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    <title>rassismus &amp;mdash; Janus Newstrujew</title>
    <link>https://paper.wf/newstrujew/tag:rassismus</link>
    <description>Gedanken, die nicht in einen Mastodon-Tröt passen&lt;a href=&#34;https://autistics.life/@Newstrujew/&#34; rel=&#34;me&#34;&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <pubDate>Sat, 02 May 2026 17:28:50 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>Nein, wir sind nicht alle im selben Boot</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/nein-wir-sind-nicht-alle-im-selben-boot</link>
      <description>&lt;![CDATA[#armut #macht #rassismus #mythen&#xA;&#xA;Die Boot-Metapher wird gerne bemüht, um zu betonen, dass wir alle mit denselben Problemen zu kämpfen hätten. Aber es stimmt nicht. Wir können uns die Lebensrealität anderer Menschen oft nicht einmal vorstellen.&#xA;&#xA;Ich will nur zwei Beispiele nennen, aber es gibt natürlich sehr viele mehr.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;1. Behörden&#xA;&#xA;Mit der deutschen Staatsbürgerschaft konnte ich so Sachen wie Pass beantragen erstmals im Bürgeramt erledigen. Es war für mich völlig neu und erstaunlich, dass deutsche Behörden derart effizient und zuvorkommend sein können. Krasser Gegensatz zu Ausländerbehörden.&#xA;&#xA;Wer schon einmal als Bittsteller im Ausländeramt, Sozialamt oder Jobcenter war, kennt es meist. Das Machtungleichgewicht führt hier oft zu massivem Machtmissbrauch. Systematische Schikane, Vorenthalten wichtiger Informationen und bewusste Fehlentscheidungen.&#xA;&#xA;Diese Seite der deutschen Bürokratie bekommen viele Menschen nie zu Gesicht und glauben dann, mit dem richtigen Ausfüllen der Formulare käme man hierzulande stets weiter. Das ist aber nicht die Realität, in der Ausländer oder Hartz IV Empfänger leben.&#xA;&#xA;2. Polizei&#xA;&#xA;Ich bin weiß genug, dass die Polizei zu mir stets freundlich und hilfsbereit ist. In meinem Leben wurde ich ein einziges Mal von der Polizei kontrolliert. Ich bin sogar vor einer Polizeistreife bei Rot über eine Ampel gelaufen und bekam nur eine mündliche Verwarnung.&#xA;&#xA;Dennoch habe ich keinen Grund daran zu zweifeln, dass es nicht für alle Menschen in Deutschland so ist. Menschen werden je nach Aussehen ständig und willkürlich von der Polizei kontrolliert und schikaniert. Eine Lebensrealität, die vor mir größtenteils versteckt bleibt.&#xA;&#xA;Deswegen mag ich Twitter so sehr. Hier lerne ich Perspektiven kennen, die ich andernfalls nie wahrnehme. Es existieren in diesem Land sehr viele Lebensrealitäten parallel. Und bei einigen wünschte ich mir zwar, dass es sie nicht gäbe, aber ich will trotzdem darüber wissen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:armut" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">armut</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:mythen" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">mythen</span></a></p>

<p>Die Boot-Metapher wird gerne bemüht, um zu betonen, dass wir alle mit denselben Problemen zu kämpfen hätten. Aber es stimmt nicht. Wir können uns die Lebensrealität anderer Menschen oft nicht einmal vorstellen.</p>

<p>Ich will nur zwei Beispiele nennen, aber es gibt natürlich sehr viele mehr.</p>



<h2 id="1-behörden" id="1-behörden">1. Behörden</h2>

<p>Mit der deutschen Staatsbürgerschaft konnte ich so Sachen wie Pass beantragen erstmals im Bürgeramt erledigen. Es war für mich völlig neu und erstaunlich, dass deutsche Behörden derart effizient und zuvorkommend sein können. Krasser Gegensatz zu Ausländerbehörden.</p>

<p>Wer schon einmal als Bittsteller im Ausländeramt, Sozialamt oder Jobcenter war, kennt es meist. Das Machtungleichgewicht führt hier oft zu massivem Machtmissbrauch. Systematische Schikane, Vorenthalten wichtiger Informationen und bewusste Fehlentscheidungen.</p>

<p>Diese Seite der deutschen Bürokratie bekommen viele Menschen nie zu Gesicht und glauben dann, mit dem richtigen Ausfüllen der Formulare käme man hierzulande stets weiter. Das ist aber nicht die Realität, in der Ausländer oder Hartz IV Empfänger leben.</p>

<h2 id="2-polizei" id="2-polizei">2. Polizei</h2>

<p>Ich bin weiß genug, dass die Polizei zu mir stets freundlich und hilfsbereit ist. In meinem Leben wurde ich ein einziges Mal von der Polizei kontrolliert. Ich bin sogar vor einer Polizeistreife bei Rot über eine Ampel gelaufen und bekam nur eine mündliche Verwarnung.</p>

