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    <title>identität &amp;mdash; Janus Newstrujew</title>
    <link>https://paper.wf/newstrujew/tag:identität</link>
    <description>Gedanken, die nicht in einen Mastodon-Tröt passen&lt;a href=&#34;https://autistics.life/@Newstrujew/&#34; rel=&#34;me&#34;&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 17:29:01 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>Ich bin Autist, und das weiß ich ohne eine Diagnose</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/ich-bin-autist-und-das-weiss-ich-ohne-eine-diagnose</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #selfdx #diagnostik #identität&#xA;&#xA;Ich oute mich mal. Ich bin ein selbstdiagnostizierter Autist.&#xA;&#xA;Warum ich das so schreibe? Weil es eine kleine, aber sehr laute Gruppe in der Autismus-Community gibt, die bei dieser Selbstbeschreibung gleich in Rage aufspringt und ihr die Legitimität abspricht. Mir können sie nichts mehr anhaben, aber es gibt zu viele Menschen, die dadurch massiv verunsichert werden.&#xA;&#xA;Deswegen will ich meinen Weg erklären, und dafür muss ich ganz von vorne anfangen. Bei meinem Cousin.&#xA;&#xA;!--more--Mein Cousin ist Autist, mit einer Diagnose der alten Schule. Das bedeutet, dass sämtliche seiner Komorbiditäten (etliche Sachen, bis hin zum Marfan-Syndrom) unter die Bezeichnung &#34;Autismus&#34; gepackt wurden. War früher so üblich, als bei Autismus noch Intelligenzminderung erwartet wurde.&#xA;&#xA;Was für viele Leute der Film &#34;Rainman&#34; war, war für meine Familie mein Cousin: ein völlig verzerrtes Sinnbild des Autismus. Dadurch wurde Autismus bei mir nie in Betracht gezogen, trotz (wie ich es heute weiß) eindeutiger Zeichen. Ich kam zu gut zurecht, war zu intelligent.&#xA;&#xA;Mit ca. 12 Jahren habe ich gemerkt, dass Masking funktioniert. Natürlich kannte ich die Bezeichnung nicht. Aber es war dennoch eine halbwegs bewusste Entscheidung, mein Verhalten an die Erwartungen anzupassen, um so besser akzeptiert zu werden.&#xA;&#xA;Ich habe das Masking derart perfektioniert, dass ich heute größte Mühe habe, irgendwie zwischen mir und der Maske unterscheiden zu können. Und aus gesellschaftlicher Sicht ging es mir damit gut. Ich hatte beruflichen Erfolg, habe geheiratet. Blieb aber irgendwie &#34;seltsam&#34;.&#xA;&#xA;Mit 28 Jahren hörte ich erstmals den Begriff &#34;Asperger&#34;. Leute, die ich kannte, haben sich als &#34;Aspie&#34; geoutet.&#xA;&#xA;Ja, der Begriff ist veraltet und schädlich. Aber ohne ihn hätte ich mich womöglich nie mit Autismus beschäftigt. Denn autistisch war ja mein Cousin, nicht ich.&#xA;&#xA;Anfangs war es also ein leiser Verdacht, was immer da mit &#34;Aspie&#34; gemeint war, könnte auch mein Leben erklären. Ich bin über die Jahre sehr tief in die fachlichen Informationen eingestiegen, aber es blieb bei einem begründeten Verdacht. Es war alles zu schwammig, zu uneindeutig.&#xA;&#xA;Geändert hat es sich erst durch andere autistische Menschen, wie z.B. den großartigen Pete Wharmby. Ich las dort plötzlich von Erfahrungen, die ich nachvollziehen konnte. Ich bekam Erklärungen für meine eigenen Verhaltensweisen, für Reaktionen anderer Menschen auf mich.&#xA;&#xA;Urplötzlich ergab alles Sinn. Ich verstand nun auch, warum einige Dinge für mich so schwer oder gar unmöglich sind. Ich konnte mich selber akzeptieren.&#xA;&#xA;Nach etwa 10 Jahren war meine Reise abgeschlossen. Aus dem Verdacht wurde Gewissheit.&#xA;&#xA;Ich weiß, dass viele autistische Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, wenn ich sage, auch ohne sie im Leben zurechtkommen zu können. Mir fehlte es in meinem Leben aber nicht an Unterstützung, mit fehlte es an Akzeptanz.&#xA;&#xA;Und die finde ich bei anderen autistischen Menschen. Wie sich herausstellt, sind die meisten Menschen, mit denen ich enger interagiere, ebenfalls autistisch. Das passiert automatisch, ohne unser Wissen. Weil wir ähnlich kommunizieren. Weil wir einander verstehen.&#xA;&#xA;Deswegen ist es so bitter für mich, wenn Teile der autistischen Community eine offizielle Diagnose, die mir rein gar nichts bringt, als Vorbedingung dafür sehen, dass sie mich akzeptieren. Und mir weismachen wollen, ich habe mich als &#34;Verdachtsautist&#34; zu bezeichnen.&#xA;&#xA;Wieso sollte ich jemanden anlügen, dass mein Autismus bloß ein Verdacht wäre? Ich habe mich lang genug mit dem Thema beschäftigt. Ich weiß genau, auf welcher Grundlage mir eine offizielle Diagnose gestellt werden könnte. Ich weiß auch, warum man sie mir verweigern könnte.&#xA;&#xA;Nichts davon ändert etwas daran, dass ich ein Autist bin. Ich bin als Autist geboren, ich werde auch mein Leben lang einer bleiben.&#xA;&#xA;Ich habe die Schnauze voll. Ich lasse mir nicht mehr den Mund verbieten. Und euer elitäres Gatekeeping könnt ihr euch sonstwohin stecken.&#xA;&#xA;Ich rede nur über meine eigene Erfahrung. Ich brauche niemanden, der meine Eltern nach ihrer verzerrten Sicht auf mich befragt, um in Erfahrung zu bringen, ob ich autistisch bin. Andere Menschen werden dagegen vielleicht eine externe Bestätigung haben wollen. Ich kann und will nicht verallgemeinern.&#xA;&#xA;Zu guter Letzt: ich kenne die Argumentation gegen Selbstdiagnosen. Ich habe mich ausführlich mit ihr beschäftigt, und ich finde sie nicht stichhaltig.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:selfdx" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">selfdx</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Ich oute mich mal. Ich bin ein selbstdiagnostizierter Autist.</p>

<p>Warum ich das so schreibe? Weil es eine kleine, aber sehr laute Gruppe in der Autismus-Community gibt, die bei dieser Selbstbeschreibung gleich in Rage aufspringt und ihr die Legitimität abspricht. Mir können sie nichts mehr anhaben, aber es gibt zu viele Menschen, die dadurch massiv verunsichert werden.</p>

<p>Deswegen will ich meinen Weg erklären, und dafür muss ich ganz von vorne anfangen. Bei meinem Cousin.</p>

