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    <title>wissenschaft &amp;mdash; Janus Newstrujew</title>
    <link>https://paper.wf/newstrujew/tag:wissenschaft</link>
    <description>Gedanken, die nicht in einen Mastodon-Tröt passen&lt;a href=&#34;https://autistics.life/@Newstrujew/&#34; rel=&#34;me&#34;&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 17:29:46 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>Was sagt der BMI überhaupt aus?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/was-sagt-der-bmi-uberhaupt-aus</link>
      <description>&lt;![CDATA[#wissenschaft #übergewicht&#xA;&#xA;Wir haben es schon so oft gehört, dass wir diese Aussage kaum noch infrage stellen: Übergewicht ist ungesund. Das sagen uns zahlreiche Expert*innen, die es mit Studienergebnissen untermauern können. Warum also daran zweifeln?&#xA;&#xA;Zwar haben wir vielleicht schon mal gehört, dass BMI ziemlich übler rassistischer Mist ist. Aber das ändert ja an der Validität der Aussage nichts. Oder etwa doch?!--more--&#xA;&#xA;Dieser Thread von von Mekka Okereke ist sehr lesenswert. Kurzzusammenfassung: Ergebnisse der meisten US-Studien zu Auswirkungen des BMI sind verfälscht, weil schwarze Menschen grundsätzlich einen höheren BMI haben.&#xA;&#xA;Wenn eine US-Studie also aufzeigt, dass Menschen mit höherem BMI früher sterben, dann heißt es mitnichten, dass Übergewicht zu früherem Tod führt. Vielmehr wird hier systemischer Rassismus beschrieben: viele dieser Menschen sind schwarz, und sie sterben aufgrund von Diskriminierung früher.&#xA;&#xA;Als Gegenbeispiel führt Mekka Okereke das Vereinigte Königreich an, wo schwarze Menschen wohl im Durchschnitt deutlich länger als weiße leben, obwohl sie auch dort einen höheren BMI haben.&#xA;&#xA;Sicherlich gibt es Studien, die auch Diskriminierungserfahrungen in Betracht ziehen, so dass das Ergebnis von diesen nicht verfälscht wird. Aber diese sind weniger, und ihre Ergebnisse nicht ganz so aussagekräftig. Deswegen gehen sie naturgemäß unter.&#xA;&#xA;Auch kann man nicht unbedingt sagen, dass europäische Studien zuverlässiger wären. Man muss berücksichtigen, dass hoher BMI gesellschaftlich nicht akzeptiert ist. Zur Begründung dieses Fatshamings werden auch gerne US-Studien herangezogen, die angebliche gesundheitliche Risiken aufzeigen.&#xA;&#xA;Menschen, die als übergewichtig zählen, sind also allein durch den damit verbundenen Stress gesundheitlich mehr belastet. Dazu kommen ständige Diäten, die bekanntlich fast nie wirken, extrem ungesund sind und durch Schuldgefühle das Stressniveau auch noch erhöhen.&#xA;&#xA;Zurück zum BMI: dieses hat den Anspruch, den gesunden Gewichtsbereich eines Menschen aufzuzeigen. Diesem Anspruch wird er aber nicht gerecht, und die gerne in diesem Zusammenhang zitierten Studien sind größtenteils fehlerhaft.&#xA;&#xA;Ich muss Mekka Okereke zustimmen: es gibt genetische Faktoren, die das Idealgewicht eines Menschen sehr deutlich verändern können. Verallgemeinerungen wie der BMI sind schädlich und zum Teil dafür verantwortlich, dass so viele Menschen mit ihrem Körper unzufrieden sind.&#xA;&#xA;Welche Auswirkungen hat Übergewicht tatsächlich? Schwer zu sagen bei dieser Studienlage. In letzter Zeit habe ich aber Studien gesehen, dass das Gewicht gar nicht ausschlaggebend sei. Wichtiger seien der Lebensstil und die Ernährung. Hört sich plausibel an.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a> <a href="/newstrujew/tag:%C3%BCbergewicht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">übergewicht</span></a></p>

<p>Wir haben es schon so oft gehört, dass wir diese Aussage kaum noch infrage stellen: Übergewicht ist ungesund. Das sagen uns zahlreiche Expert*innen, die es mit Studienergebnissen untermauern können. Warum also daran zweifeln?</p>

<p>Zwar haben wir vielleicht schon mal gehört, dass BMI ziemlich übler rassistischer Mist ist. Aber das ändert ja an der Validität der Aussage nichts. Oder etwa doch?</p>

<p><a href="https://hachyderm.io/@mekkaokereke/109917011319803148" rel="nofollow">Dieser Thread von von Mekka Okereke</a> ist sehr lesenswert. Kurzzusammenfassung: Ergebnisse der meisten US-Studien zu Auswirkungen des BMI sind verfälscht, weil schwarze Menschen grundsätzlich einen höheren BMI haben.</p>

<p>Wenn eine US-Studie also aufzeigt, dass Menschen mit höherem BMI früher sterben, dann heißt es mitnichten, dass Übergewicht zu früherem Tod führt. Vielmehr wird hier systemischer Rassismus beschrieben: viele dieser Menschen sind schwarz, und sie sterben aufgrund von Diskriminierung früher.</p>

<p>Als Gegenbeispiel führt Mekka Okereke das Vereinigte Königreich an, wo schwarze Menschen wohl im Durchschnitt deutlich länger als weiße leben, obwohl sie auch dort einen höheren BMI haben.</p>

<p>Sicherlich gibt es Studien, die auch Diskriminierungserfahrungen in Betracht ziehen, so dass das Ergebnis von diesen nicht verfälscht wird. Aber diese sind weniger, und ihre Ergebnisse nicht ganz so aussagekräftig. Deswegen gehen sie naturgemäß unter.</p>

<p>Auch kann man nicht unbedingt sagen, dass europäische Studien zuverlässiger wären. Man muss berücksichtigen, dass hoher BMI gesellschaftlich nicht akzeptiert ist. Zur Begründung dieses Fatshamings werden auch gerne US-Studien herangezogen, die angebliche gesundheitliche Risiken aufzeigen.</p>

<p>Menschen, die als übergewichtig zählen, sind also allein durch den damit verbundenen Stress gesundheitlich mehr belastet. Dazu kommen ständige Diäten, die bekanntlich fast nie wirken, extrem ungesund sind und durch Schuldgefühle das Stressniveau auch noch erhöhen.</p>

<p>Zurück zum BMI: dieses hat den Anspruch, den gesunden Gewichtsbereich eines Menschen aufzuzeigen. Diesem Anspruch wird er aber nicht gerecht, und die gerne in diesem Zusammenhang zitierten Studien sind größtenteils fehlerhaft.</p>

<p>Ich muss Mekka Okereke zustimmen: es gibt genetische Faktoren, die das Idealgewicht eines Menschen sehr deutlich verändern können. Verallgemeinerungen wie der BMI sind schädlich und zum Teil dafür verantwortlich, dass so viele Menschen mit ihrem Körper unzufrieden sind.</p>

