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    <title>diagnostik &amp;mdash; Janus Newstrujew</title>
    <link>https://paper.wf/newstrujew/tag:diagnostik</link>
    <description>Gedanken, die nicht in einen Mastodon-Tröt passen&lt;a href=&#34;https://autistics.life/@Newstrujew/&#34; rel=&#34;me&#34;&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 17:27:16 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>Was ist eigentlich Autismus?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/was-ist-eigentlich-autismus</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #wissenschaft #diagnostik&#xA;&#xA;Ich habe mich jahrelang mit Autismus beschäftigt, auch um mich selber besser verstehen zu können. Dabei war für mich die Frage zentral: was ist Autismus überhaupt?&#xA;&#xA;Es wurde nicht besser, als ich in einem Buch über Autismus von Merkmalen einer autistischen Persönlichkeit las, die ich zuvor für Ausprägungen meine Individualität hielt. Wo hört eigentlich bei mir Autismus auf, und wo fängt meine Individualität an?!--more--&#xA;&#xA;Wir wissen, dass wir nichts wissen&#xA;&#xA;Tatsächlich muss man feststellen, dass Jahrzehnte der Autismus-Forschung reichlich wenig gebracht haben. Die Diagnosekriterien für Autismus wurden zwar mit der Zeit verbessert, orientieren sich aber nach wie vor ausschließlich danach, wie autistische Menschen von Außen wahrgenommen werden.&#xA;&#xA;In autistischen Kreisen wird oft gesagt, ein autistisches Gehirn sei anders &#34;verdrahtet&#34;. Allerdings ist diese Aussage, so einleuchtend sie auch ist, keinesfalls belegt. Einen neurologischen Unterschied autistischer Gehirne hat man bis heute nicht finden können.&#xA;&#xA;Es gibt lediglich einige unbestätigte Hypothesen, was dieser neurologische Unterschied sein könnte. Viele von diesen (z.B. Spiegelneuronen) werden zwar weiterhin verbreitet, scheiden aber schon allein deswegen aus, weil sie auf Stereotypen basieren und nicht mit Erfahrungen autistischer Menschen übereinstimmen.&#xA;&#xA;Eine andere Hypothese, die Intense World Theory, scheint immerhin einige autistische Erfahrungen zu erklären. Ein tatsächlicher Beleg für diese Hypothese steht nach wie vor aus.&#xA;&#xA;Dabei wissen wir eigentlich, dass Autismus erblich ist. Sehr viele autistische Menschen bekommen im Erwachsenenalter plötzlich Autismus bescheinigt, weil ihr Kind sich als autistisch herausstellt. Dass bei autistischen Menschen mindestens ein Elternteil ebenfalls autistisch ist, scheint die Regel zu sein.&#xA;&#xA;Die Suche nach den beteiligten Erbfaktoren ist bislang trotz erheblichen Aufwandes erfolglos geblieben. Oder sie hatte vielmehr sehr viel Erfolg: es wurden tausende Gene identifiziert, die Einfluss auf Autismus haben könnten.&#xA;&#xA;Vielleicht ist die Vielzahl der genetischen Faktoren ein Indikator dafür, wie vielschichtig Autismus ist. Ohne Frage sind die Unterschiede im Autismus-Spektrum enorm. Aber es könnte auch sein, dass die genetischen Untersuchungen schlicht vom falschen Autismus-Verständnis ausgegangen sind und deswegen zu keinem sinnvollen Ergebnis führen konnten.&#xA;&#xA;Die autistische Kommunikation&#xA;&#xA;So unterschiedlich autistische Menschen auch sind, in ihren Erfahrungsberichten habe ich scheinbar zwei Themenkomplexe identifiziert, die universell für Autismus sind. Nach Außen fällt insbesondere die autistische Kommunikation auf.&#xA;&#xA;Autistische Menschen kommunizieren anders, so viel ist klar. Es ist eine direktere Art der Kommunikation, bei der viel mehr Inhalte über das Gesagte transportiert werden. Der Mimik beispielsweise kommt eine sehr viel geringere Rolle zu.&#xA;&#xA;Hier kommen sehr viele Missverständnisse her. Allistische (also nicht autistische) Menschen erkennen automatisch eine Diskrepanz zwischen der Botschaft und der Mimik. Und das gibt ihnen ein schlechtes Gefühl, das sie nicht zuordnen können. Die Person ist irgendwie &#34;seltsam&#34;.&#xA;&#xA;Oder sie unterstellen autistischen Menschen die Absicht, verletzen zu wollen. Ja, es wurden bloß Tatsachen benannt. Das ist in der allistischen Kommunikation aber bei vielen Themen unüblich. Man umschreibt Dinge oder erwähnt sie erst gar nicht. Ein ungeschriebener sozialer Vertrag, an den sich autistische Menschen oft nicht halten.&#xA;&#xA;Ein weiteres Spannungsfeld: Höflichkeitsfloskeln. Für autistische Menschen tragen ein &#34;guten Morgen&#34; oder ein &#34;danke sehr&#34; nichts zur Konversation bei. Menschen sprechen das automatisch aus, ohne damit wirklich ein Gefühl ausdrücken zu wollen. Sollte also optional sein, ist es für allistische Menschen aber nicht.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt sind Menschen grundsätzlich anpassungsfähig. Deswegen können autistische Menschen natürlich lernen, diesen Erwartungen zu entsprechen (sogenanntes Masking). Das kommt für sie jedoch nicht natürlich, sondern ist stets mit Anstrengung verbunden. Eine Anstrengung, der nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann.&#xA;&#xA;Deswegen wundert es nicht, dass autistische Menschen völlig unbewusst andere Menschen finden, die ähnlich kommunizieren. Hier gibt es keine Missverständnisse. Keinen Druck, sich zu verstellen, um das Gegenüber nicht zu beleidigen.&#xA;&#xA;Diesen Effekt beobachtet man auf sozialen Medien sehr deutlich. Autistische Menschen kommunizieren bevorzugt mit anderen autistischen Menschen. Dabei ist es unerheblich, ob sich diese Menschen eindeutig als autistisch zu erkennen geben. Oft genug wissen sie gar nicht, dass sie autistisch sind, und kommen erst später zu dieser Erkenntnis.&#xA;&#xA;Die Reizverarbeitung&#xA;&#xA;Der andere große Themenbereich ist die autistische Wahrnehmung. Oft wird das so beschrieben, dass autistischen Menschen ein Reizfilter fehlen würde, weswegen sie alle Reize gleichzeitig und ungefiltert wahrnehmen.&#xA;&#xA;Wiederum nach außen sichtbar wird es oft in sozialen Situationen. Autistische Menschen klagen oft darüber, einer Konversation nicht folgen zu können, wenn in der Nähe noch jemand spricht oder die Umgebung allgemein laut ist.&#xA;&#xA;Ebenso kann es schwierig sein, bestimmte Reize zu ignorieren: laute Musik, flimmerndes Licht, Kälte, unbequeme Kleidung, Geschmack oder Textur des Essens etc. Auch typisch: viele autistische Menschen reagieren auf eine unerwartete Berührung wie auf physischen Schmerz.&#xA;&#xA;Auch hier gilt: Menschen sind anpassungsfähig, und sie können lernen, das alles zu ertragen. Niemand sollte es von ihnen aber erwarten. Denn es ist wiederum mit Anstrengung verbunden, geht also nicht dauerhaft.&#xA;&#xA;Man kann sich diese Reizempfindlichkeit nicht &#34;abtrainieren&#34;. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass Menschen diesen Reizen auszusetzen ihre Reizempfindlichkeit irgendwann senken würde. Es gibt dagegen viele Berichte darüber, wie die ständige Anstrengung sie in einen Burnout getrieben hat.&#xA;&#xA;Und alles andere?&#xA;&#xA;Aber das ist doch nicht alles, was autistische Menschen auszeichnet? Was ist mit dem Desinteresse an sozialen Interaktionen, fixen Tagesabläufen, besonderen Interessen, Stimming, fehlendem Augenkontakt?&#xA;&#xA;Die gibt es natürlich auch. Allerdings bin ich persönlich zunehmend davon überzeugt, dass all diese Merkmale eine Folge der zwei bereits beschriebenen Themenkomplexe sind. Und natürlich unserer Gesellschaft, in der alle autistischen Menschen aufwachsen müssen.&#xA;&#xA;So haben sämtliche autistische Menschen, die ich kennengelernt habe (ja, survivorship bias hier), durchaus ein Interesse an sozialen Interaktionen. Sie haben allerdings durchwegs schlechte Erfahrungen mit diesen gemacht.&#xA;&#xA;Denn unsere Gesellschaft erwartet von autistischen Menschen, sich an die Spielregeln allistischer Kommunikation zu halten, ohne diese je erklärt zu haben. Diese seien ja &#34;natürlich&#34; und &#34;selbstverständlich&#34;. Allistische Menschen interessieren sich dagegen in den seltensten Fällen für die Spielregeln autistischer Kommunikation, selbst wenn diese klar erklärt werden.&#xA;&#xA;Autistische Menschen leben oft mit permanenter Überforderung und Überreizung. Es gibt eine Reihe von Bewältigungsstrategien, die dagegen helfen. Zu diesen gehören fixe Tagesabläufe: man weiß, was zu erwarten ist, das gibt Sicherheit.&#xA;&#xA;Auch besondere Interessen, also die thematische Vertiefung in ein Spezialgebiet, erfüllen denselben Zweck: hier erfährt man Bestätigung und weiß gleichzeitig, was zu erwarten ist.&#xA;&#xA;Das Stimming wird heutzutage als ein Mechanismus gesehen, der der emotionalen Selbstregulation hilft. Es muss nicht immer das Wedeln mit den Armen sein, sondern irgendeine Bewegung (und oft genug nicht einmal eine Bewegung), die den Menschen zur inneren Ruhe kommen lässt.&#xA;&#xA;Schließlich ist da noch die Erwartung der allistischen Gesellschaft, dass Menschen im Gespräch einander in die Augen schauen. Das beschreiben autistische Menschen aber oftmals als zu intensiv. Der Augenkontakt überflutet sie mit Reizen, was wiederum beim Gespräch stört.&#xA;&#xA;Interessant ist, dass Augenkontakt oft als Begründung genommen wird, dass ein Mensch nicht autistisch sein könne. Da Augenkontakt in unserer Gesellschaft aber gefordert wird, schauen autistische Menschen oft (und nicht immer wissentlich) auf einen Punkt neben dem Auge. Den Unterschied nehmen allistische Menschen nicht wahr.&#xA;&#xA;Schlussfolgerungen&#xA;&#xA;Derzeit vermute ich also stark, dass die Kommunikation und die Reizverarbeitung tatsächlich die Merkmale sind, die autistische Menschen auszeichnen. Alles andere ist darauf zurückzuführen, dass sie damit in einer Gesellschaft aufwachsen müssen, die nicht für autistische Menschen gedacht ist.&#xA;&#xA;Tatsächlich gehe ich sogar davon aus, dass sowohl die Kommunikation als auch die Reizverarbeitung auf ein und dieselbe Besonderheit des autistischen Gehirns zurückgehen. Vielleicht liefert die Forschung ja irgendwann eine Antwort auf die Frage, welche das ist. Ich rechne allerdings eher nicht damit.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a></p>

<p>Ich habe mich jahrelang mit Autismus beschäftigt, auch um mich selber besser verstehen zu können. Dabei war für mich die Frage zentral: was ist Autismus überhaupt?</p>

<p>Es wurde nicht besser, als ich in einem Buch über Autismus von Merkmalen einer autistischen Persönlichkeit las, die ich zuvor für Ausprägungen meine Individualität hielt. Wo hört eigentlich bei mir Autismus auf, und wo fängt meine Individualität an?</p>

<h2 id="wir-wissen-dass-wir-nichts-wissen" id="wir-wissen-dass-wir-nichts-wissen">Wir wissen, dass wir nichts wissen</h2>

<p>Tatsächlich muss man feststellen, dass Jahrzehnte der Autismus-Forschung reichlich wenig gebracht haben. Die Diagnosekriterien für Autismus wurden zwar mit der Zeit verbessert, orientieren sich aber nach wie vor ausschließlich danach, wie autistische Menschen von Außen wahrgenommen werden.</p>

<p>In autistischen Kreisen wird oft gesagt, ein autistisches Gehirn sei anders “verdrahtet”. Allerdings ist diese Aussage, so einleuchtend sie auch ist, keinesfalls belegt. Einen neurologischen Unterschied autistischer Gehirne hat man bis heute nicht finden können.</p>

<p>Es gibt lediglich einige unbestätigte Hypothesen, was dieser neurologische Unterschied sein könnte. Viele von diesen (z.B. Spiegelneuronen) werden zwar weiterhin verbreitet, scheiden aber schon allein deswegen aus, weil sie auf Stereotypen basieren und nicht mit Erfahrungen autistischer Menschen übereinstimmen.</p>

<p>Eine andere Hypothese, die Intense World Theory, scheint immerhin einige autistische Erfahrungen zu erklären. Ein tatsächlicher Beleg für diese Hypothese steht nach wie vor aus.</p>