<p>Mein Cousin ist Autist, mit einer Diagnose der alten Schule. Das bedeutet, dass sämtliche seiner Komorbiditäten (etliche Sachen, bis hin zum Marfan-Syndrom) unter die Bezeichnung “Autismus” gepackt wurden. War früher so üblich, als bei Autismus noch Intelligenzminderung erwartet wurde.</p>

<p>Was für viele Leute der Film “Rainman” war, war für meine Familie mein Cousin: ein völlig verzerrtes Sinnbild des Autismus. Dadurch wurde Autismus bei mir nie in Betracht gezogen, trotz (wie ich es heute weiß) eindeutiger Zeichen. Ich kam zu gut zurecht, war zu intelligent.</p>

<p>Mit ca. 12 Jahren habe ich gemerkt, dass Masking funktioniert. Natürlich kannte ich die Bezeichnung nicht. Aber es war dennoch eine halbwegs bewusste Entscheidung, mein Verhalten an die Erwartungen anzupassen, um so besser akzeptiert zu werden.</p>

<p>Ich habe das Masking derart perfektioniert, dass ich heute größte Mühe habe, irgendwie zwischen mir und der Maske unterscheiden zu können. Und aus gesellschaftlicher Sicht ging es mir damit gut. Ich hatte beruflichen Erfolg, habe geheiratet. Blieb aber irgendwie “seltsam”.</p>

<p>Mit 28 Jahren hörte ich erstmals den Begriff “Asperger”. Leute, die ich kannte, haben sich als “Aspie” geoutet.</p>

<p>Ja, der Begriff ist <a href="https://paper.wf/newstrujew/nein-asperger-syndrom-gibt-es-nicht" rel="nofollow">veraltet und schädlich</a>. Aber ohne ihn hätte ich mich womöglich nie mit Autismus beschäftigt. Denn autistisch war ja mein Cousin, nicht ich.</p>

<p>Anfangs war es also ein leiser Verdacht, was immer da mit “Aspie” gemeint war, könnte auch mein Leben erklären. Ich bin über die Jahre sehr tief in die fachlichen Informationen eingestiegen, aber es blieb bei einem begründeten Verdacht. Es war alles zu schwammig, zu uneindeutig.</p>

<p>Geändert hat es sich erst durch andere autistische Menschen, wie z.B. den großartigen <a href="https://petewharmby.com/" rel="nofollow">Pete Wharmby</a>. Ich las dort plötzlich von Erfahrungen, die ich nachvollziehen konnte. Ich bekam Erklärungen für meine eigenen Verhaltensweisen, für Reaktionen anderer Menschen auf mich.</p>

<p>Urplötzlich ergab alles Sinn. Ich verstand nun auch, warum einige Dinge für mich so schwer oder gar unmöglich sind. Ich konnte mich selber akzeptieren.</p>

<p>Nach etwa 10 Jahren war meine Reise abgeschlossen. Aus dem Verdacht wurde Gewissheit.</p>

<p>Ich weiß, dass viele autistische Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, wenn ich sage, auch ohne sie im Leben zurechtkommen zu können. Mir fehlte es in meinem Leben aber nicht an Unterstützung, mit fehlte es an Akzeptanz.</p>

<p>Und die finde ich bei anderen autistischen Menschen. Wie sich herausstellt, sind die meisten Menschen, mit denen ich enger interagiere, ebenfalls autistisch. Das passiert automatisch, ohne unser Wissen. Weil wir ähnlich kommunizieren. Weil wir einander verstehen.</p>

<p>Deswegen ist es so bitter für mich, wenn Teile der autistischen Community eine offizielle Diagnose, die mir rein gar nichts bringt, als Vorbedingung dafür sehen, dass sie mich akzeptieren. Und mir weismachen wollen, ich habe mich als “Verdachtsautist” zu bezeichnen.</p>

<p>Wieso sollte ich jemanden anlügen, dass mein Autismus bloß ein Verdacht wäre? Ich habe mich lang genug mit dem Thema beschäftigt. Ich weiß genau, auf welcher Grundlage mir eine offizielle Diagnose gestellt werden könnte. Ich weiß auch, warum man sie mir verweigern könnte.</p>

<p>Nichts davon ändert etwas daran, dass ich ein Autist bin. Ich bin als Autist geboren, ich werde auch mein Leben lang einer bleiben.</p>

<p>Ich habe die Schnauze voll. Ich lasse mir nicht mehr den Mund verbieten. Und euer elitäres Gatekeeping könnt ihr euch sonstwohin stecken.</p>

<p>Ich rede nur über meine eigene Erfahrung. <em>Ich</em> brauche niemanden, der meine Eltern nach ihrer verzerrten Sicht auf mich befragt, um in Erfahrung zu bringen, ob ich autistisch bin. Andere Menschen werden dagegen vielleicht eine externe Bestätigung haben wollen. Ich kann und will nicht verallgemeinern.</p>

<p>Zu guter Letzt: ich kenne die Argumentation gegen Selbstdiagnosen. Ich habe mich ausführlich mit ihr beschäftigt, und ich <a href="https://paper.wf/newstrujew/validitaet-von-autismus-selbstdiagnosen" rel="nofollow">finde sie nicht stichhaltig</a>.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/ich-bin-autist-und-das-weiss-ich-ohne-eine-diagnose</guid>
      <pubDate>Thu, 03 Nov 2022 08:40:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nein, nicht jede Debatte kann emotionslos geführt werden</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/nein-nicht-jede-debatte-kann-emotionslos-gefuhrt-werden</link>
      <description>&lt;![CDATA[#tonepolicing #rassismus #identität&#xA;&#xA;Zur Erinnerung: Betroffene von Gewalt haben meist nicht den Luxus, sich entspannt zurückzulehnen und eine rein akademische Debatte zu führen. Es geht schließlich um ihr Leben.&#xA;&#xA;Wenn in einer Diskussion eine Seite emotional oder gar aggressiv agiert, die andere sich aber kühl und besonnen gibt, haben wir die Tendenz, der letzteren mehr Vertrauen zu schenken. Das ist falsch.&#xA;&#xA;!--more--Leseempfehlung dazu: No, We Won’t Calm Down – Tone Policing Is Just Another Way to Protect Privilege.&#xA;&#xA;Auch das Gegenteil ist übrigens falsch. Die Emotionalisierung einer Debatte wird oft als Mittel benutzt, um Menschen auf die eigene Seite zu ziehen. Allerdings wird sie meist von privilegierten Menschen eingesetzt, die sich ihres gesellschaftlichen Rückhalts sicher sind.&#xA;&#xA;Ein typisches Beispiel hier ist das Phänomen der &#34;white women&#39;s tears&#34;. Eine weiße Frau kann davon ausgehen, dass Menschen ihr sofort zur Hilfe eilen, wenn sie von &#34;bösen BIPoCs&#34; unter Druck gesetzt wird.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:tonepolicing" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">tonepolicing</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Zur Erinnerung: Betroffene von Gewalt haben meist nicht den Luxus, sich entspannt zurückzulehnen und eine rein akademische Debatte zu führen. Es geht schließlich um ihr Leben.</p>