<p>Welche Auswirkungen hat Übergewicht tatsächlich? Schwer zu sagen bei dieser Studienlage. In letzter Zeit habe ich aber Studien gesehen, dass das Gewicht gar nicht ausschlaggebend sei. Wichtiger seien der Lebensstil und die Ernährung. Hört sich plausibel an.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/was-sagt-der-bmi-uberhaupt-aus</guid>
      <pubDate>Sun, 26 Feb 2023 14:17:57 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Was ist eigentlich Autismus?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/was-ist-eigentlich-autismus</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #wissenschaft #diagnostik&#xA;&#xA;Ich habe mich jahrelang mit Autismus beschäftigt, auch um mich selber besser verstehen zu können. Dabei war für mich die Frage zentral: was ist Autismus überhaupt?&#xA;&#xA;Es wurde nicht besser, als ich in einem Buch über Autismus von Merkmalen einer autistischen Persönlichkeit las, die ich zuvor für Ausprägungen meine Individualität hielt. Wo hört eigentlich bei mir Autismus auf, und wo fängt meine Individualität an?!--more--&#xA;&#xA;Wir wissen, dass wir nichts wissen&#xA;&#xA;Tatsächlich muss man feststellen, dass Jahrzehnte der Autismus-Forschung reichlich wenig gebracht haben. Die Diagnosekriterien für Autismus wurden zwar mit der Zeit verbessert, orientieren sich aber nach wie vor ausschließlich danach, wie autistische Menschen von Außen wahrgenommen werden.&#xA;&#xA;In autistischen Kreisen wird oft gesagt, ein autistisches Gehirn sei anders &#34;verdrahtet&#34;. Allerdings ist diese Aussage, so einleuchtend sie auch ist, keinesfalls belegt. Einen neurologischen Unterschied autistischer Gehirne hat man bis heute nicht finden können.&#xA;&#xA;Es gibt lediglich einige unbestätigte Hypothesen, was dieser neurologische Unterschied sein könnte. Viele von diesen (z.B. Spiegelneuronen) werden zwar weiterhin verbreitet, scheiden aber schon allein deswegen aus, weil sie auf Stereotypen basieren und nicht mit Erfahrungen autistischer Menschen übereinstimmen.&#xA;&#xA;Eine andere Hypothese, die Intense World Theory, scheint immerhin einige autistische Erfahrungen zu erklären. Ein tatsächlicher Beleg für diese Hypothese steht nach wie vor aus.&#xA;&#xA;Dabei wissen wir eigentlich, dass Autismus erblich ist. Sehr viele autistische Menschen bekommen im Erwachsenenalter plötzlich Autismus bescheinigt, weil ihr Kind sich als autistisch herausstellt. Dass bei autistischen Menschen mindestens ein Elternteil ebenfalls autistisch ist, scheint die Regel zu sein.&#xA;&#xA;Die Suche nach den beteiligten Erbfaktoren ist bislang trotz erheblichen Aufwandes erfolglos geblieben. Oder sie hatte vielmehr sehr viel Erfolg: es wurden tausende Gene identifiziert, die Einfluss auf Autismus haben könnten.&#xA;&#xA;Vielleicht ist die Vielzahl der genetischen Faktoren ein Indikator dafür, wie vielschichtig Autismus ist. Ohne Frage sind die Unterschiede im Autismus-Spektrum enorm. Aber es könnte auch sein, dass die genetischen Untersuchungen schlicht vom falschen Autismus-Verständnis ausgegangen sind und deswegen zu keinem sinnvollen Ergebnis führen konnten.&#xA;&#xA;Die autistische Kommunikation&#xA;&#xA;So unterschiedlich autistische Menschen auch sind, in ihren Erfahrungsberichten habe ich scheinbar zwei Themenkomplexe identifiziert, die universell für Autismus sind. Nach Außen fällt insbesondere die autistische Kommunikation auf.&#xA;&#xA;Autistische Menschen kommunizieren anders, so viel ist klar. Es ist eine direktere Art der Kommunikation, bei der viel mehr Inhalte über das Gesagte transportiert werden. Der Mimik beispielsweise kommt eine sehr viel geringere Rolle zu.&#xA;&#xA;Hier kommen sehr viele Missverständnisse her. Allistische (also nicht autistische) Menschen erkennen automatisch eine Diskrepanz zwischen der Botschaft und der Mimik. Und das gibt ihnen ein schlechtes Gefühl, das sie nicht zuordnen können. Die Person ist irgendwie &#34;seltsam&#34;.&#xA;&#xA;Oder sie unterstellen autistischen Menschen die Absicht, verletzen zu wollen. Ja, es wurden bloß Tatsachen benannt. Das ist in der allistischen Kommunikation aber bei vielen Themen unüblich. Man umschreibt Dinge oder erwähnt sie erst gar nicht. Ein ungeschriebener sozialer Vertrag, an den sich autistische Menschen oft nicht halten.&#xA;&#xA;Ein weiteres Spannungsfeld: Höflichkeitsfloskeln. Für autistische Menschen tragen ein &#34;guten Morgen&#34; oder ein &#34;danke sehr&#34; nichts zur Konversation bei. Menschen sprechen das automatisch aus, ohne damit wirklich ein Gefühl ausdrücken zu wollen. Sollte also optional sein, ist es für allistische Menschen aber nicht.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt sind Menschen grundsätzlich anpassungsfähig. Deswegen können autistische Menschen natürlich lernen, diesen Erwartungen zu entsprechen (sogenanntes Masking). Das kommt für sie jedoch nicht natürlich, sondern ist stets mit Anstrengung verbunden. Eine Anstrengung, der nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann.&#xA;&#xA;Deswegen wundert es nicht, dass autistische Menschen völlig unbewusst andere Menschen finden, die ähnlich kommunizieren. Hier gibt es keine Missverständnisse. Keinen Druck, sich zu verstellen, um das Gegenüber nicht zu beleidigen.&#xA;&#xA;Diesen Effekt beobachtet man auf sozialen Medien sehr deutlich. Autistische Menschen kommunizieren bevorzugt mit anderen autistischen Menschen. Dabei ist es unerheblich, ob sich diese Menschen eindeutig als autistisch zu erkennen geben. Oft genug wissen sie gar nicht, dass sie autistisch sind, und kommen erst später zu dieser Erkenntnis.&#xA;&#xA;Die Reizverarbeitung&#xA;&#xA;Der andere große Themenbereich ist die autistische Wahrnehmung. Oft wird das so beschrieben, dass autistischen Menschen ein Reizfilter fehlen würde, weswegen sie alle Reize gleichzeitig und ungefiltert wahrnehmen.&#xA;&#xA;Wiederum nach außen sichtbar wird es oft in sozialen Situationen. Autistische Menschen klagen oft darüber, einer Konversation nicht folgen zu können, wenn in der Nähe noch jemand spricht oder die Umgebung allgemein laut ist.&#xA;&#xA;Ebenso kann es schwierig sein, bestimmte Reize zu ignorieren: laute Musik, flimmerndes Licht, Kälte, unbequeme Kleidung, Geschmack oder Textur des Essens etc. Auch typisch: viele autistische Menschen reagieren auf eine unerwartete Berührung wie auf physischen Schmerz.&#xA;&#xA;Auch hier gilt: Menschen sind anpassungsfähig, und sie können lernen, das alles zu ertragen. Niemand sollte es von ihnen aber erwarten. Denn es ist wiederum mit Anstrengung verbunden, geht also nicht dauerhaft.&#xA;&#xA;Man kann sich diese Reizempfindlichkeit nicht &#34;abtrainieren&#34;. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass Menschen diesen Reizen auszusetzen ihre Reizempfindlichkeit irgendwann senken würde. Es gibt dagegen viele Berichte darüber, wie die ständige Anstrengung sie in einen Burnout getrieben hat.&#xA;&#xA;Und alles andere?&#xA;&#xA;Aber das ist doch nicht alles, was autistische Menschen auszeichnet? Was ist mit dem Desinteresse an sozialen Interaktionen, fixen Tagesabläufen, besonderen Interessen, Stimming, fehlendem Augenkontakt?&#xA;&#xA;Die gibt es natürlich auch. Allerdings bin ich persönlich zunehmend davon überzeugt, dass all diese Merkmale eine Folge der zwei bereits beschriebenen Themenkomplexe sind. Und natürlich unserer Gesellschaft, in der alle autistischen Menschen aufwachsen müssen.&#xA;&#xA;So haben sämtliche autistische Menschen, die ich kennengelernt habe (ja, survivorship bias hier), durchaus ein Interesse an sozialen Interaktionen. Sie haben allerdings durchwegs schlechte Erfahrungen mit diesen gemacht.&#xA;&#xA;Denn unsere Gesellschaft erwartet von autistischen Menschen, sich an die Spielregeln allistischer Kommunikation zu halten, ohne diese je erklärt zu haben. Diese seien ja &#34;natürlich&#34; und &#34;selbstverständlich&#34;. Allistische Menschen interessieren sich dagegen in den seltensten Fällen für die Spielregeln autistischer Kommunikation, selbst wenn diese klar erklärt werden.&#xA;&#xA;Autistische Menschen leben oft mit permanenter Überforderung und Überreizung. Es gibt eine Reihe von Bewältigungsstrategien, die dagegen helfen. Zu diesen gehören fixe Tagesabläufe: man weiß, was zu erwarten ist, das gibt Sicherheit.&#xA;&#xA;Auch besondere Interessen, also die thematische Vertiefung in ein Spezialgebiet, erfüllen denselben Zweck: hier erfährt man Bestätigung und weiß gleichzeitig, was zu erwarten ist.&#xA;&#xA;Das Stimming wird heutzutage als ein Mechanismus gesehen, der der emotionalen Selbstregulation hilft. Es muss nicht immer das Wedeln mit den Armen sein, sondern irgendeine Bewegung (und oft genug nicht einmal eine Bewegung), die den Menschen zur inneren Ruhe kommen lässt.&#xA;&#xA;Schließlich ist da noch die Erwartung der allistischen Gesellschaft, dass Menschen im Gespräch einander in die Augen schauen. Das beschreiben autistische Menschen aber oftmals als zu intensiv. Der Augenkontakt überflutet sie mit Reizen, was wiederum beim Gespräch stört.&#xA;&#xA;Interessant ist, dass Augenkontakt oft als Begründung genommen wird, dass ein Mensch nicht autistisch sein könne. Da Augenkontakt in unserer Gesellschaft aber gefordert wird, schauen autistische Menschen oft (und nicht immer wissentlich) auf einen Punkt neben dem Auge. Den Unterschied nehmen allistische Menschen nicht wahr.&#xA;&#xA;Schlussfolgerungen&#xA;&#xA;Derzeit vermute ich also stark, dass die Kommunikation und die Reizverarbeitung tatsächlich die Merkmale sind, die autistische Menschen auszeichnen. Alles andere ist darauf zurückzuführen, dass sie damit in einer Gesellschaft aufwachsen müssen, die nicht für autistische Menschen gedacht ist.&#xA;&#xA;Tatsächlich gehe ich sogar davon aus, dass sowohl die Kommunikation als auch die Reizverarbeitung auf ein und dieselbe Besonderheit des autistischen Gehirns zurückgehen. Vielleicht liefert die Forschung ja irgendwann eine Antwort auf die Frage, welche das ist. Ich rechne allerdings eher nicht damit.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a></p>