<p>Dennoch habe ich keinen Grund daran zu zweifeln, dass es nicht für alle Menschen in Deutschland so ist. Menschen werden je nach Aussehen ständig und willkürlich von der Polizei kontrolliert und schikaniert. Eine Lebensrealität, die vor mir größtenteils versteckt bleibt.</p>

<p>Deswegen mag ich Twitter so sehr. Hier lerne ich Perspektiven kennen, die ich andernfalls nie wahrnehme. Es existieren in diesem Land sehr viele Lebensrealitäten parallel. Und bei einigen wünschte ich mir zwar, dass es sie nicht gäbe, aber ich will trotzdem darüber wissen.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/nein-wir-sind-nicht-alle-im-selben-boot</guid>
      <pubDate>Mon, 15 Aug 2022 13:01:41 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Nein, nicht jede Debatte kann emotionslos geführt werden</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/nein-nicht-jede-debatte-kann-emotionslos-gefuhrt-werden</link>
      <description>&lt;![CDATA[#tonepolicing #rassismus #identität&#xA;&#xA;Zur Erinnerung: Betroffene von Gewalt haben meist nicht den Luxus, sich entspannt zurückzulehnen und eine rein akademische Debatte zu führen. Es geht schließlich um ihr Leben.&#xA;&#xA;Wenn in einer Diskussion eine Seite emotional oder gar aggressiv agiert, die andere sich aber kühl und besonnen gibt, haben wir die Tendenz, der letzteren mehr Vertrauen zu schenken. Das ist falsch.&#xA;&#xA;!--more--Leseempfehlung dazu: No, We Won’t Calm Down – Tone Policing Is Just Another Way to Protect Privilege.&#xA;&#xA;Auch das Gegenteil ist übrigens falsch. Die Emotionalisierung einer Debatte wird oft als Mittel benutzt, um Menschen auf die eigene Seite zu ziehen. Allerdings wird sie meist von privilegierten Menschen eingesetzt, die sich ihres gesellschaftlichen Rückhalts sicher sind.&#xA;&#xA;Ein typisches Beispiel hier ist das Phänomen der &#34;white women&#39;s tears&#34;. Eine weiße Frau kann davon ausgehen, dass Menschen ihr sofort zur Hilfe eilen, wenn sie von &#34;bösen BIPoCs&#34; unter Druck gesetzt wird.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:tonepolicing" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">tonepolicing</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:identit%C3%A4t" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">identität</span></a></p>

<p>Zur Erinnerung: Betroffene von Gewalt haben meist nicht den Luxus, sich entspannt zurückzulehnen und eine rein akademische Debatte zu führen. Es geht schließlich um ihr Leben.</p>

<p>Wenn in einer Diskussion eine Seite emotional oder gar aggressiv agiert, die andere sich aber kühl und besonnen gibt, haben wir die Tendenz, der letzteren mehr Vertrauen zu schenken. Das ist falsch.</p>

<p>Leseempfehlung dazu: <a href="https://everydayfeminism.com/2015/12/tone-policing-and-privilege/" rel="nofollow">No, We Won’t Calm Down – Tone Policing Is Just Another Way to Protect Privilege</a>.</p>

<p>Auch das Gegenteil ist übrigens falsch. Die Emotionalisierung einer Debatte wird oft als Mittel benutzt, um Menschen auf die eigene Seite zu ziehen. Allerdings wird sie meist von privilegierten Menschen eingesetzt, die sich ihres gesellschaftlichen Rückhalts sicher sind.</p>