<p>Dabei wissen wir eigentlich, dass Autismus erblich ist. Sehr viele autistische Menschen bekommen im Erwachsenenalter plötzlich Autismus bescheinigt, weil ihr Kind sich als autistisch herausstellt. Dass bei autistischen Menschen mindestens ein Elternteil ebenfalls autistisch ist, scheint die Regel zu sein.</p>

<p>Die Suche nach den beteiligten Erbfaktoren ist bislang trotz erheblichen Aufwandes erfolglos geblieben. Oder sie hatte vielmehr sehr viel Erfolg: es wurden tausende Gene identifiziert, die Einfluss auf Autismus haben könnten.</p>

<p>Vielleicht ist die Vielzahl der genetischen Faktoren ein Indikator dafür, wie vielschichtig Autismus ist. Ohne Frage sind die Unterschiede im Autismus-Spektrum enorm. Aber es könnte auch sein, dass die genetischen Untersuchungen schlicht vom falschen Autismus-Verständnis ausgegangen sind und deswegen zu keinem sinnvollen Ergebnis führen konnten.</p>

<h2 id="die-autistische-kommunikation" id="die-autistische-kommunikation">Die autistische Kommunikation</h2>

<p>So unterschiedlich autistische Menschen auch sind, in ihren Erfahrungsberichten habe ich scheinbar zwei Themenkomplexe identifiziert, die universell für Autismus sind. Nach Außen fällt insbesondere die autistische Kommunikation auf.</p>

<p>Autistische Menschen kommunizieren anders, so viel ist klar. Es ist eine direktere Art der Kommunikation, bei der viel mehr Inhalte über das Gesagte transportiert werden. Der Mimik beispielsweise kommt eine sehr viel geringere Rolle zu.</p>

<p>Hier kommen sehr viele Missverständnisse her. Allistische (also nicht autistische) Menschen erkennen automatisch eine Diskrepanz zwischen der Botschaft und der Mimik. Und das gibt ihnen ein schlechtes Gefühl, das sie nicht zuordnen können. Die Person ist irgendwie “seltsam”.</p>

<p>Oder sie unterstellen autistischen Menschen die Absicht, verletzen zu wollen. Ja, es wurden bloß Tatsachen benannt. Das ist in der allistischen Kommunikation aber bei vielen Themen unüblich. Man umschreibt Dinge oder erwähnt sie erst gar nicht. Ein ungeschriebener sozialer Vertrag, an den sich autistische Menschen oft nicht halten.</p>

<p>Ein weiteres Spannungsfeld: Höflichkeitsfloskeln. Für autistische Menschen tragen ein “guten Morgen” oder ein “danke sehr” nichts zur Konversation bei. Menschen sprechen das automatisch aus, ohne damit wirklich ein Gefühl ausdrücken zu wollen. Sollte also optional sein, ist es für allistische Menschen aber nicht.</p>

<p>Wohlgemerkt sind Menschen grundsätzlich anpassungsfähig. Deswegen können autistische Menschen natürlich lernen, diesen Erwartungen zu entsprechen (sogenanntes Masking). Das kommt für sie jedoch nicht natürlich, sondern ist stets mit Anstrengung verbunden. Eine Anstrengung, der nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann.</p>

<p>Deswegen wundert es nicht, dass autistische Menschen völlig unbewusst andere Menschen finden, die ähnlich kommunizieren. Hier gibt es keine Missverständnisse. Keinen Druck, sich zu verstellen, um das Gegenüber nicht zu beleidigen.</p>

<p>Diesen Effekt beobachtet man auf sozialen Medien sehr deutlich. Autistische Menschen kommunizieren bevorzugt mit anderen autistischen Menschen. Dabei ist es unerheblich, ob sich diese Menschen eindeutig als autistisch zu erkennen geben. Oft genug wissen sie gar nicht, dass sie autistisch sind, und kommen erst später zu dieser Erkenntnis.</p>

<h2 id="die-reizverarbeitung" id="die-reizverarbeitung">Die Reizverarbeitung</h2>

<p>Der andere große Themenbereich ist die autistische Wahrnehmung. Oft wird das so beschrieben, dass autistischen Menschen ein Reizfilter fehlen würde, weswegen sie alle Reize gleichzeitig und ungefiltert wahrnehmen.</p>

<p>Wiederum nach außen sichtbar wird es oft in sozialen Situationen. Autistische Menschen klagen oft darüber, einer Konversation nicht folgen zu können, wenn in der Nähe noch jemand spricht oder die Umgebung allgemein laut ist.</p>

<p>Ebenso kann es schwierig sein, bestimmte Reize zu ignorieren: laute Musik, flimmerndes Licht, Kälte, unbequeme Kleidung, Geschmack oder Textur des Essens etc. Auch typisch: viele autistische Menschen reagieren auf eine unerwartete Berührung wie auf physischen Schmerz.</p>

<p>Auch hier gilt: Menschen sind anpassungsfähig, und sie können lernen, das alles zu ertragen. Niemand sollte es von ihnen aber erwarten. Denn es ist wiederum mit Anstrengung verbunden, geht also nicht dauerhaft.</p>

<p>Man kann sich diese Reizempfindlichkeit nicht “abtrainieren”. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass Menschen diesen Reizen auszusetzen ihre Reizempfindlichkeit irgendwann senken würde. Es gibt dagegen viele Berichte darüber, wie die ständige Anstrengung sie in einen Burnout getrieben hat.</p>

<h2 id="und-alles-andere" id="und-alles-andere">Und alles andere?</h2>

<p>Aber das ist doch nicht alles, was autistische Menschen auszeichnet? Was ist mit dem Desinteresse an sozialen Interaktionen, fixen Tagesabläufen, besonderen Interessen, Stimming, fehlendem Augenkontakt?</p>

<p>Die gibt es natürlich auch. Allerdings bin ich persönlich zunehmend davon überzeugt, dass all diese Merkmale eine Folge der zwei bereits beschriebenen Themenkomplexe sind. Und natürlich unserer Gesellschaft, in der alle autistischen Menschen aufwachsen müssen.</p>

<p>So haben sämtliche autistische Menschen, die ich kennengelernt habe (ja, survivorship bias hier), durchaus ein Interesse an sozialen Interaktionen. Sie haben allerdings durchwegs schlechte Erfahrungen mit diesen gemacht.</p>

<p>Denn unsere Gesellschaft erwartet von autistischen Menschen, sich an die Spielregeln allistischer Kommunikation zu halten, ohne diese je erklärt zu haben. Diese seien ja “natürlich” und “selbstverständlich”. Allistische Menschen interessieren sich dagegen in den seltensten Fällen für die Spielregeln autistischer Kommunikation, selbst wenn diese klar erklärt werden.</p>

<p>Autistische Menschen leben oft mit permanenter Überforderung und Überreizung. Es gibt eine Reihe von Bewältigungsstrategien, die dagegen helfen. Zu diesen gehören fixe Tagesabläufe: man weiß, was zu erwarten ist, das gibt Sicherheit.</p>

<p>Auch besondere Interessen, also die thematische Vertiefung in ein Spezialgebiet, erfüllen denselben Zweck: hier erfährt man Bestätigung und weiß gleichzeitig, was zu erwarten ist.</p>

<p>Das Stimming wird heutzutage als ein Mechanismus gesehen, der der emotionalen Selbstregulation hilft. Es muss nicht immer das Wedeln mit den Armen sein, sondern irgendeine Bewegung (und oft genug nicht einmal eine Bewegung), die den Menschen zur inneren Ruhe kommen lässt.</p>

<p>Schließlich ist da noch die Erwartung der allistischen Gesellschaft, dass Menschen im Gespräch einander in die Augen schauen. Das beschreiben autistische Menschen aber oftmals als zu intensiv. Der Augenkontakt überflutet sie mit Reizen, was wiederum beim Gespräch stört.</p>

<p>Interessant ist, dass Augenkontakt oft als Begründung genommen wird, dass ein Mensch nicht autistisch sein könne. Da Augenkontakt in unserer Gesellschaft aber gefordert wird, schauen autistische Menschen oft (und nicht immer wissentlich) auf einen Punkt <em>neben</em> dem Auge. Den Unterschied nehmen allistische Menschen nicht wahr.</p>

<h2 id="schlussfolgerungen" id="schlussfolgerungen">Schlussfolgerungen</h2>

<p>Derzeit vermute ich also stark, dass die Kommunikation und die Reizverarbeitung tatsächlich die Merkmale sind, die autistische Menschen auszeichnen. Alles andere ist darauf zurückzuführen, dass sie damit in einer Gesellschaft aufwachsen müssen, die nicht für autistische Menschen gedacht ist.</p>

<p>Tatsächlich gehe ich sogar davon aus, dass sowohl die Kommunikation als auch die Reizverarbeitung auf ein und dieselbe Besonderheit des autistischen Gehirns zurückgehen. Vielleicht liefert die Forschung ja irgendwann eine Antwort auf die Frage, welche das ist. Ich rechne allerdings eher nicht damit.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/was-ist-eigentlich-autismus</guid>
      <pubDate>Mon, 21 Nov 2022 14:18:07 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ich bin Autist, und das weiß ich ohne eine Diagnose</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/ich-bin-autist-und-das-weiss-ich-ohne-eine-diagnose</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #selfdx #diagnostik #identität&#xA;&#xA;Ich oute mich mal. Ich bin ein selbstdiagnostizierter Autist.&#xA;&#xA;Warum ich das so schreibe? Weil es eine kleine, aber sehr laute Gruppe in der Autismus-Community gibt, die bei dieser Selbstbeschreibung gleich in Rage aufspringt und ihr die Legitimität abspricht. Mir können sie nichts mehr anhaben, aber es gibt zu viele Menschen, die dadurch massiv verunsichert werden.&#xA;&#xA;Deswegen will ich meinen Weg erklären, und dafür muss ich ganz von vorne anfangen. Bei meinem Cousin.&#xA;&#xA;!--more--Mein Cousin ist Autist, mit einer Diagnose der alten Schule. Das bedeutet, dass sämtliche seiner Komorbiditäten (etliche Sachen, bis hin zum Marfan-Syndrom) unter die Bezeichnung &#34;Autismus&#34; gepackt wurden. War früher so üblich, als bei Autismus noch Intelligenzminderung erwartet wurde.&#xA;&#xA;Was für viele Leute der Film &#34;Rainman&#34; war, war für meine Familie mein Cousin: ein völlig verzerrtes Sinnbild des Autismus. Dadurch wurde Autismus bei mir nie in Betracht gezogen, trotz (wie ich es heute weiß) eindeutiger Zeichen. Ich kam zu gut zurecht, war zu intelligent.&#xA;&#xA;Mit ca. 12 Jahren habe ich gemerkt, dass Masking funktioniert. Natürlich kannte ich die Bezeichnung nicht. Aber es war dennoch eine halbwegs bewusste Entscheidung, mein Verhalten an die Erwartungen anzupassen, um so besser akzeptiert zu werden.&#xA;&#xA;Ich habe das Masking derart perfektioniert, dass ich heute größte Mühe habe, irgendwie zwischen mir und der Maske unterscheiden zu können. Und aus gesellschaftlicher Sicht ging es mir damit gut. Ich hatte beruflichen Erfolg, habe geheiratet. Blieb aber irgendwie &#34;seltsam&#34;.&#xA;&#xA;Mit 28 Jahren hörte ich erstmals den Begriff &#34;Asperger&#34;. Leute, die ich kannte, haben sich als &#34;Aspie&#34; geoutet.&#xA;&#xA;Ja, der Begriff ist veraltet und schädlich. Aber ohne ihn hätte ich mich womöglich nie mit Autismus beschäftigt. Denn autistisch war ja mein Cousin, nicht ich.&#xA;&#xA;Anfangs war es also ein leiser Verdacht, was immer da mit &#34;Aspie&#34; gemeint war, könnte auch mein Leben erklären. Ich bin über die Jahre sehr tief in die fachlichen Informationen eingestiegen, aber es blieb bei einem begründeten Verdacht. Es war alles zu schwammig, zu uneindeutig.&#xA;&#xA;Geändert hat es sich erst durch andere autistische Menschen, wie z.B. den großartigen Pete Wharmby. Ich las dort plötzlich von Erfahrungen, die ich nachvollziehen konnte. Ich bekam Erklärungen für meine eigenen Verhaltensweisen, für Reaktionen anderer Menschen auf mich.&#xA;&#xA;Urplötzlich ergab alles Sinn. Ich verstand nun auch, warum einige Dinge für mich so schwer oder gar unmöglich sind. Ich konnte mich selber akzeptieren.&#xA;&#xA;Nach etwa 10 Jahren war meine Reise abgeschlossen. Aus dem Verdacht wurde Gewissheit.&#xA;&#xA;Ich weiß, dass viele autistische Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, wenn ich sage, auch ohne sie im Leben zurechtkommen zu können. Mir fehlte es in meinem Leben aber nicht an Unterstützung, mit fehlte es an Akzeptanz.&#xA;&#xA;Und die finde ich bei anderen autistischen Menschen. Wie sich herausstellt, sind die meisten Menschen, mit denen ich enger interagiere, ebenfalls autistisch. Das passiert automatisch, ohne unser Wissen. Weil wir ähnlich kommunizieren. Weil wir einander verstehen.&#xA;&#xA;Deswegen ist es so bitter für mich, wenn Teile der autistischen Community eine offizielle Diagnose, die mir rein gar nichts bringt, als Vorbedingung dafür sehen, dass sie mich akzeptieren. Und mir weismachen wollen, ich habe mich als &#34;Verdachtsautist&#34; zu bezeichnen.&#xA;&#xA;Wieso sollte ich jemanden anlügen, dass mein Autismus bloß ein Verdacht wäre? Ich habe mich lang genug mit dem Thema beschäftigt. Ich weiß genau, auf welcher Grundlage mir eine offizielle Diagnose gestellt werden könnte. Ich weiß auch, warum man sie mir verweigern könnte.&#xA;&#xA;Nichts davon ändert etwas daran, dass ich ein Autist bin. Ich bin als Autist geboren, ich werde auch mein Leben lang einer bleiben.&#xA;&#xA;Ich habe die Schnauze voll. Ich lasse mir nicht mehr den Mund verbieten. Und euer elitäres Gatekeeping könnt ihr euch sonstwohin stecken.&#xA;&#xA;Ich rede nur über meine eigene Erfahrung. Ich brauche niemanden, der meine Eltern nach ihrer verzerrten Sicht auf mich befragt, um in Erfahrung zu bringen, ob ich autistisch bin. Andere Menschen werden dagegen vielleicht eine externe Bestätigung haben wollen. Ich kann und will nicht verallgemeinern.&#xA;&#xA;Zu guter Letzt: ich kenne die Argumentation gegen Selbstdiagnosen. Ich habe mich ausführlich mit ihr beschäftigt, und ich finde sie nicht stichhaltig.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:selfdx" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">selfdx</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Ich oute mich mal. Ich bin ein selbstdiagnostizierter Autist.</p>