<p>Wenn in einer Diskussion eine Seite emotional oder gar aggressiv agiert, die andere sich aber kühl und besonnen gibt, haben wir die Tendenz, der letzteren mehr Vertrauen zu schenken. Das ist falsch.</p>

<p>Leseempfehlung dazu: <a href="https://everydayfeminism.com/2015/12/tone-policing-and-privilege/" rel="nofollow">No, We Won’t Calm Down – Tone Policing Is Just Another Way to Protect Privilege</a>.</p>

<p>Auch das Gegenteil ist übrigens falsch. Die Emotionalisierung einer Debatte wird oft als Mittel benutzt, um Menschen auf die eigene Seite zu ziehen. Allerdings wird sie meist von privilegierten Menschen eingesetzt, die sich ihres gesellschaftlichen Rückhalts sicher sind.</p>

<p>Ein typisches Beispiel hier ist das Phänomen der <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/may/08/how-white-women-use-strategic-tears-to-avoid-accountability" rel="nofollow">“white women&#39;s tears”</a>. Eine weiße Frau kann davon ausgehen, dass Menschen ihr sofort zur Hilfe eilen, wenn sie von “bösen BIPoCs” unter Druck gesetzt wird.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/nein-nicht-jede-debatte-kann-emotionslos-gefuhrt-werden</guid>
      <pubDate>Mon, 18 Jul 2022 15:10:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Wie TERFs sich zu Opfern stilisieren</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/wie-terfs-sich-zu-opfern-stilisieren</link>
      <description>&lt;![CDATA[#transfeindlichkeit #feminismus #identität&#xA;&#xA;Vor etwa einem Jahr hatte ich eine Interaktion mit einem Twitter-Großaccount. Am Rande wurde erwähnt, dass die Person eine TERF sei, was ich einfach zur Kenntnis nahm. Ich konnte es nicht bestätigen, aber es war für das Thema auch irrelevant.&#xA;&#xA;Und dann kam sie in meine Direktnachrichten, um mich auf ihre Seite zu bringen. Ohne auf irgendetwas inhaltlich einzugehen, wollte sie ein Opfer sein. Sie erwähnte auch Drohungen, die sie angeblich erhielt. Nicht im Zusammenhang mit dem Thema, sondern einfach so.&#xA;&#xA;!--more--Heute habe ich mir den Account noch einmal angesehen, und da ist das volle TERF-Programm. Dort wird erzählt, dass Feminismus nur für Frauen sei. Dass die Berücksichtigung der trans Menschen die Frauenrechte aushöhle. Auch der Unsinn mit den Toiletten fehlt natürlich nicht. &#xA;&#xA;Ihre Art der Argumentation scheint typisch für TERFs zu sein, habe es auch anderswo gesehen. Sich immer und überall als Opfer zu inszenieren, um sich so Solidarität zu sichern. Es ist feministisch, Opfern auch ohne Beweise Glauben zu schenken, und sie nutzen es voll aus.&#xA;&#xA;Opfer von wem? Von der bösen &#34;trans Lobby&#34; natürlich. Die unglaublich aggressiv auf &#34;aufrechte Feministinnen&#34; reagiert.&#xA;&#xA;Hinweis: Menschen reagieren mitunter ziemlich ungehalten, wenn ihnen jemand grundlegende Rechte abspricht. Ob es wirklich Morddrohungen sind, ist fraglich.&#xA;&#xA;TERFs erweisen dem Feminismus einen Bärendienst. Die Mär von der Frau mit ihren falschen Anschuldigungen hält sich hartnäckig, auch ohne ihre Uminterpretation von Kritik in Gewalt gegen sie.&#xA;&#xA;Ganz zu schweigen davon, dass ihr &#34;Feminismus&#34; scheinbar daraus besteht, auf noch vulnerablere Gruppen einzuschlagen, um sich auf diese Weise das Wohlwollen des Patriarchats zu erkaufen.&#xA;&#xA;Ich weiß nicht, was die Schlussfolgerung hieraus ist. Fallt bitte nicht auf ihren Spin herein? Akzeptiert ihre Argumentation nicht? Verleiht ihnen keine Legitimation, indem ihr ihre harmloseren Aussagen verbreitet? Wahrscheinlich alles davon. Das sind keine Feministinnen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:transfeindlichkeit" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">transfeindlichkeit</span></a> <a href="/newstrujew/tag:feminismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">feminismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Vor etwa einem Jahr hatte ich eine Interaktion mit einem Twitter-Großaccount. Am Rande wurde erwähnt, dass die Person eine TERF sei, was ich einfach zur Kenntnis nahm. Ich konnte es nicht bestätigen, aber es war für das Thema auch irrelevant.</p>

<p>Und dann kam sie in meine Direktnachrichten, um mich auf ihre Seite zu bringen. Ohne auf irgendetwas inhaltlich einzugehen, wollte sie ein Opfer sein. Sie erwähnte auch Drohungen, die sie angeblich erhielt. Nicht im Zusammenhang mit dem Thema, sondern einfach so.</p>

<p>Heute habe ich mir den Account noch einmal angesehen, und da ist das volle TERF-Programm. Dort wird erzählt, dass Feminismus nur für Frauen sei. Dass die Berücksichtigung der trans Menschen die Frauenrechte aushöhle. Auch der Unsinn mit den Toiletten fehlt natürlich nicht.</p>

<p>Ihre Art der Argumentation scheint typisch für TERFs zu sein, habe es auch anderswo gesehen. Sich immer und überall als Opfer zu inszenieren, um sich so Solidarität zu sichern. Es ist feministisch, Opfern auch ohne Beweise Glauben zu schenken, und sie nutzen es voll aus.</p>

<p>Opfer von wem? Von der bösen “trans Lobby” natürlich. Die unglaublich aggressiv auf “aufrechte Feministinnen” reagiert.</p>

<p>Hinweis: Menschen reagieren mitunter ziemlich ungehalten, wenn ihnen jemand grundlegende Rechte abspricht. Ob es wirklich Morddrohungen sind, ist fraglich.</p>

<p>TERFs erweisen dem Feminismus einen Bärendienst. Die Mär von der Frau mit ihren falschen Anschuldigungen hält sich hartnäckig, auch ohne ihre Uminterpretation von Kritik in Gewalt gegen sie.</p>

<p>Ganz zu schweigen davon, dass ihr “Feminismus” scheinbar daraus besteht, auf noch vulnerablere Gruppen einzuschlagen, um sich auf diese Weise das Wohlwollen des Patriarchats zu erkaufen.</p>

