow">tiefe Wurzeln geschlagen</a>.</p>

<p>Und dann ist da noch das politische System, in dem alles auf den Präsidenten ausgerichtet ist. Deutschland hat bereits die Erfahrung gemacht, wohin das führen kann, weswegen man die Macht des Staatsoberhaupts beschränkt hat. Das hat Russland nicht getan.</p>

<p>Schon unter Jelzin war die Machtfülle des Präsidenten problematisch. Diese wurde unter Putin jedoch noch deutlich ausgebaut. Diese Entwicklung wieder zurückzudrehen wird ohne eine radikale gesellschaftliche Veränderung kaum noch möglich sein.</p>

<p>Es dürfte aber schon daran scheitern, jemanden zu finden, der es auch tun will. Navalny, der Hoffnungsträger des Westens, wird es ganz bestimmt nicht tun.</p>

<p>Vor vielen Jahren, noch bevor sich Navalny für den Westen aufgehübscht hat, folgte ich seinem Blog. Und ich kann mit Gewissheit sagen: Navalny und Putin sind in den meisten Punkten einer Meinung. Da, wo sie es nicht sind, zieht man womöglich Putin sogar noch vor.</p>

<p>Falls ihr gehört habt, dass Navalny ein russischer Nationalist sei: es stimmt. Auf Anhieb habe ich beispielsweise <a href="https://archive.ph/MR9fA" rel="nofollow">diesen Post</a> (weiterhin online) gefunden, wo er die nebenan arbeitenden Tadschiken mit dem Äquivalent des N-Wortes belegt. Dabei “scherzt” er hier noch, die dem Angriff der Skinheads zugeschriebenen Leichen könnten womöglich Arbeitsunfälle gewesen sein.</p>

<p>Das ist wirklich nur eines der harmloseren Beispiele. Wenn es um Tschetschenen geht, dann setzt Navalny in seinem Blog voll auf das Narrativ der wilden unzivilisierten Moslems. Die Cringe-Points <a href="https://archive.ph/RL5CD" rel="nofollow">dieses Posts</a> kann ich gar nicht alle aufzählen.</p>

<p>Wohlgemerkt kann man durchaus die tschetschenische Korruption kritisieren, ohne die dort lebenden Menschen abzuwerten. Aber bei Navalnys Korruptionskampf scheint immer wieder durch, dass für ihn nur Russen zählen.</p>

<p>An keiner Stelle stellt sich Navalny gegen den russischen Imperialismus, er steht vielmehr voll dahinter. Er kritisiert auch nicht die Ausrichtung der gesamten Gesellschaft auf den Präsidenten. Vielmehr macht es den Anschein, dass er lieber selber dieser Präsident wäre.</p>

<p>Das alles heißt nicht, dass ich das Unrecht, das Navalny angetan wurde, gut finde. Es heißt lediglich, dass ich keine Verbesserung erwarte, sollte er Putins Platz einnehmen. Ganz im Gegenteil.</p>

<p>Und ich habe leider der Eindruck, bei dem Großteil der Moskauer Elite (also bei den Leuten, die realistisch in Machtpositionen kommen könnten) sieht es ähnlich aus. Auch ein Machtwechsel würde also nicht viel verändern.</p>