<p>Ich habe mich jahrelang mit Autismus beschäftigt, auch um mich selber besser verstehen zu können. Dabei war für mich die Frage zentral: was ist Autismus überhaupt?</p>

<p>Es wurde nicht besser, als ich in einem Buch über Autismus von Merkmalen einer autistischen Persönlichkeit las, die ich zuvor für Ausprägungen meine Individualität hielt. Wo hört eigentlich bei mir Autismus auf, und wo fängt meine Individualität an?</p>

<h2 id="wir-wissen-dass-wir-nichts-wissen" id="wir-wissen-dass-wir-nichts-wissen">Wir wissen, dass wir nichts wissen</h2>

<p>Tatsächlich muss man feststellen, dass Jahrzehnte der Autismus-Forschung reichlich wenig gebracht haben. Die Diagnosekriterien für Autismus wurden zwar mit der Zeit verbessert, orientieren sich aber nach wie vor ausschließlich danach, wie autistische Menschen von Außen wahrgenommen werden.</p>

<p>In autistischen Kreisen wird oft gesagt, ein autistisches Gehirn sei anders “verdrahtet”. Allerdings ist diese Aussage, so einleuchtend sie auch ist, keinesfalls belegt. Einen neurologischen Unterschied autistischer Gehirne hat man bis heute nicht finden können.</p>

<p>Es gibt lediglich einige unbestätigte Hypothesen, was dieser neurologische Unterschied sein könnte. Viele von diesen (z.B. Spiegelneuronen) werden zwar weiterhin verbreitet, scheiden aber schon allein deswegen aus, weil sie auf Stereotypen basieren und nicht mit Erfahrungen autistischer Menschen übereinstimmen.</p>

<p>Eine andere Hypothese, die Intense World Theory, scheint immerhin einige autistische Erfahrungen zu erklären. Ein tatsächlicher Beleg für diese Hypothese steht nach wie vor aus.</p>

<p>Dabei wissen wir eigentlich, dass Autismus erblich ist. Sehr viele autistische Menschen bekommen im Erwachsenenalter plötzlich Autismus bescheinigt, weil ihr Kind sich als autistisch herausstellt. Dass bei autistischen Menschen mindestens ein Elternteil ebenfalls autistisch ist, scheint die Regel zu sein.</p>

<p>Die Suche nach den beteiligten Erbfaktoren ist bislang trotz erheblichen Aufwandes erfolglos geblieben. Oder sie hatte vielmehr sehr viel Erfolg: es wurden tausende Gene identifiziert, die Einfluss auf Autismus haben könnten.</p>

<p>Vielleicht ist die Vielzahl der genetischen Faktoren ein Indikator dafür, wie vielschichtig Autismus ist. Ohne Frage sind die Unterschiede im Autismus-Spektrum enorm. Aber es könnte auch sein, dass die genetischen Untersuchungen schlicht vom falschen Autismus-Verständnis ausgegangen sind und deswegen zu keinem sinnvollen Ergebnis führen konnten.</p>

<h2 id="die-autistische-kommunikation" id="die-autistische-kommunikation">Die autistische Kommunikation</h2>

<p>So unterschiedlich autistische Menschen auch sind, in ihren Erfahrungsberichten habe ich scheinbar zwei Themenkomplexe identifiziert, die universell für Autismus sind. Nach Außen fällt insbesondere die autistische Kommunikation auf.</p>

<p>Autistische Menschen kommunizieren anders, so viel ist klar. Es ist eine direktere Art der Kommunikation, bei der viel mehr Inhalte über das Gesagte transportiert werden. Der Mimik beispielsweise kommt eine sehr viel geringere Rolle zu.</p>

<p>Hier kommen sehr viele Missverständnisse her. Allistische (also nicht autistische) Menschen erkennen automatisch eine Diskrepanz zwischen der Botschaft und der Mimik. Und das gibt ihnen ein schlechtes Gefühl, das sie nicht zuordnen können. Die Person ist irgendwie “seltsam”.</p>

<p>Oder sie unterstellen autistischen Menschen die Absicht, verletzen zu wollen. Ja, es wurden bloß Tatsachen benannt. Das ist in der allistischen Kommunikation aber bei vielen Themen unüblich. Man umschreibt Dinge oder erwähnt sie erst gar nicht. Ein ungeschriebener sozialer Vertrag, an den sich autistische Menschen oft nicht halten.</p>

<p>Ein weiteres Spannungsfeld: Höflichkeitsfloskeln. Für autistische Menschen tragen ein “guten Morgen” oder ein “danke sehr” nichts zur Konversation bei. Menschen sprechen das automatisch aus, ohne damit wirklich ein Gefühl ausdrücken zu wollen. Sollte also optional sein, ist es für allistische Menschen aber nicht.</p>

<p>Wohlgemerkt sind Menschen grundsätzlich anpassungsfähig. Deswegen können autistische Menschen natürlich lernen, diesen Erwartungen zu entsprechen (sogenanntes Masking). Das kommt für sie jedoch nicht natürlich, sondern ist stets mit Anstrengung verbunden. Eine Anstrengung, der nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann.</p>

<p>Deswegen wundert es nicht, dass autistische Menschen völlig unbewusst andere Menschen finden, die ähnlich kommunizieren. Hier gibt es keine Missverständnisse. Keinen Druck, sich zu verstellen, um das Gegenüber nicht zu beleidigen.</p>

<p>Diesen Effekt beobachtet man auf sozialen Medien sehr deutlich. Autistische Menschen kommunizieren bevorzugt mit anderen autistischen Menschen. Dabei ist es unerheblich, ob sich diese Menschen eindeutig als autistisch zu erkennen geben. Oft genug wissen sie gar nicht, dass sie autistisch sind, und kommen erst später zu dieser Erkenntnis.</p>