<p>Ich weiß nicht, was die Schlussfolgerung hieraus ist. Fallt bitte nicht auf ihren Spin herein? Akzeptiert ihre Argumentation nicht? Verleiht ihnen keine Legitimation, indem ihr ihre harmloseren Aussagen verbreitet? Wahrscheinlich alles davon. Das sind keine Feministinnen.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/wie-terfs-sich-zu-opfern-stilisieren</guid>
      <pubDate>Mon, 01 Nov 2021 07:08:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Validität von Autismus-Selbstdiagnosen</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/validitaet-von-autismus-selbstdiagnosen</link>
      <description>&lt;![CDATA[#autismus #selfdx #diagnostik #identität&#xA;&#xA;Ich muss nun etwas zu Selbstdiagnosen (SelfDX) loswerden. Das ist ein schwieriges und emotionales Thema für mich, und es wird ein langer Text, aber es muss raus.&#xA;&#xA;Zunächst einmal der Kontext: es geht vor allem um undiagnostizierten Autismus bei Erwachsenen.&#xA;&#xA;!--more--Teile der Autismus-Community lehnen Selbstdiagnosen, bei denen ein Mensch sich selber als autistisch erkennt, vehement ab. Ich habe eine Reihe von Argumentationslinien gesehen, die diese Ablehnung rechtfertigen sollen. Überzeugend fand ich sie nicht, ich sehe sie stattdessen als Gatekeeping an.&#xA;&#xA;1. &#34;Bei Krebsverdacht geht man auch zum Arzt.&#34;&#xA;&#xA;So in etwa wird oft argumentiert. Und das hört sich plausibel an. Natürlich, medizinisches Personal kann besser beurteilen, ob es wirklich Krebs ist.&#xA;&#xA;Der Vergleich ist aber schief. Ein Krebsverdacht lässt sich eindeutig überprüfen. Es gibt Ultraschall, MRT und andere Möglichkeiten, um in den Körper zu schauen und festzustellen, was dort los ist.&#xA;&#xA;Eine Möglichkeit, sichtbar zu machen, was in einem Kopf vor sich geht, existiert dagegen nicht. Diesen Einblick hat nur die Person selber.&#xA;&#xA;Und dann hat die Fachperson natürlich eine mehrjährige Ausbildung (hoffentlich nicht auf veralteten Autismus-Vorstellungen basierend) und Erfahrung. Aber sie muss sich auf Fremdwahrnehmung verlassen und ist damit grundsätzlich im Nachteil.&#xA;&#xA;2. &#34;Aber es gibt objektive Diagnosekriterien.&#34;&#xA;&#xA;Ja, die Diagnosekriterien gibt es, aber objektiv ist daran nichts. Sie werden von der Autismus-Community zurecht kritisiert. Ich will nicht zu tief ins Detail einsteigen, deswegen nur ein Stichwort: Defizitorientierung.&#xA;&#xA;In den offiziellen Diagnosekriterien wird aufgelistet, was eine autistische Person alles nicht kann. Dabei ist es eigentlich Konsens in der Autismus-Community, dass das Hauptproblem von Autisten ihre Ausgrenzung und Stigmatisierung in unserer Gesellschaft sei. Ich zitiere hierzu einen Artikel von Becca Lory Hector: In a world that values sameness, our very ‘difference’ is disabling.&#xA;&#xA;Deswegen ist zu erwarten, dass bei autistischen Menschen, die hinreichend Akzeptanz durch ihre Umgebung erfahren, viele vermeintliche Symptome ganz oder teilweise fehlen können. Andere Verhaltensweisen können wegen des gesellschaftlichen Drucks versteckt sein (Masking).&#xA;&#xA;Die Geschichte der willkürlichen Unterscheidung zwischen Asperger-Syndrom und &#34;richtigem&#34; Autismus, die in Deutschland teils weiterhin praktiziert wird, illustriert ebenfalls, dass der offizielle Diagnoseprozess weit von der Objektivität entfernt ist.&#xA;&#xA;Da Diagnosen auch auf die Feststellung der Hilfsbedürftigkeit im medizinischen Sinne ausgerichtet sind, schließen sie einige autistische Menschen grundsätzlich aus. Um einen Artikel von Devon Price zu zitieren: But because of where the line was drawn in the sand by professionals, those people are not really Autistic.&#xA;&#xA;3. &#34;Eine offizielle Diagnose kostet doch nichts.&#34;&#xA;&#xA;Menschen sagen das, geben aber schon im nächsten Atemzug zu, dass der offizielle Prozess Jahre in Anspruch nehmen kann, Seelenstriptease vor einer unbekannten Person beinhaltet und oft in Fehldiagnosen endet.&#xA;&#xA;Das kostet vielleicht kein Geld, aber es kostet sehr viel emotionale Energie, die nicht immer vorhanden ist. Und viele Menschen scheuen zurecht davor, offiziell als Autisten gebrandmarkt zu werden. Von wirklicher Akzeptanz ist diese Gesellschaft noch weit entfernt.&#xA;&#xA;4. &#34;So eine Diagnose schadet doch nicht, man muss sie nicht benutzen.&#34;&#xA;&#xA;Doch, sie kann schaden, denn sie wird normalerweise bei der Krankenkasse hinterlegt. Das kann beispielsweise bei Verbeamtung zum Problem werden. Und niemand weiß, was zukünftige Regierungen damit machen.&#xA;&#xA;Will man, dass eine Diagnose wirklich keinerlei Auswirkungen hat, müsste man sie unter falschem Namen als Privatzahler anstreben. Ja, lustig. Und wiederum teuer. Und wofür eigentlich?&#xA;&#xA;5. &#34;Hilfen bekommt man aber nur mit Diagnose.&#34;&#xA;&#xA;Ja, genau. Braucht man diese Hilfen, kommt man nicht umhin, sich um eine Diagnose zu bemühen. Und das ist völlig legitim. Genauso legitim ist es aber, dass Menschen keine Hilfen haben wollen.&#xA;&#xA;Wenn jemand im Erwachsenenalter noch keine Autismusdiagnose hat, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Person sich auf die eine oder andere Art mit dieser Gesellschaft arrangiert hat. Der Wunsch, von externen Hilfen abhängig zu sein, ist da nicht unbedingt vorhanden.&#xA;&#xA;6. &#34;Da freut sich der Staat, wenn Autisten nicht in Anspruch nehmen, was ihnen zusteht.&#34;&#xA;&#xA;Na und? Die Hilfen reichen doch schon für die nicht aus, die dringend auf sie angewiesen sind. Was soll es bringen, wenn sich mehr Autisten diagnostizieren lassen und Hilfen beantragen?&#xA;&#xA;Das könnte genau den gegenteiligen Effekt haben. &#34;Schaut doch, so viele Autisten kommen gut ohne Hilfen klar! Wieso dann nicht die Hilfeleistungen für alle Autisten kürzen?