<p>Dementsprechend sehe ich die einzige Chance dafür, dass uns in Zukunft von Russland angestiftete Kriege erspart bleiben, tatsächlich darin, dass sich russische Regionen von Moskau lossagen. Diese haben im Moment nichts zu sagen, sie haben dabei also viel zu gewinnen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/kann-russland-sich-von-innen-reformieren</guid>
      <pubDate>Fri, 08 Jul 2022 18:07:22 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Vergewaltigung ist Machtausübung</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/vergewaltigung-ist-machtausubung</link>
      <description>&lt;![CDATA[#vergewaltigung #gewalt #macht #feminismus&#xA;&#xA;Mag sein, dass diese These nicht unmittelbar einleuchtet, aber bei der Vergewaltigung geht es primär um Macht.&#xA;&#xA;Nein, Vergewaltigungen werden in den seltensten Fällen von Menschen mit mangelnder Impulskontrolle begangen. In den meisten Fällen wissen die Täter genau, was sie da tun. Und sie tun es, weil die Gesellschaft sie lässt.&#xA;&#xA;!--more--Selbst wenn anschließend eine Anzeige erfolgt (selten). Selbst wenn es zu einem Verfahren kommt (noch seltener). Die Täter haben kaum Konsequenzen zu befürchten. Weil sie von allen Teilen der Gesellschaft geschützt werden. Ihre Kumpel, Polizei, Justiz, alle.&#xA;&#xA;Und das wissen sie natürlich. Unsere Gesellschaft zieht Jungen in dem Wissen auf, dass sie nicht für ihre Taten verantwortlich sind. Weil &#34;Jungs sind nun mal wild&#34; und &#34;sie können da nichts dafür&#34;. Das ist ihnen aber nicht angeboren. Das haben wir ihnen anerzogen.&#xA;&#xA;Und das tun wir auch weiter. Immer, wenn das Narrativ eines Triebtäters verbreitet wird. Immer, wenn die Opfer gefragt werden, was sie anhatten. Immer, wenn Leute sich hinter einen Täter stellen, weil der eigentlich ein ganz guter sei.&#xA;&#xA;Männer sind nicht gewalttätiger, weil es ihre Natur sei. Eine solche Behauptung ist eigentlich eine Beleidigung an die Intelligenz aller Männer. Wird aber gerne von denen angenommen, die die Täter von ihren Taten entschuldigen wollen.&#xA;&#xA;Vielmehr ist das Problem, dass Männer in unserer Gesellschaft privilegiert sind und dadurch vor den Konsequenzen ihrer Gewalt geschützt werden. Marginalisierte Gruppen (BlPoC, trans Frauen etc.) sind entsprechend seltener Täterinnen, werden aber viel öfter dafür belangt.&#xA;&#xA;Das sollte eigentlich allen Feministinnen klar sein. Weder Männer noch irgendwelche Geschlechtsorgane sind das Problem, es sind die Privilegien, die die meisten Männer in unserer Gesellschaft genießen. Gegen diese Machtstrukturen muss vorgegangen werden.&#xA;&#xA;Infantilisierung der Männer, Täterschutz, Victim Blaming, das muss aufhören. Marginalisierte Gruppen muss man unterstützen. Ja, alle marginalisierte Gruppen haben mit demselben Problem zu kämpfen, und nicht bloß Frauen oder Lesben. Feminismus geht nur mit Intersektionalität.&#xA;&#xA;Passend zum Thema, eine Aussage von @ZZiggsMusic auf Twitter:&#xA;&#xA;  Warum spricht man eigentlich davon, dass Männer bei Gewalttaten &#34;die Kontrolle verloren&#34; hätten? Die wissen ganz genau was sie tun!&#xA;    Ich hab noch nie nen Mann gesehen, der &#34;die Kontrolle&#34; bei seinem Chef oder irgendeinem Mann &#34;verloren&#34; hat, der über ihm stand. Verrückt oder?]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:vergewaltigung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">vergewaltigung</span></a> <a href="/newstrujew/tag:gewalt" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">gewalt</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:feminismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">feminismus</span></a></p>

<p>Mag sein, dass diese These nicht unmittelbar einleuchtet, aber bei der Vergewaltigung geht es primär um Macht.</p>

<p>Nein, Vergewaltigungen werden in den seltensten Fällen von Menschen mit mangelnder Impulskontrolle begangen. In den meisten Fällen wissen die Täter genau, was sie da tun. Und sie tun es, weil die Gesellschaft sie lässt.</p>

<p>Selbst wenn anschließend eine Anzeige erfolgt (selten). Selbst wenn es zu einem Verfahren kommt (noch seltener). Die Täter haben kaum Konsequenzen zu befürchten. Weil sie von allen Teilen der Gesellschaft geschützt werden. Ihre Kumpel, Polizei, Justiz, alle.</p>

<p>Und das wissen sie natürlich. Unsere Gesellschaft zieht Jungen in dem Wissen auf, dass sie nicht für ihre Taten verantwortlich sind. Weil “Jungs sind nun mal wild” und “sie können da nichts dafür”. Das ist ihnen aber nicht angeboren. Das haben wir ihnen anerzogen.</p>

<p>Und das tun wir auch weiter. Immer, wenn das Narrativ eines Triebtäters verbreitet wird. Immer, wenn die Opfer gefragt werden, was sie anhatten. Immer, wenn Leute sich hinter einen Täter stellen, weil der eigentlich ein ganz guter sei.</p>

<p>Männer sind nicht gewalttätiger, weil es ihre Natur sei. Eine solche Behauptung ist eigentlich eine Beleidigung an die Intelligenz aller Männer. Wird aber gerne von denen angenommen, die die Täter von ihren Taten entschuldigen wollen.</p>