<p>Warum ich das so schreibe? Weil es eine kleine, aber sehr laute Gruppe in der Autismus-Community gibt, die bei dieser Selbstbeschreibung gleich in Rage aufspringt und ihr die Legitimität abspricht. Mir können sie nichts mehr anhaben, aber es gibt zu viele Menschen, die dadurch massiv verunsichert werden.</p>

<p>Deswegen will ich meinen Weg erklären, und dafür muss ich ganz von vorne anfangen. Bei meinem Cousin.</p>

<p>Mein Cousin ist Autist, mit einer Diagnose der alten Schule. Das bedeutet, dass sämtliche seiner Komorbiditäten (etliche Sachen, bis hin zum Marfan-Syndrom) unter die Bezeichnung “Autismus” gepackt wurden. War früher so üblich, als bei Autismus noch Intelligenzminderung erwartet wurde.</p>

<p>Was für viele Leute der Film “Rainman” war, war für meine Familie mein Cousin: ein völlig verzerrtes Sinnbild des Autismus. Dadurch wurde Autismus bei mir nie in Betracht gezogen, trotz (wie ich es heute weiß) eindeutiger Zeichen. Ich kam zu gut zurecht, war zu intelligent.</p>

<p>Mit ca. 12 Jahren habe ich gemerkt, dass Masking funktioniert. Natürlich kannte ich die Bezeichnung nicht. Aber es war dennoch eine halbwegs bewusste Entscheidung, mein Verhalten an die Erwartungen anzupassen, um so besser akzeptiert zu werden.</p>

<p>Ich habe das Masking derart perfektioniert, dass ich heute größte Mühe habe, irgendwie zwischen mir und der Maske unterscheiden zu können. Und aus gesellschaftlicher Sicht ging es mir damit gut. Ich hatte beruflichen Erfolg, habe geheiratet. Blieb aber irgendwie “seltsam”.</p>

<p>Mit 28 Jahren hörte ich erstmals den Begriff “Asperger”. Leute, die ich kannte, haben sich als “Aspie” geoutet.</p>

<p>Ja, der Begriff ist <a href="https://paper.wf/newstrujew/nein-asperger-syndrom-gibt-es-nicht" rel="nofollow">veraltet und schädlich</a>. Aber ohne ihn hätte ich mich womöglich nie mit Autismus beschäftigt. Denn autistisch war ja mein Cousin, nicht ich.</p>

<p>Anfangs war es also ein leiser Verdacht, was immer da mit “Aspie” gemeint war, könnte auch mein Leben erklären. Ich bin über die Jahre sehr tief in die fachlichen Informationen eingestiegen, aber es blieb bei einem begründeten Verdacht. Es war alles zu schwammig, zu uneindeutig.</p>

<p>Geändert hat es sich erst durch andere autistische Menschen, wie z.B. den großartigen <a href="https://petewharmby.com/" rel="nofollow">Pete Wharmby</a>. Ich las dort plötzlich von Erfahrungen, die ich nachvollziehen konnte. Ich bekam Erklärungen für meine eigenen Verhaltensweisen, für Reaktionen anderer Menschen auf mich.</p>

<p>Urplötzlich ergab alles Sinn. Ich verstand nun auch, warum einige Dinge für mich so schwer oder gar unmöglich sind. Ich konnte mich selber akzeptieren.</p>

<p>Nach etwa 10 Jahren war meine Reise abgeschlossen. Aus dem Verdacht wurde Gewissheit.</p>

<p>Ich weiß, dass viele autistische Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, wenn ich sage, auch ohne sie im Leben zurechtkommen zu können. Mir fehlte es in meinem Leben aber nicht an Unterstützung, mit fehlte es an Akzeptanz.</p>

<p>Und die finde ich bei anderen autistischen Menschen. Wie sich herausstellt, sind die meisten Menschen, mit denen ich enger interagiere, ebenfalls autistisch. Das passiert automatisch, ohne unser Wissen. Weil wir ähnlich kommunizieren. Weil wir einander verstehen.</p>

<p>Deswegen ist es so bitter für mich, wenn Teile der autistischen Community eine offizielle Diagnose, die mir rein gar nichts bringt, als Vorbedingung dafür sehen, dass sie mich akzeptieren. Und mir weismachen wollen, ich habe mich als “Verdachtsautist” zu bezeichnen.</p>

<p>Wieso sollte ich jemanden anlügen, dass mein Autismus bloß ein Verdacht wäre? Ich habe mich lang genug mit dem Thema beschäftigt. Ich weiß genau, auf welcher Grundlage mir eine offizielle Diagnose gestellt werden könnte. Ich weiß auch, warum man sie mir verweigern könnte.</p>

<p>Nichts davon ändert etwas daran, dass ich ein Autist bin. Ich bin als Autist geboren, ich werde auch mein Leben lang einer bleiben.</p>

<p>Ich habe die Schnauze voll. Ich lasse mir nicht mehr den Mund verbieten. Und euer elitäres Gatekeeping könnt ihr euch sonstwohin stecken.</p>

<p>Ich rede nur über meine eigene Erfahrung. <em>Ich</em> brauche niemanden, der meine Eltern nach ihrer verzerrten Sicht auf mich befragt, um in Erfahrung zu bringen, ob ich autistisch bin. Andere Menschen werden dagegen vielleicht eine externe Bestätigung haben wollen. Ich kann und will nicht verallgemeinern.</p>