&#34;&#xA;&#xA;Und: nein, mehr Diagnosen bedeuten keine stärkere Lobby. So funktioniert es leider nicht.&#xA;&#xA;7. &#34;Leute nennen sich autistisch, um ihr schlechtes Verhalten zu entschuldigen.&#34;&#xA;&#xA;Wie oft kommt das eigentlich vor? Und wäre es nicht sinnvoller festzustellen, dass Autismus und schlechtes Verhalten mitnichten gleichzusetzen sind, als Selbstdiagnosen zu bekämpfen?&#xA;&#xA;8. &#34;Leute denken, Autismus wäre cool und diagnostizieren ihn sich deswegen.&#34;&#xA;&#xA;Im Ernst? In unserer Gesellschaft, die Autisten diskriminiert und ausgrenzt? Ihr denkt echt, dass jemand sich dieses Stigma umhängt, weil es so viel Spaß macht?&#xA;&#xA;9. &#34;Die haben doch X, Y und Z gar nicht.&#34;&#xA;&#xA;Ja, vielleicht haben sie es wirklich nicht, vielleicht fällt es aber auch nicht so auf. Unabhängig davon, Autismus ist sehr divers, und es ist nicht umsonst vom Spektrum die Rede. Man kann zwei Autisten nicht wirklich vergleichen.&#xA;&#xA;10. &#34;Aber vielleicht stimmt die Selbstdiagnose nicht.&#34;&#xA;&#xA;Möglich. Aber es ist auch sehr wahrscheinlich, dass sie stimmt. Dass es sehr viele undiagnostizierte autistische Erwachsene gibt, ist hinreichend bekannt. Viele dürften einen Wunsch nach Selbsterkenntnis haben.&#xA;&#xA;Wenn Menschen sich in dem Meer an Falschinformationen zu Autismus einen Überblick verschaffen konnten, ist das doch bewundernswert. Und wenn sie etwas falsch verstanden haben, dann kann man sie darauf hinweisen. Sie merken schon selber, wenn sie sich geirrt haben.&#xA;&#xA;11. &#34;Dann sprechen Menschen für Autisten, die gar keine Autisten sind.&#34;&#xA;&#xA;Kann überhaupt irgendjemand für alle Autisten sprechen? Eigentlich sprechen alle nur über ihre eigenen Erfahrungen. Verallgemeinerungen sind insgesamt schwierig.&#xA;&#xA;Dass die Anti-SelfDX-Bubble sich teilweise an sehr fragwürdigen Verallgemeinerungen versucht, sehe ich sehr kritisch, selbst wenn diese Menschen definitiv Autisten seien dürften. Solche Verallgemeinerungen sind ein Problem, und das hat mit Diagnosen nichts zu tun.&#xA;&#xA;12. &#34;Menschen erfinden dann willkürlich Autismussymptome.&#34;&#xA;&#xA;Das tun sie doch schon seit Jahrzehnten, und dafür brauchen sie nicht einmal eine Selbstdiagnose. Fast alle Informationen zu Autismus sind von Nicht-Autisten geschrieben.&#xA;&#xA;13. &#34;Ich kenne viele Autisten und sie sind alle so.&#34;&#xA;&#xA;Natürlich, das nennt sich Stichprobenverzerrung. Wenn nur Autisten mit Diagnose als solche anerkannt werden, dann sieht man nur Autisten, die gut den offiziellen Diagnosekriterien entsprechen. Warum wohl?&#xA;&#xA;Mehr noch: man sieht vor allem Autisten, wo genug Leidensdruck bestand, um sich eine Diagnose zu besorgen. Menschen, die zwar autistisch sind, aber angepasst genug, dass eine Diagnose unwichtig war? Nicht Teil der Stichprobe.&#xA;&#xA;Ähnliche Stichprobenverzerrung übrigens: angeblich gibt es um ein Vielfaches mehr autistische Männer als Frauen. Das bezieht sich nur auf Menschen mit Diagnose, Frauen werden aber seltener diagnostiziert. Das Verhältnis dürfte in Wirklichkeit deutlich ausgeglichener sein.&#xA;&#xA;14. &#34;Es könnte doch Dissoziation, Zwangsstörung, Angststörung, Depression, PTBS o.ä. sein.&#34;&#xA;&#xA;Jein. Leute vergleichen meist keine Symptomlisten. Niemand denkt sich: &#34;Ich bin so oft traurig. Könnte es vielleicht Autismus sein?&#34; Vor jeder Selbstdiagnose steht die Identitätssuche.&#xA;&#xA;Menschen denken sich: &#34;Irgendwie bin ich anders, ich gehöre nirgendwo so richtig dazu. Gibt es andere wie ich oder stimmt mit mir etwas nicht?&#34;&#xA;&#xA;Bei dieser Ausgangslage kommen die anderen Diagnosen nicht wirklich infrage. Sie könnten auch vorhanden sein, sind aber sekundär. Soweit mir bekannt, besteht allenfalls Verwechslungsgefahr mit ADHS. Hier tun sich aber auch Diagnostiker gelegentlich schwer mit der Abgrenzung.&#xA;&#xA;Kann es problematisch sein, wenn jemand deswegen nicht weiß, dass Medikamente helfen könnten? Möglicherweise.&#xA;&#xA;Ist es hilfreich, diese Person deswegen auszugrenzen? Keinesfalls. Da die Community sowohl aus Autisten als auch Menschen mit ADHS besteht, ist sie eine gute Möglichkeit für die Person zu erkennen, dass es eventuell (auch) ADHS sein könnte. Was sie damit tut, ist ihre Sache.&#xA;&#xA;15. &#34;Hier, Statistik, Autismusverdacht lässt sich oft diagnostisch nicht bestätigen!&#34;&#xA;&#xA;Ja. Das dokumentiert aber vermutlich mehr den traurigen Zustand der Autismus-Diagnostik als die Unzuverlässigkeit der Selbstdiagnosen.&#xA;&#xA;Insbesondere erwachsene weiblich gelesene Personen bekommen eine offizielle Autismus-Diagnose oft erst im dritten Anlauf, wenn überhaupt. Es gibt Diagnosestellen, die dafür berüchtigt sind, eine Autismus-Diagnose fast immer zu verweigern.&#xA;&#xA;Dass im Text von &#34;Asperger-Syndrom&#34; die Rede ist, sollte eine zusätzliche Warnung sein: hier wird mit veralteten Autismus-Vorstellungen gearbeitet. Jegliche Statistik wird davon deutlich verfälscht sein.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:autismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">autismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:selfdx" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">selfdx</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diagnostik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diagnostik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Ich muss nun etwas zu Selbstdiagnosen (SelfDX) loswerden. Das ist ein schwieriges und emotionales Thema für mich, und es wird ein langer Text, aber es muss raus.</p>