<p>Vielmehr ist das Problem, dass Männer in unserer Gesellschaft privilegiert sind und dadurch vor den Konsequenzen ihrer Gewalt geschützt werden. Marginalisierte Gruppen (BlPoC, trans Frauen etc.) sind entsprechend seltener Täter*innen, werden aber viel öfter dafür belangt.</p>

<p>Das sollte eigentlich allen Feminist*innen klar sein. Weder Männer noch irgendwelche Geschlechtsorgane sind das Problem, es sind die Privilegien, die die meisten Männer in unserer Gesellschaft genießen. Gegen diese Machtstrukturen muss vorgegangen werden.</p>

<p>Infantilisierung der Männer, Täterschutz, Victim Blaming, das muss aufhören. Marginalisierte Gruppen muss man unterstützen. Ja, alle marginalisierte Gruppen haben mit demselben Problem zu kämpfen, und nicht bloß Frauen oder Lesben. Feminismus geht nur mit Intersektionalität.</p>

<p>Passend zum Thema, eine <a href="https://twitter.com/ZZiggsMusic/status/1558749956810457089" rel="nofollow">Aussage von @ZZiggsMusic auf Twitter</a>:</p>

<blockquote><p>Warum spricht man eigentlich davon, dass Männer bei Gewalttaten “die Kontrolle verloren” hätten? Die wissen ganz genau was sie tun!</p>

<p>Ich hab noch nie nen Mann gesehen, der “die Kontrolle” bei seinem Chef oder irgendeinem Mann “verloren” hat, der über ihm stand. Verrückt oder?</p></blockquote>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/vergewaltigung-ist-machtausubung</guid>
      <pubDate>Tue, 14 Jun 2022 09:01:25 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Batman: Ein Superreicher gegen verarmte Bevölkerung</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/batman-ein-superreicher-gegen-verarmte-bevolkerung</link>
      <description>&lt;![CDATA[#armut #macht&#xA;&#xA;Jemand hat mir mit einem Satz die Batman-Geschichte ein für alle Mal versaut. Es hieß in etwa: &#34;Batman ist der Typ, der Armut beenden könnte, aber stattdessen die Armen vermöbelt.&#34; Fans werden mich natürlich steinigen, aber es trifft den Nagel auf den Kopf.&#xA;&#xA;Bruce Wayne ist nämlich steinreich. Sein Vermögen ist enorm, er kann über viele Milliarden frei verfügen. Das vor dem Hintergrund einer verarmten Stadt. Sein Beitrag zu dieser Massenarmut wird nicht besprochen. Aber mit seinen Finanzen könnte er die Armut definitiv beenden.&#xA;&#xA;!--more--Stattdessen entscheidet er sich dafür, das Geld in die Entwicklung von Hi-Tech-Spielzeugen für ihn zu stecken. Die Kosten sind enorm, und es profitiert exakt eine Person: er selber. Er kann sich nämlich bühnenwirksam inszenieren, wenn er die &#34;Superschurken&#34; vermöbelt.&#xA;&#xA;Dass Kriminalität systemische Ursachen hat, wird dabei ausgeblendet. Selbst wenn diese Superschurken wirklich das Böse schlechthin wären, so werden sie von anderen Menschen geduldet und unterstützt. Grund: Armut, Ausgrenzung usw.&#xA;&#xA;Und so haben wir hier einen Typen, der keine Lust auf die langweilige Bekämpfung systemischer Ursachen hat. Stattdessen sucht er für sich eine Schlägerei. Die zwar nichts wirklich löst, aber ihn als Helden erscheinen lässt.&#xA;&#xA;Ach ja, dreimal dürft ihr raten, warum ich gerade jetzt diesen Text über Milliardäre schreibe, die ihr Geld einbringen, um sich in Szene zu setzen. Obwohl sie damit eigentlich sehr viel Gutes tun könnten.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:armut" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">armut</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a></p>

<p>Jemand hat mir mit einem Satz die Batman-Geschichte ein für alle Mal versaut. Es hieß in etwa: “Batman ist der Typ, der Armut beenden könnte, aber stattdessen die Armen vermöbelt.” Fans werden mich natürlich steinigen, aber es trifft den Nagel auf den Kopf.</p>

<p>Bruce Wayne ist nämlich steinreich. Sein Vermögen ist enorm, er kann über viele Milliarden frei verfügen. Das vor dem Hintergrund einer verarmten Stadt. Sein Beitrag zu dieser Massenarmut wird nicht besprochen. Aber mit seinen Finanzen könnte er die Armut definitiv beenden.</p>