<p>Zu guter Letzt: ich kenne die Argumentation gegen Selbstdiagnosen. Ich habe mich ausführlich mit ihr beschäftigt, und ich <a href="https://paper.wf/newstrujew/validitaet-von-autismus-selbstdiagnosen" rel="nofollow">finde sie nicht stichhaltig</a>.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/ich-bin-autist-und-das-weiss-ich-ohne-eine-diagnose</guid>
      <pubDate>Thu, 03 Nov 2022 08:40:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Blockempfehlung für Phodopus Sungorus @fotobus und Gefolgschaft</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/blockempfehlung-fur-phodopus-sungorus-anfotobus-und-gefolgschaft</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #diagnostik #selfdx #transfeindlichkeit #feminismus&#xA;&#xA;Ich schreibe Blockempfehlungen sehr selten, schon gar nicht als ausführlichen Text. Aber dieser toxische Mobbing-Account schadet der Autismus-Community enorm.&#xA;&#xA;Sie behauptet, für ihr Mobbing gäbe es keine Belege. Doch. 🤷!--more--&#xA;&#xA;Zunächst einmal: sie sieht sich als Kämpferin für Rechte der Autisten, und es trifft nicht immer die Falschen. Das wiegt den Schaden aber nicht auf.&#xA;&#xA;Außerdem: hier alles mit Screenshots zu dokumentieren, ist sicherlich nicht die feine Art. Aber sie will ja Belege haben.&#xA;&#xA;Screenshot eines Posts von fotobus. Klasse ist auch, wie das Wehren gegen ungerechtfertigte Vorwürfe, gegen Lügen bis hin zur Verleumdung ins Gegenteil verkehrt wird. Ich tu keinem was. Aber werde immer mal wieder aus der Ecke SelfDX/Queer angegriffen und als Arschloch dargestellt. Das läuft seit Jahren so.&#xA;&#xA;Natürlich sieht sich fotobus als das eigentliche Opfer hier. Sie wird andauernd und ungerechtfertigt von folgenden Gruppen angegriffen:&#xA;&#xA;Queers&#xA;Gendersternchen-Fans&#xA;SelfDX-Bubble&#xA;&#xA;Ja warum eigentlich?&#xA;&#xA;Transfeindlichkeit&#xA;&#xA;Fangen wir an mit dem Vorwurf der Transfeindlichkeit. Laut fotobus völlig ungerechtfertigt, denn sie habe ja &#34;nichts gegen Transsexuelle&#34;.&#xA;&#xA;Hier sehen wir, wie sie reagiert, wenn sie auf Misgendering hingewiesen wird.&#xA;&#xA;Screenshot eines Posts von fotobus. Joa, und. Ich hab den Namen nicht gelesen. Er hat mich nicht interessiert. Sein, des Users, des Accounts, Geschlecht interessiert mich auch nicht. Meins hat hier auch keinen interessiert und ich jammer nicht darüber rum. Ich wollt hier schließlich mit niemandem ins Bett. Bye.&#xA;&#xA;Ja, überhaupt nicht transfeindlich.&#xA;&#xA;Sie legt später noch einmal nach.&#xA;&#xA;Screenshot eines Posts von fotobus. Übrigens, ich wurde in diesem Gespräch auch &#39;misgendert&#39;. Aber wichtig ist das immer nur bei denen selbst, nie bei anderen. (Mir ist es völlig egal, welches Geschlecht die Leute bei mir annehmen hier auf Twitter.) Es ist faszinierend. Faszinierend doppelmoralisch.&#xA;&#xA;Klar, wenn sie (männlicher Accountname, keine Pronomen, spricht von sich in der männlichen Form) misgendert wird, dann ist es dasselbe, wie wenn sie die Pronomen einer Person missachtet und nach einem Hinweis pöbelt.&#xA;&#xA;Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, die sich über die Jahre ereignet haben. In der Gefolgschaft von fotobus gibt es auch extrem transfeindliche Personen, und das stört sie nicht. Sie kommentiert Transfeindlichkeit sogar wohlwollend.&#xA;&#xA;Umfrage von Mundpilz. Liebe Autisten wer soll einen Autismusvortrage bei entropiagpn halten. 1. eine Borderlinerin die vorgibt Autist zu sein. 2. ein Typ der sich für eine Frau hält und davon labert Frauen die das anders sehen zu vergewaltigen (und ja es ist nicht zu fassen) Hashtag GPN18.  fotobus antwortet, 3. mundpilz antwortet darauf, exakt blos keiner davon eh!&#xA;&#xA;Anti-Feminismus&#xA;&#xA;Außerdem wird fotobus von Leuten angefeindet, die das Gendersternchen gut finden. Und das angeblich bloß, weil sie darauf hinweist, dass sie davon sensorischen Overload bekommt.&#xA;&#xA;Ich kann nicht beurteilen, ob es stimmt. Aber es gibt sicherlich mehr Gründe für Anfeindungen.&#xA;&#xA;Denn fotobus erscheint an Kompromissen nicht interessiert und ist grundsätzlich gegen das Entgendern. Sie belehrt Menschen, das generische Maskulinum wäre völlig in Ordnung.&#xA;&#xA;![Screenshot einer Antwort von fotobus an EducationHumor. &#39;Liebe Schüler&#39;. Denn &#39;Schüler&#39; ist ein Wort ohne jede sexus-anzeigende Endung.&#xA;Als Lehrer solltest du das wissen.](https://pixelfed.de/storage/m/v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/e9lGci21FlaD/L1pwZjyQMyTpyZv5RY92gEfnZ9fQpUczCzlWdpPa.jpg)&#xA;&#xA;Da kommt irgendwie der Verdacht auf, sensorische Probleme wären bloß ein vorgeschobener Grund.&#xA;&#xA;Anti-SelfDX&#xA;&#xA;Schließlich ist da die SelfDX-Bubble, die &#34;richtigen&#34; Autisten scheinbar so viel Ärger bereitet. Und dabei geht es fotobus doch angeblich um eine Kleinigkeit: richtige Bezeichnungen.&#xA;&#xA;![Screenshot eines Posts von fotobus. Ich akzeptiere jeden Eigenverdacht.&#xA;Aber keine Selbst-&#39;DIAGNOSE&#39;. Echt nicht. Schon gar nicht nach den Bedrohungen damals. Und hier werde ich ja auch schon wieder beschimpft.](https://pixelfed.de/storage/m/v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/6MAhJDTcFw9L/v4zwqkzPicGv6PXHEnLWDUHSokG0HCJL9xEdmr3M.jpg)&#xA;&#xA;Nur am Rande: zu der Argumentation, die fotobus und ihr Gefolge gegen Autismus-Selbstdiagnosen benutzen, gibt es einen langen Text von mir. Diesen hat fotobus sicherlich gesehen, behauptet aber weiter, die &#34;SelfDX-Bubble&#34; hätte keine Argumente.&#xA;&#xA;Gestern hat fotobus also geschrieben, Eigenverdacht würde akzeptiert. Am selben Tag hat sich ein kleiner Twitter-Account über Schwierigkeiten beschwert, an eine Autismus-Diagnose zu kommen. fotobus war sofort zur Stelle mit ungebetenen und nutzlosen Ratschlägen.&#xA;&#xA;Dieser Account hat nie von etwas anderem als einem Verdacht gesprochen. Hat aber den &#34;Fehler&#34; gemacht, fotobus auf die Übergriffigkeit hinzuweisen, einfach so anzunehmen, man sei nicht informiert.&#xA;&#xA;![Screenshot eines Posts von fotobus. Heute drehen echt alle am Rad. Darunter der Screenshot einer Antwort an fotobus. Erst fett übergriffig sein und fragwürdige Infos splainen und bei Gegenwind blocken... Danke das du mein Erlebnis heute NOCH beschissener gemacht hast und einen Verdacht und Wissen mit Füßen getreten hast. Diese Antwort zitiert einen Tweet von fotobus. Vielleicht findest du mit dieser Liste Hilfe.&#xA;Autismus wird von spezialisierten Psychiatern/Neruologen diagnostiziert, nicht von Hausärzten. Ein Bluttest kann Autismus nicht zeigen und psychisch ist Autismus auch nicht.](https://pixelfed.de/storage/m/v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/aXbqOMmbfsfS/oOqJ9qlbrPnPWsYN71gtVmCFZVsmS2j3pHB0V8It.jpg)&#xA;&#xA;Und wurde der Gefolgschaft zum Fraß vorgeworfen (Schwärzung von mir).&#xA;&#xA;Später ordnet fotobus diesen Account willkürlich der &#34;SelfDX-Bubble&#34; zu und pöbelt weiter gegen ihn.&#xA;&#xA;![Screenshot eines Posts von fotobus. Nö, SIE hatte einen Screenshot MEINES Tweets getwittert, nachdem ich SIE blockiert hatte. Naja, zweierlei Maß und so. Nichts Neues aus dieser Ecke. Mich stört es nicht. Ich stehe zu meinen Tweets. Aber die, die es stört, sollten es ggf. nicht selbst tun. Darunter ein Screenshot meiner Tweets. Und dann tweetet er noch den Screenshot von diesem Tweet, vermutlich nachdem du ihn bereits blockiert hast. Ja, so einer ist es. Er überschreitet systematisch Grenzen und setzt sich über Blocks hinweg. Aber er meint es natürlich nur gut. &#xA;Es tut mir leid, dass du dich auch mit diesem Typen herumschlagen musst. Und ich hoffe, dass du echte Hilfe findest!](https://pixelfed.de/storage/m/v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/MDR3fGLVWnNO/hoczTaNajXwJSzR7rdAxBausnQUgNEbHMIm4Ak0n.jpg)&#xA;&#xA;Wenn sie einen 40 Follower Account ihren 1500 Followern vorführt, ist es angeblich dasselbe, wie wenn dieser Account unten in einem Thread einen Screenshot postet. 🤡&#xA;&#xA;Jedenfalls hat sie mit der Taktik Erfolg, und der Account verschwindet hinter einem Schloss.&#xA;&#xA;Mobbing&#xA;&#xA;Womit wir beim Thema Mobbing wären. Wie bereits oben sichtbar, arbeitet fotobus viel mit Feindbildern, von denen &#34;SelfDX-Bubble&#34; scheinbar die schlimmste ist.&#xA;&#xA;Sie schreibt munter weiter Antworten im Thread, die die Person nicht sehen kann. Wird sie selber blockiert, antwortet sie anderen Menschen, die an dem Thread beteiligt sind.&#xA;&#xA;Und sie teilt Screenshots, die ihre Gefolgschaft auf das Ziel ansetzen.&#xA;&#xA;Sie liest trotz Block noch eine ganze Weile mit. Alles, was ihr verwerflich erscheint, wird als Screenshot mit der Gefolgschaft geteilt. Also so Sachen, wie Menschen mit Autismus-Selbstdiagnosen auch Akzeptanz zeigen.&#xA;&#xA;![Screenshot eines Posts von fotobus. Jap, liebe Selbst-&#39;Diagnostizierer&#39;,&#xA;sucht euch doch ein Hobby, das Autisten nicht schadet. Fänd ich auch echt knorke von euch. Danke im Voraus. Darunter ein Screenshot des Tweets von anndarkest. imagine du bist so obsessed dass du mich blockierst und trotzdem screenshots von meinen tweets hochlädst um dich über mich zu echauffieren fotobus such dir doch ein hobby das andere autisten nicht verletzt wär voll lieb wenn du meine grenze akzeptieren würdest](https://pixelfed.de/storage/m/v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/1y6sV7SK91rM/jkSMiWLKcjc47QXEdWsPtgxvTnxHVHEdc2fBJrQP.jpg)&#xA;&#xA;Nein, sie mag damit nicht aufhören.&#xA;&#xA;Dabei kommt es mitunter zu Absurditäten, z.B. wenn sie Sarkasmus nicht erkennt und ihren &#34;Feinden&#34; die Verdrehung ihrer Worte vorwirft.&#xA;&#xA;Screenshot eines Posts von fotobus. Woran man Selbst-&#39;Diagnostizierer&#39; gut erkennt. Sie neigen zu totaler Absurdität, um jene zu diskreditieren, die Selbst-&#39;Diagnose&#39; reichlich dämlich und schädlich finden. Es war nie die Rede von Hautfarbe oder sexueller Orientierung des Arztes. Was für ein absurder Quatsch! Darunter ein abgeschnittener Screenshot eines Tweets von anndarkest.&#xA;&#xA;In ihrer Gefolgschaft finden sich aber so einige Leute, die auf jeden Zug aufspringen, sobald sie die Richtung aufzeigt.&#xA;&#xA;Und dann retweetet sie noch die Takes ihrer Gefolgschaft, um mehr Leute auf die &#34;Diskussion&#34; anzusetzen. So absurde Behauptungen wie die, dass Leute sich aufgrund von Tiktok-Videos Selbstdiagnosen stellen würden.&#xA;&#xA;Screenshot eines Posts von TageMofficial. Ich verweise nochmal auf Tiktok wo Selfdx in Bezug zu Autismus wirklich Trend ist. Da werden Vorurteile rangezogen um diese Selbstdiagnosen zu stellen. Vorurteile die den Alltag von Autisten erschweren, aber eben durch sowas verbreitet und verfestigt werden.&#xA;&#xA;Nein, diese Menschen hören nur sich selber.&#xA;&#xA;Man kennt die Taktiken sehr gut aus TERF-Kreisen. Noch eine Ähnlichkeit gibt es: reagieren die Betroffenen emotional, weil man ihre mühsam gewonnene Identität mit den Füßen tritt, betonen fotobus und Konsorten, wie objektiv sie selber doch seien.&#xA;&#xA;Die Problematik&#xA;&#xA;Ja, mir ist hier endgültig der Kragen geplatzt. Weil fotobus sehr viel Zeit darauf verwendet, Twitter nach relevanten Stichwörtern abzusuchen. Dadurch ist sie oft der erste Eindruck, den Menschen von der Autismus-Bubble bekommen. Und kein positiver.&#xA;&#xA;Ich kenne Leute, die sich deswegen angewidert von der Autismus-Community zurückgezogen haben. Viele andere würden gerne mehr über autistische Erfahrungen reden, fürchten aber Anfeindungen aus dieser Bubble. Der Schaden für die Community ist tatsächlich enorm.&#xA;&#xA;Die bekannten Accounts der Person sind @fotobus, @Ausweichbus, @fotoCount, @fotobus@mastodon.social.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:selfdx" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">selfdx</span></a> <a href="/newstrujew/tag:transfeindlichkeit" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">transfeindlichkeit</span></a> <a href="/newstrujew/tag:feminismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">feminismus</span></a></p>

<p>Ich schreibe Blockempfehlungen sehr selten, schon gar nicht als ausführlichen Text. Aber dieser toxische Mobbing-Account schadet der Autismus-Community enorm.</p>

<p>Sie behauptet, für ihr Mobbing gäbe es keine Belege. Doch. 🤷</p>

<p>Zunächst einmal: sie sieht sich als Kämpferin für Rechte der Autisten, und es trifft nicht immer die Falschen. Das wiegt den Schaden aber nicht auf.</p>

<p>Außerdem: hier alles mit Screenshots zu dokumentieren, ist sicherlich nicht die feine Art. Aber sie will ja Belege haben.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/epyYJ25puchq/UQpIPTm0PWojqsYE5sgsH41zj0VuXJKjpm7Y3aD3.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Klasse ist auch, wie das Wehren gegen ungerechtfertigte Vorwürfe, gegen Lügen bis hin zur Verleumdung ins Gegenteil verkehrt wird. Ich tu keinem was. Aber werde immer mal wieder aus der Ecke SelfDX/Queer angegriffen und als Arschloch dargestellt. Das läuft seit Jahren so."></p>

<p>Natürlich sieht sich fotobus als das eigentliche Opfer hier. Sie wird andauernd und ungerechtfertigt von folgenden Gruppen angegriffen:</p>
<ol><li>Queers</li>
<li>Gendersternchen-Fans</li>
<li>SelfDX-Bubble</li></ol>

<p>Ja warum eigentlich?</p>

<h2 id="transfeindlichkeit" id="transfeindlichkeit">Transfeindlichkeit</h2>

<p>Fangen wir an mit dem Vorwurf der Transfeindlichkeit. Laut fotobus völlig ungerechtfertigt, denn sie habe ja “nichts gegen Transsexuelle”.</p>

<p>Hier sehen wir, wie sie reagiert, wenn sie auf Misgendering hingewiesen wird.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/vDTM6sMRY1np/KGThdKqdu8Gh7gy18ZmMVkFlSoGmfuoCfQDtZpu0.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Joa, und. Ich hab den Namen nicht gelesen. Er hat mich nicht interessiert. Sein, des Users, des Accounts, Geschlecht interessiert mich auch nicht. Meins hat hier auch keinen interessiert und ich jammer nicht darüber rum. Ich wollt hier schließlich mit niemandem ins Bett. Bye."></p>

<p>Ja, überhaupt nicht transfeindlich.</p>

<p>Sie legt später noch einmal nach.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/vaO3Qtpu72C4/jRuDEENHLFlCuSBxScF7nMgFanQ0S8Nruqv0oGSF.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Übrigens, ich wurde in diesem Gespräch auch &#39;misgendert&#39;. Aber wichtig ist das immer nur bei denen selbst, nie bei anderen. (Mir ist es völlig egal, welches Geschlecht die Leute bei mir annehmen hier auf Twitter.) Es ist faszinierend. Faszinierend doppelmoralisch."></p>

<p>Klar, wenn sie (männlicher Accountname, keine Pronomen, spricht von sich in der männlichen Form) misgendert wird, dann ist es dasselbe, wie wenn sie die Pronomen einer Person missachtet und nach einem Hinweis pöbelt.</p>

<p>Das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen, die sich über die Jahre ereignet haben. In der Gefolgschaft von fotobus gibt es auch extrem transfeindliche Personen, und das stört sie nicht. Sie kommentiert Transfeindlichkeit sogar wohlwollend.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/MtZhoRDnch2o/0TpN6PzV7HClATp7odMuBTwsHo6g4uN9Qpk9QCRz.jpg" alt="Umfrage von Mundpilz. Liebe Autisten wer soll einen Autismusvortrage bei entropiagpn halten. 1. eine Borderlinerin die vorgibt Autist zu sein. 2. ein Typ der sich für eine Frau hält und davon labert Frauen die das anders sehen zu vergewaltigen (und ja es ist nicht zu fassen) Hashtag GPN18.  fotobus antwortet, 3. mundpilz antwortet darauf, exakt blos keiner davon eh!"></p>

<h1 id="anti-feminismus" id="anti-feminismus">Anti-Feminismus</h1>

<p>Außerdem wird fotobus von Leuten angefeindet, die das Gendersternchen gut finden. Und das angeblich bloß, weil sie darauf hinweist, dass sie davon sensorischen Overload bekommt.</p>

<p>Ich kann nicht beurteilen, ob es stimmt. Aber es gibt sicherlich mehr Gründe für Anfeindungen.</p>

<p>Denn fotobus erscheint an Kompromissen nicht interessiert und ist grundsätzlich gegen das Entgendern. Sie belehrt Menschen, das generische Maskulinum wäre völlig in Ordnung.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/e9lGci21FlaD/L1pwZjyQMyTpyZv5RY92gEfnZ9fQpUczCzlWdpPa.jpg" alt="Screenshot einer Antwort von fotobus an EducationHumor. &#39;Liebe Schüler&#39;. Denn &#39;Schüler&#39; ist ein Wort ohne jede sexus-anzeigende Endung.
Als Lehrer solltest du das wissen."></p>