<h2 id="die-reizverarbeitung" id="die-reizverarbeitung">Die Reizverarbeitung</h2>

<p>Der andere große Themenbereich ist die autistische Wahrnehmung. Oft wird das so beschrieben, dass autistischen Menschen ein Reizfilter fehlen würde, weswegen sie alle Reize gleichzeitig und ungefiltert wahrnehmen.</p>

<p>Wiederum nach außen sichtbar wird es oft in sozialen Situationen. Autistische Menschen klagen oft darüber, einer Konversation nicht folgen zu können, wenn in der Nähe noch jemand spricht oder die Umgebung allgemein laut ist.</p>

<p>Ebenso kann es schwierig sein, bestimmte Reize zu ignorieren: laute Musik, flimmerndes Licht, Kälte, unbequeme Kleidung, Geschmack oder Textur des Essens etc. Auch typisch: viele autistische Menschen reagieren auf eine unerwartete Berührung wie auf physischen Schmerz.</p>

<p>Auch hier gilt: Menschen sind anpassungsfähig, und sie können lernen, das alles zu ertragen. Niemand sollte es von ihnen aber erwarten. Denn es ist wiederum mit Anstrengung verbunden, geht also nicht dauerhaft.</p>

<p>Man kann sich diese Reizempfindlichkeit nicht “abtrainieren”. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass Menschen diesen Reizen auszusetzen ihre Reizempfindlichkeit irgendwann senken würde. Es gibt dagegen viele Berichte darüber, wie die ständige Anstrengung sie in einen Burnout getrieben hat.</p>

<h2 id="und-alles-andere" id="und-alles-andere">Und alles andere?</h2>

<p>Aber das ist doch nicht alles, was autistische Menschen auszeichnet? Was ist mit dem Desinteresse an sozialen Interaktionen, fixen Tagesabläufen, besonderen Interessen, Stimming, fehlendem Augenkontakt?</p>

<p>Die gibt es natürlich auch. Allerdings bin ich persönlich zunehmend davon überzeugt, dass all diese Merkmale eine Folge der zwei bereits beschriebenen Themenkomplexe sind. Und natürlich unserer Gesellschaft, in der alle autistischen Menschen aufwachsen müssen.</p>

<p>So haben sämtliche autistische Menschen, die ich kennengelernt habe (ja, survivorship bias hier), durchaus ein Interesse an sozialen Interaktionen. Sie haben allerdings durchwegs schlechte Erfahrungen mit diesen gemacht.</p>

<p>Denn unsere Gesellschaft erwartet von autistischen Menschen, sich an die Spielregeln allistischer Kommunikation zu halten, ohne diese je erklärt zu haben. Diese seien ja “natürlich” und “selbstverständlich”. Allistische Menschen interessieren sich dagegen in den seltensten Fällen für die Spielregeln autistischer Kommunikation, selbst wenn diese klar erklärt werden.</p>

<p>Autistische Menschen leben oft mit permanenter Überforderung und Überreizung. Es gibt eine Reihe von Bewältigungsstrategien, die dagegen helfen. Zu diesen gehören fixe Tagesabläufe: man weiß, was zu erwarten ist, das gibt Sicherheit.</p>

<p>Auch besondere Interessen, also die thematische Vertiefung in ein Spezialgebiet, erfüllen denselben Zweck: hier erfährt man Bestätigung und weiß gleichzeitig, was zu erwarten ist.</p>

<p>Das Stimming wird heutzutage als ein Mechanismus gesehen, der der emotionalen Selbstregulation hilft. Es muss nicht immer das Wedeln mit den Armen sein, sondern irgendeine Bewegung (und oft genug nicht einmal eine Bewegung), die den Menschen zur inneren Ruhe kommen lässt.</p>

<p>Schließlich ist da noch die Erwartung der allistischen Gesellschaft, dass Menschen im Gespräch einander in die Augen schauen. Das beschreiben autistische Menschen aber oftmals als zu intensiv. Der Augenkontakt überflutet sie mit Reizen, was wiederum beim Gespräch stört.</p>

<p>Interessant ist, dass Augenkontakt oft als Begründung genommen wird, dass ein Mensch nicht autistisch sein könne. Da Augenkontakt in unserer Gesellschaft aber gefordert wird, schauen autistische Menschen oft (und nicht immer wissentlich) auf einen Punkt <em>neben</em> dem Auge. Den Unterschied nehmen allistische Menschen nicht wahr.</p>

<h2 id="schlussfolgerungen" id="schlussfolgerungen">Schlussfolgerungen</h2>

<p>Derzeit vermute ich also stark, dass die Kommunikation und die Reizverarbeitung tatsächlich die Merkmale sind, die autistische Menschen auszeichnen. Alles andere ist darauf zurückzuführen, dass sie damit in einer Gesellschaft aufwachsen müssen, die nicht für autistische Menschen gedacht ist.</p>