<p>Stattdessen entscheidet er sich dafür, das Geld in die Entwicklung von Hi-Tech-Spielzeugen für ihn zu stecken. Die Kosten sind enorm, und es profitiert exakt eine Person: er selber. Er kann sich nämlich bühnenwirksam inszenieren, wenn er die “Superschurken” vermöbelt.</p>

<p>Dass Kriminalität systemische Ursachen hat, wird dabei ausgeblendet. Selbst wenn diese Superschurken wirklich das Böse schlechthin wären, so werden sie von anderen Menschen geduldet und unterstützt. Grund: Armut, Ausgrenzung usw.</p>

<p>Und so haben wir hier einen Typen, der keine Lust auf die langweilige Bekämpfung systemischer Ursachen hat. Stattdessen sucht er für sich eine Schlägerei. Die zwar nichts wirklich löst, aber ihn als Helden erscheinen lässt.</p>

<p>Ach ja, dreimal dürft ihr raten, warum ich gerade jetzt diesen Text über Milliardäre schreibe, die ihr Geld einbringen, um sich in Szene zu setzen. Obwohl sie damit eigentlich sehr viel Gutes tun könnten.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/batman-ein-superreicher-gegen-verarmte-bevolkerung</guid>
      <pubDate>Tue, 26 Apr 2022 17:36:53 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Autismus-Mythen oder warum Simon Baron-Cohen keine Plattform haben sollte</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/autismus-mythen-oder-warum-simon-baron-cohen-keine-plattform-haben-sollte</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #mythen #wissenschaft #macht&#xA;&#xA;Wer den Kontext nicht kennt, Simon Baron-Cohen ist für eine Reihe schädlicher Theorien zu Autismus verantwortlich. Diese sind allesamt auf überholten Stereotypen basiert, bekommen aber auch heutzutage weiterhin viel Beachtung und werden auch von ihrem Autor weiter verbreitet.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt ist das Problem nicht, dass diese Theorien aufgestellt wurden. Falsche Hypothesen sind normaler Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung. Das Problem ist, das heute noch gegen besseres Wissen an diesen Theorien festgehalten wird, zum Nachteil der Betroffenen.&#xA;&#xA;!--more--Da gibt es beispielsweise die Behauptung, Autismus hätte etwas mit einer &#34;zu männlichen&#34; Gehirnstruktur zu tun. Nicht nur ist diese Arbeit auf überholten Geschlechterstereotypen basiert und rationalisiert diese auch noch. Sie wird als Ursache für die männliche Überrepräsentation unter Autistinnen geführt. Jedoch wird immer deutlicher, dass diese vor allem an den Diagnosen liegt, die Autistinnen oft verwehrt bleiben. Wird das berücksichtigt, scheint das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.&#xA;&#xA;Die Sache mit &#34;Theory of Mind&#34; geht ebenfalls auf Simon Baron-Cohen zurück. Die (fehlgeleitete) Behauptung hier ist, Autistinnen könnten nicht empathisch agieren, weil sie grundsätzlich nicht verstünden, was in anderen Menschen vor sich geht.&#xA;&#xA;Hier gibt es viele Einwände seitens Autistinnen, die erklären, wie diese Behauptung auf falschen Annahmen basiert. Auch experimentelle Nachweise sind keineswegs so objektiv, wie gerne behauptet wird. Diese Einwände werden aber allesamt ignoriert.&#xA;&#xA;Das ist leider eine häufige Tendenz in der psychologischen Forschung: hat jemand für sich mit einer Theorie einen Namen gemacht, will derjenige diese Theorie natürlich nicht demontieren, selbst wenn Fakten dagegen sprechen. Und die Kritikerinnen haben keine so große Bühne.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:mythen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">mythen</span></a> <a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a></p>

<p>Wer den Kontext nicht kennt, Simon Baron-Cohen ist für eine Reihe schädlicher Theorien zu Autismus verantwortlich. Diese sind allesamt auf überholten Stereotypen basiert, bekommen aber auch heutzutage weiterhin viel Beachtung und werden auch von ihrem Autor weiter verbreitet.</p>

<p>Wohlgemerkt ist das Problem nicht, dass diese Theorien aufgestellt wurden. Falsche Hypothesen sind normaler Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung. Das Problem ist, das heute noch gegen besseres Wissen an diesen Theorien festgehalten wird, zum Nachteil der Betroffenen.</p>

<p>Da gibt es beispielsweise die Behauptung, Autismus hätte etwas mit einer “zu männlichen” Gehirnstruktur zu tun. Nicht nur ist diese Arbeit auf überholten Geschlechterstereotypen basiert und rationalisiert diese auch noch. Sie wird als Ursache für die männliche Überrepräsentation unter Autist*innen geführt. Jedoch wird immer deutlicher, dass diese vor allem an den Diagnosen liegt, die Autistinnen oft verwehrt bleiben. Wird das berücksichtigt, scheint das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.</p>