<p>Ein typisches Beispiel hier ist das Phänomen der <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/may/08/how-white-women-use-strategic-tears-to-avoid-accountability" rel="nofollow">“white women&#39;s tears”</a>. Eine weiße Frau kann davon ausgehen, dass Menschen ihr sofort zur Hilfe eilen, wenn sie von “bösen BIPoCs” unter Druck gesetzt wird.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/nein-nicht-jede-debatte-kann-emotionslos-gefuhrt-werden</guid>
      <pubDate>Mon, 18 Jul 2022 15:10:12 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Kann Russland sich von innen reformieren?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/kann-russland-sich-von-innen-reformieren</link>
      <description>&lt;![CDATA[#russland #imperialismus #rassismus #krieg #macht&#xA;&#xA;Um die Frage in der Überschrift gleich zu beantworten: leider sehe ich schwarz dafür. Die drakonischen Strafen für jegliche Kriegsopposition machen eine Auflehnung des Volkes (wenn denn jemand eine erwartet hat) sehr unwahrscheinlich.&#xA;&#xA;Aber es ist nicht nur das, da ist mehr.&#xA;&#xA;!--more--Ja, viele in Russland sind gegen diesen Krieg, auch wenn sie nicht offen protestieren. Aber ein großer Teil der Bevölkerung ist dafür, und das wird sich so bald nicht ändern. Der russische Imperialismus hat tiefe Wurzeln geschlagen.&#xA;&#xA;Und dann ist da noch das politische System, in dem alles auf den Präsidenten ausgerichtet ist. Deutschland hat bereits die Erfahrung gemacht, wohin das führen kann, weswegen man die Macht des Staatsoberhaupts beschränkt hat. Das hat Russland nicht getan.&#xA;&#xA;Schon unter Jelzin war die Machtfülle des Präsidenten problematisch. Diese wurde unter Putin jedoch noch deutlich ausgebaut. Diese Entwicklung wieder zurückzudrehen wird ohne eine radikale gesellschaftliche Veränderung kaum noch möglich sein.&#xA;&#xA;Es dürfte aber schon daran scheitern, jemanden zu finden, der es auch tun will. Navalny, der Hoffnungsträger des Westens, wird es ganz bestimmt nicht tun.&#xA;&#xA;Vor vielen Jahren, noch bevor sich Navalny für den Westen aufgehübscht hat, folgte ich seinem Blog. Und ich kann mit Gewissheit sagen: Navalny und Putin sind in den meisten Punkten einer Meinung. Da, wo sie es nicht sind, zieht man womöglich Putin sogar noch vor.&#xA;&#xA;Falls ihr gehört habt, dass Navalny ein russischer Nationalist sei: es stimmt. Auf Anhieb habe ich beispielsweise diesen Post (weiterhin online) gefunden, wo er die nebenan arbeitenden Tadschiken mit dem Äquivalent des N-Wortes belegt. Dabei &#34;scherzt&#34; er hier noch, die dem Angriff der Skinheads zugeschriebenen Leichen könnten womöglich Arbeitsunfälle gewesen sein.&#xA;&#xA;Das ist wirklich nur eines der harmloseren Beispiele. Wenn es um Tschetschenen geht, dann setzt Navalny in seinem Blog voll auf das Narrativ der wilden unzivilisierten Moslems. Die Cringe-Points dieses Posts kann ich gar nicht alle aufzählen.&#xA;&#xA;Wohlgemerkt kann man durchaus die tschetschenische Korruption kritisieren, ohne die dort lebenden Menschen abzuwerten. Aber bei Navalnys Korruptionskampf scheint immer wieder durch, dass für ihn nur Russen zählen.&#xA;&#xA;An keiner Stelle stellt sich Navalny gegen den russischen Imperialismus, er steht vielmehr voll dahinter. Er kritisiert auch nicht die Ausrichtung der gesamten Gesellschaft auf den Präsidenten. Vielmehr macht es den Anschein, dass er lieber selber dieser Präsident wäre.&#xA;&#xA;Das alles heißt nicht, dass ich das Unrecht, das Navalny angetan wurde, gut finde. Es heißt lediglich, dass ich keine Verbesserung erwarte, sollte er Putins Platz einnehmen. Ganz im Gegenteil.&#xA;&#xA;Und ich habe leider der Eindruck, bei dem Großteil der Moskauer Elite (also bei den Leuten, die realistisch in Machtpositionen kommen könnten) sieht es ähnlich aus. Auch ein Machtwechsel würde also nicht viel verändern.&#xA;&#xA;Dementsprechend sehe ich die einzige Chance dafür, dass uns in Zukunft von Russland angestiftete Kriege erspart bleiben, tatsächlich darin, dass sich russische Regionen von Moskau lossagen. Diese haben im Moment nichts zu sagen, sie haben dabei also viel zu gewinnen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:russland" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">russland</span></a> <a href="/newstrujew/tag:imperialismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">imperialismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:krieg" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">krieg</span></a> <a href="/newstrujew/tag:macht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">macht</span></a></p>

<p>Um die Frage in der Überschrift gleich zu beantworten: leider sehe ich schwarz dafür. Die drakonischen Strafen für jegliche Kriegsopposition machen eine Auflehnung des Volkes (wenn denn jemand eine erwartet hat) sehr unwahrscheinlich.</p>

<p>Aber es ist nicht nur das, da ist mehr.</p>

<p>Ja, viele in Russland sind gegen diesen Krieg, auch wenn sie nicht offen protestieren. Aber ein großer Teil der Bevölkerung ist dafür, und das wird sich so bald nicht ändern. Der russische Imperialismus hat <a href="https://paper.wf/newstrujew/sowjetische-geschichtsnarrative-und-russisches-selbstverstandnis" rel="nofollow">tiefe Wurzeln geschlagen</a>.</p>

<p>Und dann ist da noch das politische System, in dem alles auf den Präsidenten ausgerichtet ist. Deutschland hat bereits die Erfahrung gemacht, wohin das führen kann, weswegen man die Macht des Staatsoberhaupts beschränkt hat. Das hat Russland nicht getan.</p>

<p>Schon unter Jelzin war die Machtfülle des Präsidenten problematisch. Diese wurde unter Putin jedoch noch deutlich ausgebaut. Diese Entwicklung wieder zurückzudrehen wird ohne eine radikale gesellschaftliche Veränderung kaum noch möglich sein.</p>

<p>Es dürfte aber schon daran scheitern, jemanden zu finden, der es auch tun will. Navalny, der Hoffnungsträger des Westens, wird es ganz bestimmt nicht tun.</p>