<p>Zunächst einmal der Kontext: es geht vor allem um undiagnostizierten Autismus bei Erwachsenen.</p>

<p>Teile der Autismus-Community lehnen Selbstdiagnosen, bei denen ein Mensch sich selber als autistisch erkennt, vehement ab. Ich habe eine Reihe von Argumentationslinien gesehen, die diese Ablehnung rechtfertigen sollen. Überzeugend fand ich sie nicht, ich sehe sie stattdessen als Gatekeeping an.</p>

<h2 id="1-bei-krebsverdacht-geht-man-auch-zum-arzt" id="1-bei-krebsverdacht-geht-man-auch-zum-arzt">1. “Bei Krebsverdacht geht man auch zum Arzt.”</h2>

<p>So in etwa wird oft argumentiert. Und das hört sich plausibel an. Natürlich, medizinisches Personal kann besser beurteilen, ob es wirklich Krebs ist.</p>

<p>Der Vergleich ist aber schief. Ein Krebsverdacht lässt sich eindeutig überprüfen. Es gibt Ultraschall, MRT und andere Möglichkeiten, um in den Körper zu schauen und festzustellen, was dort los ist.</p>

<p>Eine Möglichkeit, sichtbar zu machen, was in einem Kopf vor sich geht, existiert dagegen nicht. Diesen Einblick hat nur die Person selber.</p>

<p>Und dann hat die Fachperson natürlich eine mehrjährige Ausbildung (hoffentlich nicht auf veralteten Autismus-Vorstellungen basierend) und Erfahrung. Aber sie muss sich auf Fremdwahrnehmung verlassen und ist damit grundsätzlich im Nachteil.</p>

<h2 id="2-aber-es-gibt-objektive-diagnosekriterien" id="2-aber-es-gibt-objektive-diagnosekriterien">2. “Aber es gibt objektive Diagnosekriterien.”</h2>

<p>Ja, die Diagnosekriterien gibt es, aber objektiv ist daran nichts. Sie werden von der Autismus-Community zurecht kritisiert. Ich will nicht zu tief ins Detail einsteigen, deswegen nur ein Stichwort: Defizitorientierung.</p>

<p>In den offiziellen Diagnosekriterien wird aufgelistet, was eine autistische Person alles <em>nicht</em> kann. Dabei ist es eigentlich Konsens in der Autismus-Community, dass das Hauptproblem von Autisten ihre Ausgrenzung und Stigmatisierung in unserer Gesellschaft sei. Ich zitiere hierzu einen Artikel von Becca Lory Hector: <a href="https://neuroclastic.com/disorder-condition-or-disability-a-look-at-the-fables-of-autism-labels/" rel="nofollow">In a world that values sameness, our very ‘difference’ is disabling</a>.</p>

<p>Deswegen ist zu erwarten, dass bei autistischen Menschen, die hinreichend Akzeptanz durch ihre Umgebung erfahren, viele vermeintliche Symptome ganz oder teilweise fehlen können. Andere Verhaltensweisen können wegen des gesellschaftlichen Drucks versteckt sein (Masking).</p>

<p>Die <a href="https://theautisticadvocate.com/2020/01/aspergers-syndrome-whats-in-a-name/" rel="nofollow">Geschichte der willkürlichen Unterscheidung zwischen Asperger-Syndrom und “richtigem” Autismus</a>, die in Deutschland teils weiterhin praktiziert wird, illustriert ebenfalls, dass der offizielle Diagnoseprozess weit von der Objektivität entfernt ist.</p>

<p>Da Diagnosen auch auf die Feststellung der Hilfsbedürftigkeit im medizinischen Sinne ausgerichtet sind, schließen sie einige autistische Menschen grundsätzlich aus. Um einen Artikel von Devon Price zu zitieren: <a href="https://devonprice.medium.com/from-self-diagnosis-to-self-realization-852e3a069451" rel="nofollow">But because of where the line was drawn in the sand by professionals, those people are not really Autistic</a>.</p>

<h2 id="3-eine-offizielle-diagnose-kostet-doch-nichts" id="3-eine-offizielle-diagnose-kostet-doch-nichts">3. “Eine offizielle Diagnose kostet doch nichts.”</h2>

<p>Menschen sagen das, geben aber schon im nächsten Atemzug zu, dass der offizielle Prozess Jahre in Anspruch nehmen kann, Seelenstriptease vor einer unbekannten Person beinhaltet und oft in Fehldiagnosen endet.</p>

<p>Das kostet vielleicht kein Geld, aber es kostet sehr viel emotionale Energie, die nicht immer vorhanden ist. Und viele Menschen scheuen zurecht davor, offiziell als Autisten gebrandmarkt zu werden. Von wirklicher Akzeptanz ist diese Gesellschaft noch weit entfernt.</p>

<h2 id="4-so-eine-diagnose-schadet-doch-nicht-man-muss-sie-nicht-benutzen" id="4-so-eine-diagnose-schadet-doch-nicht-man-muss-sie-nicht-benutzen">4. “So eine Diagnose schadet doch nicht, man muss sie nicht benutzen.”</h2>

<p>Doch, sie kann schaden, denn sie wird normalerweise bei der Krankenkasse hinterlegt. Das kann beispielsweise bei Verbeamtung zum Problem werden. Und niemand weiß, was zukünftige Regierungen damit machen.</p>

<p>Will man, dass eine Diagnose wirklich keinerlei Auswirkungen hat, müsste man sie unter falschem Namen als Privatzahler anstreben. Ja, lustig. Und wiederum teuer. Und wofür eigentlich?</p>

<h2 id="5-hilfen-bekommt-man-aber-nur-mit-diagnose" id="5-hilfen-bekommt-man-aber-nur-mit-diagnose">5. “Hilfen bekommt man aber nur mit Diagnose.”</h2>

<p>Ja, genau. Braucht man diese Hilfen, kommt man nicht umhin, sich um eine Diagnose zu bemühen. Und das ist völlig legitim. Genauso legitim ist es aber, dass Menschen keine Hilfen haben wollen.</p>

<p>Wenn jemand im Erwachsenenalter noch keine Autismusdiagnose hat, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Person sich auf die eine oder andere Art mit dieser Gesellschaft arrangiert hat. Der Wunsch, von externen Hilfen abhängig zu sein, ist da nicht unbedingt vorhanden.</p>

<h2 id="6-da-freut-sich-der-staat-wenn-autisten-nicht-in-anspruch-nehmen-was-ihnen-zusteht" id="6-da-freut-sich-der-staat-wenn-autisten-nicht-in-anspruch-nehmen-was-ihnen-zusteht">6. “Da freut sich der Staat, wenn Autisten nicht in Anspruch nehmen, was ihnen zusteht.”</h2>

<p>Na und? Die Hilfen reichen doch schon für die nicht aus, die dringend auf sie angewiesen sind. Was soll es bringen, wenn sich mehr Autisten diagnostizieren lassen und Hilfen beantragen?</p>

<p>Das könnte genau den gegenteiligen Effekt haben. “Schaut doch, so viele Autisten kommen gut ohne Hilfen klar! Wieso dann nicht die Hilfeleistungen für alle Autisten kürzen?”</p>

<p>Und: nein, mehr Diagnosen bedeuten keine stärkere Lobby. So funktioniert es leider nicht.</p>