<p>Die Sache mit “Theory of Mind” geht ebenfalls auf Simon Baron-Cohen zurück. Die (fehlgeleitete) Behauptung hier ist, Autist*innen könnten nicht empathisch agieren, weil sie grundsätzlich nicht verstünden, was in anderen Menschen vor sich geht.</p>

<p>Hier gibt es viele Einwände seitens Autist*innen, die erklären, wie diese Behauptung auf falschen Annahmen basiert. Auch experimentelle Nachweise sind keineswegs so objektiv, wie gerne behauptet wird. Diese Einwände werden aber allesamt ignoriert.</p>

<p>Das ist leider eine häufige Tendenz in der psychologischen Forschung: hat jemand für sich mit einer Theorie einen Namen gemacht, will derjenige diese Theorie natürlich nicht demontieren, selbst wenn Fakten dagegen sprechen. Und die Kritiker*innen haben keine so große Bühne.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/autismus-mythen-oder-warum-simon-baron-cohen-keine-plattform-haben-sollte</guid>
      <pubDate>Sun, 30 Jan 2022 12:18:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Zusammenhang zwischen Penis und Vergewaltigung: ein Trugschluss</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/zusammenhang-zwischen-penis-und-vergewaltigung-ein-trugschluss</link>
      <description>&lt;![CDATA[#vergewaltigung #macht #transfeindlichkeit #feminismus&#xA;&#xA;TERFs nehmen gern &#34;die meisten Vergewaltigungen werden von Penisträgern begangen&#34; und konstruieren daraus einen kausalen Zusammenhang. Scheint einleuchtend, ist aber ein Trugschluss. In Wirklichkeit liegt es an den Machtverhältnissen.&#xA;&#xA;Cis Männer vergewaltigen nicht, weil sie einen Penis haben: es geht auch ohne. Sie tun es, weil ihnen unsere Gesellschaft alles durchgehen lässt. Weil sie es dürfen und von ihrer Umgebung darin sogar noch bestätigt werden.&#xA;&#xA;!--more--Das bedeutet im Umkehrschluss, dass trans Frauen extrem unwahrscheinliche Vergewaltigerinnen sind, Penis hin oder her. Denn ihr gesellschaftlicher Rückhalt ist nicht existent. Schon ihre reine Existenz verstehen viele als Affront.&#xA;&#xA;Nun könnten sogenannte Feministinnen das erkennen und gegen Machtstrukturen kämpfen, die Vergewaltiger bestärken. Oder sie führen weiter einen Kampf gegen Penisse auf Kosten einer ohnehin extrem diskriminierten Gruppe.&#xA;&#xA;Choose your side.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:vergewaltigung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">vergewaltigung</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:transfeindlichkeit" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">transfeindlichkeit</span></a> <a href="/newstrujew/tag:feminismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">feminismus</span></a></p>

<p>TERFs nehmen gern “die meisten Vergewaltigungen werden von Penisträgern begangen” und konstruieren daraus einen kausalen Zusammenhang. Scheint einleuchtend, ist aber ein Trugschluss. In Wirklichkeit liegt es an den Machtverhältnissen.</p>

<p>Cis Männer vergewaltigen nicht, weil sie einen Penis haben: es geht auch ohne. Sie tun es, weil ihnen unsere Gesellschaft alles durchgehen lässt. Weil sie es dürfen und von ihrer Umgebung darin sogar noch bestätigt werden.</p>

<p>Das bedeutet im Umkehrschluss, dass trans Frauen extrem unwahrscheinliche Vergewaltigerinnen sind, Penis hin oder her. Denn ihr gesellschaftlicher Rückhalt ist nicht existent. Schon ihre reine Existenz verstehen viele als Affront.</p>

<p>Nun könnten sogenannte Feministinnen das erkennen und gegen Machtstrukturen kämpfen, die Vergewaltiger bestärken. Oder sie führen weiter einen Kampf gegen Penisse auf Kosten einer ohnehin extrem diskriminierten Gruppe.</p>