<p>Vor vielen Jahren, noch bevor sich Navalny für den Westen aufgehübscht hat, folgte ich seinem Blog. Und ich kann mit Gewissheit sagen: Navalny und Putin sind in den meisten Punkten einer Meinung. Da, wo sie es nicht sind, zieht man womöglich Putin sogar noch vor.</p>

<p>Falls ihr gehört habt, dass Navalny ein russischer Nationalist sei: es stimmt. Auf Anhieb habe ich beispielsweise <a href="https://archive.ph/MR9fA" rel="nofollow">diesen Post</a> (weiterhin online) gefunden, wo er die nebenan arbeitenden Tadschiken mit dem Äquivalent des N-Wortes belegt. Dabei “scherzt” er hier noch, die dem Angriff der Skinheads zugeschriebenen Leichen könnten womöglich Arbeitsunfälle gewesen sein.</p>

<p>Das ist wirklich nur eines der harmloseren Beispiele. Wenn es um Tschetschenen geht, dann setzt Navalny in seinem Blog voll auf das Narrativ der wilden unzivilisierten Moslems. Die Cringe-Points <a href="https://archive.ph/RL5CD" rel="nofollow">dieses Posts</a> kann ich gar nicht alle aufzählen.</p>

<p>Wohlgemerkt kann man durchaus die tschetschenische Korruption kritisieren, ohne die dort lebenden Menschen abzuwerten. Aber bei Navalnys Korruptionskampf scheint immer wieder durch, dass für ihn nur Russen zählen.</p>

<p>An keiner Stelle stellt sich Navalny gegen den russischen Imperialismus, er steht vielmehr voll dahinter. Er kritisiert auch nicht die Ausrichtung der gesamten Gesellschaft auf den Präsidenten. Vielmehr macht es den Anschein, dass er lieber selber dieser Präsident wäre.</p>

<p>Das alles heißt nicht, dass ich das Unrecht, das Navalny angetan wurde, gut finde. Es heißt lediglich, dass ich keine Verbesserung erwarte, sollte er Putins Platz einnehmen. Ganz im Gegenteil.</p>

<p>Und ich habe leider der Eindruck, bei dem Großteil der Moskauer Elite (also bei den Leuten, die realistisch in Machtpositionen kommen könnten) sieht es ähnlich aus. Auch ein Machtwechsel würde also nicht viel verändern.</p>

<p>Dementsprechend sehe ich die einzige Chance dafür, dass uns in Zukunft von Russland angestiftete Kriege erspart bleiben, tatsächlich darin, dass sich russische Regionen von Moskau lossagen. Diese haben im Moment nichts zu sagen, sie haben dabei also viel zu gewinnen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/kann-russland-sich-von-innen-reformieren</guid>
      <pubDate>Fri, 08 Jul 2022 18:07:22 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Wie Lauterbach Stigmatisierung und Rassismus befeuert</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/wie-lauterbach-stigmatisierung-und-rassismus-befeuert</link>
      <description>&lt;![CDATA[#covid #pandemie #rassismus #diskriminierung #politik&#xA;&#xA;Also Leute, die ihr &#34;wir wollen Karl&#34; skandiert... Wahrscheinlich habt ihr recht, dass er als Gesundheitsminster das kleinste Übel wäre. Aber vergesst bitte nicht, dass er eine Reihe sehr problematischer Standpunkte vertritt. Und das wird in diesem Tweet nochmal sehr deutlich:&#xA;&#xA;  Screenshot einer Twitter-Nachricht von Prof. Karl Lauterbach  am 26. Nov. 2021. Neue Variante B11529 scheint zum ersten mal echte massive Durchbruchsvariante zu sein. Die vielen Mutationen sprechen für Entstehung in HIV Patienten. Was tun, Grenzen SA dicht. PCR Suche nach N11529. Boostern so schnell wie möglich. Durchbruch gegen Booster unwahrscheinlich&#xA;&#xA;!--more--Hier greift er allzu bereitwillig Gerüchte auf, die Omikron irgendwie mit HIV in Verbindung bringen. Zu dem Zeitpunkt gab es bereits eine offizielle Feststellung, dass die Gerüchte keinerlei Grundlage haben. Er betreibt dennoch Stigmatisierung.&#xA;&#xA;Hinzu kommt die scheinbar vernünftige Forderung, Grenzen zu Südafrika zu schließen. Aber er sollte eigentlich wissen: dass die Variante in Südafrika entdeckt wurde, bedeutet nicht, dass sie von dort stammt. Mittlerweile wurde sie in einer Reihe weiterer Länder festgestellt.&#xA;&#xA;Die Fälle in Deutschland haben natürlich einen Bezug zu Südafrika, was aber nicht erstaunt, wenn nur dort gesucht wird. Eigentlich müsste man längst routinemäßig das Virus sequenzieren, machen andere Länder auch.&#xA;&#xA;Ich meine wohlgemerkt nicht, dass Grenzen offen bleiben sollten. Vielmehr sollte jegliche Reisetätigkeit eingeschränkt werden, solange wir nicht mehr wissen. Mit dem erhobenen Zeigefinger auf Südafrika zu zeigen ist einfach nur rassistisch.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:covid" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">covid</span></a> <a href="/newstrujew/tag:pandemie" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">pandemie</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diskriminierung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diskriminierung</span></a> <a href="/newstrujew/tag:politik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">politik</span></a></p>