<h2 id="7-leute-nennen-sich-autistisch-um-ihr-schlechtes-verhalten-zu-entschuldigen" id="7-leute-nennen-sich-autistisch-um-ihr-schlechtes-verhalten-zu-entschuldigen">7. “Leute nennen sich autistisch, um ihr schlechtes Verhalten zu entschuldigen.”</h2>

<p>Wie oft kommt das eigentlich vor? Und wäre es nicht sinnvoller festzustellen, dass Autismus und schlechtes Verhalten mitnichten gleichzusetzen sind, als Selbstdiagnosen zu bekämpfen?</p>

<h2 id="8-leute-denken-autismus-wäre-cool-und-diagnostizieren-ihn-sich-deswegen" id="8-leute-denken-autismus-wäre-cool-und-diagnostizieren-ihn-sich-deswegen">8. “Leute denken, Autismus wäre cool und diagnostizieren ihn sich deswegen.”</h2>

<p>Im Ernst? In unserer Gesellschaft, die Autisten diskriminiert und ausgrenzt? Ihr denkt echt, dass jemand sich dieses Stigma umhängt, weil es so viel Spaß macht?</p>

<h2 id="9-die-haben-doch-x-y-und-z-gar-nicht" id="9-die-haben-doch-x-y-und-z-gar-nicht">9. “Die haben doch X, Y und Z gar nicht.”</h2>

<p>Ja, vielleicht haben sie es wirklich nicht, vielleicht fällt es aber auch nicht so auf. Unabhängig davon, Autismus ist sehr divers, und es ist nicht umsonst vom Spektrum die Rede. Man kann zwei Autisten nicht wirklich vergleichen.</p>

<h2 id="10-aber-vielleicht-stimmt-die-selbstdiagnose-nicht" id="10-aber-vielleicht-stimmt-die-selbstdiagnose-nicht">10. “Aber vielleicht stimmt die Selbstdiagnose nicht.”</h2>

<p>Möglich. Aber es ist auch sehr wahrscheinlich, dass sie stimmt. Dass es sehr viele undiagnostizierte autistische Erwachsene gibt, ist hinreichend bekannt. Viele dürften einen Wunsch nach Selbsterkenntnis haben.</p>

<p>Wenn Menschen sich in dem Meer an Falschinformationen zu Autismus einen Überblick verschaffen konnten, ist das doch bewundernswert. Und wenn sie etwas falsch verstanden haben, dann kann man sie darauf hinweisen. Sie merken schon selber, wenn sie sich geirrt haben.</p>

<h2 id="11-dann-sprechen-menschen-für-autisten-die-gar-keine-autisten-sind" id="11-dann-sprechen-menschen-für-autisten-die-gar-keine-autisten-sind">11. “Dann sprechen Menschen für Autisten, die gar keine Autisten sind.”</h2>

<p>Kann überhaupt irgendjemand für alle Autisten sprechen? Eigentlich sprechen alle nur über ihre eigenen Erfahrungen. Verallgemeinerungen sind insgesamt schwierig.</p>

<p>Dass die Anti-SelfDX-Bubble sich teilweise an sehr fragwürdigen Verallgemeinerungen versucht, sehe ich sehr kritisch, selbst wenn diese Menschen definitiv Autisten seien dürften. Solche Verallgemeinerungen sind ein Problem, und das hat mit Diagnosen nichts zu tun.</p>

<h2 id="12-menschen-erfinden-dann-willkürlich-autismussymptome" id="12-menschen-erfinden-dann-willkürlich-autismussymptome">12. “Menschen erfinden dann willkürlich Autismussymptome.”</h2>

<p>Das tun sie doch schon seit Jahrzehnten, und dafür brauchen sie nicht einmal eine Selbstdiagnose. Fast alle Informationen zu Autismus sind von Nicht-Autisten geschrieben.</p>

<h2 id="13-ich-kenne-viele-autisten-und-sie-sind-alle-so" id="13-ich-kenne-viele-autisten-und-sie-sind-alle-so">13. “Ich kenne viele Autisten und sie sind alle so.”</h2>

<p>Natürlich, das nennt sich Stichprobenverzerrung. Wenn nur Autisten mit Diagnose als solche anerkannt werden, dann sieht man nur Autisten, die gut den offiziellen Diagnosekriterien entsprechen. Warum wohl?</p>

<p>Mehr noch: man sieht vor allem Autisten, wo genug Leidensdruck bestand, um sich eine Diagnose zu besorgen. Menschen, die zwar autistisch sind, aber angepasst genug, dass eine Diagnose unwichtig war? Nicht Teil der Stichprobe.</p>

<p>Ähnliche Stichprobenverzerrung übrigens: angeblich gibt es um ein Vielfaches mehr autistische Männer als Frauen. Das bezieht sich nur auf Menschen mit Diagnose, Frauen werden aber seltener diagnostiziert. Das Verhältnis dürfte in Wirklichkeit deutlich ausgeglichener sein.</p>

<h2 id="14-es-könnte-doch-dissoziation-zwangsstörung-angststörung-depression-ptbs-o-ä-sein" id="14-es-könnte-doch-dissoziation-zwangsstörung-angststörung-depression-ptbs-o-ä-sein">14. “Es könnte doch Dissoziation, Zwangsstörung, Angststörung, Depression, PTBS o.ä. sein.”</h2>

<p>Jein. Leute vergleichen meist keine Symptomlisten. Niemand denkt sich: “Ich bin so oft traurig. Könnte es vielleicht Autismus sein?” Vor jeder Selbstdiagnose steht die Identitätssuche.</p>

<p>Menschen denken sich: “Irgendwie bin ich anders, ich gehöre nirgendwo so richtig dazu. Gibt es andere wie ich oder stimmt mit mir etwas nicht?”</p>

<p>Bei dieser Ausgangslage kommen die anderen Diagnosen nicht wirklich infrage. Sie könnten auch vorhanden sein, sind aber sekundär. Soweit mir bekannt, besteht allenfalls Verwechslungsgefahr mit ADHS. Hier tun sich aber auch Diagnostiker gelegentlich schwer mit der Abgrenzung.</p>

<p>Kann es problematisch sein, wenn jemand deswegen nicht weiß, dass Medikamente helfen könnten? Möglicherweise.</p>

<p>Ist es hilfreich, diese Person deswegen auszugrenzen? Keinesfalls. Da die Community sowohl aus Autisten als auch Menschen mit ADHS besteht, ist sie eine gute Möglichkeit für die Person zu erkennen, dass es eventuell (auch) ADHS sein könnte. Was sie damit tut, ist ihre Sache.</p>

<h2 id="15-hier-statistik-autismusverdacht-lässt-sich-oft-diagnostisch-nicht-bestätigen" id="15-hier-statistik-autismusverdacht-lässt-sich-oft-diagnostisch-nicht-bestätigen">15. “Hier, Statistik, Autismusverdacht lässt sich oft diagnostisch nicht bestätigen!”</h2>

<p>Ja. Das dokumentiert aber vermutlich mehr den traurigen Zustand der Autismus-Diagnostik als die Unzuverlässigkeit der Selbstdiagnosen.</p>