<p>Choose your side.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/zusammenhang-zwischen-penis-und-vergewaltigung-ein-trugschluss</guid>
      <pubDate>Wed, 22 Dec 2021 09:18:04 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Das Grundproblem der Superheld*innen-Sagas</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/das-grundproblem-der-superheld-innen-sagas</link>
      <description>&lt;![CDATA[#macht #gruppendynamik&#xA;&#xA;Fast alle Superheld*innenfilme wollen uns klarmachen, dass ein Mensch, der plötzlich übermenschliche Kräfte bekommt, diese im Normalfall verantwortungsvoll und zum Wohle der Allgemeinheit einsetzt. Und dass nur Eigennutz unnatürlich sei und einer Erklärung bedarf.&#xA;&#xA;So sehr mir ein solches Menschenbild zusagt, so falsch ist es auch. Macht korrumpiert, und das ist in unserer Gesellschaft eine Konstante. Hat ein Mensch Macht, die er unkontrolliert einsetzen darf, wird er sie fast universell missbrauchen.&#xA;&#xA;In dieser Hinsicht war für mich persönlich die Smallville-Serie eine herbe Enttäuschung. Da was sie, die Chance zu zeigen, wie jemand zu einem Superhelden aufwächst, der unbeirrbar für das Gute einsteht. Stattdessen: autoritäre Eltern, miserable Menschenkenntnis, wird schon.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:gruppendynamik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">gruppendynamik</span></a></p>

<p>Fast alle Superheld*innenfilme wollen uns klarmachen, dass ein Mensch, der plötzlich übermenschliche Kräfte bekommt, diese im Normalfall verantwortungsvoll und zum Wohle der Allgemeinheit einsetzt. Und dass nur Eigennutz unnatürlich sei und einer Erklärung bedarf.</p>

<p>So sehr mir ein solches Menschenbild zusagt, so falsch ist es auch. Macht korrumpiert, und das ist in unserer Gesellschaft eine Konstante. Hat ein Mensch Macht, die er unkontrolliert einsetzen darf, wird er sie fast universell missbrauchen.</p>

<p>In dieser Hinsicht war für mich persönlich die Smallville-Serie eine herbe Enttäuschung. Da was sie, die Chance zu zeigen, wie jemand zu einem Superhelden aufwächst, der unbeirrbar für das Gute einsteht. Stattdessen: autoritäre Eltern, miserable Menschenkenntnis, wird schon.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/das-grundproblem-der-superheld-innen-sagas</guid>
      <pubDate>Mon, 30 Aug 2021 08:09:50 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Ja, TERFs sind transfeindlich</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/ja-terfs-sind-transfeindlich</link>
      <description>&lt;![CDATA[#transfeindlichkeit #feminismus #macht&#xA;&#xA;Es gibt eine Strömung im Feminismus, die man sofort in den Kommentaren hat, wenn man den Begriff &#34;TERF&#34; erwähnt. Dann wird erzählt, dass sie ja gar nichts gegen trans Menschen hätten und es eigentlich ein frauenfeindlicher Begriff sei.&#xA;&#xA;Glaubt es nicht, denn es stimmt nicht.&#xA;&#xA;!--more--Ich habe mir schon bei etlichen dieser Menschen die anderen Kommentare angesehen, und ausnahmslos war die Schlussfolgerung: sie sind eindeutig transfeindlich, ob sie es nun offen zugeben oder nicht. Insbesondere ihre Diskussionen mit trans Personen zeigen das sehr deutlich.&#xA;&#xA;Sie geben sich gerne rational. Deswegen fabulieren sie düstere (wenn auch unwahrscheinliche) Bedrohungsszenarien herbei. Im nächsten Atemzug sprechen sie dann Betroffenen ihre Erfahrung und Wahrnehmung ab, werten diese als &#34;irrational&#34; ab oder ähnliches.&#xA;&#xA;Besonders bezeichnend ist die Aussage, Feminismus sei eine Bewegung für Frauen, und trans Menschen sollen sich doch etwas eigenes gründen. Das ist mehr als bloßer Unwille, sich mit anderen Problemlagen als den eigenen zu beschäftigen. Es geht um Machtverhältnisse.&#xA;&#xA;Die Frauenbewegung hat viel erreicht. Dennoch muss man fairerweise zugeben: das wurde nur möglich, weil die Mächtigen (sprich: Männer) es zugelassen haben, wenn auch vielleicht widerwillig. An der Entscheidung fürs Frauenwahlrecht z.B. war keine einzige Frau beteiligt.&#xA;&#xA;Will man weitere Verbesserungen für Frauen durchsetzen, hat man die Wahl: geht man auf direkte Konfrontation mit dem Patriarchat, oder versucht man die Mächtigen auf die eigene Seite zu ziehen? Die TERFs haben sich eindeutig für das Letztere als ihre Strategie entschieden.&#xA;&#xA;Da ist es ungünstig, sich mit anderen Gruppen zu verbünden, die die Mächtigen noch weniger mögen als Frauen. Deswegen die pragmatische Abgrenzung zu Sex-Workerinnen, zu schwarzen Frauen und natürlich zu trans Personen. Könnte alles die eigene Verhandlungsposition schwächen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:transfeindlichkeit" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">transfeindlichkeit</span></a> <a href="/newstrujew/tag:feminismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">feminismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a></p>