<p>Also Leute, die ihr “wir wollen Karl” skandiert... Wahrscheinlich habt ihr recht, dass er als Gesundheitsminster das kleinste Übel wäre. Aber vergesst bitte nicht, dass er eine Reihe sehr problematischer Standpunkte vertritt. Und das wird in <a href="https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/1464179597709393937" rel="nofollow">diesem Tweet</a> nochmal sehr deutlich:</p>

<blockquote><p><img src="https://pixelfed.de/storage/m/_v2/495313347312455455/a48ad3dc0-89cf68/b7lHFFDc3Vg9/neiliWnczJdd0DSWRg1gLAoEuhC64LortoXmOkyY.png" alt="Screenshot einer Twitter-Nachricht von Prof. Karl Lauterbach  am 26. Nov. 2021. Neue Variante B11529 scheint zum ersten mal echte massive Durchbruchsvariante zu sein. Die vielen Mutationen sprechen für Entstehung in HIV Patienten. Was tun, Grenzen SA dicht. PCR Suche nach N11529. Boostern so schnell wie möglich. Durchbruch gegen Booster unwahrscheinlich"></p></blockquote>

<p>Hier greift er allzu bereitwillig Gerüchte auf, die Omikron irgendwie mit HIV in Verbindung bringen. Zu dem Zeitpunkt gab es bereits eine offizielle Feststellung, dass die Gerüchte keinerlei Grundlage haben. Er betreibt dennoch Stigmatisierung.</p>

<p>Hinzu kommt die scheinbar vernünftige Forderung, Grenzen zu Südafrika zu schließen. Aber er sollte eigentlich wissen: dass die Variante in Südafrika entdeckt wurde, bedeutet nicht, dass sie von dort stammt. Mittlerweile wurde sie in einer Reihe weiterer Länder festgestellt.</p>

<p>Die Fälle in Deutschland haben natürlich einen Bezug zu Südafrika, was aber nicht erstaunt, wenn nur dort gesucht wird. Eigentlich müsste man längst routinemäßig das Virus sequenzieren, machen andere Länder auch.</p>

<p>Ich meine wohlgemerkt nicht, dass Grenzen offen bleiben sollten. Vielmehr sollte jegliche Reisetätigkeit eingeschränkt werden, solange wir nicht mehr wissen. Mit dem erhobenen Zeigefinger auf Südafrika zu zeigen ist einfach nur rassistisch.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/wie-lauterbach-stigmatisierung-und-rassismus-befeuert</guid>
      <pubDate>Sun, 28 Nov 2021 17:09:05 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Die Fixierung der Debatten auf geflüchtete Männer</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/die-fixierung-der-debatten-auf-gefluchtete-manner</link>
      <description>&lt;![CDATA[#flucht #rassismus #medien #vergewaltigung&#xA;&#xA;Immer wieder kommt dieses rassistische &#34;Aber warum werden nur Männer evakuiert?&#34; Erinnert ihr euch noch, wie 2015 dieselbe Frage gestellt wurde? Den Fragenden ist es egal, dass diese Unterstellung gar nicht stimmt.&#xA;&#xA;Und natürlich geht es ihnen auch nicht um das Wohlergehen afghanischer Frauen. Bei dieser Frage schwingt lediglich sexuelle Konkurrenz mit: &#34;Jetzt kommen diese Männer und nehmen uns unsere Frauen weg!&#34;&#xA;&#xA;!--more--Natürlich sind diese Narrative nur vollständig mit der Unterstellung, dass keine deutsche Frau es &#34;mit denen&#34; freiwillig tun wird. Also werden Geflüchtete immer wieder als Vergewaltiger dargestellt.&#xA;&#xA;Daran ist nichts neu. Dieselben Narrative werden schon seit Ewigkeiten gegen schwarze Menschen verwendet. Auch italienische Gastarbeiter hatten das zweifelhafte Vergnügen.&#xA;&#xA;Rassismus lässt sich mit rationalen Argumenten nicht bekämpfen.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:flucht" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">flucht</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a> <a href="/newstrujew/tag:medien" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">medien</span></a> <a href="/newstrujew/tag:vergewaltigung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">vergewaltigung</span></a></p>

<p>Immer wieder kommt dieses rassistische “Aber warum werden nur Männer evakuiert?” Erinnert ihr euch noch, wie 2015 dieselbe Frage gestellt wurde? Den Fragenden ist es egal, dass diese Unterstellung gar nicht stimmt.</p>