<p>Tatsächlich gehe ich sogar davon aus, dass sowohl die Kommunikation als auch die Reizverarbeitung auf ein und dieselbe Besonderheit des autistischen Gehirns zurückgehen. Vielleicht liefert die Forschung ja irgendwann eine Antwort auf die Frage, welche das ist. Ich rechne allerdings eher nicht damit.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/was-ist-eigentlich-autismus</guid>
      <pubDate>Mon, 21 Nov 2022 14:18:07 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Doch, Triggerwarnungen können durchaus effektiv sein</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/doch-triggerwarnungen-konnen-durchaus-effektiv-sein</link>
      <description>&lt;![CDATA[wissenschaft&#xA;&#xA;In einem Mastodon-Beitrag wurde auf diese Studie aufmerksam gemacht, die zu dem Schluss kommt, Triggerwarnungen seien nicht effektiv. Diese Studie würde ich gerne auseinander nehmen. Denn eigentlich wird hier nur ein möglicher Weg untersucht, wie Triggerwarnungen eingesetzt werden können.&#xA;&#xA;Zunächst einmal ist da die zitierte Kritik an den Triggerwarnungen. Die fängt mit dem üblichen Bullshit an:&#xA;&#xA;  Critics have suggested that trigger warnings imperil free speech, academic freedom, and effective teaching!--more--&#xA;&#xA;Ja, Rücksichtnahme auf Mitmenschen macht vieles komplizierter. Ist aber kein Grund, um darauf zu verzichten.&#xA;&#xA;Deutlich gefährlicher ist da die andere Aussage:&#xA;&#xA;  Other critics have suggested that trigger warnings foster unreasonable expectations about the world, hampering natural resilience among young people&#xA;&#xA;Die Behauptung, man müsse Menschen bestimmten schlechten Dingen nun einmal aussetzen, um ihre &#34;natürliche Abwehr&#34; zu stärken, kommt leider immer wieder. Insbesondere (aber nicht nur) bei autistischen Menschen führt das oft zur nachhaltigen Traumatisierung.&#xA;&#xA;Ich sage es mal in aller Deutlichkeit: das Prinzip &#34;was uns nicht umbringt, macht uns stark&#34; funktioniert nicht. Stattdessen bringt es eine Vielzahl an Menschen mit physischen und psychischen Leiden hervor.&#xA;&#xA;Und dann ist da noch diese Aussage, deren Problematik vielleicht nicht ganz offensichtlich is:&#xA;&#xA;  People who view trauma as a core part of their identity have worse symptoms&#xA;&#xA;Also, ob jemand das Trauma als zentralen Bestandteil der eigenen Identität ansieht, bestimmt die Ausprägung der Symptome. Na, merkt ihr das Problem?&#xA;&#xA;Diese Aussage bezieht sich nur auf die Symptome, also ausschließlich die äußerlich sichtbaren Auswirkungen des Traumas. Sie sagt nichts darüber aus, ob sich eine Person besser oder schlechter fühlt.&#xA;&#xA;Tatsächlich ist es sehr wahrscheinlich, dass Menschen, die das Trauma nicht als Bestandteil ihrer Persönlichkeit akzeptieren, die Symptome ihrer Traumatisierung nach Möglichkeiten verstecken. Das bedeutet aber nicht, dass es ihnen besser geht, ganz im Gegenteil.&#xA;&#xA;Das Tüpfelchen auf dem i ist die Fragestellung der Studie. Diese ist:&#xA;&#xA;  do [trigger warnings] help trauma survivors emotionally prepare to engage with difficult material?&#xA;&#xA;Die Frage ist also, ob Menschen sich durch die vorherige Warnung besser mit für sie problematischen Material auseinandersetzen können.&#xA;&#xA;Aber ganz ehrlich: warum müssen sie das überhaupt? Wenn wir wissen, dass diese Inhalte für jemanden traumatisierend sein können, warum setzen wir sie ihnen überhaupt vor?&#xA;&#xA;Nun gut, auch dieser Frage hat sich die Studie angenommen. Und stellt fest, dass die Vermeidung problematischer Inhalte für Betroffene zumindest kurzfristig tatsächlich hilfreich sein kann. Allerdings kommt schon im nächsten Satz:&#xA;&#xA;  it maintains or worsens PTSD in the long run&#xA;&#xA;Gibt es also Studien, die zeigen, dass Traumatisierung sich durch die Vermeidung von Triggern verschlimmert? Zwei der zitierten Nachweise scheinen theoretische Arbeiten zu sein, die die Mechanismen von PTBS zu erklären versuchen. Deren Vorhersagen sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen, solange sie nicht experimentell überprüft sind.&#xA;&#xA;Eine Arbeit (&#34;Cognitive factors involved in the onset and maintenance of posttraumatic stress disorder (PTSD) after physical or sexual assault&#34; von 1999) hat tatsächlich untersucht, welche Faktoren sich dafür verantwortlich zeigen, dass PTBS sich &#34;festsetzt&#34;. Einer der identifizierten Faktoren sind in der Tat dysfunktionale Strategien, konkret: Vermeidung und Suche nach Sicherheit.&#xA;&#xA;Das ist irgendwo einleuchtend: Menschen, die die Auseinandersetzung mit ihren Problemen meiden, können diese nicht lösen. Allerdings steht hier ganz gewiss nicht, dass diese Auseinandersetzung bedeutet, sich den eigenen Triggern aussetzen zu lassen. Vielmehr muss die Auseinandersetzung im psychotherapeutischen Rahmen stattfinden, unter Anleitung von kompetenten Fachkräften!&#xA;&#xA;Mit dieser Scheinargumentation haben die Autoren der Studie also &#34;belegt&#34;, dass die Vermeidung von Triggern keinen Sinn habe. Und bei ihrer eigenen Versuchsdurchführung haben sie sich deswegen darauf beschränkt, Menschen nach einer vorherigen Warnung zu retraumatisieren und ihre Reaktion zu bewerten.&#xA;&#xA;Und siehe da: eine Retraumatisierung ist immer problematisch, ob mit Warnung oder ohne! Wer hätte das gedacht?&#xA;&#xA;Lasst euch bitte von solchen Studien und dem Anspruch auf wissenschaftliche Objektivität nicht davon abbringen, Triggerwarnungen zu verwenden. Solange ihr nämlich Betroffenen die Wahl gebt, nach einer solchen Triggerwarnungen auf problematische Inhalte zu verzichten, bringen sie auch durchaus etwas.&#xA;&#xA;Nachträgliche Ergänzung: Ich will doch noch explizit sagen, dass ich die Durchführung dieser Studie unter ethischen Gesichtspunkten für absolut unverantwortlich halte. Die Teilnehmer*innen der Studie wurden online angeworben. Diese hat man nicht einmal gesehen, ganz zu schweigen von angemessener Begleitung.&#xA;&#xA;Menschen mit PTBS gezielt zu retraumatisieren, ohne sie dabei psychotherapeutisch zu begleiten, ist absolut nicht in Ordnung. Das wäre den Forschenden auch klar, hätten sie sich je mit Betroffenen unterhalten. Diesen Schritt scheinen sie sich aber gespart zu haben.&#xA;&#xA;Das ist leider eine häufige Erscheinung in psychologischen Studien. Man ignoriert Einwände von Betroffenen und unterstellt ihnen, nicht objektiv über ihre Kondition urteilen zu können. Stattdessen verlässt man sich ausschließlich auf Fremdwahrnehmung und richtet damit mitunter massiven Schaden an.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a></p>

<p>In einem Mastodon-Beitrag wurde auf <a href="https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/2167702620921341" rel="nofollow">diese Studie</a> aufmerksam gemacht, die zu dem Schluss kommt, Triggerwarnungen seien nicht effektiv. Diese Studie würde ich gerne auseinander nehmen. Denn eigentlich wird hier nur ein möglicher Weg untersucht, wie Triggerwarnungen eingesetzt werden können.</p>

<p>Zunächst einmal ist da die zitierte Kritik an den Triggerwarnungen. Die fängt mit dem üblichen Bullshit an:</p>

<blockquote><p>Critics have suggested that trigger warnings imperil free speech, academic freedom, and effective teaching</p></blockquote>

<p>Ja, Rücksichtnahme auf Mitmenschen macht vieles komplizierter. Ist aber kein Grund, um darauf zu verzichten.</p>

<p>Deutlich gefährlicher ist da die andere Aussage:</p>

<blockquote><p>Other critics have suggested that trigger warnings foster unreasonable expectations about the world, hampering natural resilience among young people</p></blockquote>

<p>Die Behauptung, man müsse Menschen bestimmten schlechten Dingen nun einmal aussetzen, um ihre “natürliche Abwehr” zu stärken, kommt leider immer wieder. Insbesondere (aber nicht nur) bei autistischen Menschen führt das oft zur nachhaltigen Traumatisierung.</p>

<p>Ich sage es mal in aller Deutlichkeit: das Prinzip “was uns nicht umbringt, macht uns stark” funktioniert nicht. Stattdessen bringt es eine Vielzahl an Menschen mit physischen und psychischen Leiden hervor.</p>

<p>Und dann ist da noch diese Aussage, deren Problematik vielleicht nicht ganz offensichtlich is:</p>

<blockquote><p>People who view trauma as a core part of their identity have worse symptoms</p></blockquote>

<p>Also, ob jemand das Trauma als zentralen Bestandteil der eigenen Identität ansieht, bestimmt die Ausprägung der Symptome. Na, merkt ihr das Problem?</p>

<p>Diese Aussage bezieht sich nur auf die <em>Symptome</em>, also ausschließlich die äußerlich sichtbaren Auswirkungen des Traumas. Sie sagt nichts darüber aus, ob sich eine Person besser oder schlechter fühlt.</p>

<p>Tatsächlich ist es sehr wahrscheinlich, dass Menschen, die das Trauma nicht als Bestandteil ihrer Persönlichkeit akzeptieren, die Symptome ihrer Traumatisierung nach Möglichkeiten verstecken. Das bedeutet aber nicht, dass es ihnen besser geht, ganz im Gegenteil.</p>

<p>Das Tüpfelchen auf dem i ist die Fragestellung der Studie. Diese ist:</p>

<blockquote><p>do [trigger warnings] help trauma survivors emotionally prepare to engage with difficult material?</p></blockquote>

<p>Die Frage ist also, ob Menschen sich durch die vorherige Warnung besser mit für sie problematischen Material auseinandersetzen können.</p>

<p>Aber ganz ehrlich: warum müssen sie das überhaupt? Wenn wir wissen, dass diese Inhalte für jemanden traumatisierend sein können, warum setzen wir sie ihnen überhaupt vor?</p>

<p>Nun gut, auch dieser Frage hat sich die Studie angenommen. Und stellt fest, dass die Vermeidung problematischer Inhalte für Betroffene zumindest kurzfristig tatsächlich hilfreich sein kann. Allerdings kommt schon im nächsten Satz:</p>

<blockquote><p>it maintains or worsens PTSD in the long run</p></blockquote>

<p>Gibt es also Studien, die zeigen, dass Traumatisierung sich durch die Vermeidung von Triggern verschlimmert? Zwei der zitierten Nachweise scheinen theoretische Arbeiten zu sein, die die Mechanismen von PTBS zu erklären versuchen. Deren Vorhersagen sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen, solange sie nicht experimentell überprüft sind.</p>