<p>Es gibt eine Strömung im Feminismus, die man sofort in den Kommentaren hat, wenn man den Begriff “TERF” erwähnt. Dann wird erzählt, dass sie ja gar nichts gegen trans Menschen hätten und es eigentlich ein frauenfeindlicher Begriff sei.</p>

<p>Glaubt es nicht, denn es stimmt nicht.</p>

<p>Ich habe mir schon bei etlichen dieser Menschen die anderen Kommentare angesehen, und ausnahmslos war die Schlussfolgerung: sie sind eindeutig transfeindlich, ob sie es nun offen zugeben oder nicht. Insbesondere ihre Diskussionen mit trans Personen zeigen das sehr deutlich.</p>

<p>Sie geben sich gerne rational. Deswegen fabulieren sie düstere (wenn auch unwahrscheinliche) Bedrohungsszenarien herbei. Im nächsten Atemzug sprechen sie dann Betroffenen ihre Erfahrung und Wahrnehmung ab, werten diese als “irrational” ab oder ähnliches.</p>

<p>Besonders bezeichnend ist die Aussage, Feminismus sei eine Bewegung für Frauen, und trans Menschen sollen sich doch etwas eigenes gründen. Das ist mehr als bloßer Unwille, sich mit anderen Problemlagen als den eigenen zu beschäftigen. Es geht um Machtverhältnisse.</p>

<p>Die Frauenbewegung hat viel erreicht. Dennoch muss man fairerweise zugeben: das wurde nur möglich, weil die Mächtigen (sprich: Männer) es zugelassen haben, wenn auch vielleicht widerwillig. An der Entscheidung fürs Frauenwahlrecht z.B. war keine einzige Frau beteiligt.</p>

<p>Will man weitere Verbesserungen für Frauen durchsetzen, hat man die Wahl: geht man auf direkte Konfrontation mit dem Patriarchat, oder versucht man die Mächtigen auf die eigene Seite zu ziehen? Die TERFs haben sich eindeutig für das Letztere als ihre Strategie entschieden.</p>

<p>Da ist es ungünstig, sich mit anderen Gruppen zu verbünden, die die Mächtigen noch weniger mögen als Frauen. Deswegen die pragmatische Abgrenzung zu Sex-Workerinnen, zu schwarzen Frauen und natürlich zu trans Personen. Könnte alles die eigene Verhandlungsposition schwächen.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/ja-terfs-sind-transfeindlich</guid>
      <pubDate>Mon, 28 Jun 2021 09:01:37 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Wie die Übernahme einer Bewegung von innen abläuft</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/wie-die-ubernahme-einer-bewegung-von-innen-ablauft</link>
      <description>&lt;![CDATA[#macht #gruppendynamik #diskriminierung&#xA;&#xA;Ich habe schon einige Male die Übernahme einer gut gemeinten Bewegung durch problematische Charaktere mitbekommen, wenn auch nicht aus der nächsten Nähe. Ich schreibe mal auf, wie das in etwa abläuft, weil ich denke, dass viele die Zeichen nicht deuten können.&#xA;&#xA;Zunächst einmal finden sich mehrere Menschen zusammen und gründen eine Bewegung, um die Welt zu verbessern. Man ist sich einig, was und warum zu tun ist, alle verstehen sich, es ist ein tolles Gefühl.&#xA;&#xA;!--more--Schon bald gewinnt die Bewegung an Bekanntheit, es geht voran.&#xA;&#xA;Eine Person X fällt immer wieder durch besonderes Engagement auf und wird deswegen sehr geschätzt. Zwar bekommt man von X einige problematische Dinge mit, aber es sind ja nur Witzchen. Über private Aussagen will man auch nicht urteilen. Und es sind ohnehin Lappalien.&#xA;&#xA;Währenddessen verabschiedet sich still und leise die mehrfach marginalisierte Person Y aus der Bewegung. Zu den Gründen äußert sie sich nicht, und niemand fragt sie. Y konnte noch nie viel beitragen, und es gibt genug Neuzugänge. Insbesondere X rekrutiert viele Neumitglieder.&#xA;&#xA;Einige Jahre später hat X eine dominante Position in der Bewegung erreicht. Wenn Außenstehende über die Bewegung sprechen, reden sie meist über X. Andere Mitglieder sind kaum bekannt.&#xA;&#xA;Die Reichweite nutzt X, um immer problematischere Inhalte zu verbreiten. Waren es früher Witzchen, werden nun diverse marginalisierte Gruppen direkt angegriffen, und das gelegentlich sogar über offizielle Kanäle der Bewegung.&#xA;&#xA;Einige Mitglieder geben an, die Bewegung wegen dem Verhalten von X verlassen zu haben. Die meisten bleiben aber und ignorieren das Problem. Begründet wird es mit dem großartigen Beitrag, den X leistet. Schließlich soll man das Ziel nicht aus den Augen verlieren.&#xA;&#xA;Die Bewegung hat sich jetzt weitestgehend homogenisiert. Marginalisierte Personen gibt es kaum noch. Die meisten Mitglieder teilen die Ansichten von X, viele wurden von X selber rekrutiert. Einigen sind Kollateralschäden bloß egal. Das Ziel rechtfertigt die Mittel und so.&#xA;&#xA;Dann bricht der erste große Skandal über die Bewegung herein, z.B. MeToo. Auch Y sagt aus. Der Ruf der Bewegung leidet, einige Unterstützer wenden sich ab. Echte Konsequenzen hat es aber nicht, X kann sich auf die eigene Machtbasis verlassen. Es ist nun ein Personenkult.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:gruppendynamik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">gruppendynamik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diskriminierung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diskriminierung</span></a></p>