<p>Und natürlich geht es ihnen auch nicht um das Wohlergehen afghanischer Frauen. Bei dieser Frage schwingt lediglich sexuelle Konkurrenz mit: “Jetzt kommen diese Männer und nehmen uns unsere Frauen weg!”</p>

<p>Natürlich sind diese Narrative nur vollständig mit der Unterstellung, dass keine deutsche Frau es “mit denen” freiwillig tun wird. Also werden Geflüchtete immer wieder als Vergewaltiger dargestellt.</p>

<p>Daran ist nichts neu. Dieselben Narrative werden schon seit Ewigkeiten gegen schwarze Menschen verwendet. Auch italienische Gastarbeiter hatten das zweifelhafte Vergnügen.</p>

<p>Rassismus lässt sich mit rationalen Argumenten nicht bekämpfen.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/die-fixierung-der-debatten-auf-gefluchtete-manner</guid>
      <pubDate>Thu, 19 Aug 2021 10:59:47 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht (Deutsch-Förderunterricht)</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/gut-gemeint-ist-nicht-immer-gut-gemacht-deutsch-forderunterricht</link>
      <description>&lt;![CDATA[#bildung #rassismus&#xA;&#xA;Ich will mal kurz (haha, als ob ich mich kurz fassen könnte) dokumentieren, wie gut gemeinte Maßnahmen genau entgegengesetzte und gar verheerende Wirkung haben können.&#xA;&#xA;Es geht um Deutsch-Förderunterricht. Das kann ja eigentlich nicht schaden?&#xA;&#xA;!--more--Es sei denn, wenn z.B. von fünf Gymnasien nur eines Deutsch-Förderunterricht im Angebot hat. Und die anderen Schulen Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse deswegen ablehnen. So dass all diese Kinder an dem einen Gymnasium landen.&#xA;&#xA;Und dann hat man plötzlich ein Gymnasium, wo es statt der erwartbaren zwei Kindern pro Klasse schon die halbe Klasse ist, die kein Deutsch beherrscht. Das erschwert den Unterricht natürlich ungemein, und die Schule bekommt einen schlechten Ruf.&#xA;&#xA;Zahlreiche Eltern versuchen dann, ihre Kinder auf eine andere Schule zu bekommen. Das klappt natürlich vor allem mit Kindern, die gut Deutsch sprechen. Das Problem verstärkt sich dadurch noch mehr.&#xA;&#xA;Aber zumindest gibt es ja Förderunterricht?&#xA;&#xA;Ja, aber mir sind keine Fälle bekannt, wo Deutsch-Förderunterricht einem Kind wirklich geholfen hätte. In einer deutschsprachigen Umgebung sind fremdsprachige Kinder nämlich in der Regel nach einem Jahr ohnehin soweit, dass sie dem Unterricht folgen können.&#xA;&#xA;Stattdessen gehen die Kinder an eine Schule, wo kaum jemand gut Deutsch spricht. Und natürlich weichen sie dann auf ihre Herkunftssprache aus, es sind ja genug Sprecher der Sprache vorhanden. Deutsch-Spracherwerb verzögert sich, und kein Förderkurs kann das auffangen.&#xA;&#xA;Natürlich wäre die ideale Lösung, wenn auch alle anderen Schulen Deutsch-Förderkurse anbieten würden. Aber die sehen ja auch das Chaos, das daraus resultiert, und wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Abgesehen davon will man &#34;diese&#34; Kinder ohnehin nicht haben.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:bildung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">bildung</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a></p>

<p>Ich will mal kurz (haha, als ob ich mich kurz fassen könnte) dokumentieren, wie gut gemeinte Maßnahmen genau entgegengesetzte und gar verheerende Wirkung haben können.</p>

<p>Es geht um Deutsch-Förderunterricht. Das kann ja eigentlich nicht schaden?</p>

<p>Es sei denn, wenn z.B. von fünf Gymnasien nur eines Deutsch-Förderunterricht im Angebot hat. Und die anderen Schulen Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse deswegen ablehnen. So dass all diese Kinder an dem einen Gymnasium landen.</p>

<p>Und dann hat man plötzlich ein Gymnasium, wo es statt der erwartbaren zwei Kindern pro Klasse schon die halbe Klasse ist, die kein Deutsch beherrscht. Das erschwert den Unterricht natürlich ungemein, und die Schule bekommt einen schlechten Ruf.</p>

<p>Zahlreiche Eltern versuchen dann, ihre Kinder auf eine andere Schule zu bekommen. Das klappt natürlich vor allem mit Kindern, die gut Deutsch sprechen. Das Problem verstärkt sich dadurch noch mehr.</p>

<p>Aber zumindest gibt es ja Förderunterricht?</p>

<p>Ja, aber mir sind keine Fälle bekannt, wo Deutsch-Förderunterricht einem Kind wirklich geholfen hätte. In einer deutschsprachigen Umgebung sind fremdsprachige Kinder nämlich in der Regel nach einem Jahr ohnehin soweit, dass sie dem Unterricht folgen können.</p>