<p>Eine Arbeit (“Cognitive factors involved in the onset and maintenance of posttraumatic stress disorder (PTSD) after physical or sexual assault” von 1999) hat tatsächlich untersucht, welche Faktoren sich dafür verantwortlich zeigen, dass PTBS sich “festsetzt”. Einer der identifizierten Faktoren sind in der Tat dysfunktionale Strategien, konkret: Vermeidung und Suche nach Sicherheit.</p>

<p>Das ist irgendwo einleuchtend: Menschen, die die Auseinandersetzung mit ihren Problemen meiden, können diese nicht lösen. Allerdings steht hier ganz gewiss nicht, dass diese Auseinandersetzung bedeutet, sich den eigenen Triggern aussetzen zu lassen. Vielmehr muss die Auseinandersetzung im psychotherapeutischen Rahmen stattfinden, unter Anleitung von kompetenten Fachkräften!</p>

<p>Mit dieser Scheinargumentation haben die Autoren der Studie also “belegt”, dass die Vermeidung von Triggern keinen Sinn habe. Und bei ihrer eigenen Versuchsdurchführung haben sie sich deswegen darauf beschränkt, Menschen nach einer vorherigen Warnung zu retraumatisieren und ihre Reaktion zu bewerten.</p>

<p>Und siehe da: eine Retraumatisierung ist immer problematisch, ob mit Warnung oder ohne! Wer hätte das gedacht?</p>

<p>Lasst euch bitte von solchen Studien und dem Anspruch auf wissenschaftliche Objektivität nicht davon abbringen, Triggerwarnungen zu verwenden. Solange ihr nämlich Betroffenen die Wahl gebt, nach einer solchen Triggerwarnungen auf problematische Inhalte zu verzichten, bringen sie auch durchaus etwas.</p>

<p><strong>Nachträgliche Ergänzung</strong>: Ich will doch noch explizit sagen, dass ich die Durchführung dieser Studie unter ethischen Gesichtspunkten für absolut unverantwortlich halte. Die Teilnehmer*innen der Studie wurden online angeworben. Diese hat man nicht einmal gesehen, ganz zu schweigen von angemessener Begleitung.</p>

<p>Menschen mit PTBS gezielt zu retraumatisieren, ohne sie dabei psychotherapeutisch zu begleiten, ist absolut nicht in Ordnung. Das wäre den Forschenden auch klar, hätten sie sich je mit Betroffenen unterhalten. Diesen Schritt scheinen sie sich aber gespart zu haben.</p>

<p>Das ist leider eine häufige Erscheinung in psychologischen Studien. Man ignoriert Einwände von Betroffenen und unterstellt ihnen, nicht objektiv über ihre Kondition urteilen zu können. Stattdessen verlässt man sich ausschließlich auf Fremdwahrnehmung und richtet damit mitunter massiven Schaden an.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/doch-triggerwarnungen-konnen-durchaus-effektiv-sein</guid>
      <pubDate>Thu, 17 Nov 2022 08:41:47 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nein, &#34;Asperger-Syndrom&#34; gibt es nicht</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/nein-asperger-syndrom-gibt-es-nicht</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #diagnostik #wissenschaft&#xA;&#xA;Zur Info: der Begriff &#34;Asperger-Syndrom&#34; existiert, weil Lorna Wing sich nicht mit einer Erweiterung des Autismus-Begriffs durchsetzen konnte. Es war einfacher, einen neuen Begriff einzuführen, als die Großen des Fachgebiets vom Fleck zu bewegen.&#xA;&#xA;!--more--Diese Unterscheidung zwischen &#34;echtem&#34; Autismus und &#34;Asperger-Syndrom&#34; ergibt schon fachlich keinerlei Sinn. Außerdem ist das Syndrom nach einem Nazi-Mörder benannt. Dass es fast 30 Jahre gedauert hat, den Begriff aus der Diagnostik zu verbannen, ist eine Schande.&#xA;&#xA;Dass dieser Begriff aber auch weiter herumgeistert, hat viel mit Ableismus zu tun. Autismus ist in unserer Gesellschaft immer noch mit einem Stigma belegt, nicht zuletzt, weil es ursprünglich in der Fachwelt mit Intelligenzminderung in Verbindung gebracht wurde.&#xA;&#xA;Da war die Selbstbezeichnung &#34;Aspie&#34; vertretbarer: irgendwie auch Autismus, aber gesellschaftlich verwertbar und dadurch akzeptierter.&#xA;&#xA;Also noch einmal: &#34;Asperger-Syndrom&#34; gibt es nicht. Es nennt sich Autismus. Oder Autismus-Spektrum, wenn ihr wollt.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a></p>

<p>Zur Info: der Begriff “Asperger-Syndrom” existiert, weil Lorna Wing sich <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4725185/" rel="nofollow">nicht mit einer Erweiterung des Autismus-Begriffs durchsetzen konnte</a>. Es war einfacher, einen neuen Begriff einzuführen, als die Großen des Fachgebiets vom Fleck zu bewegen.</p>

<p>Diese Unterscheidung zwischen “echtem” Autismus und “Asperger-Syndrom” ergibt schon fachlich keinerlei Sinn. Außerdem ist das Syndrom nach einem Nazi-Mörder benannt. Dass es fast 30 Jahre gedauert hat, den Begriff aus der Diagnostik zu verbannen, ist eine Schande.</p>

<p>Dass dieser Begriff aber auch weiter herumgeistert, hat viel mit Ableismus zu tun. Autismus ist in unserer Gesellschaft immer noch mit einem Stigma belegt, nicht zuletzt, weil es ursprünglich in der Fachwelt mit Intelligenzminderung in Verbindung gebracht wurde.</p>

<p>Da war die Selbstbezeichnung “Aspie” vertretbarer: irgendwie auch Autismus, aber gesellschaftlich verwertbar und dadurch akzeptierter.</p>

<p>Also noch einmal: “Asperger-Syndrom” gibt es nicht. Es nennt sich Autismus. Oder Autismus-Spektrum, wenn ihr wollt.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/nein-asperger-syndrom-gibt-es-nicht</guid>
      <pubDate>Sat, 08 Oct 2022 18:28:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Moderne Mythenbildung oder &#34;haben Autisten deformierte Ohren?&#34;</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/moderne-mythenbildung-oder-haben-autisten-deformierte-ohren</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #mythen #wissenschaft #medien #desinformation&#xA;&#xA;Wenn euch demnächst jemand sagt, ersie sei autistisch, starrt bitte nicht auf die Ohren der Person. Denn die ganze Geschichte ist Quatsch. Aber wie kommt sie zustande?&#xA;&#xA;In den 1950ern kam das Schlafmittel Thalidomid/Contergan auf den Markt. In der Folge gab es zahlreiche Fehlbildungen Neugeborener. Das Problem wurde lange verneint, erst 1961 wurde das Medikament vom Markt genommen. Siehe Contergan-Skandal.&#xA;&#xA;!--more--In den 1990ern untersuchte dann die Forschungsgruppe um Kerstin Strömland Menschen, die durch Thalidomid geschädigt wurden. Davon gab es zu diesem Zeitpunk in Schweden gerade mal hundert. Vier von ihnen haben die Forscherinnen dann Autismus bescheinigt.&#xA;&#xA;Dass ihre Diagnostikmethoden mehr als fraglich waren, zeigt sich schon daran, dass sie nur Menschen mit niedrigem IQ untersuchten und das als Voraussetzung für eine Autismusdiagnose betrachteten. Drei von vier hatten einen IQ unter 50, einer zwischen 50 und 70.&#xA;&#xA;Heute geht man davon aus, dass IQ nichts mit Autismus zu tun hat. Tatsächlich ist niedriger (oder hoher) IQ unter Autist*innen nicht häufiger als in der Allgemeinbevölkerung.&#xA;&#xA;Alle vier hatten außerdem (teils deutliche) Hörprobleme. Thalidomid halt.&#xA;&#xA;Welche Schlussfolgerungen zieht mal aus dieser schwachen Datenbasis?&#xA;&#xA;Ich zitiere: &#34;it appears that there is at least a 50-fold higher rate of autism in those with thalidomide embryopathy than in the general population.&#34;&#xA;&#xA;Wow, diese Gehirnakrobatik bedarf einer Erklärung.&#xA;&#xA;Die Studie geht davon aus, dass nur 0,08% der Allgemeinbevölkerung autistisch sei. Diese Zahl ergibt nur Sinn, wenn niedriger IQ als Voraussetzung für Autismus gesehen wird. Tatsächlich gehen heute sogar konservative Schätzungen von 2% aus.&#xA;&#xA;Also haben wir eine Studie, die mit kaum existenter Datenlage auf Basis schon damals überholter Annahmen unsinnige Aussagen trifft. Und dadurch spekuliert, Hirnschäden und Autismus wären irgendwie ein und dasselbe.&#xA;&#xA;Warum befassen wir uns heute noch mit dem Quatsch? Tja, weil journalistische Publikationen diese Studie aufgegriffen haben natürlich, ohne sich kritisch mit ihr auseinanderzusetzen. Konkret auf Spektrum der Wissenschaft gibt es einen unsäglichen Artikel mit sogar noch weiteren Verallgemeinerungen.&#xA;&#xA;Der Artikel, der autistischen Menschen Hirnschäden und deformierte Ohren zuschreibt, stammt zwar aus dem Jahr 2000. Aber im Netz ist es unwichtig, wie alt etwas ist. Relevant ist nur, wie hoch in den Google-Ergebnissen es erscheint. Also geistert die Geschichte weiter herum.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:mythen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">mythen</span></a> <a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a> <a href="/newstrujew/tag:medien" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">medien</span></a> <a href="/newstrujew/tag:desinformation" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">desinformation</span></a></p>