<p>Da kommt irgendwie der Verdacht auf, sensorische Probleme wären bloß ein vorgeschobener Grund.</p>

<h1 id="anti-selfdx" id="anti-selfdx">Anti-SelfDX</h1>

<p>Schließlich ist da die SelfDX-Bubble, die “richtigen” Autisten scheinbar so viel Ärger bereitet. Und dabei geht es fotobus doch angeblich um eine Kleinigkeit: richtige Bezeichnungen.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/6MAhJDTcFw9L/v4zwqkzPicGv6PXHEnLWDUHSokG0HCJL9xEdmr3M.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Ich akzeptiere jeden Eigenverdacht.
Aber keine Selbst-&#39;DIAGNOSE&#39;. Echt nicht. Schon gar nicht nach den Bedrohungen damals. Und hier werde ich ja auch schon wieder beschimpft."></p>

<p>Nur am Rande: zu der Argumentation, die fotobus und ihr Gefolge gegen Autismus-Selbstdiagnosen benutzen, gibt es <a href="https://paper.wf/newstrujew/validitaet-von-autismus-selbstdiagnosen" rel="nofollow">einen langen Text von mir</a>. Diesen hat fotobus sicherlich gesehen, behauptet aber weiter, die “SelfDX-Bubble” hätte keine Argumente.</p>

<p>Gestern hat fotobus also geschrieben, Eigenverdacht würde akzeptiert. Am selben Tag hat sich ein kleiner Twitter-Account über Schwierigkeiten beschwert, an eine Autismus-Diagnose zu kommen. fotobus war sofort zur Stelle mit ungebetenen und nutzlosen Ratschlägen.</p>

<p>Dieser Account hat nie von etwas anderem als einem Verdacht gesprochen. Hat aber den “Fehler” gemacht, fotobus auf die Übergriffigkeit hinzuweisen, einfach so anzunehmen, man sei nicht informiert.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/aXbqOMmbfsfS/oOqJ9qlbrPnPWsYN71gtVmCFZVsmS2j3pHB0V8It.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Heute drehen echt alle am Rad. Darunter der Screenshot einer Antwort an fotobus. Erst fett übergriffig sein und fragwürdige Infos splainen und bei Gegenwind blocken... Danke das du mein Erlebnis heute NOCH beschissener gemacht hast und einen Verdacht und Wissen mit Füßen getreten hast. Diese Antwort zitiert einen Tweet von fotobus. Vielleicht findest du mit dieser Liste Hilfe.
Autismus wird von spezialisierten Psychiatern/Neruologen diagnostiziert, nicht von Hausärzten. Ein Bluttest kann Autismus nicht zeigen und psychisch ist Autismus auch nicht."></p>

<p>Und wurde der Gefolgschaft zum Fraß vorgeworfen (Schwärzung von mir).</p>

<p>Später ordnet fotobus diesen Account willkürlich der “SelfDX-Bubble” zu und pöbelt weiter gegen ihn.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/MDR3fGLVWnNO/hoczTaNajXwJSzR7rdAxBausnQUgNEbHMIm4Ak0n.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Nö, SIE hatte einen Screenshot MEINES Tweets getwittert, nachdem ich SIE blockiert hatte. Naja, zweierlei Maß und so. Nichts Neues aus dieser Ecke. Mich stört es nicht. Ich stehe zu meinen Tweets. Aber die, die es stört, sollten es ggf. nicht selbst tun. Darunter ein Screenshot meiner Tweets. Und dann tweetet er noch den Screenshot von diesem Tweet, vermutlich nachdem du ihn bereits blockiert hast. Ja, so einer ist es. Er überschreitet systematisch Grenzen und setzt sich über Blocks hinweg. Aber er meint es natürlich nur gut. 
Es tut mir leid, dass du dich auch mit diesem Typen herumschlagen musst. Und ich hoffe, dass du echte Hilfe findest!"></p>

<p>Wenn sie einen 40 Follower Account ihren 1500 Followern vorführt, ist es angeblich dasselbe, wie wenn dieser Account unten in einem Thread einen Screenshot postet. 🤡</p>

<p>Jedenfalls hat sie mit der Taktik Erfolg, und der Account verschwindet hinter einem Schloss.</p>

<h2 id="mobbing" id="mobbing">Mobbing</h2>

<p>Womit wir beim Thema Mobbing wären. Wie bereits oben sichtbar, arbeitet fotobus viel mit Feindbildern, von denen “SelfDX-Bubble” scheinbar die schlimmste ist.</p>

<p>Sie schreibt munter weiter Antworten im Thread, die die Person nicht sehen kann. Wird sie selber blockiert, antwortet sie anderen Menschen, die an dem Thread beteiligt sind.</p>

<p>Und sie teilt Screenshots, die ihre Gefolgschaft auf das Ziel ansetzen.</p>

<p>Sie liest trotz Block noch eine ganze Weile mit. Alles, was ihr verwerflich erscheint, wird als Screenshot mit der Gefolgschaft geteilt. Also so Sachen, wie Menschen mit Autismus-Selbstdiagnosen auch Akzeptanz zeigen.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/1y6sV7SK91rM/jkSMiWLKcjc47QXEdWsPtgxvTnxHVHEdc2fBJrQP.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Jap, liebe Selbst-&#39;Diagnostizierer&#39;,
sucht euch doch ein Hobby, das Autisten nicht schadet. Fänd ich auch echt knorke von euch. Danke im Voraus. Darunter ein Screenshot des Tweets von anndarkest. imagine du bist so obsessed dass du mich blockierst und trotzdem screenshots von meinen tweets hochlädst um dich über mich zu echauffieren fotobus such dir doch ein hobby das andere autisten nicht verletzt wär voll lieb wenn du meine grenze akzeptieren würdest"></p>

<p>Nein, sie mag damit nicht aufhören.</p>

<p>Dabei kommt es mitunter zu Absurditäten, z.B. wenn sie Sarkasmus nicht erkennt und ihren “Feinden” die Verdrehung ihrer Worte vorwirft.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/zyvlWlkyIFuS/NSr7LrDwCmU9W0IdEKw98XwjaOkqCHMGyoqMrclL.jpg" alt="Screenshot eines Posts von fotobus. Woran man Selbst-&#39;Diagnostizierer&#39; gut erkennt. Sie neigen zu totaler Absurdität, um jene zu diskreditieren, die Selbst-&#39;Diagnose&#39; reichlich dämlich und schädlich finden. Es war nie die Rede von Hautfarbe oder sexueller Orientierung des Arztes. Was für ein absurder Quatsch! Darunter ein abgeschnittener Screenshot eines Tweets von anndarkest."></p>

<p>In ihrer Gefolgschaft finden sich aber so einige Leute, die auf jeden Zug aufspringen, sobald sie die Richtung aufzeigt.</p>

<p>Und dann retweetet sie noch die Takes ihrer Gefolgschaft, um mehr Leute auf die “Diskussion” anzusetzen. So absurde Behauptungen wie die, dass Leute sich aufgrund von Tiktok-Videos Selbstdiagnosen stellen würden.</p>

<p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/A81yPnCWIOFP/VRv3HF0HuL86Yu9t2tEjdn577ag3rwmH2o63cg2r.jpg" alt="Screenshot eines Posts von TageM_official. Ich verweise nochmal auf Tiktok wo Selfdx in Bezug zu Autismus wirklich Trend ist. Da werden Vorurteile rangezogen um diese Selbstdiagnosen zu stellen. Vorurteile die den Alltag von Autisten erschweren, aber eben durch sowas verbreitet und verfestigt werden."></p>

<p>Nein, diese Menschen hören nur sich selber.</p>

<p>Man kennt die Taktiken sehr gut aus TERF-Kreisen. Noch eine Ähnlichkeit gibt es: reagieren die Betroffenen emotional, weil man ihre mühsam gewonnene Identität mit den Füßen tritt, betonen fotobus und Konsorten, wie objektiv sie selber doch seien.</p>

<h2 id="die-problematik" id="die-problematik">Die Problematik</h2>

<p>Ja, mir ist hier endgültig der Kragen geplatzt. Weil fotobus sehr viel Zeit darauf verwendet, Twitter nach relevanten Stichwörtern abzusuchen. Dadurch ist sie oft der erste Eindruck, den Menschen von der Autismus-Bubble bekommen. Und kein positiver.</p>

<p>Ich kenne Leute, die sich deswegen angewidert von der Autismus-Community zurückgezogen haben. Viele andere würden gerne mehr über autistische Erfahrungen reden, fürchten aber Anfeindungen aus dieser Bubble. Der Schaden für die Community ist tatsächlich enorm.</p>

<p>Die bekannten Accounts der Person sind <a href="https://twitter.com/fotobus" rel="nofollow">@fotobus</a>, <a href="https://twitter.com/Ausweichbus" rel="nofollow">@Ausweichbus</a>, <a href="https://twitter.com/fotoCount" rel="nofollow">@fotoCount</a>, <a href="https://mastodon.social/@fotobus" rel="nofollow"><a href="https://paper.wf/@/fotobus@mastodon.social" class="u-url mention" rel="nofollow">@<span>fotobus@mastodon.social</span></a></a>.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/blockempfehlung-fur-phodopus-sungorus-anfotobus-und-gefolgschaft</guid>
      <pubDate>Tue, 01 Nov 2022 20:44:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nein, &#34;Asperger-Syndrom&#34; gibt es nicht</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/nein-asperger-syndrom-gibt-es-nicht</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #diagnostik #wissenschaft&#xA;&#xA;Zur Info: der Begriff &#34;Asperger-Syndrom&#34; existiert, weil Lorna Wing sich nicht mit einer Erweiterung des Autismus-Begriffs durchsetzen konnte. Es war einfacher, einen neuen Begriff einzuführen, als die Großen des Fachgebiets vom Fleck zu bewegen.&#xA;&#xA;!--more--Diese Unterscheidung zwischen &#34;echtem&#34; Autismus und &#34;Asperger-Syndrom&#34; ergibt schon fachlich keinerlei Sinn. Außerdem ist das Syndrom nach einem Nazi-Mörder benannt. Dass es fast 30 Jahre gedauert hat, den Begriff aus der Diagnostik zu verbannen, ist eine Schande.&#xA;&#xA;Dass dieser Begriff aber auch weiter herumgeistert, hat viel mit Ableismus zu tun. Autismus ist in unserer Gesellschaft immer noch mit einem Stigma belegt, nicht zuletzt, weil es ursprünglich in der Fachwelt mit Intelligenzminderung in Verbindung gebracht wurde.&#xA;&#xA;Da war die Selbstbezeichnung &#34;Aspie&#34; vertretbarer: irgendwie auch Autismus, aber gesellschaftlich verwertbar und dadurch akzeptierter.&#xA;&#xA;Also noch einmal: &#34;Asperger-Syndrom&#34; gibt es nicht. Es nennt sich Autismus. Oder Autismus-Spektrum, wenn ihr wollt.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:wissenschaft" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">wissenschaft</span></a></p>

<p>Zur Info: der Begriff “Asperger-Syndrom” existiert, weil Lorna Wing sich <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4725185/" rel="nofollow">nicht mit einer Erweiterung des Autismus-Begriffs durchsetzen konnte</a>. Es war einfacher, einen neuen Begriff einzuführen, als die Großen des Fachgebiets vom Fleck zu bewegen.</p>

<p>Diese Unterscheidung zwischen “echtem” Autismus und “Asperger-Syndrom” ergibt schon fachlich keinerlei Sinn. Außerdem ist das Syndrom nach einem Nazi-Mörder benannt. Dass es fast 30 Jahre gedauert hat, den Begriff aus der Diagnostik zu verbannen, ist eine Schande.</p>

<p>Dass dieser Begriff aber auch weiter herumgeistert, hat viel mit Ableismus zu tun. Autismus ist in unserer Gesellschaft immer noch mit einem Stigma belegt, nicht zuletzt, weil es ursprünglich in der Fachwelt mit Intelligenzminderung in Verbindung gebracht wurde.</p>

<p>Da war die Selbstbezeichnung “Aspie” vertretbarer: irgendwie auch Autismus, aber gesellschaftlich verwertbar und dadurch akzeptierter.</p>