<p>Stattdessen gehen die Kinder an eine Schule, wo kaum jemand gut Deutsch spricht. Und natürlich weichen sie dann auf ihre Herkunftssprache aus, es sind ja genug Sprecher der Sprache vorhanden. Deutsch-Spracherwerb verzögert sich, und kein Förderkurs kann das auffangen.</p>

<p>Natürlich wäre die ideale Lösung, wenn auch alle anderen Schulen Deutsch-Förderkurse anbieten würden. Aber die sehen ja auch das Chaos, das daraus resultiert, und wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Abgesehen davon will man “diese” Kinder ohnehin nicht haben.</p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://paper.wf/newstrujew/gut-gemeint-ist-nicht-immer-gut-gemacht-deutsch-forderunterricht</guid>
      <pubDate>Wed, 21 Jul 2021 09:18:28 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Wie Kinder Rassismus lernen</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/wie-kinder-rassismus-lernen</link>
      <description>&lt;![CDATA[rassismus&#xA;&#xA;Krude These des Tages: Kinder würden nicht zwischen Menschen unterscheiden und erst zu Rassisten gemacht, indem Leute ihnen Rassismus erklären.&#xA;&#xA;Klar, man merkt ja, wie Kinder in Familien, die nie Rassismus thematisieren, ganz frei von rassistischen Vorurteilen aufwachsen. /s&#xA;&#xA;Natürlich wünschen wir uns eine Gesellschaft, in der einfach alle Menschen gleich wären. Nur leben wir nicht in einer solchen Gesellschaft. Unsere Gesellschaft ist ganz und gar von subtilem Rassismus durchdrungen. Das bekommen auch Kinder mit, egal was man ihnen erzählt.&#xA;&#xA;!--more--Ich will jetzt nicht behaupten, dass Kinder bei Geburt ein unbeschriebenes Blatt seien. Sie haben aber ganz bestimmt kein angeborenes Verständnis davon, was richtig und was falsch ist. Das schauen sie sich erst von ihrer Umgebung ab, wobei Taten mehr Gewicht als Worte haben.&#xA;&#xA;Dass ihre Mutter beispielsweise zusammenzuckt und die Tasche festhält, wenn ihnen ein dunkelhäutiger Mensch entgegenkommt, registrieren Kinder völlig automatisch. Irgendwann setzt sich im Unterbewusstsein fest: dunkelhäutige Menschen sind gefährlich.&#xA;&#xA;Und mit unterschwelligem Rassismus in Kinderbüchern will ich gar nicht erst anfangen. So, wie wir aufwachsen, nehmen wir zwangsläufig eine Vielzahl rassistischer Vorurteile und Verhaltensweisen auf. Das gilt sogar für die Leute, die selber von Rassismus betroffen sind.&#xA;&#xA;Es ist völlig utopisch, Kinder nicht mit Rassismus zu konfrontieren. Man kann sich höchstens bewusst machen, wo man selber rassistisch ist (ja, wir alle sind es), und dieses Bewusstsein an die Kinder weitergeben. Man muss wissen, was falsch ist, um richtig handeln zu können.&#xA;&#xA;Ich will übrigens nicht behaupten, dass ich alle meine rassistischen Denkmuster kenne. Ich lerne auch.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a></p>

<p>Krude These des Tages: Kinder würden nicht zwischen Menschen unterscheiden und erst zu Rassisten gemacht, indem Leute ihnen Rassismus erklären.</p>

<p>Klar, man merkt ja, wie Kinder in Familien, die nie Rassismus thematisieren, ganz frei von rassistischen Vorurteilen aufwachsen. /s</p>

<p>Natürlich wünschen wir uns eine Gesellschaft, in der einfach alle Menschen gleich wären. Nur leben wir nicht in einer solchen Gesellschaft. Unsere Gesellschaft ist ganz und gar von subtilem Rassismus durchdrungen. Das bekommen auch Kinder mit, egal was man ihnen erzählt.</p>

<p>Ich will jetzt nicht behaupten, dass Kinder bei Geburt ein unbeschriebenes Blatt seien. Sie haben aber ganz bestimmt kein angeborenes Verständnis davon, was richtig und was falsch ist. Das schauen sie sich erst von ihrer Umgebung ab, wobei Taten mehr Gewicht als Worte haben.</p>

<p>Dass ihre Mutter beispielsweise zusammenzuckt und die Tasche festhält, wenn ihnen ein dunkelhäutiger Mensch entgegenkommt, registrieren Kinder völlig automatisch. Irgendwann setzt sich im Unterbewusstsein fest: dunkelhäutige Menschen sind gefährlich.</p>

<p>Und mit unterschwelligem Rassismus in Kinderbüchern will ich gar nicht erst anfangen. So, wie wir aufwachsen, nehmen wir zwangsläufig eine Vielzahl rassistischer Vorurteile und Verhaltensweisen auf. Das gilt sogar für die Leute, die selber von Rassismus betroffen sind.</p>