<p>Wenn euch demnächst jemand sagt, er*sie sei autistisch, starrt bitte nicht auf die Ohren der Person. Denn die ganze Geschichte ist Quatsch. Aber wie kommt sie zustande?</p>

<p>In den 1950ern kam das Schlafmittel Thalidomid/Contergan auf den Markt. In der Folge gab es zahlreiche Fehlbildungen Neugeborener. Das Problem wurde lange verneint, erst 1961 wurde das Medikament vom Markt genommen. Siehe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thalidomid#Contergan-Skandal" rel="nofollow">Contergan-Skandal</a>.</p>

<p>In den 1990ern <a href="https://www.princeton.edu/~sswang/ASD/stromland_gillberg94_autism-thalidomide.pdf" rel="nofollow">untersuchte dann die Forschungsgruppe um Kerstin Strömland Menschen, die durch Thalidomid geschädigt wurden</a>. Davon gab es zu diesem Zeitpunk in Schweden gerade mal hundert. Vier von ihnen haben die Forscher*innen dann Autismus bescheinigt.</p>

<p>Dass ihre Diagnostikmethoden mehr als fraglich waren, zeigt sich schon daran, dass sie nur Menschen mit niedrigem IQ untersuchten und das als Voraussetzung für eine Autismusdiagnose betrachteten. Drei von vier hatten einen IQ unter 50, einer zwischen 50 und 70.</p>

<p>Heute geht man davon aus, dass IQ nichts mit Autismus zu tun hat. Tatsächlich ist niedriger (oder hoher) IQ unter Autist*innen nicht häufiger als in der Allgemeinbevölkerung.</p>

<p>Alle vier hatten außerdem (teils deutliche) Hörprobleme. Thalidomid halt.</p>

<p>Welche Schlussfolgerungen zieht mal aus dieser schwachen Datenbasis?</p>

<p>Ich zitiere: “it appears that there is at least a 50-fold higher rate of autism in those with thalidomide embryopathy than in the general population.”</p>

<p>Wow, diese Gehirnakrobatik bedarf einer Erklärung.</p>

<p>Die Studie geht davon aus, dass nur 0,08% der Allgemeinbevölkerung autistisch sei. Diese Zahl ergibt nur Sinn, wenn niedriger IQ als Voraussetzung für Autismus gesehen wird. Tatsächlich gehen heute sogar konservative Schätzungen von 2% aus.</p>

<p>Also haben wir eine Studie, die mit kaum existenter Datenlage auf Basis schon damals überholter Annahmen unsinnige Aussagen trifft. Und dadurch spekuliert, Hirnschäden und Autismus wären irgendwie ein und dasselbe.</p>

<p>Warum befassen wir uns heute noch mit dem Quatsch? Tja, weil journalistische Publikationen diese Studie aufgegriffen haben natürlich, ohne sich kritisch mit ihr auseinanderzusetzen. Konkret auf Spektrum der Wissenschaft gibt es einen unsäglichen Artikel mit sogar noch weiteren Verallgemeinerungen.</p>

<p>Der Artikel, der autistischen Menschen Hirnschäden und deformierte Ohren zuschreibt, stammt zwar aus dem Jahr 2000. Aber im Netz ist es unwichtig, wie alt etwas ist. Relevant ist nur, wie hoch in den Google-Ergebnissen es erscheint. Also geistert die Geschichte weiter herum.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/moderne-mythenbildung-oder-haben-autisten-deformierte-ohren</guid>
      <pubDate>Wed, 17 Aug 2022 09:13:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Autismus-Mythen oder warum Simon Baron-Cohen keine Plattform haben sollte</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/autismus-mythen-oder-warum-simon-baron-cohen-keine-plattform-haben-sollte</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #mythen #wissenschaft #macht&#xA;&#xA;Wer den Kontext nicht kennt, Simon Baron-Cohen ist für eine Reihe schädlicher Theorien zu Autismus verantwortlich. Diese sind allesamt auf überholten Stereotypen basiert, bekommen aber auch heutzutage weiterhin viel Beachtung und werden auch von ihrem Autor weiter verbreitet.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt ist das Problem nicht, dass diese Theorien aufgestellt wurden. Falsche Hypothesen sind normaler Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung. Das Problem ist, das heute noch gegen besseres Wissen an diesen Theorien festgehalten wird, zum Nachteil der Betroffenen.&#xA;&#xA;!--more--Da gibt es beispielsweise die Behauptung, Autismus hätte etwas mit einer &#34;zu männlichen&#34; Gehirnstruktur zu tun. Nicht nur ist diese Arbeit auf überholten Geschlechterstereotypen basiert und rationalisiert diese auch noch. Sie wird als Ursache für die männliche Überrepräsentation unter Autistinnen geführt. Jedoch wird immer deutlicher, dass diese vor allem an den Diagnosen liegt, die Autistinnen oft verwehrt bleiben. Wird das berücksichtigt, scheint das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.&#xA;&#xA;Die Sache mit &#34;Theory of Mind&#34; geht ebenfalls auf Simon Baron-Cohen zurück. Die (fehlgeleitete) Behauptung hier ist, Autistinnen könnten nicht empathisch agieren, weil sie grundsätzlich nicht verstünden, was in anderen Menschen vor sich geht.&#xA;&#xA;Hier gibt es viele Einwände seitens Autistinnen, die erklären, wie diese Behauptung auf falschen Annahmen basiert. Auch experimentelle Nachweise sind keineswegs so objektiv, wie gerne behauptet wird. Diese Einwände werden aber allesamt ignoriert.&#xA;&#xA;Das ist leider eine häufige Tendenz in der psychologischen Forschung: hat jemand für sich mit einer Theorie einen Namen gemacht, will derjenige diese Theorie natürlich nicht demontieren, selbst wenn Fakten dagegen sprechen. Und die Kritikerinnen haben keine so große Bühne.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:mythen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">mythen</span></a> <a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a></p>

<p>Wer den Kontext nicht kennt, Simon Baron-Cohen ist für eine Reihe schädlicher Theorien zu Autismus verantwortlich. Diese sind allesamt auf überholten Stereotypen basiert, bekommen aber auch heutzutage weiterhin viel Beachtung und werden auch von ihrem Autor weiter verbreitet.</p>