<p>Insbesondere erwachsene weiblich gelesene Personen bekommen eine offizielle Autismus-Diagnose oft erst im dritten Anlauf, wenn überhaupt. Es gibt Diagnosestellen, die dafür berüchtigt sind, eine Autismus-Diagnose fast immer zu verweigern.</p>

<p>Dass im Text von “Asperger-Syndrom” die Rede ist, sollte eine zusätzliche Warnung sein: hier wird mit veralteten Autismus-Vorstellungen gearbeitet. Jegliche Statistik wird davon deutlich verfälscht sein.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/validitaet-von-autismus-selbstdiagnosen</guid>
      <pubDate>Thu, 15 Jul 2021 05:23:18 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Schlechte Menschen wissen nie, dass sie schlecht sind</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/schlechte-menschen-wissen-nie-dass-sie-schlecht-sind</link>
      <description>&lt;![CDATA[identität&#xA;&#xA;Interessanterweise impliziert die Feststellung &#34;Ich bin ein schlechter Mensch&#34; das genaue Gegenteil. Wenn diese Person sich überhaupt etwas zu Schulden kommen ließ, dann ist es eher eine Kleinigkeit. Denn die Einsicht, Unrecht getan zu haben, verhindert Schlimmeres.&#xA;&#xA;Die wahrlich schlechten Menschen sagen das dagegen nie. Sie tun jeden Tag Unrecht, und sie machen einfach weiter. Das geht nur, wenn man das eigene Verhalten schönredet: anderen Menschen, aber vor allem auch sich selber gegenüber. Diese Menschen glauben ehrlich, Gutes zu tun.&#xA;&#xA;!--more--Nazis, die in KZs Menschen in den Tod geschickt haben? Die meisten glaubten felsenfest, dass sie die Welt besser machen. Nach dem Krieg sahen sie das Problem nicht etwa in ihren Verbrechen, sondern in der Tatsache, dass sie den Krieg verloren haben.&#xA;&#xA;Ein Sinneswandel ist meist ausgeblieben. Dafür mussten sie nämlich einsehen, wie viel Leid sie zu verantworten haben. Viel einfacher ist es, sich weiter als einen guten Menschen zu betrachten. Realitätsverweigerung ist schwer abzulegen.&#xA;&#xA;Deswegen haben sich diese Nazis nach dem Krieg nicht etwa vor Scham in einem tiefen Loch verkrochen. Nein, sie haben ihren &#34;Kameraden&#34; ausgeholfen, vielleicht ein wenig abgewartet, sich aber sonst gegenseitig wieder in Machtpositionen gebracht.&#xA;&#xA;Wenn man sich also beispielsweise bei den heutigen Rechten fragt, ob sie ihre wirren Theorien auch selber glauben: natürlich tun sie das. Es sind schlechte Menschen, die schlechte Taten zu verantworten haben. Sie müssen sich einreden, irgendwie das Richtige getan zu haben.&#xA;&#xA;Die ganzen Verschwörungstheorien, egal wie unlogisch, werden auch aus diesem Grund benötigt. Sie entlasten das Gewissen und geben das Gefühl, irgendwie &#34;die Guten&#34; zu sein. Selbst dann, wenn man buchstäblich Menschen umbringt.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Interessanterweise impliziert die Feststellung “Ich bin ein schlechter Mensch” das genaue Gegenteil. Wenn diese Person sich überhaupt etwas zu Schulden kommen ließ, dann ist es eher eine Kleinigkeit. Denn die Einsicht, Unrecht getan zu haben, verhindert Schlimmeres.</p>

<p>Die wahrlich schlechten Menschen sagen das dagegen nie. Sie tun jeden Tag Unrecht, und sie machen einfach weiter. Das geht nur, wenn man das eigene Verhalten schönredet: anderen Menschen, aber vor allem auch sich selber gegenüber. Diese Menschen glauben ehrlich, Gutes zu tun.</p>

<p>Nazis, die in KZs Menschen in den Tod geschickt haben? Die meisten glaubten felsenfest, dass sie die Welt besser machen. Nach dem Krieg sahen sie das Problem nicht etwa in ihren Verbrechen, sondern in der Tatsache, dass sie den Krieg verloren haben.</p>

<p>Ein Sinneswandel ist meist ausgeblieben. Dafür mussten sie nämlich einsehen, wie viel Leid sie zu verantworten haben. Viel einfacher ist es, sich weiter als einen guten Menschen zu betrachten. Realitätsverweigerung ist schwer abzulegen.</p>

<p>Deswegen haben sich diese Nazis nach dem Krieg nicht etwa vor Scham in einem tiefen Loch verkrochen. Nein, sie haben ihren “Kameraden” ausgeholfen, vielleicht ein wenig abgewartet, sich aber sonst gegenseitig wieder in Machtpositionen gebracht.</p>

<p>Wenn man sich also beispielsweise bei den heutigen Rechten fragt, ob sie ihre wirren Theorien auch selber glauben: natürlich tun sie das. Es sind schlechte Menschen, die schlechte Taten zu verantworten haben. Sie müssen sich einreden, irgendwie das Richtige getan zu haben.</p>

<p>Die ganzen Verschwörungstheorien, egal wie unlogisch, werden auch aus diesem Grund benötigt. Sie entlasten das Gewissen und geben das Gefühl, irgendwie “die Guten” zu sein. Selbst dann, wenn man buchstäblich Menschen umbringt.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/schlechte-menschen-wissen-nie-dass-sie-schlecht-sind</guid>
      <pubDate>Sat, 13 Mar 2021 18:26:50 +0000</pubDate>
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      <title>Tags</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/tags</link>
      <description>&lt;![CDATA[#abtreibung small(2)/small · #angst small(1)/small · #antisemitismus small(4)/small · #armut small(6)/small · #autismus small(10)/small · #bildung small(6)/small · #chancengleichheit small(2)/small · #covid small(8)/small · #desinformation small(7)/small · #diagnostik small(8)/small · #diskriminierung small(7)/small · #eu small(2)/small · #fahrräder small(5)/small · #feminismus small(13)/small · #flucht small(3)/small · #geschichte small(11)/small · #gewalt small(2)/small · #gruppendynamik small(6)/small · #identität small(5)/small · #imperialismus small(7)/small · #klimaschutz small(4)/small · #krieg small(9)/small · #macht small(10)/small · #medien small(5)/small · #mythen small(6)/small · #pandemie small(8)/small · #politik small(13)/small · #rassismus small(8)/small · #religion small(2)/small · #russland small(14)/small · #selfdx small(4)/small · #sowjetunion small(10)/small · #stalking small(1)/small · #tonepolicing small(1)/small · #transfeindlichkeit small(7)/small · #ukraine small(10)/small · #vergewaltigung small(3)/small · #wissenschaft small(7)/small · #zitat small(2)/small · #übergewicht small(1)/small]]&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
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