<p>Also noch einmal: “Asperger-Syndrom” gibt es nicht. Es nennt sich Autismus. Oder Autismus-Spektrum, wenn ihr wollt.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/nein-asperger-syndrom-gibt-es-nicht</guid>
      <pubDate>Sat, 08 Oct 2022 18:28:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ja, in einer idealen Welt hätten alle eine korrekte Diagnose</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/ja-in-einer-idealen-welt-hatten-alle-eine-korrekte-diagnose</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #diagnostik #selfdx&#xA;&#xA;Und wieder einmal spricht ein Twitter-Großaccount Selbstdiagnosen ihre Validität ab. Nach dem erheblichen Gegenwind hat sie nun ihren Account deaktiviert. Hoffentlich ist das Bedenkzeit, bevor sie den Tweet löscht. Denn auch ihre Klarstellungen machen ihn nicht besser.&#xA;&#xA;Unter ihrem Tweet sammeln sich Kommentare zahlreicher Betroffener, die jahrelang auf eine Diagnostik warten mussten. Die durch das Raster der Diagnostik gefallen sind und erst nach etlichen Anläufen eine Diagnose erhalten haben, die ihnen bereits klar war. Usw.&#xA;&#xA;!--more--Natürlich wäre es schön, wenn sich das System auf wunderbare Weise korrigieren würde. Wenn Diagnostiktermine für nächste Woche zu haben wären. Wenn die Diagnosen auch korrekt wären und nicht von absurd irrelevanten Dingen abhängen würden. Wenn sie keinerlei Nachteile hätten.&#xA;&#xA;Aber das hat nichts mit der Welt zu tun, in der wir tatsächlich leben. Mehr noch: es hat nicht den Anschein, dass sich irgendetwas in dem System in die richtige Richtung bewegen würde. Es fehlen schlichtweg die Anreize dafür. Für &#34;die Gesellschaft&#34; funktioniert es doch.&#xA;&#xA;Und deswegen sind Selbstdiagnosen valide. Und deswegen sollten die Leute selber entscheiden, ob sie lediglich einen Verdacht haben, oder ob sie sich sicher sind. Weil sie sich besser kennen als alle Diagnostiker zusammen. Und sie können es auch besser beurteilen.&#xA;&#xA;Klar ist es nicht optimal. Natürlich werden Menschen zunächst oft nicht wissen, wo sie schauen müssen. Selbstverständlich kann man mit einer Selbstdiagnose keine offiziellen Hilfen beantragen. Aber diese Klarheit für sich selbst hilft oft schon weiter.&#xA;&#xA;Ja, Menschen können sich auch irren. Das merken sie dann irgendwann, wenn sie sich mit der Community unterhalten. Es ist deutlich einfacher, als eine falsche Diagnostik zu korrigieren. Und es schadet niemandem. Nein, wirklich nicht.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:selfdx" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">selfdx</span></a></p>

<p>Und wieder einmal spricht ein Twitter-Großaccount Selbstdiagnosen ihre Validität ab. Nach dem erheblichen Gegenwind hat sie nun ihren Account deaktiviert. Hoffentlich ist das Bedenkzeit, bevor sie den Tweet löscht. Denn auch ihre Klarstellungen machen ihn nicht besser.</p>

<p>Unter ihrem Tweet sammeln sich Kommentare zahlreicher Betroffener, die jahrelang auf eine Diagnostik warten mussten. Die durch das Raster der Diagnostik gefallen sind und erst nach etlichen Anläufen eine Diagnose erhalten haben, die ihnen bereits klar war. Usw.</p>

<p>Natürlich wäre es schön, wenn sich das System auf wunderbare Weise korrigieren würde. Wenn Diagnostiktermine für nächste Woche zu haben wären. Wenn die Diagnosen auch korrekt wären und nicht von absurd irrelevanten Dingen abhängen würden. Wenn sie keinerlei Nachteile hätten.</p>

<p>Aber das hat nichts mit der Welt zu tun, in der wir tatsächlich leben. Mehr noch: es hat nicht den Anschein, dass sich irgendetwas in dem System in die richtige Richtung bewegen würde. Es fehlen schlichtweg die Anreize dafür. Für “die Gesellschaft” funktioniert es doch.</p>

<p>Und deswegen sind Selbstdiagnosen valide. Und deswegen sollten die Leute selber entscheiden, ob sie lediglich einen Verdacht haben, oder ob sie sich sicher sind. Weil sie sich besser kennen als alle Diagnostiker zusammen. Und sie können es auch besser beurteilen.</p>

<p>Klar ist es nicht optimal. Natürlich werden Menschen zunächst oft nicht wissen, wo sie schauen müssen. Selbstverständlich kann man mit einer Selbstdiagnose keine offiziellen Hilfen beantragen. Aber diese Klarheit für sich selbst hilft oft schon weiter.</p>

<p>Ja, Menschen können sich auch irren. Das merken sie dann irgendwann, wenn sie sich mit der Community unterhalten. Es ist deutlich einfacher, als eine falsche Diagnostik zu korrigieren. Und es schadet niemandem. Nein, wirklich nicht.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/ja-in-einer-idealen-welt-hatten-alle-eine-korrekte-diagnose</guid>
      <pubDate>Tue, 09 Nov 2021 14:54:06 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Warum sind Autismus-Symptome so verbreitet?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/warum-sind-autismus-symptome-so-verbreitet</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #diagnostik&#xA;&#xA;Meine Vermutung, dass die meisten als Autismus-Symptome gehandelten Merkmale nichts direkt mit Autismus zu tun haben, hat mir nicht nur Freunde gemacht. Hier noch ein Versuch zu erklären, was es damit auf sich hat, und warum ich weiterhin an der Vermutung festhalte.&#xA;&#xA;Der Satz &#34;Sind wir nicht alle ein wenig autistisch?&#34; ist so mit das Unpassendste, was man einer autistischen Person sagen kann. Und dennoch hört man ihn oft. Wenn jemand sich nämlich einfach die Diagnosekriterien für Autismus anschaut, sind diese Merkmale gar nicht so selten.&#xA;&#xA;!--more--Ja, ich kenne selber Menschen, die so einige Punkte von der Diagnoseliste erfüllen, obwohl sie höchstwahrscheinlich nicht autistisch sind. Denn Defizite in der sozialen Kommunikation beispielsweise können in einer Vielzahl frühkindlicher Traumata begründet sein.&#xA;&#xA;Auch repetitive Verhaltensweisen und das Festhalten an Strukturen sind zunächst einmal bloß eine allgemeine Stressreaktion. Dass hierdurch Sicherheit geschaffen wird, ist bei Kindergartenkindern gut dokumentiert, wird aber bei Älteren warum auch immer ignoriert.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt halte ich wenig von der Lösung, nur &#34;qualifiziertes Personal&#34; solle entscheiden dürfen, wer autistisch sei. Auch hier zählen diese Merkmale, die (so meine Vermutung) auch fehlen können, wenn ein autistisches Kind hinreichend akzeptiert und unterstützt wird.&#xA;&#xA;Stattdessen würde ich es gerne sehen, wenn Autismus stärker über primäre Symptome wie die verstärkte Reizempfindlichkeit definiert wird. Aber in diese Richtung scheinen wir uns im Moment nicht zu bewegen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a></p>

<p>Meine Vermutung, dass die meisten als Autismus-Symptome gehandelten Merkmale nichts direkt mit Autismus zu tun haben, hat mir nicht nur Freunde gemacht. Hier noch ein Versuch zu erklären, was es damit auf sich hat, und warum ich weiterhin an der Vermutung festhalte.</p>

<p>Der Satz “Sind wir nicht alle ein wenig autistisch?” ist so mit das Unpassendste, was man einer autistischen Person sagen kann. Und dennoch hört man ihn oft. Wenn jemand sich nämlich einfach die Diagnosekriterien für Autismus anschaut, sind diese Merkmale gar nicht so selten.</p>

<p>Ja, ich kenne selber Menschen, die so einige Punkte von der Diagnoseliste erfüllen, obwohl sie höchstwahrscheinlich nicht autistisch sind. Denn Defizite in der sozialen Kommunikation beispielsweise können in einer Vielzahl frühkindlicher Traumata begründet sein.</p>

<p>Auch repetitive Verhaltensweisen und das Festhalten an Strukturen sind zunächst einmal bloß eine allgemeine Stressreaktion. Dass hierdurch Sicherheit geschaffen wird, ist bei Kindergartenkindern gut dokumentiert, wird aber bei Älteren warum auch immer ignoriert.</p>

<p>Wohlgemerkt halte ich wenig von der Lösung, nur “qualifiziertes Personal” solle entscheiden dürfen, wer autistisch sei. Auch hier zählen diese Merkmale, die (so meine Vermutung) auch fehlen können, wenn ein autistisches Kind hinreichend akzeptiert und unterstützt wird.</p>

<p>Stattdessen würde ich es gerne sehen, wenn Autismus stärker über primäre Symptome wie die verstärkte Reizempfindlichkeit definiert wird. Aber in diese Richtung scheinen wir uns im Moment nicht zu bewegen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/warum-sind-autismus-symptome-so-verbreitet</guid>
      <pubDate>Sat, 06 Nov 2021 08:03:07 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Gibt es eine klare Grenze des Autismus-Spektrums?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/gibt-es-eine-klare-grenze-des-autismus-spektrums</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #diagnostik&#xA;&#xA;Hot take, bitte bringt mich nicht um. Es sind Überlegungen, die noch lange nicht abgeschlossen sind.&#xA;&#xA;Ich frage mich schon lange, ob wirklich eine klare Grenze des Autismus-Spektrums existiert oder der Verlauf hin zu neurotypischen Menschen völlig fließend ist.&#xA;&#xA;!--more--Bei so zentralen Merkmalen wie Reizempfindlichkeit, Routinen oder Stimming kenne ich Menschen mit allen möglichen Ausprägungen. Bei einigen Leuten sind diese offensichtlich. Bei anderen muss man dagegen ganz genau wissen, worauf zu achten ist.&#xA;&#xA;Dass es diagnostisch eine Grenze gibt, ist klar. Diagnosen sind dazu da, um Hilfebedarf zu bestimmen. Wer &#34;wenig&#34; hat, braucht aber kaum Hilfe.&#xA;&#xA;Autistische Kommunikation deutet ebenfalls an, dass es eine klare Grenze gibt. Aber auch hier gibt es deutliche Unterschiede.&#xA;&#xA;Was ist, wenn der Übergang in Wirklichkeit fließend ist, und die Abgrenzung lediglich davon kommt, was wir als autistisch anerkennen?&#xA;&#xA;Es wäre schön, wenn physiologische Ursachen des Autismus bekannt wären. Dann hätten wir eine eindeutige Antwort. Ob wir das noch erleben...&#xA;&#xA;Auslöser ist übrigens ein Forum-Thread zu Routinen, über den ich gestolpert bin. Während alle (soweit ich es sehe) betonen, dass Routinen wichtig seien, ist es sehr individuell, wie diese Routinen für sie aussehen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a></p>

<p>Hot take, bitte bringt mich nicht um. Es sind Überlegungen, die noch lange nicht abgeschlossen sind.</p>

<p>Ich frage mich schon lange, ob wirklich eine klare Grenze des Autismus-Spektrums existiert oder der Verlauf hin zu neurotypischen Menschen völlig fließend ist.</p>

<p>Bei so zentralen Merkmalen wie Reizempfindlichkeit, Routinen oder Stimming kenne ich Menschen mit allen möglichen Ausprägungen. Bei einigen Leuten sind diese offensichtlich. Bei anderen muss man dagegen ganz genau wissen, worauf zu achten ist.</p>

<p>Dass es diagnostisch eine Grenze gibt, ist klar. Diagnosen sind dazu da, um Hilfebedarf zu bestimmen. Wer “wenig” hat, braucht aber kaum Hilfe.</p>

<p>Autistische Kommunikation deutet ebenfalls an, dass es eine klare Grenze gibt. Aber auch hier gibt es deutliche Unterschiede.</p>

<p>Was ist, wenn der Übergang in Wirklichkeit fließend ist, und die Abgrenzung lediglich davon kommt, was wir als autistisch anerkennen?</p>

<p>Es wäre schön, wenn physiologische Ursachen des Autismus bekannt wären. Dann hätten wir eine eindeutige Antwort. Ob wir das noch erleben...</p>