<p>Ich habe schon einige Male die Übernahme einer gut gemeinten Bewegung durch problematische Charaktere mitbekommen, wenn auch nicht aus der nächsten Nähe. Ich schreibe mal auf, wie das in etwa abläuft, weil ich denke, dass viele die Zeichen nicht deuten können.</p>

<p>Zunächst einmal finden sich mehrere Menschen zusammen und gründen eine Bewegung, um die Welt zu verbessern. Man ist sich einig, was und warum zu tun ist, alle verstehen sich, es ist ein tolles Gefühl.</p>

<p>Schon bald gewinnt die Bewegung an Bekanntheit, es geht voran.</p>

<p>Eine Person X fällt immer wieder durch besonderes Engagement auf und wird deswegen sehr geschätzt. Zwar bekommt man von X einige problematische Dinge mit, aber es sind ja nur Witzchen. Über private Aussagen will man auch nicht urteilen. Und es sind ohnehin Lappalien.</p>

<p>Währenddessen verabschiedet sich still und leise die mehrfach marginalisierte Person Y aus der Bewegung. Zu den Gründen äußert sie sich nicht, und niemand fragt sie. Y konnte noch nie viel beitragen, und es gibt genug Neuzugänge. Insbesondere X rekrutiert viele Neumitglieder.</p>

<p>Einige Jahre später hat X eine dominante Position in der Bewegung erreicht. Wenn Außenstehende über die Bewegung sprechen, reden sie meist über X. Andere Mitglieder sind kaum bekannt.</p>

<p>Die Reichweite nutzt X, um immer problematischere Inhalte zu verbreiten. Waren es früher Witzchen, werden nun diverse marginalisierte Gruppen direkt angegriffen, und das gelegentlich sogar über offizielle Kanäle der Bewegung.</p>

<p>Einige Mitglieder geben an, die Bewegung wegen dem Verhalten von X verlassen zu haben. Die meisten bleiben aber und ignorieren das Problem. Begründet wird es mit dem großartigen Beitrag, den X leistet. Schließlich soll man das Ziel nicht aus den Augen verlieren.</p>

<p>Die Bewegung hat sich jetzt weitestgehend homogenisiert. Marginalisierte Personen gibt es kaum noch. Die meisten Mitglieder teilen die Ansichten von X, viele wurden von X selber rekrutiert. Einigen sind Kollateralschäden bloß egal. Das Ziel rechtfertigt die Mittel und so.</p>

<p>Dann bricht der erste große Skandal über die Bewegung herein, z.B. MeToo. Auch Y sagt aus. Der Ruf der Bewegung leidet, einige Unterstützer wenden sich ab. Echte Konsequenzen hat es aber nicht, X kann sich auf die eigene Machtbasis verlassen. Es ist nun ein Personenkult.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/wie-die-ubernahme-einer-bewegung-von-innen-ablauft</guid>
      <pubDate>Wed, 23 Jun 2021 08:11:28 +0000</pubDate>
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