<p>Wohlgemerkt ist das Problem nicht, dass diese Theorien aufgestellt wurden. Falsche Hypothesen sind normaler Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung. Das Problem ist, das heute noch gegen besseres Wissen an diesen Theorien festgehalten wird, zum Nachteil der Betroffenen.</p>

<p>Da gibt es beispielsweise die Behauptung, Autismus hätte etwas mit einer “zu männlichen” Gehirnstruktur zu tun. Nicht nur ist diese Arbeit auf überholten Geschlechterstereotypen basiert und rationalisiert diese auch noch. Sie wird als Ursache für die männliche Überrepräsentation unter Autist*innen geführt. Jedoch wird immer deutlicher, dass diese vor allem an den Diagnosen liegt, die Autistinnen oft verwehrt bleiben. Wird das berücksichtigt, scheint das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.</p>

<p>Die Sache mit “Theory of Mind” geht ebenfalls auf Simon Baron-Cohen zurück. Die (fehlgeleitete) Behauptung hier ist, Autist*innen könnten nicht empathisch agieren, weil sie grundsätzlich nicht verstünden, was in anderen Menschen vor sich geht.</p>

<p>Hier gibt es viele Einwände seitens Autist*innen, die erklären, wie diese Behauptung auf falschen Annahmen basiert. Auch experimentelle Nachweise sind keineswegs so objektiv, wie gerne behauptet wird. Diese Einwände werden aber allesamt ignoriert.</p>

<p>Das ist leider eine häufige Tendenz in der psychologischen Forschung: hat jemand für sich mit einer Theorie einen Namen gemacht, will derjenige diese Theorie natürlich nicht demontieren, selbst wenn Fakten dagegen sprechen. Und die Kritiker*innen haben keine so große Bühne.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/autismus-mythen-oder-warum-simon-baron-cohen-keine-plattform-haben-sollte</guid>
      <pubDate>Sun, 30 Jan 2022 12:18:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der Mythos vom kreativen Linkshändler</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/der-mythos-vom-kreativen-linkshandler</link>
      <description>&lt;![CDATA[#wissenschaft #mythen&#xA;&#xA;Kennt ihr die Mär vom kreativen Linkshänder? Ich finde, es ist ein faszinierendes Beispiel fehlgeleiteter psychologischer Forschung, die es versäumt, den soziokulturellen Kontext zu berücksichtigen.&#xA;&#xA;In älteren Studien waren Linkshänder tatsächlich intelligenter und kreativer. Das hatte aber vor allem damit zu tun, dass zu der Zeit die meisten Linkshänder umgelernt wurden und dadurch nicht mehr als Linkshänder erkennbar waren. Wer wurde nicht umgelernt und konnte an einer solchen Studie teilnehmen? Vor allem Leute aus progressiven Familien.&#xA;&#xA;!--more--Also vergleicht man Linkshändler mit Rechtshändlern: erstere ausschließlich aus progressiven Familien, letztere als einen tatsächlichen Querschnitt der Bevölkerung. Und fertig ist der signifikant höhere Anteil von kreativen Menschen unter Linkshändern.&#xA;&#xA;Man hat sich auch rationale Erklärungen für den Effekt überlegt. Unterschiedliche Gehirnhälften haben unterschiedliche Zuständigkeiten! Wie wir heute wissen, sind sie aber sehr flexibel.&#xA;&#xA;Sobald die Idee in die Welt gesetzt wurde, entwickelte sie natürlich ein Eigenleben. Nun hatten Linkshänder auch noch den sozialen Druck, besonders kreativ zu sein. Und plötzlich hatte man tatsächlich mehr kreative Linkshänder. Theorie bestätigt sich!&#xA;&#xA;Das macht psychologische Forschung so kompliziert. Die Effekte, die man hier zu messen versucht, sind oftmals von deutlich stärkeren sozialen Faktoren überlagert. Und viel zu viele Studienergebnisse sind dementsprechend nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind.&#xA;&#xA;Eine andere Richtung, aus der enorm viel zweifelhafte psychologische Forschung kommt, sind Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die allermeisten Studien bilden einfach den Ist-Zustand der Gesellschaft ab. Und werden dann als Rechtfertigung für just diesen Zustand genommen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a> <a href="/newstrujew/tag:mythen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">mythen</span></a></p>

<p>Kennt ihr die Mär vom kreativen Linkshänder? Ich finde, es ist ein faszinierendes Beispiel fehlgeleiteter psychologischer Forschung, die es versäumt, den soziokulturellen Kontext zu berücksichtigen.</p>

<p>In älteren Studien waren Linkshänder tatsächlich intelligenter und kreativer. Das hatte aber vor allem damit zu tun, dass zu der Zeit die meisten Linkshänder umgelernt wurden und dadurch nicht mehr als Linkshänder erkennbar waren. Wer wurde nicht umgelernt und konnte an einer solchen Studie teilnehmen? Vor allem Leute aus progressiven Familien.</p>

<p>Also vergleicht man Linkshändler mit Rechtshändlern: erstere ausschließlich aus progressiven Familien, letztere als einen tatsächlichen Querschnitt der Bevölkerung. Und fertig ist der signifikant höhere Anteil von kreativen Menschen unter Linkshändern.</p>

<p>Man hat sich auch rationale Erklärungen für den Effekt überlegt. Unterschiedliche Gehirnhälften haben unterschiedliche Zuständigkeiten! Wie wir heute wissen, sind sie aber sehr flexibel.</p>

<p>Sobald die Idee in die Welt gesetzt wurde, entwickelte sie natürlich ein Eigenleben. Nun hatten Linkshänder auch noch den sozialen Druck, besonders kreativ zu sein. Und plötzlich hatte man tatsächlich mehr kreative Linkshänder. Theorie bestätigt sich!</p>

<p>Das macht psychologische Forschung so kompliziert. Die Effekte, die man hier zu messen versucht, sind oftmals von deutlich stärkeren sozialen Faktoren überlagert. Und viel zu viele Studienergebnisse sind dementsprechend nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind.</p>

<p>Eine andere Richtung, aus der enorm viel zweifelhafte psychologische Forschung kommt, sind Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die allermeisten Studien bilden einfach den Ist-Zustand der Gesellschaft ab. Und werden dann als Rechtfertigung für just diesen Zustand genommen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/der-mythos-vom-kreativen-linkshandler</guid>
      <pubDate>Sun, 04 Apr 2021 18:46:41 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Tags</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/tags</link>
      <description>&lt;![CDATA[#abtreibung small(2)/small · #angst small(1)/small · #antisemitismus small(4)/small · #armut small(6)/small · #autismus small(10)/small · #bildung small(6)/small · #chancengleichheit small(2)/small · #covid small(8)/small · #desinformation small(7)/small · #diagnostik small(8)/small · #diskriminierung small(7)/small · #eu small(2)/small · #fahrräder small(5)/small · #feminismus small(13)/small · #flucht small(3)/small · #geschichte small(11)/small · #gewalt small(2)/small · #gruppendynamik small(6)/small · #identität small(5)/small · #imperialismus small(7)/small · #klimaschutz small(4)/small · #krieg small(9)/small · #macht small(10)/small · #medien small(5)/small · #mythen small(6)/small · #pandemie small(8)/small · #politik small(13)/small · #rassismus small(8)/small · #religion small(2)/small · #russland small(14)/small · #selfdx small(4)/small · #sowjetunion small(10)/small · #stalking small(1)/small · #tonepolicing small(1)/small · #transfeindlichkeit small(7)/small · #ukraine small(10)/small · #vergewaltigung small(3)/small · #wissenschaft small(7)/small · #zitat small(2)/small · #übergewicht small(1)/small]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:abtreibung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">abtreibung</span></a> <small>(2)</small> · <a href="/newstrujew/tag:angst" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">angst</span></a> <small>(1)</small> · <a href="/newstrujew/tag:antisemitismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">antisemitismus</span></a> <small>(4)</small> · <a href="/newstrujew/tag:armut" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">armut</span></a> <small>(6)</small> · <a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <small>(10)</small> · <a href="/newstrujew/tag:bildung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">bildung</span></a> <small>(6)</small> · <a href="/newstrujew/tag:chancengleichheit" class="hashtag" 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      <pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
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