<p>Auslöser ist übrigens <a href="https://aspies.de/selbsthilfeforum/index.php?thread/10012-wie-wichtig-ist-routine-wirklich/" rel="nofollow">ein Forum-Thread zu Routinen</a>, über den ich gestolpert bin. Während alle (soweit ich es sehe) betonen, dass Routinen wichtig seien, ist es sehr individuell, wie diese Routinen für sie aussehen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/gibt-es-eine-klare-grenze-des-autismus-spektrums</guid>
      <pubDate>Fri, 16 Jul 2021 10:23:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Validität von Autismus-Selbstdiagnosen</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/validitaet-von-autismus-selbstdiagnosen</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #selfdx #diagnostik #identität&#xA;&#xA;Ich muss nun etwas zu Selbstdiagnosen (SelfDX) loswerden. Das ist ein schwieriges und emotionales Thema für mich, und es wird ein langer Text, aber es muss raus.&#xA;&#xA;Zunächst einmal der Kontext: es geht vor allem um undiagnostizierten Autismus bei Erwachsenen.&#xA;&#xA;!--more--Teile der Autismus-Community lehnen Selbstdiagnosen, bei denen ein Mensch sich selber als autistisch erkennt, vehement ab. Ich habe eine Reihe von Argumentationslinien gesehen, die diese Ablehnung rechtfertigen sollen. Überzeugend fand ich sie nicht, ich sehe sie stattdessen als Gatekeeping an.&#xA;&#xA;1. &#34;Bei Krebsverdacht geht man auch zum Arzt.&#34;&#xA;&#xA;So in etwa wird oft argumentiert. Und das hört sich plausibel an. Natürlich, medizinisches Personal kann besser beurteilen, ob es wirklich Krebs ist.&#xA;&#xA;Der Vergleich ist aber schief. Ein Krebsverdacht lässt sich eindeutig überprüfen. Es gibt Ultraschall, MRT und andere Möglichkeiten, um in den Körper zu schauen und festzustellen, was dort los ist.&#xA;&#xA;Eine Möglichkeit, sichtbar zu machen, was in einem Kopf vor sich geht, existiert dagegen nicht. Diesen Einblick hat nur die Person selber.&#xA;&#xA;Und dann hat die Fachperson natürlich eine mehrjährige Ausbildung (hoffentlich nicht auf veralteten Autismus-Vorstellungen basierend) und Erfahrung. Aber sie muss sich auf Fremdwahrnehmung verlassen und ist damit grundsätzlich im Nachteil.&#xA;&#xA;2. &#34;Aber es gibt objektive Diagnosekriterien.&#34;&#xA;&#xA;Ja, die Diagnosekriterien gibt es, aber objektiv ist daran nichts. Sie werden von der Autismus-Community zurecht kritisiert. Ich will nicht zu tief ins Detail einsteigen, deswegen nur ein Stichwort: Defizitorientierung.&#xA;&#xA;In den offiziellen Diagnosekriterien wird aufgelistet, was eine autistische Person alles nicht kann. Dabei ist es eigentlich Konsens in der Autismus-Community, dass das Hauptproblem von Autisten ihre Ausgrenzung und Stigmatisierung in unserer Gesellschaft sei. Ich zitiere hierzu einen Artikel von Becca Lory Hector: In a world that values sameness, our very ‘difference’ is disabling.&#xA;&#xA;Deswegen ist zu erwarten, dass bei autistischen Menschen, die hinreichend Akzeptanz durch ihre Umgebung erfahren, viele vermeintliche Symptome ganz oder teilweise fehlen können. Andere Verhaltensweisen können wegen des gesellschaftlichen Drucks versteckt sein (Masking).&#xA;&#xA;Die Geschichte der willkürlichen Unterscheidung zwischen Asperger-Syndrom und &#34;richtigem&#34; Autismus, die in Deutschland teils weiterhin praktiziert wird, illustriert ebenfalls, dass der offizielle Diagnoseprozess weit von der Objektivität entfernt ist.&#xA;&#xA;Da Diagnosen auch auf die Feststellung der Hilfsbedürftigkeit im medizinischen Sinne ausgerichtet sind, schließen sie einige autistische Menschen grundsätzlich aus. Um einen Artikel von Devon Price zu zitieren: But because of where the line was drawn in the sand by professionals, those people are not really Autistic.&#xA;&#xA;3. &#34;Eine offizielle Diagnose kostet doch nichts.&#34;&#xA;&#xA;Menschen sagen das, geben aber schon im nächsten Atemzug zu, dass der offizielle Prozess Jahre in Anspruch nehmen kann, Seelenstriptease vor einer unbekannten Person beinhaltet und oft in Fehldiagnosen endet.&#xA;&#xA;Das kostet vielleicht kein Geld, aber es kostet sehr viel emotionale Energie, die nicht immer vorhanden ist. Und viele Menschen scheuen zurecht davor, offiziell als Autisten gebrandmarkt zu werden. Von wirklicher Akzeptanz ist diese Gesellschaft noch weit entfernt.&#xA;&#xA;4. &#34;So eine Diagnose schadet doch nicht, man muss sie nicht benutzen.&#34;&#xA;&#xA;Doch, sie kann schaden, denn sie wird normalerweise bei der Krankenkasse hinterlegt. Das kann beispielsweise bei Verbeamtung zum Problem werden. Und niemand weiß, was zukünftige Regierungen damit machen.&#xA;&#xA;Will man, dass eine Diagnose wirklich keinerlei Auswirkungen hat, müsste man sie unter falschem Namen als Privatzahler anstreben. Ja, lustig. Und wiederum teuer. Und wofür eigentlich?&#xA;&#xA;5. &#34;Hilfen bekommt man aber nur mit Diagnose.&#34;&#xA;&#xA;Ja, genau. Braucht man diese Hilfen, kommt man nicht umhin, sich um eine Diagnose zu bemühen. Und das ist völlig legitim. Genauso legitim ist es aber, dass Menschen keine Hilfen haben wollen.&#xA;&#xA;Wenn jemand im Erwachsenenalter noch keine Autismusdiagnose hat, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Person sich auf die eine oder andere Art mit dieser Gesellschaft arrangiert hat. Der Wunsch, von externen Hilfen abhängig zu sein, ist da nicht unbedingt vorhanden.&#xA;&#xA;6. &#34;Da freut sich der Staat, wenn Autisten nicht in Anspruch nehmen, was ihnen zusteht.&#34;&#xA;&#xA;Na und? Die Hilfen reichen doch schon für die nicht aus, die dringend auf sie angewiesen sind. Was soll es bringen, wenn sich mehr Autisten diagnostizieren lassen und Hilfen beantragen?&#xA;&#xA;Das könnte genau den gegenteiligen Effekt haben. &#34;Schaut doch, so viele Autisten kommen gut ohne Hilfen klar! Wieso dann nicht die Hilfeleistungen für alle Autisten kürzen?&#34;&#xA;&#xA;Und: nein, mehr Diagnosen bedeuten keine stärkere Lobby. So funktioniert es leider nicht.&#xA;&#xA;7. &#34;Leute nennen sich autistisch, um ihr schlechtes Verhalten zu entschuldigen.&#34;&#xA;&#xA;Wie oft kommt das eigentlich vor? Und wäre es nicht sinnvoller festzustellen, dass Autismus und schlechtes Verhalten mitnichten gleichzusetzen sind, als Selbstdiagnosen zu bekämpfen?&#xA;&#xA;8. &#34;Leute denken, Autismus wäre cool und diagnostizieren ihn sich deswegen.&#34;&#xA;&#xA;Im Ernst? In unserer Gesellschaft, die Autisten diskriminiert und ausgrenzt? Ihr denkt echt, dass jemand sich dieses Stigma umhängt, weil es so viel Spaß macht?&#xA;&#xA;9. &#34;Die haben doch X, Y und Z gar nicht.&#34;&#xA;&#xA;Ja, vielleicht haben sie es wirklich nicht, vielleicht fällt es aber auch nicht so auf. Unabhängig davon, Autismus ist sehr divers, und es ist nicht umsonst vom Spektrum die Rede. Man kann zwei Autisten nicht wirklich vergleichen.&#xA;&#xA;10. &#34;Aber vielleicht stimmt die Selbstdiagnose nicht.&#34;&#xA;&#xA;Möglich. Aber es ist auch sehr wahrscheinlich, dass sie stimmt. Dass es sehr viele undiagnostizierte autistische Erwachsene gibt, ist hinreichend bekannt. Viele dürften einen Wunsch nach Selbsterkenntnis haben.&#xA;&#xA;Wenn Menschen sich in dem Meer an Falschinformationen zu Autismus einen Überblick verschaffen konnten, ist das doch bewundernswert. Und wenn sie etwas falsch verstanden haben, dann kann man sie darauf hinweisen. Sie merken schon selber, wenn sie sich geirrt haben.&#xA;&#xA;11. &#34;Dann sprechen Menschen für Autisten, die gar keine Autisten sind.&#34;&#xA;&#xA;Kann überhaupt irgendjemand für alle Autisten sprechen? Eigentlich sprechen alle nur über ihre eigenen Erfahrungen. Verallgemeinerungen sind insgesamt schwierig.&#xA;&#xA;Dass die Anti-SelfDX-Bubble sich teilweise an sehr fragwürdigen Verallgemeinerungen versucht, sehe ich sehr kritisch, selbst wenn diese Menschen definitiv Autisten seien dürften. Solche Verallgemeinerungen sind ein Problem, und das hat mit Diagnosen nichts zu tun.&#xA;&#xA;12. &#34;Menschen erfinden dann willkürlich Autismussymptome.&#34;&#xA;&#xA;Das tun sie doch schon seit Jahrzehnten, und dafür brauchen sie nicht einmal eine Selbstdiagnose. Fast alle Informationen zu Autismus sind von Nicht-Autisten geschrieben.&#xA;&#xA;13. &#34;Ich kenne viele Autisten und sie sind alle so.&#34;&#xA;&#xA;Natürlich, das nennt sich Stichprobenverzerrung. Wenn nur Autisten mit Diagnose als solche anerkannt werden, dann sieht man nur Autisten, die gut den offiziellen Diagnosekriterien entsprechen. Warum wohl?&#xA;&#xA;Mehr noch: man sieht vor allem Autisten, wo genug Leidensdruck bestand, um sich eine Diagnose zu besorgen. Menschen, die zwar autistisch sind, aber angepasst genug, dass eine Diagnose unwichtig war? Nicht Teil der Stichprobe.&#xA;&#xA;Ähnliche Stichprobenverzerrung übrigens: angeblich gibt es um ein Vielfaches mehr autistische Männer als Frauen. Das bezieht sich nur auf Menschen mit Diagnose, Frauen werden aber seltener diagnostiziert. Das Verhältnis dürfte in Wirklichkeit deutlich ausgeglichener sein.&#xA;&#xA;14. &#34;Es könnte doch Dissoziation, Zwangsstörung, Angststörung, Depression, PTBS o.ä. sein.&#34;&#xA;&#xA;Jein. Leute vergleichen meist keine Symptomlisten. Niemand denkt sich: &#34;Ich bin so oft traurig. Könnte es vielleicht Autismus sein?&#34; Vor jeder Selbstdiagnose steht die Identitätssuche.&#xA;&#xA;Menschen denken sich: &#34;Irgendwie bin ich anders, ich gehöre nirgendwo so richtig dazu. Gibt es andere wie ich oder stimmt mit mir etwas nicht?&#34;&#xA;&#xA;Bei dieser Ausgangslage kommen die anderen Diagnosen nicht wirklich infrage. Sie könnten auch vorhanden sein, sind aber sekundär. Soweit mir bekannt, besteht allenfalls Verwechslungsgefahr mit ADHS. Hier tun sich aber auch Diagnostiker gelegentlich schwer mit der Abgrenzung.&#xA;&#xA;Kann es problematisch sein, wenn jemand deswegen nicht weiß, dass Medikamente helfen könnten? Möglicherweise.&#xA;&#xA;Ist es hilfreich, diese Person deswegen auszugrenzen? Keinesfalls. Da die Community sowohl aus Autisten als auch Menschen mit ADHS besteht, ist sie eine gute Möglichkeit für die Person zu erkennen, dass es eventuell (auch) ADHS sein könnte. Was sie damit tut, ist ihre Sache.&#xA;&#xA;15. &#34;Hier, Statistik, Autismusverdacht lässt sich oft diagnostisch nicht bestätigen!&#34;&#xA;&#xA;Ja. Das dokumentiert aber vermutlich mehr den traurigen Zustand der Autismus-Diagnostik als die Unzuverlässigkeit der Selbstdiagnosen.&#xA;&#xA;Insbesondere erwachsene weiblich gelesene Personen bekommen eine offizielle Autismus-Diagnose oft erst im dritten Anlauf, wenn überhaupt. Es gibt Diagnosestellen, die dafür berüchtigt sind, eine Autismus-Diagnose fast immer zu verweigern.&#xA;&#xA;Dass im Text von &#34;Asperger-Syndrom&#34; die Rede ist, sollte eine zusätzliche Warnung sein: hier wird mit veralteten Autismus-Vorstellungen gearbeitet. Jegliche Statistik wird davon deutlich verfälscht sein.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:selfdx" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">selfdx</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Ich muss nun etwas zu Selbstdiagnosen (SelfDX) loswerden. Das ist ein schwieriges und emotionales Thema für mich, und es wird ein langer Text, aber es muss raus.</p>

<p>Zunächst einmal der Kontext: es geht vor allem um undiagnostizierten Autismus bei Erwachsenen.</p>

<p>Teile der Autismus-Community lehnen Selbstdiagnosen, bei denen ein Mensch sich selber als autistisch erkennt, vehement ab. Ich habe eine Reihe von Argumentationslinien gesehen, die diese Ablehnung rechtfertigen sollen. Überzeugend fand ich sie nicht, ich sehe sie stattdessen als Gatekeeping an.</p>

<h2 id="1-bei-krebsverdacht-geht-man-auch-zum-arzt" id="1-bei-krebsverdacht-geht-man-auch-zum-arzt">1. “Bei Krebsverdacht geht man auch zum Arzt.”</h2>

<p>So in etwa wird oft argumentiert. Und das hört sich plausibel an. Natürlich, medizinisches Personal kann besser beurteilen, ob es wirklich Krebs ist.</p>

<p>Der Vergleich ist aber schief. Ein Krebsverdacht lässt sich eindeutig überprüfen. Es gibt Ultraschall, MRT und andere Möglichkeiten, um in den Körper zu schauen und festzustellen, was dort los ist.</p>

<p>Eine Möglichkeit, sichtbar zu machen, was in einem Kopf vor sich geht, existiert dagegen nicht. Diesen Einblick hat nur die Person selber.</p>

<p>Und dann hat die Fachperson natürlich eine mehrjährige Ausbildung (hoffentlich nicht auf veralteten Autismus-Vorstellungen basierend) und Erfahrung. Aber sie muss sich auf Fremdwahrnehmung verlassen und ist damit grundsätzlich im Nachteil.</p>