<p>Es ist völlig utopisch, Kinder nicht mit Rassismus zu konfrontieren. Man kann sich höchstens bewusst machen, wo man selber rassistisch ist (ja, wir alle sind es), und dieses Bewusstsein an die Kinder weitergeben. Man muss wissen, was falsch ist, um richtig handeln zu können.</p>

<p>Ich will übrigens nicht behaupten, dass ich alle meine rassistischen Denkmuster kenne. Ich lerne auch.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/wie-kinder-rassismus-lernen</guid>
      <pubDate>Wed, 03 Feb 2021 09:27:46 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Stört es sie wirklich nicht, oder sagen sie es euch bloß nicht?</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/stort-es-sie-wirklich-nicht-oder-sagen-sie-es-euch-bloss-nicht</link>
      <description>&lt;![CDATA[#gruppendynamik #diskriminierung #rassismus&#xA;&#xA;Weil &#34;Ich kenne einen Schwarzen/Juden/Transsexuellen und ihn stört das gar nicht&#34; immer wieder als Rechtfertigung herangezogen wird...&#xA;&#xA;Vor vielen Jahren haben wir in einer größeren Teenie-Gruppe etwas diskutiert. Plötzlich brüllten alle: &#34;Scheiß-Ossies!&#34;&#xA;&#xA;Dann ist ihnen eingefallen, dass ein Mädchen in der Runde aus Leipzig war. Plötzlich schauten alle sie fragend an. Und sie sagte: &#34;Ja, ich mag die auch nicht.&#34;&#xA;&#xA;!--more--Solche Situationen werden IMMER vom Gruppenzwang bestimmt. Und vom Wunsch, nicht mit &#34;denen&#34; assoziiert zu werden.&#xA;&#xA;Und das war nicht einmal Rassismus, wo der alltägliche Druck noch viel höher ist. &#34;Stört sie nicht&#34; ist eine Lüge.&#xA;&#xA;Ich habe damals übrigens auch nichts gesagt. Weil ich weniger wusste als heute, aber auch einfach, weil meine Position in der Gruppe nicht so gefestigt war.]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><a href="/newstrujew/tag:gruppendynamik" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">gruppendynamik</span></a> <a href="/newstrujew/tag:diskriminierung" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">diskriminierung</span></a> <a href="/newstrujew/tag:rassismus" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">rassismus</span></a></p>

<p>Weil “Ich kenne einen Schwarzen/Juden/Transsexuellen und ihn stört das gar nicht” immer wieder als Rechtfertigung herangezogen wird...</p>

<p>Vor vielen Jahren haben wir in einer größeren Teenie-Gruppe etwas diskutiert. Plötzlich brüllten alle: “Scheiß-Ossies!”</p>

<p>Dann ist ihnen eingefallen, dass ein Mädchen in der Runde aus Leipzig war. Plötzlich schauten alle sie fragend an. Und sie sagte: “Ja, ich mag die auch nicht.”</p>

<p>Solche Situationen werden IMMER vom Gruppenzwang bestimmt. Und vom Wunsch, nicht mit “denen” assoziiert zu werden.</p>

<p>Und das war nicht einmal Rassismus, wo der alltägliche Druck noch viel höher ist. “Stört sie nicht” ist eine Lüge.</p>

<p>Ich habe damals übrigens auch nichts gesagt. Weil ich weniger wusste als heute, aber auch einfach, weil meine Position in der Gruppe nicht so gefestigt war.</p>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/stort-es-sie-wirklich-nicht-oder-sagen-sie-es-euch-bloss-nicht</guid>
      <pubDate>Mon, 01 Feb 2021 14:42:29 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Tags</title>
      <link>https://paper.wf/newstrujew/tags</link>
      <description>&lt;![CDATA[#abtreibung small(2)/small · #angst small(1)/small · #antisemitismus small(4)/small · #armut small(6)/small · #autismus small(10)/small · #bildung small(6)/small · #chancengleichheit small(2)/small · #covid small(8)/small · #desinformation small(7)/small · #diagnostik small(8)/small · #diskriminierung small(7)/small · #eu small(2)/small · #fahrräder small(5)/small · #feminismus small(13)/small · #flucht small(3)/small · #geschichte small(11)/small · #gewalt small(2)/small · #gruppendynamik small(6)/small · #identität small(5)/small · #imperialismus small(7)/small · #klimaschutz small(4)/small · #krieg small(9)/small · #macht small(10)/small · #medien small(5)/small · #mythen small(6)/small · #pandemie small(8)/small · #politik small(13)/small · #rassismus small(8)/small · #religion small(2)/small · #russland small(14)/small · #selfdx small(4)/small · #sowjetunion small(10)/small · #stalking small(1)/small · #tonepolicing small(1)/small · #transfeindlichkeit small(7)/small · #ukraine small(10)/small · #vergewaltigung small(3)/small · #wissenschaft small(7)/small · #zitat small(2)/small · #übergewicht small(1)/small]]&gt;</description>
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      <guid>https://paper.wf/newstrujew/tags</guid>
      <pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
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