<h2 id="2-aber-es-gibt-objektive-diagnosekriterien" id="2-aber-es-gibt-objektive-diagnosekriterien">2. “Aber es gibt objektive Diagnosekriterien.”</h2>

<p>Ja, die Diagnosekriterien gibt es, aber objektiv ist daran nichts. Sie werden von der Autismus-Community zurecht kritisiert. Ich will nicht zu tief ins Detail einsteigen, deswegen nur ein Stichwort: Defizitorientierung.</p>

<p>In den offiziellen Diagnosekriterien wird aufgelistet, was eine autistische Person alles <em>nicht</em> kann. Dabei ist es eigentlich Konsens in der Autismus-Community, dass das Hauptproblem von Autisten ihre Ausgrenzung und Stigmatisierung in unserer Gesellschaft sei. Ich zitiere hierzu einen Artikel von Becca Lory Hector: <a href="https://neuroclastic.com/disorder-condition-or-disability-a-look-at-the-fables-of-autism-labels/" rel="nofollow">In a world that values sameness, our very ‘difference’ is disabling</a>.</p>

<p>Deswegen ist zu erwarten, dass bei autistischen Menschen, die hinreichend Akzeptanz durch ihre Umgebung erfahren, viele vermeintliche Symptome ganz oder teilweise fehlen können. Andere Verhaltensweisen können wegen des gesellschaftlichen Drucks versteckt sein (Masking).</p>

<p>Die <a href="https://theautisticadvocate.com/2020/01/aspergers-syndrome-whats-in-a-name/" rel="nofollow">Geschichte der willkürlichen Unterscheidung zwischen Asperger-Syndrom und “richtigem” Autismus</a>, die in Deutschland teils weiterhin praktiziert wird, illustriert ebenfalls, dass der offizielle Diagnoseprozess weit von der Objektivität entfernt ist.</p>

<p>Da Diagnosen auch auf die Feststellung der Hilfsbedürftigkeit im medizinischen Sinne ausgerichtet sind, schließen sie einige autistische Menschen grundsätzlich aus. Um einen Artikel von Devon Price zu zitieren: <a href="https://devonprice.medium.com/from-self-diagnosis-to-self-realization-852e3a069451" rel="nofollow">But because of where the line was drawn in the sand by professionals, those people are not really Autistic</a>.</p>

<h2 id="3-eine-offizielle-diagnose-kostet-doch-nichts" id="3-eine-offizielle-diagnose-kostet-doch-nichts">3. “Eine offizielle Diagnose kostet doch nichts.”</h2>

<p>Menschen sagen das, geben aber schon im nächsten Atemzug zu, dass der offizielle Prozess Jahre in Anspruch nehmen kann, Seelenstriptease vor einer unbekannten Person beinhaltet und oft in Fehldiagnosen endet.</p>

<p>Das kostet vielleicht kein Geld, aber es kostet sehr viel emotionale Energie, die nicht immer vorhanden ist. Und viele Menschen scheuen zurecht davor, offiziell als Autisten gebrandmarkt zu werden. Von wirklicher Akzeptanz ist diese Gesellschaft noch weit entfernt.</p>

<h2 id="4-so-eine-diagnose-schadet-doch-nicht-man-muss-sie-nicht-benutzen" id="4-so-eine-diagnose-schadet-doch-nicht-man-muss-sie-nicht-benutzen">4. “So eine Diagnose schadet doch nicht, man muss sie nicht benutzen.”</h2>

<p>Doch, sie kann schaden, denn sie wird normalerweise bei der Krankenkasse hinterlegt. Das kann beispielsweise bei Verbeamtung zum Problem werden. Und niemand weiß, was zukünftige Regierungen damit machen.</p>

<p>Will man, dass eine Diagnose wirklich keinerlei Auswirkungen hat, müsste man sie unter falschem Namen als Privatzahler anstreben. Ja, lustig. Und wiederum teuer. Und wofür eigentlich?</p>

<h2 id="5-hilfen-bekommt-man-aber-nur-mit-diagnose" id="5-hilfen-bekommt-man-aber-nur-mit-diagnose">5. “Hilfen bekommt man aber nur mit Diagnose.”</h2>

<p>Ja, genau. Braucht man diese Hilfen, kommt man nicht umhin, sich um eine Diagnose zu bemühen. Und das ist völlig legitim. Genauso legitim ist es aber, dass Menschen keine Hilfen haben wollen.</p>

<p>Wenn jemand im Erwachsenenalter noch keine Autismusdiagnose hat, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Person sich auf die eine oder andere Art mit dieser Gesellschaft arrangiert hat. Der Wunsch, von externen Hilfen abhängig zu sein, ist da nicht unbedingt vorhanden.</p>

<h2 id="6-da-freut-sich-der-staat-wenn-autisten-nicht-in-anspruch-nehmen-was-ihnen-zusteht" id="6-da-freut-sich-der-staat-wenn-autisten-nicht-in-anspruch-nehmen-was-ihnen-zusteht">6. “Da freut sich der Staat, wenn Autisten nicht in Anspruch nehmen, was ihnen zusteht.”</h2>

<p>Na und? Die Hilfen reichen doch schon für die nicht aus, die dringend auf sie angewiesen sind. Was soll es bringen, wenn sich mehr Autisten diagnostizieren lassen und Hilfen beantragen?</p>

<p>Das könnte genau den gegenteiligen Effekt haben. “Schaut doch, so viele Autisten kommen gut ohne Hilfen klar! Wieso dann nicht die Hilfeleistungen für alle Autisten kürzen?”</p>

<p>Und: nein, mehr Diagnosen bedeuten keine stärkere Lobby. So funktioniert es leider nicht.</p>

<h2 id="7-leute-nennen-sich-autistisch-um-ihr-schlechtes-verhalten-zu-entschuldigen" id="7-leute-nennen-sich-autistisch-um-ihr-schlechtes-verhalten-zu-entschuldigen">7. “Leute nennen sich autistisch, um ihr schlechtes Verhalten zu entschuldigen.”</h2>

<p>Wie oft kommt das eigentlich vor? Und wäre es nicht sinnvoller festzustellen, dass Autismus und schlechtes Verhalten mitnichten gleichzusetzen sind, als Selbstdiagnosen zu bekämpfen?</p>

<h2 id="8-leute-denken-autismus-wäre-cool-und-diagnostizieren-ihn-sich-deswegen" id="8-leute-denken-autismus-wäre-cool-und-diagnostizieren-ihn-sich-deswegen">8. “Leute denken, Autismus wäre cool und diagnostizieren ihn sich deswegen.”</h2>

<p>Im Ernst? In unserer Gesellschaft, die Autisten diskriminiert und ausgrenzt? Ihr denkt echt, dass jemand sich dieses Stigma umhängt, weil es so viel Spaß macht?</p>

<h2 id="9-die-haben-doch-x-y-und-z-gar-nicht" id="9-die-haben-doch-x-y-und-z-gar-nicht">9. “Die haben doch X, Y und Z gar nicht.”</h2>

<p>Ja, vielleicht haben sie es wirklich nicht, vielleicht fällt es aber auch nicht so auf. Unabhängig davon, Autismus ist sehr divers, und es ist nicht umsonst vom Spektrum die Rede. Man kann zwei Autisten nicht wirklich vergleichen.</p>

<h2 id="10-aber-vielleicht-stimmt-die-selbstdiagnose-nicht" id="10-aber-vielleicht-stimmt-die-selbstdiagnose-nicht">10. “Aber vielleicht stimmt die Selbstdiagnose nicht.”</h2>

<p>Möglich. Aber es ist auch sehr wahrscheinlich, dass sie stimmt. Dass es sehr viele undiagnostizierte autistische Erwachsene gibt, ist hinreichend bekannt. Viele dürften einen Wunsch nach Selbsterkenntnis haben.</p>

<p>Wenn Menschen sich in dem Meer an Falschinformationen zu Autismus einen Überblick verschaffen konnten, ist das doch bewundernswert. Und wenn sie etwas falsch verstanden haben, dann kann man sie darauf hinweisen. Sie merken schon selber, wenn sie sich geirrt haben.</p>

<h2 id="11-dann-sprechen-menschen-für-autisten-die-gar-keine-autisten-sind" id="11-dann-sprechen-menschen-für-autisten-die-gar-keine-autisten-sind">11. “Dann sprechen Menschen für Autisten, die gar keine Autisten sind.”</h2>

<p>Kann überhaupt irgendjemand für alle Autisten sprechen? Eigentlich sprechen alle nur über ihre eigenen Erfahrungen. Verallgemeinerungen sind insgesamt schwierig.</p>

<p>Dass die Anti-SelfDX-Bubble sich teilweise an sehr fragwürdigen Verallgemeinerungen versucht, sehe ich sehr kritisch, selbst wenn diese Menschen definitiv Autisten seien dürften. Solche Verallgemeinerungen sind ein Problem, und das hat mit Diagnosen nichts zu tun.</p>

<h2 id="12-menschen-erfinden-dann-willkürlich-autismussymptome" id="12-menschen-erfinden-dann-willkürlich-autismussymptome">12. “Menschen erfinden dann willkürlich Autismussymptome.”</h2>

<p>Das tun sie doch schon seit Jahrzehnten, und dafür brauchen sie nicht einmal eine Selbstdiagnose. Fast alle Informationen zu Autismus sind von Nicht-Autisten geschrieben.</p>

<h2 id="13-ich-kenne-viele-autisten-und-sie-sind-alle-so" id="13-ich-kenne-viele-autisten-und-sie-sind-alle-so">13. “Ich kenne viele Autisten und sie sind alle so.”</h2>

<p>Natürlich, das nennt sich Stichprobenverzerrung. Wenn nur Autisten mit Diagnose als solche anerkannt werden, dann sieht man nur Autisten, die gut den offiziellen Diagnosekriterien entsprechen. Warum wohl?</p>

<p>Mehr noch: man sieht vor allem Autisten, wo genug Leidensdruck bestand, um sich eine Diagnose zu besorgen. Menschen, die zwar autistisch sind, aber angepasst genug, dass eine Diagnose unwichtig war? Nicht Teil der Stichprobe.</p>

<p>Ähnliche Stichprobenverzerrung übrigens: angeblich gibt es um ein Vielfaches mehr autistische Männer als Frauen. Das bezieht sich nur auf Menschen mit Diagnose, Frauen werden aber seltener diagnostiziert. Das Verhältnis dürfte in Wirklichkeit deutlich ausgeglichener sein.</p>

<h2 id="14-es-könnte-doch-dissoziation-zwangsstörung-angststörung-depression-ptbs-o-ä-sein" id="14-es-könnte-doch-dissoziation-zwangsstörung-angststörung-depression-ptbs-o-ä-sein">14. “Es könnte doch Dissoziation, Zwangsstörung, Angststörung, Depression, PTBS o.ä. sein.”</h2>

<p>Jein. Leute vergleichen meist keine Symptomlisten. Niemand denkt sich: “Ich bin so oft traurig. Könnte es vielleicht Autismus sein?” Vor jeder Selbstdiagnose steht die Identitätssuche.</p>

<p>Menschen denken sich: “Irgendwie bin ich anders, ich gehöre nirgendwo so richtig dazu. Gibt es andere wie ich oder stimmt mit mir etwas nicht?”</p>

<p>Bei dieser Ausgangslage kommen die anderen Diagnosen nicht wirklich infrage. Sie könnten auch vorhanden sein, sind aber sekundär. Soweit mir bekannt, besteht allenfalls Verwechslungsgefahr mit ADHS. Hier tun sich aber auch Diagnostiker gelegentlich schwer mit der Abgrenzung.</p>

<p>Kann es problematisch sein, wenn jemand deswegen nicht weiß, dass Medikamente helfen könnten? Möglicherweise.</p>

<p>Ist es hilfreich, diese Person deswegen auszugrenzen? Keinesfalls. Da die Community sowohl aus Autisten als auch Menschen mit ADHS besteht, ist sie eine gute Möglichkeit für die Person zu erkennen, dass es eventuell (auch) ADHS sein könnte. Was sie damit tut, ist ihre Sache.</p>

<h2 id="15-hier-statistik-autismusverdacht-lässt-sich-oft-diagnostisch-nicht-bestätigen" id="15-hier-statistik-autismusverdacht-lässt-sich-oft-diagnostisch-nicht-bestätigen">15. “Hier, Statistik, Autismusverdacht lässt sich oft diagnostisch nicht bestätigen!”</h2>

<p>Ja. Das dokumentiert aber vermutlich mehr den traurigen Zustand der Autismus-Diagnostik als die Unzuverlässigkeit der Selbstdiagnosen.</p>

<p>Insbesondere erwachsene weiblich gelesene Personen bekommen eine offizielle Autismus-Diagnose oft erst im dritten Anlauf, wenn überhaupt. Es gibt Diagnosestellen, die dafür berüchtigt sind, eine Autismus-Diagnose fast immer zu verweigern.</p>

<p>Dass im Text von “Asperger-Syndrom” die Rede ist, sollte eine zusätzliche Warnung sein: hier wird mit veralteten Autismus-Vorstellungen gearbeitet. Jegliche Statistik wird davon deutlich verfälscht sein.</p>
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      <pubDate>Thu, 15 Jul 2021 05:23:18 +0000</pubDate>
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      <pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
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